DFG fördert neues Forschungsprojekt zur Spinalen Muskelatrophie

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein neues Forschungsprojekt zur Spinalen Muskelatrophie (SMA) am Institut für Klinische Neurobiologie.

Ziel des Projekts ist es, zentrale molekulare Mechanismen zu entschlüsseln, die zur Fehlfunktion von Motoneuronen bei der seltenen neuromuskulären Erkrankung führen.

Im Mittelpunkt des Projekts von PD Dr. Natascha Schäfer und PD Dr. Sibylle Jablonka steht die Rolle des Proteins Plastin 3 bei der Reifung und Funktion von Motoneuronen. Bekannt ist, dass ein Verlust des sogenannten SMN-Gens zur Spinalen Muskelatrophie führt. Trotz bereits zugelassener genetischer Therapien sind die zellulären Prozesse, die zur Schädigung der neuromuskulären Endplatte beitragen, bislang nur unvollständig verstanden. Die neuromuskuläre Endplatte ist die Kontaktstelle zwischen Nervenzelle und Muskelzelle, an der ein Nervensignal in eine Muskelbewegung umgesetzt wird. Das neu bewilligte Projekt untersucht nun gezielt die molekularen Mechanismen, die zu einer Fehlfunktion bei der Signalübertragung führen.

Die beiden Wissenschaftlerinnen am Institut für Klinische Neurobiologie untersuchen insbesondere das Zusammenspiel spannungsgesteuerter Kalziumkanäle, ihrer Hilfsuntereinheiten und des BDNF-Signalwegs. Zu diesem Zweck haben sie dreidimensionale Motoneuron-Modellen entwickelt, die es erstmals ermöglichen, die molekularen Mechanismen der Erkrankung in einem realitätsnahen Zellmodell zu untersuchen.

„Wir möchten im Detail verstehen, welche Prozesse der Neurotransmission in Motoneuronen bei der spinalen Muskelatrophie genau gestört sind“, sagt Sibylle Jablonka. „Langfristig kann dieses Wissen helfen, neue therapeutische Ansätze gezielter zu entwickeln.“

Das Projekt kombiniert elektrophysiologische Untersuchungen, hochauflösende Mikroskopie sowie moderne 3D-Zellkulturtechniken. Der Einsatz dreidimensionaler Motoneuron-Modelle stellt dabei einen besonders innovativen Ansatz dar, der erstmals für die Untersuchung molekularer Krankheitsmechanismen bei SMA genutzt wird.

„Die Förderung durch die DFG ermöglicht uns, einen neuen experimentellen Ansatz umzusetzen und zentrale Mechanismen der Erkrankung deutlich präziser zu untersuchen“, ergänzt Natascha Schäfer.

Förderdetails

  • Fördersumme
    • Teilprojekt PD Dr. Sibylle Jablonka: 242.762 €uro (zzgl. 22% Programmpauschale)
    • Teilprojekt PD Dr. Natascha Schäfer: 234.602 €uro (zzgl. 22% Programmpauschale)
  • Laufzeit für zunächst drei Jahre
  • Förderlinie: klassische DFG-Sachbeihilfe 

 

 

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