Aktuelle Pressemitteilungen

Tag der offenen Tür: Zehn Jahre Comprehensive Hearing Center am Uniklinikum Würzburg

Das Comprehensive Hearing Center (CHC) an der HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg feiert am 6. April dieses Jahres sein zehnjähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür. Das Zentrum bündelt alle an der Versorgung von Schwerhörigen beteiligten Disziplinen an einem Ort.

interdisziplinäres Team am CHC Würzburg
Ein interdisziplinäres Team sorgt am CHC Würzburg für eine bestmögliche Diagnostik und Behandlung von schwerhörigen Menschen. Bild: Michael Bogar / Uniklinikum Würzburg

Am 6. April 2019 breitet das Comprehensive Hearing Center (CHC) Würzburg zwischen 10:00 und 15:00 Uhr sein umfassendes Diagnostik-, Therapie- und Beratungsangebot vor allen interessierten Besucher/innen aus. Bei einem Tag der offenen Tür zeigen die Experten des Interdisziplinären Hörzentrums des Uniklinikums Würzburg (UKW) unter anderem, wie man die Hörfähigkeit – auch die von Babys und Kleinkindern – messen kann, wie Hörimplantate und Cochlea-Implantate funktionieren, welche anderen Therapiemöglichkeiten bei Schwerhörigkeit bestehen und was ein Hörtraining bewirken kann. Auch die Forschungsaktivitäten der Einrichtung werden laienverständlich beleuchtet.

Vor zehn Jahren gegründet

Der Tag der offenen Tür des an der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen des UKW angesiedelten CHC markiert in diesem Jahr auch ein besonders Jubiläum: Vor zehn Jahren gründete der Klinikdirektor, Prof. Dr. Rudolf Hagen, das Zentrum mit seiner wegweisenden Struktur. „Ziel dabei war es, zum Wohle der Patienten alle an der Versorgung von Schwerhörigen beteiligten Fachgruppen räumlich kompakt zusammenzufassen, vom Wartezimmer über die Diagnostik bis hin zur Geräteanpassung und dem Hörtraining“, schildert Prof. Hagen. Diese Zentrierung des CHC auf ein mit akustisch optimierten Räumen ausgestattetes Stockwerk der Kopfklinik an der Josef-Schneider-Straße, konnte bald erreicht werden. Seitdem durchlaufen die Patienten hier ihr individuelles Untersuchungs- und Beratungs- und Behandlungsprogramm.

Hochpersonalisierte Versorgungsleistungen

Kinder aller Altersgruppen werden apparativ oder mit den notwendigen Implantaten versorgt. Für die Erwachsenen halten die Spezialisten, wenn die Hörgeräteversorgung nicht ausreicht, alle aktuellen Hörimplantatlösungen bereit – von aktiven Mittelohrimplantaten über Knochenleitungshörgeräte bis hin zu vollimplantierbaren Hörgeräten und Cochlea-Implantaten. In Zusammenarbeit mit der im selben Haus untergebrachten Neurochirurgie werden darüber hinaus Hirnstammimplantate eingesetzt. „Mit diesem einzigartigen Gesamtkonzept sind wir in der Lage, unseren Patienten eine maßgeschneiderte, hochpersonalisierte Versorgung zu bieten“, betont Prof. Hagen.
Eine Leistung, die von Menschen aus ganz Deutschland und teilweise auch aus dem Ausland genutzt wird, ist die Spezialsprechstunde für Patienten mit einem Akustikusneurinom, einer gutartigen Tumorerkrankung des Gleichgewichtsnervs.

In der Grundlagen- und Klinischen Forschung aktiv

In der Grundlagenforschung beschäftigen sich die Experten des CHC Würzburg derzeit von der Stammzelle bis zu hörphysiologischen und psychologischen Themen. Die angewandte klinische Forschung fokussiert sich aktuell auf Bereiche der Elektrophysiologie und Audiologie sowie auf chirurgische Techniken. Eine neu eingerichtete Professur für experimentelle Hörforschung rundet das Themenspektrum ab.
Weitere Details zum Programm des Tages der offenen Tür finden sich unter www.chc.ukw.de

Pressemitteilung als PDF zum Download.

interdisziplinäres Team am CHC Würzburg
Ein interdisziplinäres Team sorgt am CHC Würzburg für eine bestmögliche Diagnostik und Behandlung von schwerhörigen Menschen. Bild: Michael Bogar / Uniklinikum Würzburg

Würzburger Juniorforscher erhalten 50.000 US Dollar Förderung für die Erforschung des Barth-Syndroms

Das ist Timing. Heute, am Tag der Seltenen Erkrankungen hat die Juniorgruppe Jan Dudek am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) eine Förderung von 50.000 US Dollar von der Barth Syndrome Foundation für die Erforschung des Barth-Syndroms erhalten.

Team des Departments Translationale Forschung
v.l.n.r. Dr. Edoardo Bertero, Berkan Arslan, Dr. Jan Dudek und Professor Dr. Christoph Maack am Tag der Seltenen Erkrankungen in Jeans. Damit folgen sie dem Motto der globalen Kampagne „Wear Jeans for Genes“. Ausgerufen hat die Kampagne die Barth Syndrome Foundation, die zum Ziel hat, die Lebensqualität der Betroffenen durch Aufklärung, Behandlungsfortschritte und neue Therapien zu verbessern und die Forschung dahingehend zu fördern.
Team der Translationalen Forschung und der Juniogruppe Jan Dudek
Professor Dr. Christoph Maack (rechts) und Dr. Jan Dudek (vierter von rechts) freuen sich über die Förderung der Barth Syndrome Foundation und tragen am Tag der Seltenen Erkrankungen „Jeans for Genes“. Damit folgen sie dem Motto der globalen Kampagne der Barth Syndrome Foundation.
Kampagnen-Sticker

Das Barth-Syndrom ist eine Erbkrankheit, die zu einer krankhaften Veränderung des Herzmuskels führt und in einer Herzschwäche mündet. Sie betrifft nur Jungen und tritt schon im frühen Kindesalter auf. Viele Betroffene können nur mit einer Herztransplantation überleben. Der Biologe Dr. Jan Dudek erforscht mit seiner Juniorgruppe Ursachen und Mechanismen von mitochondrialen Fehlfunktionen und hat sich in diesem Rahmen auf das Barth-Syndrom fokussiert.

Mitochondrien sind die Kraftwerke des Herzens. Sie liefern die Energie. Ist die Energiezufuhr gestört, wird das Herz krank. Frühere Arbeiten deuteten bereits darauf hin, dass beim Barth-Syndrom durch den genetischen Defekt die Funktion der Mitochondrien gestört ist. Mit seinem Team analysiert Jan Dudek an verschiedenen Modellsystemen die strukturelle und funktionelle Störung in den Mitochondrien. Das Herz ist zum Beispiel für die Energiegewinnung auf die Verbrennung von Fetten in den Mitochondrien angewiesen. Mittels zellbiologischer Methoden wollen die Juniorforscher klären, wie Defekte in diesen wichtigen mitochondrialen Funktionen die Herzfunktion beeinträchtigen können, und schlussendlich neue Therapieansätze finden.

„In unseren Arbeiten konnten wir bereits zeigen, dass Barth-Syndrom-Patienten eine Fehlfunktion bei der Verbrennung von Fettsäuren haben. In der neuen Studie suchen wir alternative Nährstoffe, die die Fehlfunktion in den Mitochondrien umgehen. Ketonkörper oder kurzkettige Fettsäuren könnten eine Lösung sein. Ich freue mich sehr, dass die von Spendengeldern finanzierte Barth Syndrome Foundation die Studie mit 50.000 US Dollar unterstützt.“

Die Arbeiten werden in Zusammenarbeit mit Dr. Edoardo Bertero und Professor Dr. Christoph Maack im Department für Translationale Forschung am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) durchgeführt. Die erwarteten Ergebnisse werden auch neue Einblicke in die Mechanismen der Herzinsuffizienz als solche gewähren, da auch hier mitochondriale Defekte ein Hauptproblem der Erkrankungsentstehung sind.

Der Tag der Herzschwäche wird seit 2010 jedes Jahr im Mai in rund 30 europäischen Ländern veranstaltet; das DZHI gab den Anstoß zu dieser Aufklärungskampagne in Deutschland und ist von Anfang an dabei. Mit zahlreichen Aktionen machen hierbei Kliniken, Praxen, Forschungs- und Behandlungszentren auf die Volkskrankheit aufmerksam und informieren die Bevölkerung darüber, wie man vorbeugen und erste Anzeichen erkennen kann.

Wir laden alle Kliniken und Einrichtungen herzlich dazu ein, sich an einem oder an mehreren Tagen zwischen April und Juni am Tag der Herzschwäche aktiv zu beteiligen. Gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung unterstützen wir Sie gern mit Aktionsanregungen sowie Informationsmaterial in Form von Postern, Flyern, Präsentationen und Give-aways. Einige Ideen für Ihren Tag der Herzschwäche finden Sie in diesem Flyer.

Unser Tag der Herzschwäche findet übrigens am 18. Mai mit einem Tag der offenen Tür im DZHI statt. Zwei Wochen zuvor, am 4. Mai 2019, starten wir unsere traditionelle Fahrrad- „Tour mit Herz“.

Beachten Sie bitte auch unsere Informationsfilme zur Herzinsuffizienz.

Den deformierten Eiweißen auf der Spur

Am 28. Februar ist in diesem Jahr der Tag der Seltenen Erkrankungen. Für das Interdisziplinäre Amyloidosezentrum Nordbayern ein Grund mehr, zurück zu blicken und nach vor-ne zu schauen. Vor gut einem Jahr wurde das Amyloidosezentrum unter dem Dach des Zentrums für Seltene Erkran-kungen am Uniklinikum Würzburg gegründet. Bereits seit November 2017 findet die Interdisziplinäre Amyloidose-Sprechstunde im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) statt. Die Ambulanz ist der Hauptpfeiler des Zentrums. Hier werden inzwischen mehr als 100 Patienten mit dieser schwer zu diagnostizierenden vielschichtigen Erkrankung betreut. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der Amyloidose selbst. Als dritte Säule rundet die Selbsthilfegruppe das Programm des Zentrums ab.

Eine Amyloidose, bei der sich fehlgefaltete Eiweiße im Körper ablagern, schwächt oft das Herz, kann aber auch an die Nieren, auf die Nerven oder den Magen und Darm gehen. Aufgrund der unterschiedlichen Beschwerden und der fehlenden Frühzeichen wird die seltene Erkrankung oft sehr spät erkannt. Eine rasche und zielgerichtete Di-agnostik ist jedoch entscheidend für die Behandlung und mitunter für das Überleben. Daher haben Spezialisten aus mehr als zehn Fachrichtungen am Uniklinikum Würzburg das erste Interdisziplinäre Amyloidosezentrum Bayerns und das zweite deutschlandweit gegründet.

Erforschung des vielschichtigen Krankheitsbildes

Das Zentrum hat ein ambitioniertes Forschungsprogramm. So werden im Rahmen der Würzburger Amyloidose-Kohortenstudie, kurz AmyKoS, seit August letzten Jahres klinische Daten und Biomaterialien wie Blut, Knochenmark, Gewebeproben von Patienten mit vermuteter und gesicherter Amyloidose gesammelt. Gleichzeitig sollen die Lebensqualität und psychische Belastungsfaktoren dieser Patienten untersucht werden. Ein Vergleich mit Daten früherer Patienten ist mittels des Data Warehouse des DZHI geplant.
„Der Fokus der Analysen liegt auf der Charakterisierung der Organbeteiligung und der Messung des Behandlungserfolges in den verschiedenen Organen“, erklärt Dr. Sandra Ihne, Koordinative Ärztin des Amyloidosezentrums. „Die Amyloidose wird oft als eine der zahlreichen Volkskrankheiten verkannt. Es gibt mehr als 25 verursachende Eiweiße, und jede Form kann mit unterschiedlichem Muster und Schweregrad der Organbeteiligung auftreten. Die exakte Charakterisierung ist wichtig, da sie die Behandlung der einzelnen Formen bestimmt. Wir versuchen, spezifischere, nicht-invasive Methoden für die Diagnostik zu finden. Die etablierten Parameter sind teilweise ungenau und die invasive Diagnostik ist nicht ganz ungefährlich. Unsere Leitfragen sind: Wie können wir erkennen, ob sich die Eiweiße abgelagert haben? Welche Organe sind in welcher Form geschädigt? Besondere Aufmerksamkeit gilt der Herzbeteiligung, die mit einer schlechten Prognose vergesellschaftet ist.“

Mit PET-CT Unterformen erkennen

Eine vielversprechende Diagnostik-Methode ist die Positronen-Emissions-Tomographie (PET-CT). Sie erlaubt es, Eiweißablagerungen direkt zu visualisieren. Eine erste interdisziplinäre Würzburger Arbeit unter der Leitung von Privatdozent Dr. Constantin Lapa und Professor Dr. Dr. Wolfgang Bauer belegte die Anwendbarkeit von 18F-Florbetaben-PET-CT in verschiedenen Subtypen im Vergleich zu etablierten Methoden wie Echokardiographie und Kardio-MRT. Die Studie wird in Kürze im European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging veröffentlicht. Eine detaillierte prospektive, vergleichende Analyse ist als Unterstudie der AmyKoS geplant. Ein weiteres Augenmerk soll auf die Abgrenzung von Stauungseffekten durch Herzschwäche von einer Leberamyloidose gelegt werden
(HepAmyCor).

Studie für die Bedürfnisse von Patienten

Schließlich sollen im Rahmen einer weiteren Studie namens AMY-NEEDS die Bedürfnisse der Patienten unter Miteinbezug der Angehörigen und betreuenden Ärzte untersucht werden. Ziel ist es, ein speziell auf die Amyloidose zugeschnittenes klinisches Versorgungskonzept zu entwickeln. Als ein wichtiger Baustein hat sich die Selbsthilfegruppe entwickelt. Sie trifft sich einmal im Monat im DZHI und gibt Raum für einen Erfahrungsaustausch unter Betroffenen und Angehörigen, Bewältigungsstrategien, Expertengespräche und allgemeine Informationen rund um die Erkrankung.

Sowohl die Selbsthilfegruppe als auch der Patiententag und die beiden Expertenveranstaltungen im Gründungsjahr erfreuten sich einer enormen Resonanz. „Für uns ein Signal, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut sich Sandra Ihne, die sich derzeit neue Impulse an dem international führenden Amyloidosezentrum der Foundation IRCCS Policlinico San Matteo im italienischen Pavia holt.

Seltene Erkrankungen, die in Summe gar nicht so selten sind

Die Amyloidose gilt zwar als seltene Erkrankung. In der EU gilt eine Erkrankung als selten, wenn nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen von ihr betroffen sind. Doch in Summe sind die seltenen Erkrankungen gar nicht so selten. Und deshalb wird der Tag der Seltenen Erkrankungen in Jahren, die kein Schaltjahr sind, am 28 Februar begangen. Eigentlich ist der Tag der Seltenen Erkrankungen nämlich am 29. Februar - am seltensten Tag eines Jahres.

Uniklinikum Würzburg: „Ängstliche Typen“ für Präventionsprogramm gesucht

Das Zentrum für Psychische Gesundheit des Uniklinikums Würzburg testet in einer Studie ein Präventionsprogramm, das das Entstehen von Angsterkrankungen verhindern soll. Für das Angstsensitivitätstraining werden noch Teilnehmer/innen zwischen 18 und 30 Jahren gesucht.

Macht es Ihnen Angst, wenn Sie starkes Herzklopfen verspüren? Befürchten Sie, nicht mehr richtig atmen zu können, wenn Sie ein Beklemmungsgefühl in der Brust haben? Hatten Sie schon einmal eine Panikattacke oder sind generell eher ein „ängstlicher Typ“? Dann könnten Sie ein/e potenzielle/r Teilnehmer/in für die PANDA-Studie des Zentrums für Psychische Gesundheit (ZEP) des Uniklinikums Würzburg sein! PANDA steht als Abkürzung für „Prävention von Angst durch Angstsensitivitätstraining“. Hierbei wird Menschen mit einem erhöhten Risiko für Angsterkrankungen ein Training zur Vorbeugung geboten. Durch die Vermittlung von Informationen zum Thema Stress sowie Übungen zum Umgang mit Körperempfindungen soll die sogenannte Angstsensitivität verringert werden. Gemeint ist damit der Grad, wie sehr wir in uns hinein hören und Signale unseres Körpers als gefahrvoll interpretieren – ein bereits gut untersuchter Risikofaktor für die Entstehung von Angsterkrankungen.
Das etwa fünfwöchige Präventionsprogramm wurde an der Florida State University in den USA entwickelt und hat sich dort bereits als wirksam erwiesen. Nun wird es erstmalig und exklusiv im deutschen Sprachraum am ZEP angewendet.

Der Aufwand wird mit bis zu 150 Euro belohnt

Konkret gesucht werden gesunde Frauen und Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren. Vor und nach dem Präventionsprogramm gibt es für sie zwei Untersuchungstermine, die insgesamt jeweils rund zwei Stunden dauern. Nach sechs und nach zwölf Monaten wiederholen sich Teile der Untersuchungen, um den Langzeiterfolg des Programms zu beurteilen. Diese Termine dauern jeweils eine Stunde. Alle Treffen finden in Würzburg statt. Die Teilnahme am Präventionstraining ist kostenlos. Je nach Anzahl der absolvierten Untersuchungstermine wird eine Aufwandsentschädigung von 50 bis 150 Euro pro Person gezahlt.
Interessenten können sich unverbindlich an die Ansprechpartnerin der PANDA-Studie M.Sc. Psych. Melanie Vietz vom Zentrum für Psychische Gesundheit wenden unter E-Mail: panda-studie@ ukw.de.

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Uniklinikum Würzburg: Symposium stellt Morbus Menière in den Mittelpunkt

Am 16. März dieses Jahres lädt die HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg zu einem Symposium über die Diagnose und Behandlung der Innenohrerkrankung Morbus Menière ein. Die patientenorientierte Veranstaltung feiert außerdem das 25-jährige Jubiläum des Selbsthilfevereins „Kontakte und Informationen für Morbus Menière“ (KIMM e.V.).

Modell Innenohr
Die genauen Ursachen für die Menière-Krankheit sind noch nicht geklärt. Offenbar spielen Veränderungen im Flüssigkeitshaushalt des Innenohrs eine wichtige Rolle. Bild: Universitätsklinikum Würzburg

Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohres, die gekennzeichnet ist durch Anfälle von Schwindel, Hörverlust und Ohrgeräusche (Tinnitus). Der Leidensdruck der Betroffenen ist in vielen Fällen hoch. Die genauen Ursachen der Menière-Krankheit sind bisher noch nicht bekannt und eine Frühdiagnose ist oft schwierig. „Gerade diese Faktoren führen dazu, dass die Diagnostik, Beratung und Behandlung von Menière-Patienten an unserem Comprehensive Hearing Center und in unserer Gleichgewichtsambulanz einen sehr hohen Stellenwert haben“, sagt Prof. Dr. Rudolf Hagen, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen des Uniklinikums Würzburg.

Expertenvorträge und Jubiläumsfeier

Dieser Bedeutung und der in Würzburg vorhandenen Expertise entsprechend, widmet die Klinik der Menière-Krankheit am 16. März dieses Jahres ein ganztägiges Patientensymposium. Am Vormittag referieren vier ihrer Spezialist/innen laienverständlich zu aktuellen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden. Am Nachmittag feiert dann der Würzburger Selbsthilfeverein „Kontakte und Informationen für Morbus Menière“ (KIMM e.V.) im Rahmen des Symposiums sein 25-jähriges Jubiläum. Hierbei steht unter anderem ein Festvortrag von Dr. Helmut Schaaf von der Tinnitus Klinik Dr. Hesse in Bad Arolsen auf dem Programm. Außerdem verspricht der Verein eine Überraschung in Form einer Aufführung.
Das Symposium findet zwischen 9:30 und 17:00 Uhr im Hörsaal 1 der HNO-Klinik, Josef-Schneider-Straße 11, statt. Für die Teilnahme wird eine Tagespauschale von 10,– € erhoben. Eine Anmeldung ist bis zum 1. März möglich bei Margarete Bauer vom KIMM e.V. unter der E-Mail: m.bauer@ kimm-ev.de. Das detaillierte Programm gibt es unter www.ukw.de/hno.

Modell Innenohr
Die genauen Ursachen für die Menière-Krankheit sind noch nicht geklärt. Offenbar spielen Veränderungen im Flüssigkeitshaushalt des Innenohrs eine wichtige Rolle. Bild: Universitätsklinikum Würzburg

Neuer Medienkanal für das Uniklinikum Würzburg als Voraussetzung für die Straßenbahnverlängerung

Mit einem feierlichen Spatenstich startete heute der Bau eines Medienkanals für das Uniklinikum Würzburg an der Josef-Schneider-Straße. Damit wurde gleichzeitig die geplante Verlängerung der Straßenbahntrasse bis hinter die Zentren für Innere und Operative Medizin in Angriff genommen.

In naher Zukunft soll das Uniklinikum Würzburg (UKW) vollständig an das Straßenbahnnetz angebunden sein. Die zum WVV-Konzern gehörende Würzburger Straßenbahn GmbH plant, die Trasse, die aktuell noch an der Haltestelle Pestalozzistraße endet, um 1,3 Kilometer bis zu einer Wendeschleife oberhalb des Doppelzentrums für Operative und Innere Medizin an der Oberdürrbacher Straße zu verlängern.
Bevor jedoch die Gleisanlagen gebaut werden können, muss zunächst im Untergrund der Josef-Schneider-Straße und der Oberdürrbacher Straße sowie in den beidseitig angrenzenden Klinikumsarealen „aufgeräumt“ werden. Hier befindet sich ein komplexes Versorgungsnetzwerk: In Leitungen strömen Dampf, Heißwasser, Sauerstoff und Kondensat, in Kabeln fließen Strom und Daten. Für die Baufeldfreiheit des Straßenbahnbaus sollen diese verlegt werden und künftig in einem Medienkanal verlaufen.

Minister Bernd Sibler: Gut investierte Millionen

Der feierliche erste Spatenstich für die dafür erforderliche Teilbaumaßnahme fand am 22. Februar 2019 im Garten der Würzburger Universitätsfrauenklinik, nahe der Josef-Schneider-Straße, statt. Unter den vielen Gästen war auch Bernd Sibler, der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. „Wir geben heute den Startschuss für ein wichtiges Bauvorhaben, das das Universitätsklinikum Würzburg noch besser an den Öffentlichen Personennahverkehr anbindet. Der Freistaat lässt sich den Bau des Medientunnels als Voraussetzung für die Verlängerung der Straßenbahnlinien einiges kosten: allein 16 Millionen Euro für diese Maßnahme, insgesamt über 100 Millionen Euro für die Sanierung der Versorgung und Entsorgung am Universitätsklinikum“, betonte der Minister. Das Geld sei sehr gut investiert, denn „die verbesserte Anbindung des Klinikums bedeutet eine erhebliche Erleichterung für die Patientinnen und Patienten, ihre Angehörigen sowie alle Beschäftigten des Klinikums.“

Neue Leerrohre außerhalb des Verkehrsraums

Für die Verlegung der Leitungen aus dem Baufeld der Straßenbahn werden außerhalb des Verkehrsraums – vorwiegend auf dem Grundstück des UKW – neue Leerrohrsysteme erstellt, die später die Leitungen und Kabel aufnehmen sollen. Die Leitungstrassen verlaufen über weite Strecken parallel zur Josef-Schneider-Straße sowie zur Oberdürrbacher Straße und queren diese an mehreren Stellen, um die beidseits gelegenen Gebäude des Klinikums zu verbinden.

Auch die Erweiterungen auf dem Nordgelände schon im Blick

Bei der Gestaltung und Dimensionierung des Medienkanals wird auch in die fernere Zukunft gedacht: Durch die Anlage von Leerrohrverbindungen sind der spätere Einzug weiterer Leitungen und Kabel oder Reparaturen am Bestand jederzeit und ohne nennenswerte Grabarbeiten oder Verkehrsbeeinträchtigungen möglich. Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW ergänzt: „Auch im Hinblick auf die demnächst vorgesehene Erweiterung des Uniklinikums auf das Nordgelände ist es essentiell, ausreichend dimensionierte und sichere Medienverbindungen zwischen dem Altklinikum und dem Erweiterungsgelände zu schaffen."

Teil der laufenden Modernisierung der Infrastruktur

 „Der neue Medienkanal ist ein zentraler Bestandteil der laufenden Modernisierung der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur des Uniklinikums“, unterstreicht Jan Knippel. Der Leiter im Bereich Hochschulen im Staatlichen Bauamt Würzburg fährt fort: „Die hier verlegten Wärme- und Maschinentechnikleitungen sowie Starkstrom-, Schwachstrom-, Daten-, Brandmelde- und Leittechnikkabel erhalten und verbessern die Versorgungssicherheit der bestehenden Kliniken und Institute. Ich freue mich, dass mit dem Spatenstich diese im Normalfall unsichtbare, aber immens wichtige technische ‚Unterwelt‘ des Uniklinikums auch einmal ins Blickfeld der Öffentlichkeit rückt."

Temporäre Einschränkungen beim Verkehr rund um das Klinikum

Leider, aber unvermeidlich wird der Bau des Medienkanals auch temporäre Einschränkungen im Verkehrsraum mit sich bringen. So werden neben einer Verschmälerung der Fahrbahn während der Bauarbeiten eine Reihe von PKW-Stellplätzen entlang der Josef-Schneider-Straße entfallen. Ferner muss der westliche Gehweg für Fußgänger gesperrt werden, definierte Querungsstellen werden entsprechend des Baufortschritts angeboten.

Die Arbeiten am Medienkanal und weitere vorbereitende Maßnahmen werden voraussichtlich bis zum Sommer 2021 dauern. Die Kosten dafür belaufen sich auf 16,1 Millionen Euro. Die räumlich-zeitliche Aufteilung der Baufelder lässt es zu, dass im Idealfall und nach jetzigem Planungsstand der Bau der Straßenbahn-Verkehrsanlagen schon im 3. Quartal 2020 starten kann. Momentan gehen die Planer von einer Fertigstellung der gesamten Straßenbahnstrecke im Jahr 2024 aus.

ÖPNV-Lösung mit vielen Vorteilen für Würzburg

Den Gastrednern des Spatenstichs gemeinsam war die Freude über die vielen positiven Effekte, die sich aus der zukünftigen ÖPNV-Lösung ergeben werden. So sagte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt: „Für die Stadt Würzburg ist dies ein bedeutender Schritt, den Nahverkehr attraktiver zu machen. Für viele Bürgerinnen und Bürger in Grombühl, aber gerade auch für die Patienten und Besucher unseres Uniklinikums bietet sich damit in absehbarer Zeit eine Alternative zum Auto. Mit der Erweiterung der Straßenbahn tragen wir nicht zuletzt zur Luft- und Klimaverbesserung Würzburgs bei – ein Kernpunkt in unserem Konzept ‚sauber mobil‘." Und WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer bekräftigte: „Wir leisten gerne unseren Beitrag als WVV für saubere Luft in Würzburg. Die Straßenbahn ist eine echte Alternative zu Problemen wie drohender Verkehrskollaps, zu viel Parksuchverkehr, zu viele Schadstoffe in der Luft und die Lärmbelastung der Anwohner".

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