Symptome
Mögliche Nebensymptome postakuter Infektionssyndrome
Im Folgenden werden mögliche Symptome postakuter Infektionssyndrome erklärt, wobei nicht alle genannten Symptome bei allen betroffenen Kindern und Jugendlichen vorliegen, sowie weitere zusätzliche Symptome sowie verschiedene Schweregrade dieser möglich sind.
Post-exertionelle Malaise (PEM)
Post-exertionelle Malaise (PEM) bezeichnet eine Belastungsintoleranz, welche v.a. für die schwere Verlaufsform eines ME/CFS charakteristisch ist. Darunter versteht man eine zeitverzögerte Symptomverschlechterung nach nur geringer körperlicher oder geistiger Belastung. Eine PEM kann bereits durch ganz alltägliche Dinge ausgelöst werden, zum Beispiel durch das Einkaufen im Supermarkt, eine Unterhaltung oder eine Dusche. Je nach Schweregrad der Erkrankung und je nach Patientin oder Patient kann eine PEM unterschiedliche Auslöser haben.
Bei einem solchen Crash fällt die Belastungsgrenze der betroffenen Kinder und Jugendlichen stark ab. Symptome wie Kopfschmerzen, grippeartige Beschwerden oder Schwindel verstärken sich. Auch neue Symptome können auftreten. Die Symptomverschlechterung hält häufig über mehr als 24 Stunden an. Als Folge können Betroffene ihrem normalen Alltag nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr nachgehen. Es häufen sich Fehltage in Schule, Ausbildung, Studium oder am Arbeitsplatz. Hobbys, sportliche Aktivitäten und soziale Kontakte werden stark eingeschränkt oder sind gar nicht mehr möglich.

Schwere Fatigue
Viele betroffene Kinder und Jugendliche leiden zusätzlich zur PEM unter einer krankhaften Erschöpfung oder Schwäche, der sogenannten Fatigue. Sie berichten über ein „Ausgelaugt-sein“ sowie ein Schwäche- und Schweregefühl. Diese Erschöpfung kann durch Schlaf oder längere Pausen nicht wesentlich gebessert werden. Bereits alltägliche Dinge wie das Nutzen der Treppe im Haus, die Körperpflege oder das An- und Auskleiden können dadurch zu einer großen Herausforderung werden. Auch die Mobilität innerhalb und außerhalb der Wohnung, wie der Weg zur Schule, wird dadurch erschwert oder unmöglich.
Brain Fog
Der Begriff Brain Fog, auf Deutsch „Hirnnebel“, wird oft für die Symptome Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, Verwirrung und Wortfindungsstörungen verwendet. Betroffene beschreiben, dass sie, besonders nach Belastung, nicht mehr klar denken können und ihr Gehirn sich wie vernebelt anfühlt.
Schlafstörungen
Häufig treten auch Schlafstörungen auf, zum Beispiel Ein- und Durchschlafstörungen sowie ein nicht erholsamer Schlaf. Betroffene fühlen sich oft bereits beim Aufstehen völlig erschöpft und benötigen tagsüber weitere Schlafphasen. Zusätzlich kommt es immer wieder zu einem gestörten Tag-Nacht-Rhythmus.
Schmerzen
Außerdem wird oft über wiederkehrende Kopfschmerzen sowie Muskel-, Sehnen- und Gelenkschmerzen berichtet. Auch das Auftreten von Brust- oder Bauchschmerzen ist möglich.
POTS
Das posturale orthostatische Tachykardiesyndrom (POTS) steht für die übermäßige Steigerung der Herzrate beim Aufrichten des Körpers. Es kommt damit oft beim Stehen zur Symptomverschlechterung mit beispielsweise Schwächegefühl, Schwindel, Blässe sowie Herzrasen und Herzklopfen.
Sinnes-, Wahrnehmungs-, und Bewegungsstörungen
Auch Sinnes- und Wahrnehmungsstörungen können bei betroffenen Kindern und Jugendlichen mit postakuten Infektionssyndromen auftreten. Möglich sind beispielsweise Licht- und Lärmempfindlichkeit bis zur Notwendigkeit des Abdunkelns von Räumen, Tragen von Sonnenbrillen sowie Gehörschutz. Außerdem kann es vorkommen, dass Betroffene Gerüche, Geschmäcker, Berührungen und Erschütterungen anders wahrnehmen. Auch die Tiefenwahrnehmung und Fokussierung können beeinträchtigt sein.
Zusätzlich sind motorische Beeinträchtigungen wie Muskelschwäche und Muskelzucken sowie eine Ataxie, also eine Störung der Bewegungskoordination, möglich. Einige Patientinnen und Patienten berichten außerdem, dass sie sich unsicher auf den Beinen fühlen.
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