Aktuelle Pressemitteilungen

Herzkrankheiten im Blick

Dr. Katrin Streckfuß-Bömeke hat an der Universität Würzburg eine Professur für molekulare Pharmakologie übernommen. Sie ist Expertin für Erkrankungen des Herzmuskels, die Kardiomyopathien.

 

Wie und wo wirken Herzmedikamente? Wie werden sie in den Körper aufgenommen, verteilt und verstoffwechselt? Wann wirken sie toxisch? Diese und ähnliche Fragen werden bei den Vorlesungen der neuen Professorin zur allgemeinen Pharmakologie der Herzkrankheiten im Mittelpunkt stehen.

Dazu kommen Lehrveranstaltungen zu ihren Spezialgebieten: zur translationalen Stammzellforschung und zu den molekularen Ursachen von Herzkrankheiten. Die Ergebnisse dieser Forschungen kommen direkt den Patientinnen und Patienten zu Gute.

Interessierten Studierenden steht ihr Labor für Praktika und Doktorarbeiten offen.

Interview mit der neuen Professorin auf dem YouTube-Kanal der Uni

Hautzellen werden zu Stamm- und dann zu Herzmuskelzellen

Ein Schwerpunkt von Katrin Streckfuß-Bömeke liegt auf sogenannten Kardiomyopathien. Das ist eine Gruppe unterschiedlicher Erkrankungen, bei denen die Struktur des Herzmuskelgewebes defekt ist. Oft kommt es zu einer Erweiterung oder zu einer Verdickung einer Herzkammer. Die Pumpkraft des Herzens ist dadurch eingeschränkt, die Betroffenen sind nicht mehr so leistungsfähig und haben typische Beschwerden einer Herzschwäche. An Kardiomyopathien erkranken Menschen jedes Alters, und häufig liegen genetische Ursachen vor.Um diese genetischen Ursachen der Kardiomyopathien zu klären, setzt die Biologin auf Stammzellen: Sie verwendet Blut- oder Hautzellen, die Patienten entnommen wurden, und programmiert sie zu pluripotenten Stammzellen um. Bei diesem Verfahren werden die Zellen in ein sehr frühes Stadium ihrer Entwicklung zurückversetzt. Sie lassen sich dann so steuern, dass sie sich zu verschiedenen Zelltypen des Körpers weiterentwickeln können.Solche Stammzellen werden im Labor der Professorin zu Herzmuskel-, Blutgefäß-, und Bindegewebszellen, aber auch zu Neuronen umgewandelt, die genau dieselbe genetische Ausstattung und damit auch genau dieselben Mutationen haben wie die Patienten.Die Zellen lassen sich dann zu kleinen Geweben vereinigen oder zu organähnlichen Strukturen, sogenannten Organoiden, die über Wochen intakt bleiben. An ihnen lässt sich studieren, welche Ursachen für die Krankheit verantwortlich sind.

Verbesserung der individuellen Therapie

Bei ihrer Forschung hat Katrin Streckfuß-Bömeke immer die Patientinnen und Patienten im Blick. Ihr Team untersucht darum an den Geweben und Organoiden unter anderem, welche Medikamente im Einzelfall die besten Effekte bringen.

Wenn sie beispielsweise im Labor erkennt, dass sich die kardiomyopathischen Herzmuskelzellen durch Kalziumkanal-Hemmstoffe besser regulieren lassen als durch Betablocker, wie sie eigentlich in der Klinik verwendet werden, könnten die behandelnden Ärztinnen und Ärzte die Medikation umstellen.

Die Biologin erforscht auch, ob man die genetischen Defekte der Kardiomyopathie mit der Genschere CRISPR/Cas beseitigen kann. Bislang lassen sich nur die Symptome der Krankheit behandeln. Langfristiges Ziel dieser Arbeiten ist es, den Betroffenen eine echte Chance auf Heilung zu eröffnen.

Ursache für das Broken-Heart-Syndrom gefunden

Neue Erkenntnisse hat die Professorin an ihrem früheren Standort in Göttingen (Niedersachsen) unter anderem über die Takotsubo-Kardiomyopathie gewonnen, die auch als Broken-Heart-Syndrom bekannt ist. Der Hintergrund: Starke emotionale oder körperliche Belastungen können das Herz tatsächlich „brechen“. Es kontrahieren dann nur noch bestimmte Areale des Herzmuskels, die anderen bleiben bewegungslos.

„Wir haben herausgefunden, dass die Herzmuskelzellen von Betroffenen viel empfindlicher auf Adrenalin reagieren“, erklärt Streckfuß-Bömeke. Außerdem funktioniere die Desensibilisierung nicht mehr – dieser Selbstschutz-Mechanismus mache die Herzmuskelzellen im Normalfall unempfindlich gegen Adrenalin, wenn dieses Stresshormon längere Zeit in hohen Mengen auf sie einwirke.

Für diese Arbeiten wurde die Wissenschaftlerin mit dem Franz-Maximilian-Groedel-Preis 2018 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie ausgezeichnet. Zum Broken-Heart-Syndrom gebe es aber weiterhin Forschungsbedarf, sagt die Neu-Würzburgerin: „Ich bin sicher, dass bei jedem einzelnen Patienten eine andere Ursache vorliegt.“

Werdegang der neuen Professorin

Katrin Streckfuß-Bömeke, Jahrgang 1976, hat Biologie an der Universität Göttingen studiert. An der dortigen Universitätsmedizin absolvierte sie auch ihre weitere akademische Laufbahn. Die Promotion schloss sie 2006 ab. Die Habilitation in Molekularer Medizin folgte 2018. Dafür erhielt sie den Habilitationspreis der Universitätsmedizin Göttingen.

In Göttingen leitete die Biologin ab 2013 eine eigene Arbeitsgruppe für translationale Stammzellforschung am Institut für Kardiologie und Pneumologie. Dem Ruf auf die Professur für molekulare Pharmakologie an der Universität Würzburg folgte sie zum 1. April 2021.

Kontakt

Prof. Dr. Katrin Streckfuß-Bömeke, Institut für Pharmakologie und Toxikologie, Universität Würzburg, T: +49 931 31-84618, katrin.streckfuss-boemeke@ uni-wuerzburg.de

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 01.06.2021

 

 

 

Das Uniklinikum und die anderen Würzburger Kliniken öffnen für Besucher

Aufhebung des Besuchsverbotes ab 1. Juni 2021

Ab Dienstag, 1. Juni 2021 sind in den Kliniken in Würzburg und Umland wieder Patientenbesuche möglich. Um das Infektionsrisiko für Patienten und Personal weiterhin so gering wie möglich zu halten, sind bei diesen Besuchen strikte Hygieneregeln einzuhalten.

 


In der regelmäßigen Runde der Pandemiebeauftragten der Kliniken in Stadt und Landkreis Würzburg sowie den Landkreisen Kitzingen und Main-Spessart haben alle Häuser ein weitgehend abgestimmtes Vorgehen vereinbart.
Ab 1. Juni 2021 gelten folgende Regeln:

Nach der Regel 1-1-1 ist ein Besucher pro Patient und Tag für eine Stunde erlaubt.
Alle Besucher müssen sich bei Betreten der Klinik registrieren und strenge Hygienevorgaben einhalten. In der gesamten Klinik besteht eine Tragepflicht von medizinischen Masken, Alltagsmasken sind nicht zugelassen.
Voraussetzung für den Besuch ist zudem ein negativer PCR-Test (nicht älter als 48 Stunden) oder ein Antigen-Schnelltest (nicht älter als 24 Stunden). Akzeptiert werden nur Tests einer offiziellen Teststelle, vor Ort in den Kliniken können keine Tests angeboten werden. Das Testergebnis muss am Eingang der Klinik zusammen mit einem Lichtbildausweis vorgelegt werden. Diese Regelung gilt auch für Personen, die bereits eine Corona-Infektion durchgemacht haben oder noch nicht vollständig geimpft sind.
Ausgenommen von der Testpflicht sind nur Personen, die vollständig geimpft sind – die Gabe der letzten Impfdosis muss länger als 14 Tage zurückliegen. Geimpfte Personen müssen keinen Test, aber ihren Impfnachweis samt Lichtbildausweis vorlegen.

Weiterhin bitten alle Kliniken, die Besuche trotz der verbesserten Möglichkeiten so weit wie möglich einzuschränken und auf die Anweisungen der Klinikmitarbeiter zu achten.
Bitte informieren Sie sich hier vor einem Besuch. Im Uniklinikum Würzburg gelten folgende Regelungen:

 

  • Besuche bei allen stationären Patienten werden grundsätzlich täglich von 14:00 – 18:00 Uhr zugelassen
  • Letzter Zutritt zum Klinikum um 17:30 Uhr, Ausnahmen sind nur in Absprache möglich
  • Es gilt die 1-1-1-Regelung, d.h. 1 Besucher an 1 Tag für maximal 1 Stunde
  • Gesonderte Regelungen gelten für die Frauenklinik Kreißsaal/ Wochenbettstationen, die Kinderklinik, die Kinderchirurgie Station O15, die Palliativstation und das ZEP.
  • Besucher müssen die „Corona-Unbedenklichkeit“ wie folgt nachweisen:
    Impfbescheinigung über Erst- und Zweitimpfung (BioNTech/Pfizer, AstraZeneca oder Moderna), wobei die letzte Impfung mindestens 15 Tage zurückliegt
    oder
    Impfbescheinigung über eine Impfung (Johnson & Johnson), die mindestens 15 Tage zurückliegt
    oder
    Nachweis der Genesung von einer SARS-CoV-2-Infektion und einer Bescheinigung über eine Impfung, die mindestens 15 Tage zurückliegt
    oder
    Nachweis eines negativen PCR-Tests (≤ 48h)
    oder
    AG-Schnelltestergebnisses (≤ 24h) mit Testat (in deutscher oder englischer Sprache)
  • Zusätzlich kann eine Identitätskontrolle erfolgen, z. B. mittels Personalausweis, Führerschein, Gesundheitskarte, Schwerbehindertenausweis etc.

 

 

 

 

Frühe klinische Studien: Medizinische Innovation am Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF)

Erlangen, 31.05.2021 Die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien basiert auf innovativer

präklinischer Forschung und klinischer Prüfung. Die Studien in frühen klinischen Phasen der Arzneimittelentwicklung sind nur in speziellen Einrichtungen hoch spezialisierter Krankenhäuser realisierbar: Das Uniklinikum und die Universität Würzburg sind Teil des Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) und betreiben hierfür als eine der ersten Einrichtungen in Deutschland eine Early Clinical Trial Unit (ECTU). Primäres Ziel des ECTU-Netzwerkes im BZKF ist ein verbesserter Zugang für Patientinnen in Bayern zu innovativer Tumortherapie, die Gestaltung eines gemeinsamen BZKF-weiten Studienportfolios sowie die Harmonisierung und Verbesserung der Vorgänge für frühe klinische Studien. Das BZKF sorgt als Zusammenschluss der bayerischen Universitätsklinika für die enge Vernetzung der Expertinnen. Die resultierenden Ergebnisse der neuen Krebstherapien werden den Patientinnen in Bayern flächendeckend zugänglich gemacht.

Prof. Dr. Ralf C. Bargou leitet am BZKF-Standort Würzburg die Arbeitsgruppe „Frühe klinische Studien“ und ist Direktor des Comprehensive Cancer Center Mainfranken (CCC MF). Das CCC MF ist eine gemeinsame Einrichtung des Uniklinikums und der Universität Würzburg und umfasst aktuell 36 regionale Krankenhäuser, niedergelassene Fachärztinnen, Reha-Einrichtungen und Medizinische Versorgungszentren. Zusammen sorgen sie in der Region Mainfranken für eine flächendeckende Versorgungs- und Studieninfrastruktur. Krebspatientinnen erhalten durch das Netzwerk Zugang zu moderner Diagnostik und innovativen Therapien. Die Comprehensive Cancer Center (CCCs) bilden an allen sechs BZKF-Standorten die Basis und sind Bindeglied im Austausch mit der medizinischen Versorgungsstruktur und ermöglichen durch die enge klinikübergreifende Zusammenarbeit die bestmögliche Versorgung der Patientinnen.

Flächendeckender Zugang zu neuen Krebstherapien dank früher klinischer Studien
„Ein wesentliches Ziel von frühen klinischen Studien ist es, Patientinnen und Patienten einen frühen und sicheren Zugang zu klinischer Innovation anzubieten. Die Entwicklung neuer, effektiver und sicherer Therapien sowie die Optimierung von Verträglichkeit und damit Lebensqualität für die Patientinnen und Patienten ist eine der dringlichsten Aufgaben der onkologischen Forschung“, erklärt Prof. Dr. Ralf C. Bargou. „Medizinischer Fortschritt ist dann erfolgreich, wenn er Erkenntnisse und Wissen generiert und vor allem bei unseren Patientinnen und Patienten ankommt und Forschung den klinischen Alltag erreicht“, so Prof. Bargou weiter.
Die Early Clincal Trials Unit (ECTU) am CCC MF dient als interdisziplinäre Einheit der Durchführung klinischer Studien. Das Zentrum verfügt über die nötige Infrastruktur sowie ein erfahrenes Studienteam für die Durchführung früher klinischer Studien, einschließlich der „first in human“ (FIH)“ Anwendungen.

Kompetenz und Wissen der medizinischen Fachwelt in Bayern vereint
Im Bayerischen Zentrum für Krebsforschung (BZKF) arbeiten die sechs Uniklinika aus Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten aus München, Regensburg und Würzburg gemeinsam an neuen Forschungsprojekten: „Das Ziel unseres Zentrums ist es, gemeinsam innovative Krebstherapien von der Grundlagenforschung über die präklinische Prüfung zu den Patientinnen und Patienten zu bringen.“ ,so Prof. Dr. Andreas Mackensen, Direktor des BZKF und Direktor der Medizinischen Klinik 5 – Hämatologie und Internistische Onkologie der Universitätsklinik Erlangen. „Neben dem Ziel, die Versorgung von Krebspatienten in Bayern voranzutreiben, möchten wir uns aber als starkes Konsortium etablieren, das national wie international in der Krebsbekämpfung eine entscheidende Rolle spielt.“, so Prof. Mackensen weiter.

Bayerisches Zentrum für Krebsforschung (BZKF)
Seit seiner Gründung im November 2019 eröffnet das Bayerische Zentrum für Krebsforschung (BZKF)Patientinnen in Bayern mit der Diagnose Krebs neue Wege bei der Behandlung. Mit dem Zusammenschluss der sechs bayerischen Universitätsklinika in Augsburg, Erlangen, den zwei Standorten in München, Regensburg und Würzburg wird nicht nur die Krebsforschung gefördert, sondern auch Kompetenzen und Wissen zu den Themen Früherkennung, Therapie und Nachsorge von Tumorerkrankungen gebündelt und zugleich Betroffenen eine flächendeckende und interdisziplinäre Versorgung angeboten. Mit dem kostenfreien Bürger Telefon Krebs 0800 85 100 80 haben die Bürgerinnen eine weitere und unkomplizierte Möglichkeit, sich individuell zu allen Fragen bezüglich Krebserkrankungen beraten zu lassen. Weitere Informationen finden Sie unter www.bzkf.de. 

Pressekontakt
.FACTUM – Ehrliche Kommunikation
Jörg Röthlingshöfer

Telefon: 089 – 80 91 317 10
Mobil: 0151 – 11 60 23 80


Link zur Pressemitteilung vom Bayerischen Zentrum für Krebsforschung - BZKF 

DFG fördert drei Sonderforschungsbereiche der Würzburger Universitätsmedizin

Die Würzburger Universitätsmedizin ist an einem neuen und zwei bereits seit längerem bestehenden Sonderforschungsbereichen beteiligt, für die es jetzt (erneut) Förderzusagen der Deutschen Forschungsgemeinschaft gab.

 

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet zur weiteren Stärkung der Spitzenforschung an den Hochschulen in Deutschland elf neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ein. Sie werden ab dem 1. Juli 2021 zunächst vier Jahre lang mit insgesamt rund 138 Millionen Euro gefördert.
Mehr als zwölf Millionen davon gehen an den neuen SFB/Transregio „LETSIMMUN – Lymphozyten Engineering für Therapeutische Synthetische Immunität“, an dem die Würzburger Universitätsmedizin als Antragssteller beteiligt ist. Gemeinsam mit Wissenschaftler*innen der TU und der LMU München sollen neue Techniken und Strategien entwickelt werden, um Immunzellen – meist Lymphozyten – über verschiedene genetische, aber auch andere Verfahren so zu verändern, dass sie neue Erkennungsstrukturen tragen oder auch in ihrer Funktionalität modifiziert werden. Die durch Engineering adaptierten Immunzellen, die dann aktiver sind, besser in das erkrankte Gewebe oder Organ einwandern oder im Körper des Patienten länger überleben können, sollen dann mittelfristig zu einer optimierten Bekämpfung von Infektionen, Tumorerkrankungen, aber auch Autoimmunerkrankungen, wie zum Beispiel Rheuma, genutzt werden. Ziel ist eine neue Form der zellulären Immuntherapie, die medizinisch sicher und wirksam allen bedürftigen Patient*innen offenstehen soll. Standortsprecher in Würzburg ist Prof. Dr. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW).

Zwei SFB gehen in die finanzielle Verlängerung
Neben der Unterstützung der elf neuen SFB stimmte der Bewilligungsausschuss der DFG auch für die Verlängerung von 27 bereits bestehenden SFB um je eine weitere Förderperiode. Die Würzburger Universitätsmedizin ist hier an zwei Vorhaben beteiligt. Der SFB/Transregio „Die Nebenniere: Zentrales Relais in Gesundheit und Krankheit“ wird seit 2017 von der DFG gefördert. Mit einem interdisziplinären Ansatz sollen die komplexen Wechselwirkungen innerhalb der Nebenniere sowie mit anderen Organsystemen weiter entschlüsselt werden. Auf dieser Basis und mit Hilfe der jetzt neu bewilligten knapp 14 Millionen Euro können im Idealfall neue diagnostische und therapeutische Strategien für die Behandlung von Nebennierenerkrankungen, aber auch damit assoziierter Volkserkrankungen, wie Bluthochdruck und Diabetes mellitus, entwickelt werden. Würzburger Standortsprecher ist Prof. Dr. Martin Fassnacht, der Leiter der Endokrinologie und Diabetologie an der Medizinischen Klinik I des UKW.
Auch der seit 2013 bestehende SFB/Transregio „Netzwerke der Interaktion zwischen pathogenen Pilzen und ihren menschlichen Wirten – FungiNet“ erhält für weitere vier Jahre knapp zehn Millionen Euro. Damit erforschen Wissenschaftler*innen in Jena und Würzburg die Interaktion von unterschiedlichen Immunzellen und verschiedenen krankheitserregenden Pilzen – im Reagenzglas, in Gewebs- und Tiermodellen sowie in der kommenden Förderperiode auch am betroffenen, meist immunabwehrgeschwächten Patienten. Die vor allem auch durch aufwändige bioinformatische Modellierung analysierten Interaktionen sollen helfen, die Infektionsprozesse besser zu verstehen und schließlich neue Diagnostik- und Therapieoptionen bei krankheitserregenden Pilzen eröffnen. Standortsprecher in Würzburg ist Prof. Dr. Hermann Einsele.


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Online-Veranstaltung zu Rückenschmerzen

Das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin des Uniklinikums Würzburg lädt anlässlich des bundesweiten „Aktionstags gegen den Schmerz“ am 1. Juni 2021 zu einer kostenlosen Infoveranstaltung zum Thema Rückenschmerzen ein.

 

Beim 10. bundesweiten „Aktionstag gegen den Schmerz“ am Dienstag, den 1. Juni 2021, machen die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. und ihre Partnerorganisationen auf die lückenhafte Versorgung von vielen Millionen Menschen aufmerksam, die an chronischen Schmerzen leiden. Das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) des Uniklinikums Würzburg beteiligt sich am Aktionstag mit einer Online-Veranstaltung für alle Interessierten. Themenschwerpunkt dabei sind Rückenschmerzen. Die Videokonferenz auf der Plattform Zoom startet um 17:00 Uhr mit einem Interview mit einem Patienten, der von chronisch unspezifischem Rückenschmerz betroffen ist. Anschließend wird die Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz vorgestellt. Zum Abschluss der rund einstündigen Veranstaltung besteht für die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, eigene Fragen zu stellen. Akteure von Seiten des ZiS sind die Funktionsoberärztin Dr. Monika Fischer, der Funktionsoberarzt Konrad Rammelt und die Psychologin Angelika Riedner.
  
Wie man sich für dieses kostenlose Informationsangebot anmeldet, erfährt man unter

https://www.ukw.de/behandlungszentren/zentrum-fuer-interdisziplinaere-schmerzmedizin/veranstaltungen/details/aktionstag-gegen-den-schmerz/2021-06-01/

 

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Uniklinikum Würzburg: Unterstützen Sie die Erforschung des chronischen Leistenschmerzes!

Die Schmerztagesklinik des Uniklinikums Würzburg sucht für eine Studie Proband*innen ohne Leistenbruch, Leistenschmerzen oder Leisten-OP. Neben dem guten Gefühl, die Erforschung und Behandlung von chronischen Schmerzen voranzubringen, winkt eine Aufwandsentschädigung von bis zu 120 Euro.

 

Die Schmerztagesklinik des Uniklinikums Würzburg will durch eine Studie dazu beitragen, den chronischen Leistenschmerz besser zu verstehen und in Zukunft effektiver behandeln zu können. Dazu werden aktuell Proband*innen gesucht, die keinen Leistenbruch, keine Leistenschmerzen und keine Leisten-OP haben. Gefragt sind Männer zwischen 18 und 85 Jahren sowie Frauen zwischen 40 und 85 Jahren. Sie erwartet eine körperliche Untersuchung und die Beantwortung anerkannter Fragebögen. Zur weiteren Diagnostik gehören eine Blutentnahme sowie die Prüfung der Empfindung der Leiste. Optional wird eine kleine Hautprobe entnommen oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) durchgeführt. Je nach Umfang ist eine Aufwandsentschädigung von bis zu 120 Euro vorgesehen.

Für die Teilnahme benötigen die Teilnehmer*innen einen negativen Covid-19-Test. Interessierte kontaktieren Eva Hermann von der Schmerztagesklinik unter Tel: 0931/201-30251 oder E-Mail: herrmann_e@ ukw.de. 

 

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Am von Prof. Dr. Markus Böck geleiteten Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie des Uniklinikums Würzburg beschäftigt sich die Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. Jürgen Kößler und Dr. Anna Kobsar mit der Weiterentwicklung von Blutprodukten. Im Mittelpunkt steht dabei aktuell die Optimierung von Thrombozytenkonzentraten. Diese werden bei Patient*innen mit Blutungen oder niedriger Blutplättchenzahl transfundiert.

Kühllagerung mit Vor- und Nachteilen
„In unserem Forschungsprojekt untersuchen wir den Einfluss der Temperatur auf die Funktion der Thrombozyten“, schildert Dr. Kößler. Nach aktuellem Standard werden die durch Blutspenden gewonnenen Thrombozytenkonzentrate bei Raumtemperatur – also bei 22 °C – gelagert. „Unter diesen Bedingungen nimmt die Fähigkeit der Blutplättchen zur Gerinnselbildung aber relativ schnell und ausgeprägt ab“, beschreibt Dr. Kobsar, die das Forschungslabor des Instituts leitet. Lagert man die Konzentrate deutlich kühler – bei 4 °C – bleibt nach ihren Worten die Reaktivität wesentlich länger und stärker erhalten. „Allerdings werden diese Thrombozyten nach der Transfusion im Kreislauf der Patientinnen und Patienten schneller abgebaut“, weiß die Diplom-Biochemikerin. 

Voraussetzung für die Planung zukünftiger klinischer Studien
Ziel des Projekts ist es, genauer zu untersuchen, wie sich die verschiedenen biochemischen Systeme in den Thrombozyten unter Kälteeinfluss zeitabhängig verändern und ob diese Effekte reversibel sind. „Diese Kenntnisse sind eine wichtige Voraussetzung für die konkrete und sinnvolle Planung klinischer Studien mit kühlgelagerten Thrombozytenkonzentraten“, unterstreicht der Oberarzt Dr. Kößler.

Stiftung leistet finanzielle Starthilfe
Der „Stiftung Transfusionsmedizin und Immunhämatologie“ war dieses Forschungsziel jetzt eine Förderung in Höhe von 9.200 Euro wert. Die gemeinnützige Stiftung wurde von der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) eingerichtet. Sie unterstützt wissenschaftliche Projekte mit thematischem Bezug zur Transfusionsmedizin und Immunhämatologie. Ihre ausgeschütteten Fördergelder sind als Anschubfinanzierung gedacht, um mit den ersten Forschungsergebnissen weitere Drittmittel für Anschlussprojekte einwerben zu können.

 

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