Aktuelle Pressemitteilungen

Bayernweites Projekt zur Hepatitis-Elimination gestartet

Eine bayernweite Initiative will die Virusinfektionen Hepatitis B und C eliminieren. Koordiniert wird das vom Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention mitfinanzierte Vorhaben durch das Universitätsklinikum Würzburg.

Zum Start des Projektes „„Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ besuchte Dr. Andrea Behr (MdL und Mitglied des bayerischen Gesundheitsausschusses, rechts) Projektleiter Prof. Dr. Andreas Geier und Koordinatorin Christina Löhner (l.) am UKW. Foto: UKW / Stefan Dreising
Zum Start des Projektes „„Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ besuchte Dr. Andrea Behr (MdL und Mitglied des bayerischen Gesundheitsausschusses, rechts) Projektleiter Prof. Dr. Andreas Geier und Koordinatorin Christina Löhner (l.) am UKW. Foto: UKW / Stefan Dreising
Die vom Freistaat geförderte Initiative des UKW ergänzt den bayerischen Masterplan Prävention. Logo: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.
Die vom Freistaat geförderte Initiative des UKW ergänzt den bayerischen Masterplan Prävention. Logo: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.

Würzburg. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verfolgt das Ziel, Virushepatitis bis zum Jahr 2030 zu eliminieren. Zentrale Zielmarken sind dabei unter anderem eine Behandlungsrate von 80 Prozent, 65 Prozent weniger Todesfälle sowie 90 Prozent weniger Neuinfektionen. Dazu startete im Februar dieses Jahres das bayernweite Projekt „Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ unter Leitung von Prof. Dr. Andreas Geier, Leiter der Hepatologie am Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Das Vorhaben zur Elimination von Hepatitis B und C umfasst folgende Hauptmaßnahmen:

  • Aufklärung und Prävention,
  • Diagnose und Screening,
  • Screening-Aktionen für vulnerable Gruppen,
  • strukturierte und nachhaltige Organisation der Initiative,
  • Stärkung von Therapie und Behandlung durch Netzwerkarbeit.

Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach sagte: „Es ist wichtig, verstärkt gegen Hepatitis vorzugehen. Deshalb unterstützen wir dieses Projekt. Der Freistaat Bayern stellt dafür aktuell Mittel in Höhe von 85.000 Euro zur Verfügung. Die Initiative ergänzt unseren bayerischen Masterplan Prävention, der mehr als 250 konkrete Maßnahmen enthält, um Gesundheitsförderung, Vorsorge und Früherkennung im Freistaat systematisch zu stärken.“ 

Bestehende Strukturen nutzen und vernetzen 

Laut Andreas Geier nutzt das Projekt bestehende Strukturen. Auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes spielen die Gesundheitsämter in Bayern eine zentrale Rolle bei der Überwachung, Prävention und Bekämpfung von Hepatitis-Infektionen. Als zentrale Koordinatorin steuert Christina Löhner vom UKW die Kommunikation und Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitsämtern und lokalen Organisationen, die Zugang zu vulnerablen Gruppen haben. Zu diesen gehören zum Beispiel Menschen mit intravenösem Drogenkonsum, mit Migrationshintergrund aus Hochprävalenzländern oder mit eingeschränktem Zugang zum Gesundheitssystem. „Die Testung dieser Personen erfolgt direkt vor Ort, um die Zielgruppen effektiv zu erreichen“, schildert Geier und fährt fort: „Außerdem wollen wir die Diagnostik im Rahmen der kostenlosen Vorsorgeuntersuchungen für Versicherte bekannter machen und zusätzliche Behandlungskapazitäten schaffen.“

Das Vorhaben „Hepatitis-Elimination Bayern“ läuft bis Januar 2028. Interessierte kontaktieren die Projektkoordination unter E-Mail: hepatitiselimination@ukw.de.

Hepatitis B und C – kurz erklärt

Hepatitis B und C sind Virusinfektionen, die die Leber betreffen und oft lange unbemerkt bleiben. Beide können chronisch verlaufen und zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen. Hepatitis B wird vor allem über Blut, durch Sexualkontakte und von der Mutter auf das Kind übertragen – eine Impfung schützt. Auch Hepatitis C wird hauptsächlich über Blut übertragen, etwa durch gemeinsam genutzte Spritzen. Deutlich weniger häufig wird eine sexuelle Übertragung von Hepatitis C berichtet. Eine Impfung gibt es nicht, aber moderne Medikamente können die Infektion in den meisten Fällen heilen. Frühe Tests und Behandlungen sind entscheidend. „Vor diesem Hintergrund ist die Hepatitis-Elimination eines der großen globalen Gesundheitsziele unserer Zeit“, ist sich Prof. Geier sicher. 

Text: Pressestelle / UKW

Zum Start des Projektes „„Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ besuchte Dr. Andrea Behr (MdL und Mitglied des bayerischen Gesundheitsausschusses, rechts) Projektleiter Prof. Dr. Andreas Geier und Koordinatorin Christina Löhner (l.) am UKW. Foto: UKW / Stefan Dreising
Zum Start des Projektes „„Hepatitis-Eliminationsinitiative in Bayern“ besuchte Dr. Andrea Behr (MdL und Mitglied des bayerischen Gesundheitsausschusses, rechts) Projektleiter Prof. Dr. Andreas Geier und Koordinatorin Christina Löhner (l.) am UKW. Foto: UKW / Stefan Dreising
Die vom Freistaat geförderte Initiative des UKW ergänzt den bayerischen Masterplan Prävention. Logo: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.
Die vom Freistaat geförderte Initiative des UKW ergänzt den bayerischen Masterplan Prävention. Logo: Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.

Wie aussagekräftig und fair sind VR-Prüfungen?

Würzburger Arbeitsgruppe „VR-Simulation im Medizinstudium“ veröffentlicht neue Erkenntnisse aus zwei Studien zu VR-Prüfungen in hochrangigen Fachzeitschriften für Digital Health

Großaufnahme des Anwenders mit VR-Brille und Hand mit Controller
Die immersive Kompetenz, also die Fähigkeit, sich in virtuellen Umgebungen sicher bewegen zu können, kann die klinische Beurteilung in der virtuellen Realität verzerren. © Liam König / UKW
VR-Situation aus Sicht des Anwenders: links im Bildrand die VR-Brille und in der Mitte des Bildes die Hand des Anwenders mit VR-Gerät - im Hintergrund die virtuelle Welt mit Patient und Geräten
Durch immersive Simulationen ermöglicht die virtuelle Realität eine realitätsnahe, standardisierte und reproduzierbare Vermittlung klinisch-praktischer Kompetenzen. © Tobias Mühling / UKW

Würzburg. Anwendungen in der virtuellen Realität (VR) gelten als vielversprechende Innovation für die medizinische Ausbildung. Insbesondere für Prüfungen zu klinisch-praktischen Kompetenzen erscheinen sogenannte immersive Simulationen attraktiv: Durch das Eintauchen in eine digitale Welt, in der die Anwenderinnen und Anwender ihre Handlungen selbst bestimmen müssen, lassen sich komplexe Notfallszenarien standardisiert abbilden. Abläufe sind reproduzierbar, und die Prüfungsbedingungen können für alle Teilnehmenden identisch gestaltet werden.

Zwei aktuelle Studien der Arbeitsgruppe VR-Simulation im Medizinstudium am Institut für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung (IMLA) des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) zeigen jedoch, dass VR-basierte Prüfungsformate derzeit möglicherweise nicht uneingeschränkt einsetzbar sind. Die Ergebnisse wurden in den renommierten Fachzeitschriften npj Digital Medicine, ein Journal des Nature-Portfolios, und JMIR Medical Education veröffentlicht.

Immersive Kompetenz beeinflusst Prüfungsleistung

In den Studien wurde der Frage nachgegangen, inwiefern die medizinische Prüfungsleistung in VR-Szenarien durch die immersive Kompetenz, also die Fähigkeit, sich in virtuellen Umgebungen sicher bewegen zu können, beeinflusst wird. Diese Fähigkeit wird unter anderem durch Vorerfahrungen mit 3D- und VR-Anwendungen geprägt. Dadurch könnten Studierende mit intensiver Gaming-Erfahrung einen Leistungsvorteil haben.

Die im JMIR veröffentlichte erste Arbeit schuf dafür die methodische Grundlage: Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Mensch-Computer Interaktion der Universität Würzburg wurde erstmals ein Instrument entwickelt und erprobt, mit dem sich die immersive Kompetenz direkt innerhalb einer VR-Anwendung erfassen lässt. 

In der darauf aufbauenden, randomisiert-kontrollierten Studie wurde die immersive Kompetenz bei einem Teil der Prüflinge gezielt trainiert. Die trainierte Gruppe erzielte anschließend signifikant bessere medizinische Ergebnisse in einem VR-Notfallszenario als die nicht trainierte Kontrollgruppe. 

„Unsere Daten deuten darauf hin, dass VR-Prüfungen nicht nur medizinisches Wissen und klinisches Handeln, sondern auch den Umgang mit der Technologie selbst messen“, erklärt Jan Schaal, Erstautor der Validierungsstudie und Doktorand am IMLA. „Damit entsteht die Gefahr, dass digitale Vorerfahrung unbeabsichtigt zu einem Vorteil wird – unabhängig vom eigentlichen Leistungsvermögen“, ergänzt Verena Schreiner, ebenfalls Doktorandin und Erstautorin der methodenzentrierten Studie.

Training allein gleicht Unterschiede nicht automatisch aus

Ein weiteres zentrales Ergebnis betrifft vorbereitende VR-Tutorials. Solche Trainings sollen eigentlich gleiche Ausgangsbedingungen schaffen. Die Würzburger Daten legen jedoch nahe, dass die derzeit üblichen Einführungen möglicherweise nicht ausreichen, um bestehende Unterschiede vollständig auszugleichen. In bestimmten Konstellationen könnten die Trainings anfängliche Leistungsunterschiede sogar verstärken statt reduzieren.

Konsequenzen für die digitale Transformation der Lehre

Die Ergebnisse legen nahe, dass der Einsatz von VR in zukünftigen Prüfungen sorgfältig vorbereitet und überwacht werden muss. Entscheidend sind ein intuitives und zugängliches Design von VR-Hardware und -Software, gezielte Trainings zur Entwicklung immersiver Kompetenz sowie eine sorgfältige wissenschaftliche Prüfung von Aussagekraft und Fairness, bevor Ergebnisse über das Weiterkommen im Studium entscheiden.

„VR bietet enormes Potenzial für die medizinische Ausbildung – aber wir müssen sehr genau untersuchen, was wir eigentlich messen“, betont Dr. Tobias Mühling, Arbeitsgruppenleiter und Letztautor der Studien. „Wenn VR in Zukunft auch in benoteten Prüfungen über den Studienfortgang entscheiden soll, müssen die Ergebnisse zuverlässig sein und für alle Studierenden die gleichen Chancen bieten“, ergänzt die Institutsleitung Prof. Dr. Sarah König.

 

Publikationen:

Schreiner V, Backhaus J, Lindner M, Heinisch M, König S, Oberdörfer S, Mühling T. Specific Immersive Competence in VR-Based Medical Assessments: Development and Exploratory Evaluation of an In-Situ Measurement Approach. JMIR Medical Education. 24/02/2026:82136 (forthcoming/in press). DOI: 10.2196/82136 URL: https://preprints.jmir.org/preprint/82136

Schaal, J., Leutritz, T., Lindner, M. et al. Immersive competence as a source of bias in virtual reality clinical assessment. npj Digit. Med. (2026). https://doi.org/10.1038/s41746-026-02482-z

Großaufnahme des Anwenders mit VR-Brille und Hand mit Controller
Die immersive Kompetenz, also die Fähigkeit, sich in virtuellen Umgebungen sicher bewegen zu können, kann die klinische Beurteilung in der virtuellen Realität verzerren. © Liam König / UKW
VR-Situation aus Sicht des Anwenders: links im Bildrand die VR-Brille und in der Mitte des Bildes die Hand des Anwenders mit VR-Gerät - im Hintergrund die virtuelle Welt mit Patient und Geräten
Durch immersive Simulationen ermöglicht die virtuelle Realität eine realitätsnahe, standardisierte und reproduzierbare Vermittlung klinisch-praktischer Kompetenzen. © Tobias Mühling / UKW

Zeit gewinnen im klinischen Alltag: KI-Ideen aus Würzburg überzeugen beim 3. Healthcare Hackathon

Mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer tüftelten auf dem 3. Würzburger Healthcare Hackathon daran, medizinische Versorgung und Forschung an der Universitätsklinik Würzburg (UKW) zu erleichtern.

Die Siegerteams des 3. Würzburger Healthcare Hackathons. Bild: Jörg Fuchs, UKW
Die Siegerteams des 3. Würzburger Healthcare Hackathons. Bild: Jörg Fuchs, UKW
Das Organisationsteam (v.l.): Miriam Schlüter, Rüdiger Pryss, Gerhard Frank, Christian Andersen; Denise Hiebl ist nicht im Bild. Bild: Jörg Fuchs, UKW
Das Organisationsteam (v.l.): Miriam Schlüter, Rüdiger Pryss, Gerhard Frank, Christian Andersen; Denise Hiebl ist nicht im Bild. Bild: Jörg Fuchs, UKW

Würzburg. Wie lassen sich medizinische Faxbefunde schneller auswerten? Wie können Hauttumore objektiver beurteilt werden? Und wie erkennt man frühzeitig eine drohende Mangelernährung bei krebskranken Kindern? Mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer tüftelten auf dem 3. Würzburger Healthcare Hackathon daran, medizinische Versorgung und Forschung an der Universitätsklinik Würzburg (UKW) zu erleichtern. Innerhalb von nur 48 Stunden entwickelten sie (dazu) konkrete Lösungsansätze. 

Am 26. und 27. März wurde das Skyline Hill Center auf dem Hubland bereits zum dritten Mal zum Treffpunkt für Ärztinnen und Ärzte, IT-Fachleute, zahlreiche Studierende sowie Doktorandinnen und Doktoranden aus ganz Deutschland, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) und des UWK. In insgesamt elf Challenges untersuchten sie gemeinsam digitale Lösungsansätze für reale Probleme aus dem medizinischen Alltag. Der Trend war dabei deutlich: Künstliche Intelligenz spielte in vielen Projekten eine zentrale Rolle. 

Dabei ist der Healthcare Hackathon längst mehr als ein Wettbewerb: Vielmehr entsteht ein Raum, in dem unterschiedliche Disziplinen zusammenkommen und voneinander profitieren. Ideen werden diskutiert, verworfen, weiterentwickelt – und oft direkt als Prototyp umgesetzt. 

Wenn Daten den klinischen Alltag erleichtern

Besonders überzeugte die Jury aus wissenschaftlichen Fachvertretern in diesem Jahr das Team „CareTechCollective“ der Würzburger IT-Firma Systhemis. Mit seinem Projekt „LabEfficient“ gewann es den ersten Preis (in Höhe von 1.000 Euro).  Die Fragestellung wurde – ebenso wie die Challenge des zweitplatzierten Teams – von Dr. Simon Goller aus der Hautklinik des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) gestellt. Sie zielte auf die Erleichterung der Auswertung externer Laborbefunde: „Ein alltägliches Problem für uns in der Klinik ist, dass wir sehr viele Laborbefunde von Praxen als Fax erhalten und diese Befunde dann von Hand auswerten müssen. Das kostet im Arbeitsalltag viel Zeit“, erklärt Dr. Goller. Die prämierte Lösung nutzt Künstliche Intelligenz, um solche Dokumente automatisch auszulesen, Inhalte zu strukturieren und relevante Auffälligkeiten sichtbar zu machen. Das entlastet Ärztinnen und Ärzte und verbessert die Befundauswertung. 

Bildanalyse statt Bauchgefühl

Auch das Team „Helix“ hatte Erleichterungen des klinischen Alltags im Blick: Mit „SkinStager“ entwickelte es ein System, das Fotos von Hauttumoren analysiert und vergleichbar macht. Bislang ist die Beurteilung stark vom subjektiven Eindruck abhängig – unterschiedliche Perspektiven oder Bildausschnitte erschweren die Auswertung. Die Lösung setzt auf KI-gestützte Bildverarbeitung: Fotos werden automatisch ausgerichtet, auffällige Hautbereiche erkannt und in ihrer Größe vermessen. So entsteht eine objektivere Grundlage für die Beurteilung des Therapieverlaufs. „Das Team hat trotz anfänglicher Hürden schnell eine überzeugende und pragmatische Lösung entwickelt, die zukünftig Ärzten und Patienten gleichermaßen helfen kann“, freute sich Vanessa Borst, Doktorandin am Lehrstuhl für Informatik II (Software Engineering) der JMU, über den zweiten Platz des Teams, das sie als Mentorin begleitet hat. 

Früh erkennen, besser behandeln

Den dritten Platz belegte das Team „Krankenkassen-Codierer“ aus Studierenden der JMU mit dem Projekt „NutriCare Kinderonkologie“. Im Fokus stand hier die Versorgung krebskranker Kinder. Eine App soll dabei helfen, Mangelernährung frühzeitiger zu erkennen. Eltern können darin regelmäßig Daten eingeben, die automatisch ausgewertet werden. Kritische Entwicklungen werden früh erkannt und übersichtlich dargestellt, so dass medizinisches Personal schneller reagieren kann. 

Ideen mit Zukunft

Die Ergebnisse des Hackathons zeigen, wie groß das Potenzial digitaler Lösungen im Gesundheitswesen ist – vor allem dann, wenn medizinische Expertise und technisches Know-how zusammenkommen. Eine wichtige Grundlage dafür ist die dynamische Gründerszene in der Region Würzburg. Interdisziplinäre Zusammenarbeit, enge Vernetzung sowie kompetente Ansprechpartner aus Wissenschaft, IT und Wirtschaft schaffen einen fruchtbaren Boden für neue Start-up-Ideen. Dadurch steigen auch die Chancen, dass Projekte aus dem Hackathon weiterentwickelt und langfristig in die medizinische Praxis überführt werden. Der Healthcare Hackathon Würzburg entwickelt sich damit zunehmend zu einem Ort, an dem nicht nur Ideen entstehen, sondern konkrete Ansätze für die Medizin von morgen. 

Hacken für die gute Sache

Der Healthcare Hackathon Würzburg ist eine Kooperation des Lehrstuhls für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg (IKE-B), des Instituts für medizinische Datenwissenschaften (ImDS) des Universitätsklinikums Würzburg (UKW), des Würzburger Innovations- und Gründerzentrums (IGZ) sowie des Zentrums für Digitale Innovationen (ZDI) Mainfranken. 

Anders als es der Name vermuten lässt, geht es bei der Veranstaltung nicht darum, in Computersysteme einzudringen. Stattdessen werden in interdisziplinären Teams innerhalb kurzer Zeit innovative digitale Lösungen zu häufigen Fragestellungen (in der Medizin) gesucht und erste Prototypen entwickelt.

Organisiert wurde die Veranstaltung von Miriam Schlüter und Prof. Dr. Rüdiger Pryss (Universität Würzburg und UKW), Denise Hiebl und Dr. Christian Andersen (ZDI) sowie Dr. Gerhard Frank (IGZ).

Die Jury bestand aus Professor Johannes Schobel (Hochschule Neu-Ulm), PD Dr. Patrick-Pascal Strunz (Universitätsklinikum Würzburg), Dr. Andrea Thelen-Frölich (IZKF Würzburg), Maximilian Ertl (Datenintegrationszentrum Würzburg, UKW) und Prof. Dr. Anke Bergmann (Universitätsklinikum Würzburg).

Unterstützer des 3. Healthcare Hackathon (alphabetisch):

  • Beratungsunternehmen Accenture
  • Agentur für Innovation und Förderung im Technologie- und Wissenstransfer Bayern Innovativ GmbH
  • IT-Dienstleister Bechtle
  • Health Study Club GmbH, Anbieterin digitaler Gesundheitslösungen
  • Technologieunternehmen Oracle
  • Servicezentrum Medizin-Informatik (SMI) des Uniklinikums Würzburg
  • Systhemis, Anbieter für Softwarelösungen und IT-Beratung im Gesundheitswesen
  • Universitätsklinikum Würzburg
  • Verein der Aktivsenioren Bayern e.V.
  • Würzburger Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp
  • Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH (WVV)
Die Siegerteams des 3. Würzburger Healthcare Hackathons. Bild: Jörg Fuchs, UKW
Die Siegerteams des 3. Würzburger Healthcare Hackathons. Bild: Jörg Fuchs, UKW
Das Organisationsteam (v.l.): Miriam Schlüter, Rüdiger Pryss, Gerhard Frank, Christian Andersen; Denise Hiebl ist nicht im Bild. Bild: Jörg Fuchs, UKW
Das Organisationsteam (v.l.): Miriam Schlüter, Rüdiger Pryss, Gerhard Frank, Christian Andersen; Denise Hiebl ist nicht im Bild. Bild: Jörg Fuchs, UKW

Oster-Brunch: Rezeptideen aus der Berufsfachschule für Diätassistenten
Oster-Brunch: Rezepte aus der Berufsfachschule für Diätassistenten. © Kim Sammet / UKW

Würzburg. Pünktlich zu den Osterfeiertagen hat die Berufsfachschule für Diätassistenten am Universitätsklinikum Würzburg eine kleine Rezeptsammlung zusammengestellt.

Unter dem Titel „Oster-Brunch – Leckere Rezepte für die Osterfeiertage“ finden sich kreative und zugleich alltagstaugliche Ideen für einen genussvollen Osterbrunch.

Neben Backrezepten wie gesunden Osterhasen aus Dinkelmehl, einem Osterlamm mit Popcornfell oder einem veganen Osterlamm ohne Zucker enthält die Sammlung auch herzhafte Gerichte wie Gemüsepakoras mit Minzsoße, Mini-Party-Quiches und einen Frühlingssalat mit grünem Spargel. Abgerundet wird die Auswahl durch frische Desserts wie ein Erdbeer-Kokos-Dessert und Schokocrossie-Nester.

Die Rezeptsammlung steht hier als Download zur Verfügung. Guten Appetit!

Informationen zur dreijährigen Ausbildung zur Diätassistentin / zum Diätassistenten

Oster-Brunch: Rezepte aus der Berufsfachschule für Diätassistenten. © Kim Sammet / UKW

Gütesiegel bestätigt die Strukturqualität bei der Versorgung von brandverletzten Kindern

Die Abteilung für Kinderchirurgie des Uniklinikums Würzburg erhielt kürzlich das Gütesiegel für „Sicherheit und Qualität für brandverletzte Kinder“.

Dr. Christoph Pensko und Prof. Thomas Meyer
Prof. Dr. Thomas Meyer (rechts) und Dr. Christoph Pensko von der Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie des Uniklinikums Würzburg präsentieren die Urkunde zum Gütesiegel „Sicherheit und Qualität für brandverletzte Kinder“. © Veronica Havel / UKW

Würzburg. Der Arbeitskreis „Das schwerbrandverletzte Kind“ der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV) zeichnete im Februar dieses Jahres die Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie, Kinderurologie und Kindertraumatologie des Uniklinikums Würzburg (UKW) mit dem Gütesiegel „Sicherheit und Qualität für brandverletzte Kinder“ aus. Damit wird bescheinigt, dass die von Prof. Dr. Thomas Meyer geleitete Abteilung als spezialisierte Einrichtung alle Kriterien für Strukturqualität bei der ambulanten und stationären Behandlung sowie Nachbehandlung von Kindern und Jugendlichen mit einer Verbrennung oder Verbrühung erfüllt. 

Anspruchsvolle Versorgung im interdisziplinären Team

„Die Behandlung von Kindern mit thermischen Verletzungen unterscheidet sich deutlich von der von Erwachsenen“, unterstreicht Prof. Meyer und fährt fort: „So haben Kinder beispielsweise eine dünnere Haut, weshalb Verbrennungen und vor allem Verbrühungen oft tiefer und schwerer sind.“ Häufig sei daher eine Hauttransplantation erforderlich. Ferner gilt es nach seinen Worten, die psychosoziale Dimension besonders zu beachten: Verbrennungen und Verbrühungen sind traumatische Erfahrungen für Kinder und Familien. Angst, Schmerzen und Trennungssituationen können eine psychologische Unterstützung erforderlich machen. „Insgesamt ist bei brandverletzten Kindern eine interdisziplinäre Hochspezialversorgung gefragt. Essentielle Beiträge leisten – neben der Kinder- und Jugendchirurgie – die Kinderintensivmedizin, die Anästhesie, die Pflege sowie die Physiotherapie und die Psychologie“, verdeutlicht Meyer. Als Maximalversorger halten nur wenige Uniklinika wie das UKW rund um die Uhr verfügbare Expertenteams sowie die erforderliche spezielle Infrastruktur vor. Die Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie, Kinderurologie und Kindertraumatologie des UKW schließt somit erfolgreich die Versorgungslücke von brandverletzten Kindern in Nordbayern.

Das Gütesiegel gilt für drei Jahre.

Text: Pressestelle / UKW

Dr. Christoph Pensko und Prof. Thomas Meyer
Prof. Dr. Thomas Meyer (rechts) und Dr. Christoph Pensko von der Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie des Uniklinikums Würzburg präsentieren die Urkunde zum Gütesiegel „Sicherheit und Qualität für brandverletzte Kinder“. © Veronica Havel / UKW

Personalia vom 31. März 2026 +++ Wir gratulieren herzlich!

Hier lesen Sie Neuigkeiten aus dem Bereich Personal: Neueinstellungen, Dienstjubiläen, Forschungsfreisemester und mehr.

Dr. Johanna Büchel, Oberärztin, Frauenklinik und Poliklinik, wurde mit Wirkung vom 24.03.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Gynäkologie und Geburtshilfe“ erteilt.

Dr. Henner Huflage, Oberarzt, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, wurde mit Wirkung vom 24.03.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Radiologie“ erteilt.

Dr. Karsten Luetkens, Oberarzt, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, wurde mit Wirkung vom 24.03.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Radiologie“ erteilt.

Dr. Johannes Waldschmidt, Oberarzt, Medizinische Klinik und Poliklinik II, wurde mit Wirkung vom 24.03.2026 die Lehrbefugnis für das Fachgebiet „Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie“ erteilt.

 

einBlick - Das Online-Magazin der Universität Würzburg vom 31. März 2026

Universität Würzburg: Professor José Pedro Friedmann Angeli erhält Deutschen Krebspreis

Der Würzburger Professor für translationale Zellbiologie, José Pedro Friedmann Angeli erhält den Preis in der Kategorie „Experimentelle Forschung“ – gemeinsam mit seinem Kollegen Professor Marcus Conrad (Helmholtz Munich).

Der Deutsche Krebsreis, verliehen von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebsstiftung, zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen in der Onkologie. Er wird jährlich in den Kategorien „Translationale Forschung“, „Klinische Forschung“, „Experimentelle Forschung“ und „Versorgungsforschung“ vergeben.

Für Friedmann Angeli, Professor für translationale Zellbiologie, Rudolf-Virchow-Zentrum for Integrative and Translational Bioimaging, Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), ist es die Ehrung eine erneute Bestätigung seiner herausragenden Arbeit. 2023 erhielt er bereits einen Consolidator Grant des European Research Councils (ERC), 2025 folgte ein Proof of Concept Grant. Außerdem zählt der JMU-Forscher seit 2021 regelmäßig zur Liste der Highly Cited Researchers. https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/highly-cited-2025/

Forschung zu Ferroptose

José Pedro Friedmann Angeli und Marcus Conrad leisten gemeinsam Pionierarbeit bei der Entdeckung und Charakterisierung der Ferroptose, eine erst in den letzten Jahren intensiver erforschte Form des programmierten Zelltods. Sie wird durch eisenabhängige oxidative Schäden in der Zellmembran ausgelöst. Da viele Tumore, insbesondere hochaggressive, therapieresistente Tumore, empfindlich auf diesen Mechanismus reagieren, gilt die Ferroptose als vielversprechender Ansatz für neue Therapien. 

„Ich freue mich sehr über den Deutschen Krebspreis. Diese Auszeichnung bedeutet mir sehr viel, denn sie würdigt nicht nur unsere Arbeit zur Ferroptose, sondern auch die langjährige und äußerst erfolgreiche Partnerschaft mit Marcus Conrad. Viele der wichtigsten Fortschritte auf diesem Gebiet sind aus dieser engen Zusammenarbeit hervorgegangen,“ so Friedmann Angeli.

Marcus Conrad und José Pedro Friedmann Angeli erlangten durch ihre jeweilige Forschung sich ergänzende Erkenntnisse auf dem aufstrebenden Gebiet der Ferroptose. Während Conrads Gruppe den ersten Nachweis erbrachte, dass der Verlust des Enzyms Glutathionperoxidase 4 (GPX4) diese neue Form des nicht-apoptotischen Zelltods auslöst, hatte Friedmann Angeli in seinerHeimat Brasilien bereits an der Biochemie der Lipidperoxidation geforscht. Die gemeinsamen wissenschaftlichen Interessen brachten sie schließlich zusammen und legten den Grundstein für eine langjährige und äußerst erfolgreiche Kooperation. Diese trug maßgeblich zur Aufdeckung der molekularen Grundlagen der Ferroptose bei. Gemeinsam identifizierten die Forscher zentrale Faktoren, die bestimmen, wie empfindlich Tumorzellen gegenüber Ferroptose sind oder wie sie sich davor schützen können. 

Aufbauend auf ihren Erkenntnissen haben Conrad und Friedmann Angeli auch gemeinsam Wirkstoffe entwickelt, die diesen Zelltodmechanismus therapeutisch nutzen. Erste präklinische Studien zeigen im Mausmodell bereits, dass die Medikamente das Tumorwachstum hemmen und die Bildung von Metastasen verhindern können. Damit eröffnen ihre Entdeckungen neue Perspektiven für die Behandlung schwer therapierbarer Tumorerkrankungen.

Der Deutsche Krebspreis

Der Deutsche Krebspreis wird seit 1986 jährlich für hervorragende Arbeiten im deutschsprachigen Raum verliehen:

  • In der experimentellen onkologischen Grundlagenforschung (experimenteller Teil),
  • In der translationalen Forschung (Transfer experimenteller Forschungsergebnisse in den klinischen Bereich)
  • In der Tumordiagnostik und -behandlung (klinischer Teil).
  • Für Versorgungsforschung (2024 noch als Sonderpreis, seit 2025 als feste Kategorie)

Jede Kategorie ist mit 7.500 Euro dotiert.

Stifter des Deutschen Krebspreises sind die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebsstiftung. Mehr auf https://www.deutscher-krebspreis.de

Die offizielle Preisverleihung erfolgt am 19.6.2026 in Berlin.

Mehr zur Forschung des Preisträgers

Aktuelle Studie zu Vitamin B2: https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/vitamin-b2-weg-neuen-krebstherapien-eroeffnen-koennte/ 
Proof of Concept Grant: https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/pressemitteilungen/single/news/erc-poc-grant-friedmann-angeli/ 
Consolidator Grant: https://www.uni-wuerzburg.de/aktuelles/einblick/single/news/ercgrant-friedmannangeli/

Pressemitteilung der Universität Würzburg vom 31. März 2026