Zentrale Komponenten des anti-ferroptotischen Schutzsystems sind die Glutathionperoxidase 4 sowie Coenzym Q, Vitamin E und das NAD(P)H-abhängige Oxidoreduktase-System um FSP1. Während die Funktion von GPX4 gut charakterisiert ist, sind die regulatorischen Determinanten der FSP1-Aktivität bislang unzureichend verstanden.
Arbeiten aus der Arbeitsgruppe von José Pedro Friedmann Angeli vom Rudolf-Virchow-Zentrum und Comprehensive Cancer Center Mainfranken identifizieren den Riboflavin-Stoffwechsel als kritischen Regulator der FSP1-Funktion. Insbesondere konnte gezeigt werden, dass Riboflavin (Vitamin B₂) nach Umwandlung in FAD essenziell für die Stabilität und enzymatische Aktivität von FSP1 ist.
Weiterhin wurde nachgewiesen, dass das Riboflavin-Analogon Roseoflavin als modifiziertes Kofaktor-Derivat (RoFAD) in FSP1 eingebaut wird und dessen anti-ferroptotische Funktion inhibiert. Funktionell führt dies in Tumorzellen zu einer ausgeprägten Sensibilisierung gegenüber Ferroptose.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass der Riboflavin-Stoffwechsel eine bislang unterschätzte metabolische Verwundbarkeit darstellt und die gezielte pharmakologische Modulation dieses Signalwegs ein vielversprechender Ansatz zur Induktion von Ferroptose in Tumorzellen sein könnte.
Publikation: Skafar V, de Souza I, Ghosh B, Ferreira Dos Santos A, Porto Freitas F, Chen Z, Sun S, Donate Castillo M, Nepachalovich P, Seufert L, Bothe S, Tschuck J, Mathur A, Nunes-Alves A, Buhr J, Aponte-Santamaría C, Schmitz W, Mack M, Eilers M, Bargou R, Chaufan M, Kaur M, Palma M, Ubellacker JM, Elling U, Augustin HG, Hadian K, Meierjohann S, Proneth B, Conrad M, Fedorova M, Alborzinia H, Friedmann Angeli JP. Riboflavin metabolism shapes FSP1-driven ferroptosis resistance. Nat Cell Biol. 2026 Mar 13. doi: 10.1038/s41556-025-01856-x. Epub ahead of print. PMID: 41826699.