Therapeutische Apheresen
Bei einer therapeutischen Apherese werden gezielt krankhafte Bestandteile aus dem Blut entfernt, die der Patientin oder dem Patienten schaden. Bei vielen Krankheiten lassen sich so Symptome lindern und der Gesundheitszustand verbessern.
Meist werden dazu sogenannte Apherese-Maschinen, auch Zellseparatoren genannt, eingesetzt. Mit ihrer Hilfe wird der Patientin oder dem Patienten im kontinuierlichen Fluss Blut entnommen, das außerhalb des Körpers automatisiert in kranke und gesunde Bestandteile aufgetrennt wird. Die kranken Anteile werden verworfen, die gesunden zurücktransfundiert. Im Apheresezentrum der Zentralen Einrichtung Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie werden jährlich viele hundert therapeutische Apheresen und Photopheresen, eine bestimmte Form der therapeutischen Apherese, durchgeführt.
Zytapherese
Als Zytapherese bezeichnet man die Entfernung krankhafter Zellen aus dem Blut der Patientin oder des Patienten. Meist handelt es sich um Leukozyten, also weiße Blutkörperchen, die bei manchen Leukämie-Formen in viel zu hoher Zahl im Blut vorkommen können und dann in der Regel notfallmäßig aus der Blutbahn entfernt werden müssen. Dadurch können die Fließeigenschaften des Blutes aufrechterhalten und ein Verstopfen der Blutgefäße verhindert werden.
Aber auch Thrombozyten (Blutplättchen) und Erythrozyten (rote Blutkörperchen) müssen manchmal mittels Zytapherese aus dem Blut entfernt werden. Insbesondere bei Patientinnen und Patienten mit Sichelzell-Anämie kann der Austausch der krankhaften Erythrozyten mittels Zytapherese und anschließender Bluttransfusion eine wichtige Behandlungsoption sein.
In der Zentralen Einrichtung Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie werden Zytapheresen sowohl in Form von Leukozytapheresen, meist bei Leukämien, aber auch in Form von Thrombozytapheresen und Erythrozytapheresen durchgeführt.
Plasmapherese und Immunabsorption
Bei bestimmten Erkrankungen bildet das Immunsystem Antikörper gegen Strukturen des eigenen Körpers. Man spricht dann von Autoimmunerkrankungen.
Bei einigen dieser Erkrankungen kann es sinnvoll sein, die gebildeten Antikörper mithilfe eines Apherese-Verfahrens aus dem Blut zu entfernen. Dies führt zwar nicht zu einer Heilung, kann jedoch in vielen Fällen die Symptome deutlich lindern. Beispiele sind Autoimmun-Enzephalitiden, die chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyradikuloneuropathie (CIDP) oder das Stiff-Person-Syndrom.
Bei der Plasmapherese wird mithilfe der Apherese-Technik die Blutflüssigkeit – das sogenannte Plasma – vollständig entnommen und durch Spenderplasma oder Plasmaersatzlösungen ersetzt. Im Unterschied dazu werden bei der Immunabsorption mittels zusätzlich eingeschalteter Filtersysteme nur bestimmte Bestandteile des Plasmas, zum Beispiel Antikörper, entfernt.
Welche der beiden Methoden angewendet wird, hängt vom jeweiligen Krankheitsbild und der aktuellen Situation ab und wird individuell von unseren Ärztinnen und Ärzten gemeinsam mit den behandelnden Kolleginnen und Kollegen festgelegt.
Photopherese – eine Sonderform der Apherese
Eine Sonderform der Apherese-Therapie ist die sogenannte Photopherese. Sie wird vorwiegend bei der Graft-versus-Host-Krankheit nach Stammzell-Transplantation oder bestimmten Lymphomen der Haut, sogenannten kutanen T-Zell-Lymphomen, eingesetzt.
Hierbei werden die Leukozyten mittels Apherese-Technik isoliert und mit einem Medikament (Methoxypsoralen) versetzt, das diese sensibel für UVA-Licht macht. Anschließend werden die Leukozyten mit UVA-Licht bestrahlt und der Patientin oder dem Patienten wieder zurück transfundiert. Die so modifizierten Leukozyten können die Symptomatik durch eine Beeinflussung des Immunsystems häufig bessern.
Die Behandlung erfolgt in zwei- oder vierwöchigen Abständen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Für die Isolierung, Bestrahlung und Rückgabe der Leukozyten werden in der Zentralen Einrichtung Klinische Transfusionsmedizin und Hämotherapie spezielle Apherese-Geräte eingesetzt.
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