Aktuelle Pressemitteilungen

Neue Fotos aus aller Welt zieren das Uniklinikum Würzburg

Seit kurzem können im Haus A4 des Zentrums für Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg neue Werke des Bosch Rexroth Fotoclubs betrachtet werden. Die Fotos zeigen wieder „Aufnahmen aus aller Welt“. Am Donnerstag, den 25. Juli 2019, gibt es dazu eine Vernissage.

 

Seit einigen Jahren stellen Mitglieder des Bosch Rexroth Fotoclub unter dem Titel „Aufnahmen aus aller Welt“ kontinuierlich ausgewählte Werke auf den Stationen und Fluren sowie in den Wartebereichen der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW) aus. Verteilt im Haus A4 im Zentrum für Innere Medizin des UKW an der Oberdürrbacher Straße, beleben die farbenprächtigen Fotografien die ansonsten neutralen Wände. Von Zeit zu Zeit tauscht der Fotoclub einen Teil der über 100 kostenlos zur Verfügung gestellten Bilder aus. So wurden in diesem Sommer wieder 58 neue Fotos geliefert und aufgehängt.

Am Donnerstag, den 25. Juli 2019, findet um 18:00 Uhr in der Stammzell-Transplantations-Ambulanz eine Vernissage statt. Von Seiten des Klinikums wird Privatdozent Dr. Götz Ulrich Grigoleit in die aktualisierte Schau einführen. Der Schwerpunktleiter der Allogenen Stammzelltransplantation am UKW betont: „Die hervorragenden Aufnahmen sind nicht nur ein überaus ästhetischer, abwechslungsreicher und interessanter Wandschmuck, sie haben auch ganz praktische Nutzen. Vielen Besuchern dienen sie als Orientierungshilfe – und für manche Patienten sind sie Ansporn und Wegmarke für ihre Gehübungen.“

„Auch beim Personal kommen die variantenreich eingefangene Natur- und Objektschönheiten sowie die meist positiven Bildstimmungen sehr gut an“, berichtet Heidrun Bönig. Die Stammzellkoordinatorin der Medizinischen Klinik II organisiert seitens des UKW die Schau.

 

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Harmlos oder Hormonstörung?

Wer regelmäßig viel Flüssigkeit zu sich nimmt, leidet eventuell an einer seltenen Hormonstörung. Ein neues Verfahren ermöglicht nun eine schnelle und einfache Diagnose. An der Entwicklung waren Würzburger Hormonforscher beteiligt.

Eine Trinkmenge von über drei Litern pro Tag mit einer entsprechend vermehrten Urinausscheidung: Das ist aus Sicht der Medizin zu viel. Auslöser dieses literweise Trinkens gibt es mehrere. Handelt es sich um eine Gewohnheit, die sich im Laufe der Zeit eingeschlichen hat oder um die Begleiterscheinung einer psychischen Krankheit, sprechen Mediziner von einer „primären Polydipsie“. Sie ist in der Regel ungefährlich.

Hormonmangel als Ursache

„Es kann als Ursache aber auch eine seltene Hormonstörung, ein sogenannter Diabetes insipidus, vorliegen“, erklärt Professor Martin Fassnacht. Der Mediziner ist Leiter der Würzburger Endokrinologie am Universitätsklinikum. Wie Fassnacht erklärt, fehlt bei dieser Krankheit in der Hirnanhangdrüse das Hormon Vasopressin, das im Körper den Wasser- und Salzgehalt steuert. Betroffene Personen können den Urin nicht konzentrieren und verlieren deshalb große Mengen an Flüssigkeit. Entsprechend verspüren sie ein starkes Durstgefühl und müssen viel trinken, um nicht auszutrocknen.

Die Unterscheidung zwischen der „harmlosen“ Form des Vieltrinkens und einem Diabetes insipidus ist äußerst wichtig, da sich die Therapie grundsätzlich unterscheidet. Ein Diabetes insipidus wird mit dem Hormon Vasopressin behandelt, während Personen mit primärer Polydipsie verhaltenstherapeutisch begleitet werden mit dem Ziel, die Trinkmenge zu reduzieren. Eine falsche Behandlung kann lebensbedrohliche Folgen haben, da eine unangebrachte Therapie mit Vasopressin zu einer Wasservergiftung führen kann.

Einfacher Bluttest anstatt Durstversuch

Viele Jahrzehnte lang erfolgte die Unterscheidung dieser zwei Formen des Vieltrinkens mittels eines „Durstversuchs“. Bei diesem Test durften die Teilnehmer in einem Zeitraum von 16 bis 18 Stunden keine Flüssigkeit zu sich nehmen, gleichzeitig wurden ihre Urin-Konzentrationsfähigkeit und die Urinmenge beobachtet. „Dieser Test war allerdings oft ungenau und führte nur in zwei Drittel der Fälle zu einer klaren und richtigen Diagnose“, sagt Fassnacht. Zudem sei die mindestens 16-stündige Durstphase „äußerst unangenehm und belastend“.

Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung der Würzburger Endokrinolgie hat deshalb einen neuen Test entwickelt und im Jahr 2018 im New England Journal of Medicine vorgestellt. Bei diesem Test wird mittels einer Salzinfusion das Hormon Vasopressin stimuliert. Der Test dauert nur knapp drei Stunden, und die richtige Diagnose kann mit einer hohen Zuverlässigkeit von 97 Prozent gestellt werden. Dieser Test ist aber mit verschiedenen Nebenwirkungen verbunden und bedarf einer engmaschigen Überwachung der Patienten.

Die gleiche Forschungsgruppe schlägt nun in der Fachzeitschrift The Lancet einen weiteren, stark vereinfachten und verträglicheren Test vor. „Anstatt der Salzinfusion wird eine Infusion mit dem Eiweißbestandteil Arginin verabreicht, welche ebenfalls das Hormon Vasopressin stimuliert“, erklärt Professorin Mirjam Christ-Crain, Endokrinologin aus Basel, die beide Studien geleitet hat.

Bereits 60 Minuten nach der Arginin-Infusion könne der Anstieg von Vasopressin im Blut erfasst werden. Hierzu wird der Biomarker Copeptin, welcher die Konzentration von Vasopressin widerspiegelt, mit einem einfachen Bluttest gemessen.

Verbesserte Diagnose und Therapie

Diese neue Methode hat eine ähnlich hohe diagnostische Treffsicherheit wie die Salzinfusion: Über 90 Prozent aller Studienteilnehmer konnten richtig diagnostiziert und entsprechend rasch behandelt werden. Die Vorteile des Arginin-Tests sind die einfache Durchführung und die viel bessere Verträglichkeit: „Während bei der Salzinfusion mehr als 70 Prozent aller Patienten über Kopfschmerzen, Schwindel und Unwohlsein klagten, traten diese Nebenwirkungen mit dem neuen Test nur in Einzelfällen auf“, erklärt Irina Chifu, die als Assistenzärztin der Endokrinologie die meisten der Würzburger Patienten betreut hat. Ob der neue Test nun auch wirklich genauso verlässlich ist, wie der Salzinfusionstest, muss laut Fassnacht nun aber in einer vergleichenden Studie gezeigt werden. Die befinde sich bereits in Vorbereitung.

Originalbeitrag

Bettina Winzeler, Nicole Cesana-Nigro, Julie Refardt, Deborah R. Vogt, Cornelia Imber, Benedict Morin, Milica Popovic, Michelle Steinmetz, Clara O. Sailer, Gabor Szinnai, Irina Chifu, Martin Fassnacht, and Mirjam Christ-Crain. Arginine-stimulated copeptin measurements in the differential diagnosis of diabetes insipidus: a prospective diagnostic study The Lancet (2019), DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(19)31255-3

Kontakt

Prof. Dr. Martin Fassnacht, Schwerpunktleiter Endokrinologie & Diabetologie, Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Würzburg, T: +49 931 201-39021, Fassnacht_M@ ukw.de

 

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Uniklinikum Würzburg: Neue genetische Variationen im Zusammenhang mit Angst identifiziert

Einem internationalen wissenschaftlichen Konsortium ist es gelungen, einen neuen Genort für schwere Angst- und Belastungsstörungen zu identifizieren. Die unter der Leitung von Prof. Dr. Sandra Meier und Prof. Dr. Manuel Mattheisen von der Psychiatrischen Universitätsklinik Würzburg gewonnenen Erkenntnisse können die Grundlage für neue Therapieoptionen bilden.

 

„Angst- und Belastungsstörungen sind in ihrer klinischen Ausprägung sehr komplex und treten selten isoliert auf “, sagt Prof. Dr. Sandra Meier. Die Leiterin der Arbeitsgruppe für Genetische Epidemiologie in der Psychiatrie an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (KPPP) des Uniklinikums Würzburg (UKW) fährt fort: „Die meisten Patienten leiden an weiteren psychischen oder somatischen Erkrankungen, was die Identifizierung von umweltbedingten wie genetischen Risikofaktoren erschwert. Voraussetzung hierfür sind eine detaillierte Phänotypisierung und die Zusammenarbeit in großen Forschungskonsortien.“

Ein solches internationales Konsortium untersuchte unter Leitung von Prof. Meier die Gene von 13.000 Patienten mit Angst- und Belastungsstörungen und 20.000 Kontroll-Personen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Mai dieses Jahrs in der US-amerikanischen Fachzeitschrift JAMA Psychiatry publiziert. „Es ist uns gelungen, einen neuen Genort für schwere Angst- und Belastungsstörungen zu identifizieren und in Mausmodellen weiter zu evaluieren“, berichtet Prof. Dr. Manuel Mattheisen, einer der Letztautoren der Studie und Leiter der Arbeitsgruppe für Psychiatrische Genetik und Epigenetik an der KPPP des UKW. Mit Genort wird die genaue Lage eines bestimmten Gens oder eines genetischen Markers auf einem Chromosom bezeichnet.

„Das bessere Verständnis der molekularen und zellulären Grundlagen von Angst- und Belastungsstörungen kann die Entwicklung dringend benötigter, neuartiger und zielgerichteter Therapien für diese Störungsbilder erleichtern,“ unterstreicht Prof. Iiris Hovatta, Direktorin des Wissenschaftsprogramms für Molekulare und Integrative Biowissenschaften der Universität Helsinki/Finnland und ebenfalls Letztautorin der Studie.


Literatur:

JAMA Psychiatry. Published online May 22, 2019. doi:10.1001/jamapsychiatry.2019.1119
Genetic Variants Associated With Anxiety and Stress-Related Disorders: A Genome-Wide Association Study and Mouse-Model Study

 

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„Historisch haben sich die Bereiche zur Strahlenbehandlung des Würzburger Universitätsklinikums in unterschiedlichen Kliniken entwickelt. Diese räumliche Verteilung führt aktuell zu großen logistischen Herausforderungen und langen Wegen für unsere Patienten und Beschäftigten“, berichtet Prof. Dr. Michael Flentje, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie. Dieser Zustand soll sich bald ändern: Heute fand auf dem Klinikumsaltgelände an der Josef-Schneider-Straße im Würzburger Stadtteil Grombühl der feierliche erste Spatenstich für ein neues Klinikgebäude statt. Bauherr des Vorhabens ist der Freistaat Bayern. Als dessen Vertreter nahm Bernd Sibler, der bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, am Festakt teil. In seiner Ansprache sagte er: „Mit der neuen Strahlenklinik wird das Universitätsklinikum Würzburg ein Innovationszentrum erhalten, das mit seinem interdisziplinären Ansatz Maßstäbe in der Behandlung von Krebserkrankungen setzen kann! Zukunftsweisende Behandlungsansätze der Spitzenmedizin werden dafür sorgen, dass die Behandlung von Krebspatientinnen und -patienten weiter verbessert wird. Das schenkt uns Hoffnung für die Zukunft – schließlich gehören Krebserkrankungen zu den größten Herausforderungen unserer Gesellschaft.“

Spitzenmedizin unter einem Dach

Das vom Staatlichen Bauamt Würzburg geleitete Projekt fasst erstmals sämtliche Einrichtungen zur Strahlentherapie des Uniklinikums Würzburg (UKW) räumlich zusammen. In dem siebengeschossigen Bauwerk werden Therapiebereiche, Ambulanzen, eine Tagesklinik und eine Bettenstation Platz finden. „Damit wird ein dem jeweiligen Schweregrad der Erkrankung angemessenes therapeutisches und pflegerisches Umfeld verwirklicht“, freut sich Prof. Flentje. Laut dem Klinikdirektor ist der Neubau auch mit einer weitgehenden Erneuerung der apparativen Ausstattung verbunden. Für zukunftsweisende Verfahren, wie Hochpräzisionsbestrahlungen und Radiochirurgie, die nach seinen Worten in erheblichem Maße am UKW entwickelt wurden, stehen dann modernste Geräte zur Verfügung.

Auch die Palliativstation soll in dem Gebäude eine neue Heimat finden. „Dort werden Patienten sowie ihre Angehörigen und Freunde in schwieriger Zeit von einer großzügigen und ansprechenden Architektur profitieren“, ist sich Prof. Flentje sicher.

Die hohe architektonische Qualität des geplanten Gebäudes lobte auch Christian Schuchardt, der Würzburger Oberbürgermeister, in seinem Grußwort anlässlich des Spatenstichs. Nach seiner Einschätzung wird es sich sehr gut in das historisch gewachsene Klinikumsgelände einfügen.

Vorteilhafte Hanglage

Der von der Wörner Traxler Richter Planungsgesellschaft mbh entworfene Komplex liegen östlich der Universitäts-Frauenklinik im Hang. Drei der sieben Stockwerk sind unterirdisch. In Höhe des zweiten Untergeschosses ist ein weiterer Trakt mit insgesamt fünf Strahlenbunkern angeschlossen. In dieser Ebene sind alle Linearbeschleuniger des Campus konzentriert. „Der Gebäudeentwurf nutzt die Hanglage gezielt für die Belichtung der Bunkerebene und verbirgt gleichzeitig geschickt eine große Baumasse im Erdreich“, sagte Jan Knippel, Bereichsleiter Universitätsbau im Staatlichen Bauamt Würzburg. Um allen Aspekten des Strahlenschutzes Genüge zu tun, werden die Wände in diesem Bereich zudem eine Stärke von bis zu annähernd zwei Metern erhalten.

Weiterer Vorteil des stark abfallenden Baugeländes: Auch das in den Hang eingeschnittene Geschoss der Strahlenbehandlung hat Zugang zum Tageslicht.

Talseits, vorgelagert zum Klinikneubau, wird außerdem eine neue Trafostation errichtet. Diese soll die nächstliegenden, veralteten Trafostationen ersetzen und die Stromversorgung der Strahlentherapie sowie der angrenzender UKW-Kliniken und Institute der Universität Würzburg sichern.

Wichtiger Teil des laufenden Modernisierungsprozesses

Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW, stellte bei seiner Ansprache die Baumaßnahme in einen größeren Gesamtzusammenhang: „Die neue Klinik für Strahlentherapie ist ein Meilenstein im derzeit laufenden Modernisierungsprozess auf dem Altgelände des Klinikums und soll der Kristallisationspunkt für ein onkologisches Ambulanz- und tagesklinisches Zentrum werden. Der Neubau wird dazu beitragen, dass wir unsere schwerkranken Patienten noch besser behandeln können. Dabei wird er den Gesundheitsstandort Würzburg insgesamt weiter stärken.“

Das neue Klinikgebäude soll nach jetzigem Stand 59 Millionen Euro kosten. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2023 geplant.

Zahlen und Fakten

Nutzfläche: 3.991 m

Tiefe der Baugrube: bis zu 18,5 m

Aushub: 110.000 t

Bohrpfähle: 222 Stück mit bis zu 1,5 m Durchmesser und bis zu 20 m Länge. Bei einer Bohrpfahlwandlänge von 315 m ergibt sich eine Gesamtlänge der Bohrpfähle von annähernd 3.200 m. Hierbei werden 210 t Stahl und fast 2.300 m³ Beton verbaut.

Kosten: 59 Millionen Euro

Geplanter Einzug: 2023

Über die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie des Uniklinikums Würzburg

Strahlentherapeutische Behandlungsverfahren gehören heute zu den innovativsten Methoden in der Krebsbehandlung, sowohl bei der Heilung von Tumorerkrankungen als auch zur Symptomlinderung. Jährlich werden in Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie des Uniklinikums Würzburg etwa 2.000 Patientinnen und Patienten betreut. Das Interdisziplinäre Zentrum Palliativmedizin ist an die Klinik gekoppelt.

Das Team von Klinikdirektor Prof. Dr. Michael Flentje therapiert bösartige Tumorerkrankungen, bei denen eine Strahlenbehandlung angezeigt ist. In vielen Fällen ist eine Heilung möglich. Ist die Tumorerkrankung dazu bereits zu weit fortgeschritten, kann die Strahlentherapie helfen, Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Neben der Krebstherapie können auch chronische Entzündungen und Schmerzzustände im Bewegungsbereich mit niedrigen Strahlendosen verringert werden.

Weitere Informationen sowie Fotos zum Spatenstich finden Sie zum Download unter: www.ukw.de/spatenstich-Strahlentherapie

 

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Hallo Herz! Wie kommuniziert welches Organ mit dem Herzen?

Schon lange liegt der Fokus der Herzforschung nicht mehr nur auf dem Herzen allein. Denn die Herzinsuffizienz, an der fast vier Millionen Menschen allein in Deutschland leiden, geht meist mit vielen Begleiterkrankungen einher. So kann ohne ein gesundes Hirn das Herz nicht seine Aufgaben erfüllen und umgekehrt. Ist das Herz geschwächt, leiden oft auch die Nieren. Diabetes gehört ebenfalls zu den Komorbiditäten, allerdings mit einem Paradoxon, denn: Zucker kann schlecht und gut für das Herz sein. Ferner legen neue Daten nahe, dass Krebserkrankungen bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz häufiger auftreten. Über diese und weitere brandaktuelle Themen diskutieren derzeit mehr als 200 führende Wissenschaftler aus Würzburg, Deutschland und der Welt im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI). Das Symposium - eine Kooperationsveranstaltung vom DZHI und DZHK, dem Deutschen Zentrum für Herz- und Kreislaufforschung - soll den Dialog zwischen Grundlagenforschern, Klinikern und Experten aus der Bildgebung fördern, um das Verständnis, die Diagnose und die Therapie der Systemerkrankung Herzinsuffizienz zu verbessern.

Vom 11. bis zum 13. Juli tauschen sich im DZHI rund 200 Wissenschaftler aus verschiede-nen Disziplinen über die Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz und ihrer Komorbiditäten aus. @ Angie Wolf

Gestern, am Donnerstag, 11. Juli 2019, war der erfolgreiche Auftakt des dreitätigen Symposiums. Um den Nachwuchs zu einer Karriere in der Herz-Kreislauf-Forschung zu motivieren, gab es noch vor der offiziellen Eröffnung des wissenschaftlichen Programms einen speziellen Karriere-Workshop. Darüber hinaus haben junge Wissenschaftler und Kliniker die Möglichkeit, ihre Arbeiten in verschiedenen Postersitzungen zu präsentieren.

Nach der Begrüßung durch den Initiator des Joint Symposiums, Prof. Dr. Christoph Maack, stand die Interaktion zwischen Herz und Gehirn auf der Agenda. „Die direkte Interaktion zwischen Herz und Gehirn ist für die Regulation der Kreislauffunktion essentiell, sie spielt aber auch bei verschiedenen Krankheitsprozessen eine entscheidende Rolle“, kommentiert Prof. Dr. Gerd Hasenfuß. Diskutiert wurde unter anderem über das Takotsubo-Syndrom, bei dem zum Beispiel ein starkes emotionales Ereignis wie der Tod eines Angehörigen durch eine überschießende Reaktion des Gehirns eine Herzerkrankung, vergleichbar einem Herzinfarkt, auslöst mit hohem Risiko für den betroffenen Patienten. „Nur eine gezielte interdisziplinäre Forschung von Neurologie und Kardiologie jenseits der Organgrenzen kann hier einen medizinischen Fortschritt und eine Hilfe für die betroffenen Patienten bringen“, resümiert der Direktor der Klinik für Kardiologie und Pneumologie am Universitätsklinikum Göttingen (UMG).

Die zweite Session des Eröffnungstages war der Entzündung gewidmet. Ein Gebiet, auf dem gerade an der Uniklinik Würzburg schon seit Jahrzehnten geforscht wird. So kam auch eigens Professor Matthias Nahrendorf aus Boston angereist, um in der Keynote Lecture über sein Spezialgebiet zu referieren, wie Immunzellen das Herz beschützen und beschädigen. Der Ärztliche Direktor des Uniklinikums Würzburgs (UKW), Georg Ertl, hielt zuvor eine Laudatio auf Nahrendorf, der im Jahr 2006 in Würzburg einen wichtigen Faktor für die Wundheilung nach einem Herzinfarkt identifiziert hat.

An den folgenden zwei Tagen geht es um die kardiale Regeneration sowie um Krebs und Herzinsuffizienz, um genetische Ursachen, um Diabetes und Niereninsuffizienz sowie um neue Hoffnungsträger aus dem Bereich der medikamentösen Therapie. 

Folgen Sie uns gern auf Twitter unter dem Hashtag #HeartFailureInterfaces sowie unter @DZHI_Wuerzburg

Weitere Informationen zum Joint Symposium und zum Programm finden Sie auf der Webseite www.heartfailureinterfaces.de.

Uniklinikum Würzburg: Krebs-Immuntherapie mit einer „Fernbedienung“ steuern

Forscher des Uniklinikums Würzburg und ihre US-amerikanischen Partner haben herausgefunden, dass sich die Krebsbekämpfung mit CAR-T-Zellen durch ein Standardmedikament vorübergehend ausschalten lässt. Dies ist vor allem für den Umgang mit den möglichen, schwerwiegenden Nebenwirkungen der Immuntherapie interessant.

 

CAR-T-Zellen sind körpereigene T-Zellen, die durch gentechnologische Veränderungen für jeweils eine spezifische Krebsart maßgeschneidert „scharfgestellt“ werden. Sie gehören zu den großen Hoffnungsträgern der modernen Onkologie. „Da sich die modifizierten Immunzellen im Körper des Patienten vermehren und dynamisch auf den Krebs reagieren können, sind sie zum einen besonders wirksam. Zum anderen ergibt sich die Herausforderung, diese Immunzellen im Körper des Patienten ‚von außen‘ kontrollieren und steuern zu können. Das ist auch deshalb wichtig, weil diese neue Form der Immuntherapie manchmal einen unvorhersehbaren Verlauf nimmt und erhebliche Nebenwirkungen hervorrufen kann“, sagt CAR-T-Zell-Spezialist Dr. Michael Hudecek von der Medizinischen Klinik II des Uniklinikums Würzburg (UKW). Einer dieser ungewollten Effekte ist der so genannte Zytokin-Sturm (englisch Cytokine-Release-Syndrom, CRS). Dieser plötzliche Anstieg der Immunaktivität kann ohne Gegenmaßnahmen hohes Fieber und niedrigen Blutdruck hervorrufen, schlimmstenfalls sogar zum Tod des Patienten führen.

CAR-T-Zellen mit einer Fernbedienung vorübergehend ausschalten statt zerstören

„In der neuesten Generation der CAR-T-Zellen gibt es so genannte Sicherheitsschalter, mit denen versucht werden kann, die außer Kontrolle geratenen CAR-T-Zellen wieder zu eliminieren, aber dabei wird gleichzeitig auch die Anti-Tumortherapie beendet“, erläutert der Forschungsgruppenleiter Hudecek. Nun hat sein Team zusammen mit Wissenschaftlern der US-amerikanischen Krebsklinik Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSK) aus New York mit dem Wirkstoff Dasatinib einen vergleichsweise einfachen Weg identifiziert, die Aktivität der CAR-T-Zellen mit einer „pharmakologischen Fernbedienung“ zu steuern und vorübergehend auszuschalten, ohne sie dabei zu zerstören. Die ermutigenden Ergebnisse der Studie wurden Anfang Juli dieses Jahres in der US-amerikanischen Fachzeitschrift Science Translational Medicine publiziert.

Erfolge in präklinischen Tumormodellen

Dasatinib ist ein Tyrosinkinase-Inhibitor, der für die Behandlung von Leukämie zugelassen ist. Tyrosinkinasen sind als Enzyme Teil des Rezeptorsystems der CAR-T-Zellen. Das Medikament hemmt diese Enzyme und blockiert damit einen wichtigen Schritt bei der Aktivierung der modifizierten Immunzellen.

„Wir haben die Wirkung von Dasatinib auf die CAR-T-Zellen zunächst sehr sorgfältig im Reagenzglas getestet. Dr. Katrin Mestermann, die Erstautorin der Studie, konnte dabei zeigen, dass es möglich ist, die CAR-T-Zellen aus- und wieder anzuschalten – und zwar ohne die CAR-T-Zellen zu zerstören und ohne die Anti-Tumor-Wirksamkeit in der ‚An-Phase‘ zu beeinträchtigen“, beschreibt Dr. Hudecek.

Unter Verwendung eines von den MSK-Forschern entwickelten CRS-Mausmodells stellten die Forscher fest, dass die Gabe von Dasatinib in der Initialphase des Zytokin-Sturms das Überleben von Mäusen von 25 % auf 70 % steigern kann. Darüber hinaus ist der Effekt auch hier reversibel und beeinträchtigt die langfristige Fähigkeit der CAR-T-Zellen zur Tumorabtötung nicht. „Wenn diese Ergebnisse auch bei Menschen Bestand haben, wird diese Studie einen erheblichen Einfluss auf die CAR-T-Zell-Therapie haben“, sagt Dr. Michel Sadelain, Direktor des Zentrums für Zelltechnologie am MSK und Co-Autor der Studie. Mit Dasatinib könnten CAR-T-Zellen vorübergehend aus- und dann wieder eingeschaltet werden, sobald der Nebeneffekt vorbei ist.

Michael Hudecek, der Hauptautor der Studie, und seine Mitautoren erwarten, dass „die Bewertung und Implementierung von Dasatinib als Kontrollmedikament bei der Immuntherapie mit CAR-T-Zellen sehr gut machbar sein sollten.“

Prof. Dr. Hermann Einsele, der Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW, kommentiert: „Diese in einem sehr hochrangigen Journal publizierte Arbeit belegt erneut das exzellente Forschungsprogramm zu CAR-T-Zellen der Arbeitsgruppe von Privatdozent Dr. Hudecek“.

Literatur:

K. Mestermann, T. Giavridis, J. Weber, J. Rydzek, S. Frenz, T. Nerreter, A. Mades, M. Sadelain, H. Einsele, M. Hudecek, The tyrosine kinase inhibitor dasatinib acts as a pharmacologic on/off switch for CAR-T cells. Sci. Transl. Med. 11, eaau5907 (2019).

 

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Universitäts-Frauenklinik Würzburg: Wanderausstellung zum Themenkreis familiärer Brust- und Eierstockkrebs

An der Würzburger Universitäts-Frauenklinik ist die Wanderausstellung „Ansichtssache“ zu Gast. In Fotos und kurzen Texten werden das Wissen und die sehr persönlichen Entscheidungen bei familiärem Brust-und Eierstockkrebs thematisiert.

 

In Deutschland erkranken jährlich rund 75.000 Frauen an Brustkrebs, weitere 8.000 an Eierstockkrebs. Die Ursachen bleiben bei den meisten Patientinnen unklar. Anders hingegen stellt sich die Situation für rund ein Fünftel der Erkrankten dar: Sie tragen eine genetische Veränderung, die ihr Erkrankungsrisiko stark erhöht und die auch an ihre Kinder vererbt werden kann. Insbesondere Veränderungen in den sogenannten BRCA-Genen (BReast CAncer, englisch für Brustkrebs) steigern das Risiko erheblich. In den betroffenen Familien kommen Krebserkrankungen deutlich häufiger vor und es sind eher junge Frauen betroffen.
Eine jetzt in der Würzburger Universitäts-Frauenklinik angekommene Wanderausstellung will Frauen darin unterstützen, persönliche Lebensperspektiven bei erblichem Krebsrisiko zu entwickeln, ihre Ängste mildern und eine individuelle Entscheidungshilfe sein.

Hervorgegangen aus einem Bildband

Hinter der Schau steht das „BRCA-Netzwerk – Hilfe bei familiärem Brust-und Eierstockkrebs“. Der Verein selbst Betroffener brachte im Jahr 2016 den Bildband „Ansichtssache. Wissen und Entscheidungen bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs" heraus. Fotografien von 17 Frauen und kurze Texte zeigen deren Umgang mit dem Wissen um das Risiko der Erkrankung sowie ihre Entscheidungen zu prophylaktischen Maßnahmen oder zur intensivierten Früherkennung. Neben den im Bildband wiedergegebenen Fotografien entstanden viele weitere Aufnahmen, die seither in der Wanderausstellung „Ansichtssache“ präsentiert werden.

Willkommene Hilfestellung

Vom 6. Juli bis 20. August 2019 ist diese in der Universitäts-Frauenklinik Würzburg zu Gast. „Wir wissen aus der täglichen Arbeit in unserem Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs, welchen seelischen Belastungen und Entscheidungsnöten die Betroffenen ausgesetzt sind. Hier ist uns jede weitere seriöse und fundierte Hilfestellung, wie die Ausstellung ‚Ansichtssache‘, hoch willkommen“, sagt Prof. Dr. Achim Wöckel, der Direktor der Universitäts-Frauenklinik. Neben Prof. Dr. Wöckel und Prof. Dr. Georg Ertl, dem Ärztlichen Direktor des UKW, werden Sabine Weimert als Vertreterin des BRCA-Netzwerk e.V. und Beate Beyrich von der Selbsthilfegruppe „Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.“ die Ausstellung am Donnerstag, den 18. Juli, um 17:00 Uhr eröffnen. Interessierte melden sich zur Vernissage bitte an unter E-Mail: roth_m@ ukw.de oder Tel: 0931/201-25252.
Die Schauwände im Verwaltungsgang und im Flur zum großen Hörsaal der Klinik sind von Montag bis Freitag von 8:30 bis 16.00 Uhr zugänglich.

 

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