Prospektive multimodale Bildgebung (C2)

Im Mittelpunkt des SFB-Projekts C2 steht eine prospektive klinische Studie, welche nach einem Herzinfarkt die Immunantwort in Lymphknoten, lymphatischen Organen und im Herzmuskel untersucht. Zur Immunphänotypisierung der Leukozyten wird eine Kombination aus verschiedenen Bildgebungsverfahren und Blutuntersuchungen genutzt.

Oberflächenprotein CXCR4

CXCR4 ist ein Oberflächen-Protein, das sich auf zahlreichen Zelltypen, die eine Rolle bei Entzündungsprozessen im Körper spielen, nachweisen lässt. Mit Hilfe einer CXCR4-gerichteten PET können Zellen, die dieses Protein tragen, optisch dargestellt werden. T-Lymphozyten, die ebenfalls Träger von CXCR4 sind, werden nach einem akuten Herzinfarkt durch den Kontakt mit Autoantigenen des Herzens aktiviert. Diese Aktivierung erfolgt – wie Würzburger Vorstudien bereits ermittelt haben – vor allem in den mediastinalen Lymphknoten und gestaltet sich in ihrer Ausprägung individuell sehr unterschiedlich.

Forschungsziel

Wir untersuchen, ob zwischen der Ausprägung der Entzündungsaktivität, die mittels der CXCR4 gerichteten PET-Signale in Lymphknoten und im Infarktareal des Herzens gemessen werden, und dem weiteren klinischen Verlauf eines Herzinfarkts ein Zusammenhang besteht. Lassen sich daraus prognostischeMarker für die Größe des Narbengewebes und die künftige Herzfunktion ableiten? 

Klinische Studien 

Im Rahmen der klinischen Studie werden in den Tagen unmittelbar nach dem Herzinfarkt die Lymphknoten und das Herz der Patientinnen und Patienten mit  bildgebenden Verfahren wie MRT und CXCR4-gerichteter PET untersucht. Diese Ergebnissen werden in Beziehung zu den Blutanalysen gesetzt. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten werden anschließend die Veränderungen der Herzfunktion bei den Patientinnen und Patienten mittels Kardio-MRT und Echokardiographie dokumentiert..

In der Studie soll auch untersucht werden, ob solch eine frühe multimodale Bildgebung den klinischen Verlauf eventuell besser vorhersagen kann als etablierte Parameter.

Translationale Studie

Parallel ermitteln wir aus den Gewebeproben Betroffener, welche Zelltypen genau in den unterschiedlichen Organen vorliegen, die an der Immunantwort beteiligt und die für die CXCR4 gerichteten PET-Signale verantwortlich sind. Hierfür werden fluoreszenzmarkierte CXCR4-Moleküle verwendet.

Bedeutung 

Bisher ist es nicht möglich, nach einem akuten Infarkt die Immunantwort in Patientinnen und Patienten direkt darzustellen. Mit Hilfe der CXCR4-gerichteten PET/CT von Lymphknoten und Herz könnte hierfür ein neuer Surrogat-Parameter identifiziert werden, der sowohl für die Prädiktion des klinischen Verlaufes als auch als neuer Endpunkt für weiterführende Studien genutzt werden könnte.

Ansprechpartner

Portraitfoto von Dr. med. Theresa Reiter

Dr. med.
Theresa Reiter

Leiterin des SFB-Projekts C2

Portraitfoto von PD Dr. med. Rudolf Werner

PD Dr. med.
Rudolf Werner

Leiter des SFB-Projekts C2

+49 931 201-35906

Anschrift

Medizinische Klinik und Poliklinik I, Universitätsklinikum Würzburg, Zentrum für Innere Medizin (ZIM), Oberdürrbacher Straße 6, Haus A3, 97080 Würzburg, Deutschland 

Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg | Comprehensive Heart Failure Center | Am Schwarzenberg 15 | Haus A15 | 97078 Würzburg

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