Aktuelle Pressemitteilungen

Lebensbedrohlicher Konflikt in der Krebszelle

Aus dem Online-Magazin der Universität Würzburg EinBlick vom 30.11.2021: Die Zellen bestimmter Tumore, der Neuroblastome, teilen sich sehr rasch. Damit handeln sie sich Probleme ein, die für sie tödlich enden können. Eine neue Studie zeigt, wie sie dieses Dilemma lösen.

Neuroblastomzellen unter dem Mikroskop
Neuroblastomzellen unter dem Mikroskop. Die Färbung stellt DNA-Schäden dar, je intensiver, desto stärker und gefährlicher der Schaden. Zellen auf der rechten Seite haben kein RNA-Exosom und sind daher wesentlich anfälliger für solche Schäden. (Bild: Uni Würzburg / Imaging Core Facility)

Neuroblastome treten vorwiegend bei Kindern auf. Ein bestimmter Typ dieser Tumore ist sehr aggressiv und lässt sich nur schlecht behandeln. Weltweit fahnden Forscherinnen und Forscher daher nach einer Achillesferse der Erkrankung.

Rund 50 Prozent der Hochrisiko-Neuroblastome verdanken ihre Bösartigkeit einem Protein namens MYCN. Die Substanz kurbelt in der Krebszelle die Aktivität bestimmter Gene an, die für das Wachstum des Tumors nötig sind. Doch gerade dadurch ist MYCN auch für ein Dilemma mitverantwortlich, der sich als erheblicher Schwachpunkt der Blastome herausstellen könnte.

Denn die Neuroblastom-Zellen zeichnen sich auch durch eine gesteigerte Teilungsaktivität aus. Vor jeder Teilung muss die betroffene Zelle eine komplette Kopie ihrer gesamten Erbinformation herstellen. Eine der beiden Tochterzellen bekommt dann diese Kopie, die andere das Original.

Zur gleichen Zeit müssen Teile dieser Information - nämlich die durch MYCN aktivierten tumorspezifischen Gene - aber noch mit Hochdruck abgelesen werden. „Die Zelle muss diese beiden Prozesse koordinieren“, erklärt Dimitrios Papadopoulos, der am Biozentrum am Lehrstuhl für Biochemie und Molekularbiologie in der Arbeitsgruppe von Professor Martin Eilers forscht. „Ansonsten läuft sie Gefahr, erheblich Schaden zu nehmen.“

Komplexer Kopierer erzeugt eine Dublette

Es ist ungefähr so, als wolle man Passagen eines Buches lesen, während man es zur selben Zeit kopiert. Dass dabei Fehler entstehen können, liegt auf der Hand. In der Neuroblastom-Zelle ist das nicht anders. Dort erzeugt ein komplexer Kopierer Schritt für Schritt eine Dublette des Erbguts, der DNA - ein Vorgang, der sich Replikation nennt. Gleichzeitig findet aber noch ein weiterer Prozess statt, die Transkription. Dabei schreibt eine ganz andere Maschine die DNA-Abschnitte ab, die die Zelle benötigt, da sie die Bauanleitung für wichtige Proteine enthalten.

Auch in gesunden Zellen laufen Replikation und Transkription ein Stück weit parallel. In Neuroblastomen verschärft MYCN dieses Dilemma allerdings deutlich. „Es kommt also zu einem Konflikt“, sagt Papadopoulos. „Als Folge kann der DNA-Faden beispielsweise zerreißen. Wenn dieser Fehler nicht schnell repariert wird, bedeutet das für die Zelle das Todesurteil.“ Zusammen mit Kolleginnen und Kollegen hat er in seiner Studie erforscht, wie sie dieser Gefahr begegnet.

Unterstützung durch einen zelleigenen Schredder

Demnach nutzt sie dazu zwei unterschiedliche Mechanismen: Einerseits kann MYCN eine Art Schredder im Zellkern zur Hilfe rufen, das RNA-Exosom. Dieses unterbindet die Erstellung der Abschriften, die für die Herstellung der Proteine benötigt werden. Der eigentliche Kopierer kann seine Arbeit dadurch ungehinderter verrichten.

Kann MYCN kein Exosom herbeirufen, rekrutiert es alternativ ein Molekül namens BRCA1. Dieses Molekül gibt in Entstehung begriffene DNA-Abschriften gewissermaßen zur direkten Vernichtung frei. Zudem werden dann als Folge auch keine weiteren Abschriften mehr erstellt, so dass der Weg für den Kopierer ebenfalls frei ist.

Die Ergebnisse der Studie lassen sich möglicherweise auch für künftige Therapien nutzen. So hoffen die Forschenden, durch geeignete Wirkstoffe die Zusammenarbeit zwischen MYCN und BRCA1 stören zu können. „Wenn wir dann noch zusätzlich verhindern, dass MYCN das Exosom zur Hilfe ruft, könnte es in den Tumorzellen gehäuft zu schwerwiegenden DNA-Schäden kommen“, erklärt Dimitrios Papadopoulos. „Auf diese Weise ließen sie sich vielleicht abtöten - und zwar ganz gezielt, ohne dass Schäden an anderen Zellen zu befürchten sind.“

Publikation

Dimitrios Papadopoulos et. al.: MYCN recruits the nuclear exosome complex to RNA polymerase II to prevent transcription-replication conflicts. Molecular Cell. https://doi.org/10.1016/j.molcel.2021.11.002

Kontakt

Dr. Dimitrios Papadopoulos, Lehrstuhl für Biochemie und Molekularbiologie, Telefon: +49 931-3189352, E-Mail: dimitrios.papadopoulos@ uni-wuerzburg.de

COVID-19-Lungenversagen: Warum Betroffene so lange beatmet werden müssen

Studie zeigt ausgeprägte Vernarbung der Lunge durch gestörte Immunreaktion

 

Würzburg, 30. November 2021 – Bei der Mehrheit der Patientinnen und Patienten mit schwerem COVID-19 vernarbt die Lunge in außergewöhnlich starkem Ausmaß. Das zeigen Forschende der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung (HIRI), des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC), der Uniklinik RWTH Aachen und des Robert Koch-Instituts in einer aktuellen Studie. Wie sie in der Fachzeitschrift Cell beschreiben, spielen Fresszellen des Immunsystems eine zentrale Rolle. Einige Prozesse des COVID-19-Lungenversagens ähneln dabei denen der idiopathischen Lungenfibrose, einer bisher unheilbaren Form der Lungenvernarbung. Die gestörte Narbenreaktion könnte erklären, warum die Lunge lange funktionsunfähig bleibt und eine langwierige ECMO-Therapie erfordert.

Weiterlesen: 

Die komplette Medieninformation inkl. Bildmaterial können Sie hier einsehen (Link zur HIRI-Webseite).

 

Gemeinsame Pressemitteilung der Charité, des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin und der Uniklinik RWTH Aachen

Universitätsmedizin Würzburg: Neuer Sonderforschungsbereich an der Schnittstelle von Kardiologie und Immunologie

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert einen neuen Sonderforschungsbereich unter Würzburger Leitung, der sich mit den Wechselwirkungen zwischen Immunsystem, Entzündungsprozessen und Herzerkrankungen beschäftigen wird.

Um die Spitzenforschung an den Hochschulen weiter zu stärken, richtete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Ende November dieses Jahres bundesweit 14 neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ein. Einer davon wird von der Würzburger Universitätsmedizin angeführt. Unter dem Titel „Kardio-immune Schnittstellen“ will er die komplexen Wechselwirkungen zwischen dem Immunsystem, Entzündungsprozessen und Herzerkrankungen aufklären. Im Idealfall können damit Grundlagen für neue Therapien geschaffen werden. 

Hinter dem Vorhaben steht ein Konsortium aus elf Instituten und Einrichtungen des Uniklinikums und der Uni Würzburg. Außerdem sind Forschende aus dem Würzburger Helmholtz-Institut für RNA-basierte Infektionsforschung, dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und der Harvard Medical School in Boston/USA beteiligt.

Selbe Signalwege, aber gegensätzliche Effekte

Sprecher des SFB ist Prof. Dr. Stefan Frantz. Der Direktor der Medizinischen Klinik I des Uniklinikums Würzburg erläutert: „In den letzten Jahren konnten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unseres Konsortiums zeigen, dass inflammatorische und immunologische Mechanismen den Verlauf von Krankheits- und Heilungsprozessen bei Herzerkrankungen spürbar beeinflussen. Allerdings sind diese Mechanismen stark abhängig von Kontext und Zeitpunkt: In unterschiedlichen Krankheitsstadien können dieselben molekularen Signalwege gegensätzliche Effekte haben!“ Im neuen Sonderforschungsbereich sollen die entsprechende Schnittstellen und Vorgänge bei Herzmuskelerkrankungen genauer untersucht werden. Im Ergebnis hofft Prof. Frantz unter anderem auf neue, immunbasierte kardiovaskuläre Diagnose- und Therapiewege. 

Experten mit kardiologischem, wie immunologischem Verständnis

Das Vorhaben soll ferner auch in die Ausbildung ausstrahlen. Prof. Frantz: „Um bei der Translation in diesem Themenfeld weiterzukommen, brauchen wir Ärztinnen und Ärzte sowie Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler, die sich sowohl in der Kardiologie, wie auch in der Immunologie auskennen. Dafür müssen wir eine neue akademische Struktur für die interdisziplinäre Zusammenarbeit etablieren.“

Die DFG fördert den SFB in den kommenden vier Jahren mit insgesamt über zwölf Millionen Euro.

 

Pressemitteilung "Neuer Sonderforschungsbereich an der Schnittstelle von Kardiologie und Immunologie" herunterladen

Uniklinikum Würzburg: Digitaler Infoabend zur Booster-Impfung gegen Covid-19

Am Dienstag, den 14. Dezember 2021, informieren zwei Experten der Uni Würzburg in Online-Vorträgen über Hintergründe und Details bei der Booster-Impfung gegen Covid-19. Die kostenlose Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

 

Die Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 – verbreitet als Booster-Impfung bezeichnet – gehört zu den aktuellen Dauerthemen in den Medien. Viele Bürgerinnen und Bürgern sind verunsichert: Was bringt eine dritte Impfung wirklich? Wer braucht sie und wann ist der richtige Zeitpunkt dafür? Sind die Impfstoffe, die zum Boostern verwendet werden, an neue Virusvarianten angepasst? Wie ist das Zusammenspiel mit unterschiedlichen Impfstoffen aus den ersten beiden Runden? Und können die Grippe-Impfung und die Corona-Auffrischungsimpfung zeitgleich erfolgen? 

Bei einer Online-Veranstaltung am 14. Dezember 2021 geben mit Prof. Dr. Lars Dölken, dem Leiter des Instituts für Virologie und Immunbiologie, und Prof. Dr. Oliver Kurzai, dem Vorstand des Instituts für Hygiene und Mikrobiologie, zwei hochkarätige Experten der Uni Würzburg valide Antworten auf diese und weitere Fragen.

Die vom Uniklinikum Würzburg und der Mediengruppe Main-Post gemeinsam organisierte, kostenlose Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr und nutzt die Plattform Zoom. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. Wichtig – auch für die Übermittlung der Zugangsdaten – ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6001 oder unter http://akademie.mainpost.de.

 

Pressemitteilung "Digitaler Infoabend zur Booster-Impfung gegen Covid-19" herunterladen

 

Focus-Klinikliste: In Bayern auf Platz 4

Die „Klinikliste“ des Nachrichtenmagazins Focus gilt als der umfangreichste Qualitätsvergleich der deutschen Krankenhäuser.

Im Oktober dieses Jahres erschien im Sonderheft „Focus Gesundheit“ die Klinikliste 2022. Laut dem Tabellenwerk kam das Uniklinikum Würzburg (UKW) im bundesweiten Vergleich auf Platz 15 während es in Bayern den vierten Platz erreichte. Insgesamt stellte Focus deutschlandweit knapp 1.700 Krankenhäuser mit zusammen fast 14.200 Kliniken und Fachabteilungen auf den Prüfstand.

In vielen Fachgebieten empfohlen

Die Studie deckt 58 Fachgebiete und Erkrankungen ab. In der Focus-Liste empfohlen wird das Würzburger Uniklinikum bei der Behandlung von Angst- und Zwangsstörung, Depression, Blasenkrebs, Brustkrebs, Darmkrebs, Hautkrebs, Hirntumor, Hodenkrebs, Knochenkrebs, Kopf-Hals-Tumoren, Leukämie, Lungentumoren, Lymphome, Nierenkrebs, Prostatakrebs, Prostata-Syndrom, Hautkrankheiten, Hornhauterkrankungen, Demenzen, Multipler Sklerose, Parkinson und Schlaganfall sowie in den Fachgebieten Adipositas-Chirurgie, Gallenchirurgie, Gynäkologische Chirurgie, Gynäkologische Onkologie, Herzchirurgie, Kardiologie, Kinderchirurgie, Kniechirurgie, Neonatologie, Neuropädiatrie, Nuklearmedizin, Refraktive Chirurgie Katarakt, Risikogeburt und Pränataldiagnostik, Schilddrüsenchirurgie, Strahlentherapie, Unfallchirurgie, Wirbelsäulenchirurgie und Zahnkliniken – hier sowohl in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, wie auch bei der Parodontologie.

Neu in diesem Jahr ist die Kategorie „empfohlene Klinik für internationale Patienten“. Hier konnte sich das UKW mit seinen Fachabteilungen in den Bereichen Kardiologie und Onkologie platzieren.

Uniklinikum Würzburg: Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V. finanziert komplementärmedizinisches Angebot

Durch seine finanzielle Förderung ermöglicht es der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“, dass auch in den kommenden sechs Monaten zwei speziell ausgebildete Pflegerinnen im Bereich „Komplementäre Onkologie Integrativ“ (KOI) des Comprehensive Cancer Centers Mainfranken weiter für die Krebspatientinnen und -patienten da sein können.

 

Zum breiten Angebot des am Uniklinikum Würzburg (UKW) angesiedelten Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken gehört eine wissenschaftlich fundierte Form der naturheilkundlichen und integrativ-medizinischen Behandlung. Diese können Krebspatientinnen und -patienten begleitend oder auch nach einer abgeschlossenen Therapie wahrnehmen. Im Bereich „Komplementäre Onkologie Integrativ“ (KOI) des CCC Mainfranken ist dazu ein multiprofessionelles Team tätig, zu dem auch die beiden Pflegerinnen Manuela Sauer und Antonia Weimann gehören. „Wir haben die beiden in den letzten Jahren zu echten Spezialistinnen in bestimmten Teilen der Komplementärmedizin ausgebildet“, schildert Dr. Claudia Löffler, die das KOI-Team leitet. Beispielsweise hospitierten die Pflegekräfte nach ihren Worten in relevanten Kliniken oder erlernten die Ohrakupunktur. „Aktuell erarbeiten sie ein Konzept, wie die Aromapflege am UKW implementiert werden kann“, berichtet Dr. Löffler weiter.

Allerdings stellt ein Finanzierungsproblem die zukünftige Arbeit der beiden KOI-Pflegerinnen, die diesbezüglich zusammen eine 20-prozentige Stelle ausfüllen, in Frage. 

Förderung von 6300 Euro – auch wenn es finanziell schwerfällt

Damit Manuela Sauer und Antonia Weimann auch weiterhin für die Krebspatientinnen und -patienten da sein können, sprang jetzt der Würzburger Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ ein. „Wir werden diese gute Sache für die kommenden sechs Monate mit insgesamt rund 6.300 Euro fördern“, kündigt Gabriele Nelkenstock, die Vereinsvorsitzende, an. Und das, obwohl auch bei „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ die Mittel aktuell recht knapp sind. „Die Bedingungen der Corona-Pandemie haben unserem Spendenaufkommen leider gar nicht gut getan“, bedauert Gabriele Nelkenstock. Zwar habe der Verein nach ihren Angaben in den letzten zwölf Monaten noch sieben Projekte am UKW mit insgesamt 186.000 Euro fördern können, aber für eine Fortsetzung dieses Engagements seien nun dringend neue Spenden erforderlich.

Mehr zum Verein gibt es unter www.kampfgegenkrebs.de. 

Spendenkonto:
Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.
Castell Bank Würzburg
IBAN: DE74 7903 0001 0000 0092 45

 

Pressemitteilung "Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V. finanziert komplementärmedizinisches Angebot" herunterladen

Uniklinikum Würzburg: Hartmut Grosch verstärkt die Krankenhausseelsorge

Seit Anfang Oktober dieses Jahres ist Hartmut Grosch Teil des ökumenischen Seelsorgeteams des Uniklinikums Würzburg. Neben dem Einsatz für die Patientinnen und Patienten, deren Angehörige sowie die Klinikumsbeschäftigten engagiert sich der evangelische Pfarrer in der Klinischen Seelsorgeausbildung.

 

Nach dem Wechsel von Pfarrer Martin Renger in den Ruhestand zum Jahresende 2020 nahm Anfang Oktober dieses Jahres Hartmut Grosch seinen Dienst als zweiter Evangelischer Klinikpfarrer am Uniklinikum Würzburg (UKW) auf. Für die damit verbundenen Aufgaben kann sich der Seelsorger auf einen breiten Erfahrungsschatz stützen. Geboren 1963 in der Ortschaft Kriegenbrunn in der Nähe von Erlangen, führte ihn sein 1983 begonnenes Theologiestudium nach Erlangen, Wien und Heidelberg. Parallel dazu startete der begeisterte Fußballer 1986 in Heidelberg ein Studium der Sportwissenschaft, das er 1991 als Magister der Sportpädagogik an der Uni Würzburg abschloss. 

Von Landshut nach Würzburg

Das bisherige Berufsleben von Hartmut Grosch spielte sich ab 1994 vollständig im niederbayerischen Landshut ab – wenn auch in höchst unterschiedlichen Funktionen. Gestartet als Vikar, war er in der Folge im Schul- und Gemeindedienst tätig, bevor er im Jahr 2011 in die Krankenhausseelsorge wechselte. Hierbei arbeitete er sowohl am Klinikum Landshut – einem städtischen Akutkrankenhaus – wie auch am Bezirkskrankenhaus Landshut, das auf Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik spezialisiert ist. „Zum besonders Interessanten an der Krankenhausseelsorge gehört, dass die Gespräche mit den Patientinnen und Patienten meist eine besondere Tiefe haben. Gerade, wenn man in einer gesundheitlichen Notsituation ist, wird das Leben oft aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet“, schildert der Pfarrer. Nach seinen Worten erfährt man dabei viel über die Menschen und lernt die unterschiedlichsten Biografien kennen. „Meine Aufgabe ist es dann oft, ein präsenter Ansprechpartner zu sein, der zuhört und versucht, zu verstehen ohne zu werten“, so Grosch.

Zuständig für Hautklinik und Psychiatrie

Auf der neuen Stelle in Würzburg kann er dies zum einen schwerpunktmäßig in der von ihm betreuten Hautklinik leisten. Zum anderen unterstützt er auf seinen besonderen Wunsch hin auch Patientinnen und Patienten des Zentrums für Psychische Gesundheit des Uniklinikums. „Im Kontakt mit Menschen mit psychischen Erkrankungen zeigt sich für mich die Weite der Seele und was alles mit ihr passieren kann“, beschreibt Hartmut Grosch seine diesbezügliche Faszination. Bei der seelsorgerischen Arbeit mit dieser „Zielgruppe“ lenkt der ausgebildete Meditationsleiter die Aufmerksamkeit der Patientinnen und Patienten häufig auf die achtsame Wahrnehmung ihrer Körpersignale. 

Auch in Supervision und Klinischer Seelsorgeausbildung tätig

Ein besonderer Reiz des Würzburger Stellenangebots war für Hartmut Grosch, dass die Stelle nicht nur seelsorgerische Aufgaben auf den Stationen umfasst, sondern zur Hälfte im Bereich der Supervision und Klinischen Seelsorgeausbildung liegt. Dabei freut er sich nach eigenen Angaben über die Gelegenheit und Herausforderung, neben Kranken auch mit Menschen zu arbeiten, die ein konkretes Ausbildungsziel vor Augen haben.

Neu am UKW war für ihn, der zuvor in seinen Krankenhaustätigkeiten als „Einzelkämpfer“ unterwegs war, die Arbeit in einem Seelsorgeteam. „Es ist schön, sich mit Kolleginnen und Kollegen über fachliche Erfahrungen austauschen zu können. Wo ich vorher allein entscheiden konnte, muss ich mich jetzt zwar abstimmen, aber im Gegenzug bekomme ich auch wertvolle Impulse“, beschreibt der Würzburger Neuzugang. 

 

Pressemitteilung "Hartmut Grosch verstärkt die Krankenhausseelsorge" herunterladen