Mavacamten optimiert die Herzmuskelarbeit bei Patienten mit obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie: eine nicht-invasive Druck-Dehnungs-Analyse

Die hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie ist einer Erkrankung, bei der der Herzmuskel verdickt ist und der Blutfluss aus dem Herzen behindert werden kann. Diese strukturelle Veränderung führt häufig zu einer erhöhten Belastung des Herzens und kann die körperliche Leistungsfähigkeit deutlich einschränken.

Diese strukturelle Veränderung führt häufig zu einer erhöhten Belastung des Herzens und kann die körperliche Leistungsfähigkeit deutlich einschränken. Forschende des DZHI untersuchten gemeinsam mit dem Herz- und Diabeteszentrum NRW, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum, die Wirkung des Medikaments Mavacamten bei Patientinnen und Patienten mit hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie. 

Im Fokus der Untersuchung stand die sogenannte myokardiale „Arbeit“, also die Effizienz, mit der das Herz Blut pumpt und dabei Energie einsetzt. Mithilfe moderner echokardiografischer Verfahren konnte diese Größe nicht-invasiv bestimmt und differenziert analysiert werden.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Behandlung mit Mavacamten zu einer signifikanten Verbesserung der kardialen Effizienz führte. Konkret arbeitete das Herz unter Therapie ökonomischer: Die mechanische Leistung nahm zu, während die Belastung des Herzmuskels gleichzeitig abnahm. Dies deutet darauf hin, dass das Medikament nicht nur die hämodynamische Situation verbessert, sondern auch die energetische Balance des Herzens positiv beeinflusst.

Die Befunde liefern damit wichtige Hinweise auf einen Wirkmechanismus, der über eine reine Symptomkontrolle hinausgeht und direkt an der Pathophysiologie der Erkrankung ansetzt. Gleichzeitig handelt es sich um eine vergleichsweise kleine Studie, sodass weiterführende Untersuchungen erforderlich sind, um die Ergebnisse zu bestätigen und insbesondere die langfristigen klinischen Auswirkungen zu bewerten.

Publikation: S. Scholtz, C. Coppée, K. Mohemed, M. Potratz, F. Langkamp, V. Rudolph, C. Maack, W. Scholtz, V. Sequeira & J.-C. Reil. Mavacamten optimizes myocardial work in patients with obstructive hypertrophic cardiomyopathy: a non-invasive pressure–strain analysis. Clin Res Cardiol 115, 875–886 (2026). https://doi.org/10.1007/s00392-026-02855-0

Verschiedene Bilder eines Fallbeispiels - Gradienten, Myokardarbeitsindex etc.
Fallbeispiel eines Patienten mit obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie, der nach 12-wöchiger Mavacamten-Therapie echokardiographische Veränderungen aufweist. A LVOT-Spitzengradienten in Ruhe zu Studienbeginn und nach 12-wöchiger Mavacamten-Therapie. B GLS zu Studienbeginn und nach 12-wöchiger Mavacamten-Therapie. C Myokardarbeitsindex (GWI) zu Studienbeginn und 12 Wochen nach Mavacamten-Behandlung. D Globale konstruktive Arbeit und globale verschwendete Arbeit zu Studienbeginn und 12 Wochen nach Mavacamten-Behandlung. Abkürzungen: LVOT, linker ventrikulärer Ausflusstrakt; GLS, globale Längsdehnung; GWI, globaler Arbeitsindex

Fallbeispiel eines Patienten mit obstruktiver hypertropher Kardiomyopathie, der nach 12-wöchiger Mavacamten-Therapie echokardiographische Veränderungen aufweist. A LVOT-Spitzengradienten in Ruhe zu Studienbeginn und nach 12-wöchiger Mavacamten-Therapie. B GLS zu Studienbeginn und nach 12-wöchiger Mavacamten-Therapie. C Myokardarbeitsindex (GWI) zu Studienbeginn und 12 Wochen nach Mavacamten-Behandlung. D Globale konstruktive Arbeit und globale verschwendete Arbeit zu Studienbeginn und 12 Wochen nach Mavacamten-Behandlung. Abkürzungen: LVOT, linker ventrikulärer Ausflusstrakt; GLS, globale Längsdehnung; GWI, globaler Arbeitsindex