Review: Nutzung von In-vitro-Modellen zum Verständnis des durch Immuntherapien ausgelösten Zytokinfreisetzungssyndroms

Moderne Testverfahren (in vitro) gewinnen zunehmend an Bedeutung, um das Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS) vorhersagen zu können. Das 2019 gegründete EU-Konsortium imSAVAR vereint Wissenschaft, Industrie und regulatorische Aufsichtsbehörden, um bessere Methoden zur Bewertung der Sicherheit von immunwirksamen Therapien zu entwickeln.

Ein zentraler Ansatz ist das „Adverse Outcome Pathway“-Konzept, das beschreibt, wie biologische Reaktionen zu Nebenwirkungen führen. Besonders im Fokus stehen Tests zur Zytokinfreisetzung, die in den letzten Jahren durch neue methodische Ansätze deutlich verbessert wurden.

Auch die regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln sich weiter: Behörden unterstützen zunehmend sogenannte New Approach Methodologies (NAMs) als Alternative zu Tierversuchen. Diese modernen Modelle liefern oft Ergebnisse, die besser mit menschlichen Reaktionen übereinstimmen, und ermöglichen ein tieferes Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen. Künftig wird erwartet, dass der Einsatz von Tiermodellen weiter reduziert wird und NAMs stärker in den Mittelpunkt rücken.

Neue Entwicklungen – etwa der Einsatz patientenspezifischer Zellen – könnten zudem personalisierte Therapieansätze fördern. Insgesamt erhöhen diese Fortschritte die Sicherheit und Vorhersagekraft bereits in frühen Entwicklungsphasen und stärken das Vertrauen beim Übergang in erste klinische Studien am Menschen.

Publikation: Perkins E, Cooper C, Lund E, Alb M, Morgan H, Fogal B, Hewitt P, Mazein A, Ostaszewski M, Sewald K. Perspective of using in vitro models to understand immunotherapy-induced cytokine release syndrome. Front Immunol. 2026 Jan 9;16:1732193. doi: 10.3389/fimmu.2025.1732193. PMID: 41583485; PMCID: PMC12827592.

Übersicht über den immunbezogenen Adverse-Outcome-Pathway des Zytokinfreisetzungssyndroms (CRS), entwickelt vom imSAVAR-Konsortium. Übergeordnete Darstellung der Schlüsselereignisse in der Pathogenese des CRS; TCE, T-Zell-Engager; CAR-T, chimäre Antigenrezeptor-T-Zelle; ICI, Immun-Checkpoint-Inhibitor; TNFα, Tumornekrosefaktor α; IFNγ, Interferon γ; IL, Interleukin; GM-CSF, Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor. Erstellt mit BioRender.com.

Übersicht über den immunbezogenen Adverse-Outcome-Pathway des Zytokinfreisetzungssyndroms (CRS), entwickelt vom imSAVAR-Konsortium. Übergeordnete Darstellung der Schlüsselereignisse in der Pathogenese des CRS; TCE, T-Zell-Engager; CAR-T, chimäre Antigenrezeptor-T-Zelle; ICI, Immun-Checkpoint-Inhibitor; TNFα, Tumornekrosefaktor α; IFNγ, Interferon γ; IL, Interleukin; GM-CSF, Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor. Erstellt mit BioRender.com.