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Visugromab überwindet Resistenz gegen Krebsimmuntherapie

Würzburger Antikörper zeigt langanhaltende Remissionen nach Versagen etablierter Krebsimmuntherapien

Das Bild zeigt wie der pink eingefärbten Antikörper den in vielen soliden Tumoren stark überexprimierte Wachstums- und Differenzierungsfaktor GDF-15 blockiert.
Der Antikörper Visugromab (dargestellt in pink) blockiert gezielt den Wachstums- und Differenzierungsfaktor 15 (GDF-15, dargestellt in orange). Durch die Neutralisierung von GDF-15 kann Visugromab das Immunsystem dabei unterstützen, Tumore effektiver anzugreifen und Resistenzen gegen Immuntherapien zu überwinden. © CatalYm
Grafische Abbildung über den Klinischen Kontext, den Resistenzmechanismus und die Intervention Visugromab plus Nivolumab.
Visugromab vermittelte GDF-15-Blockade re-sensibilisiert anti PD (L)1 refraktäre solide Tumoren für eine PD 1 Therapie. Links: Klinischer Kontext: intensiv vorbehandelte Patientinnen und Patienten mit nicht plattenepithelialem NSCLC, Urothelkarzinom und hepatozellulärem Karzinom, die zuvor nicht auf eine zugelassene Anti PD (L)1 Behandlung angesprochen hatten bzw. unter einer Anti PD (L)1 Behandlung progredient wurden. Mitte: Resistenzmechanismus – vom Tumor wird GDF-15 sezerniert, das die LFA 1 abhängige T Zell-Infiltration beeinträchtigt und zu einem immunsuppressiven Tumormikromilieu sowie zur Resistenz gegenüber PD 1/PD L1 Blockade beiträgt. Rechts: Intervention mit Visugromab (anti GDF-15) plus Nivolumab (anti PD 1) neutralisiert GDF 15, stellt die T Zell-Infiltration wieder her und verstärkt die Anti Tumor Immunität. Dies führt in der Phase 1/2a Studie GDFATHER 01 zu objektivem Ansprechen (ORR 14–19 %), tiefen und lang anhaltenden Remissionen (mediane Dauer des Ansprechens 28,8 verglichen mit 12,0 Monaten unter der vorangegangenen Anti PD (L)1 Therapie) und einem bemerkenswerten Anteil kompletter oder metabolisch vollständiger Remissionen bei den Respondern.

Langzeitdaten der internationalen GDFATHER-01-Studie belegen das Potenzial des in Würzburg entwickelten Anti-GDF-15-Antikörpers Visugromab bei Patientinnen und Patienten, deren Krebserkrankung auf etablierte Immuntherapien nicht mehr ansprach.

Würzburg. Tumoren können das Immunsystem austricksen, indem sie das Oberflächenprotein PD-L1 bilden. Bindet dieses Protein an den PD-1-Rezeptor auf T-Zellen, wird deren Angriff auf den Tumor gebremst. Moderne Immuntherapien lösen diese Bremse und reaktivieren so die körpereigene Krebsabwehr. Dennoch sprechen viele Patientinnen und Patienten nicht ausreichend auf diese Behandlung an. Ein Grund dafür sind weitere immunsuppressive Mechanismen, wie der von vielen Tumoren produzierte Botenstoff GDF-15. Die tumorimmunologische Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jörg Wischhusen an der Würzburger Frauenklinik konnte gemeinsam mit ihrem Spin-off CatalYm in präklinischen Modellen demonstrieren, dass eine Blockade von GDF-15 die Wirksamkeit etablierter Immuntherapien deutlich verstärken kann. Der in Würzburg entwickelte Antikörper Visugromab erzielte nun in einer internationalen Phase‑I/II‑Studie langanhaltende Tumorremissionen bei Patientinnen und Patienten, bei denen etablierte Immuncheckpoint-Therapien bereits versagt hatten. Die Langzeitdaten der sogenannten GDFATHER‑01‑Studie wurden im renommierten Journal of Hematology & Oncologyveröffentlicht.

„Wir sehen hier erstmals im großen klinischen Maßstab, dass die gezielte Blockade von GDF-15 bei einer Patientengruppe wirkt, für die es bislang kaum noch überzeugenden Therapieoptionen gab“, kommentiert Jörg Wischhusen. „Dass viele dieser Remissionen über Jahre stabil bleiben, ist aus Sicht eines Tumorimmunologen ein sehr starkes Signal.“ 

In der Phase-I/II-Studie wurde Visugromab in Kombination mit dem PD-1-Blocker Nivolumab bei stark vorbehandelten Patientinnen und Patienten mit nicht kleinzelligem Lungenkrebs, Urothelkarzinom und Leberkrebs eingesetzt. Alle Studienteilnehmenden hatten zuvor nicht oder nur vorübergehend auf eine Anti-PD-1 beziehungsweise Anti-PD-L1-Immuntherapie angesprochen (Anti-PD-(L)1-Relaps bzw. -Refraktär). 

Außergewöhnliche Wirksamkeit trotz Immuntherapie-Resistenz

Die Kombination aus Visugromab (10 mg/kg) und Nivolumab (240 mg), die alle zwei Wochen bis zum Auftreten von Progress oder Unverträglichkeit verabreicht wurde, zeigte eine vielversprechende Wirksamkeit. So lagen die objektiven Ansprechraten in allen drei untersuchten Tumorentitäten bei rund 14 bis 19 Prozent. Besonders bemerkenswert war die mediane Dauer des Ansprechens von 28,8 Monaten, die damit mehr als doppelt so lang war wie unter der ursprünglichen Standard-Immuntherapie mit 12,0 Monaten. Zudem erreichten 61,5 Prozent der Patientinnen und Patienten, die auf die Behandlung ansprachen, eine vollständige radiologische oder metabolische Remission. Sieben der acht Komplettremissionen bestanden zum Zeitpunkt der Auswertung weiterhin.

„Für ein so schwer vorbehandeltes, als immuntherapie-refraktär definiertes Kollektiv sind Tiefe und Dauer der beobachteten Remissionen außergewöhnlich“, berichtet Dr. Maria Elisabeth Goebeler, Leiterin der Early Clinical Trial Unit (ECTU) des Comprehensive Cancer Centers und der Medizinischen Klinik II am UKW, in der die Patienten behandelt wurden. „Dass viele dieser Remissionen über mehr als zwei Jahre anhalten und häufig ausgeprägter sind als die ursprüngliche Antwort auf die erste Immuntherapie, spricht stark für eine echte Überwindung von Resistenzmechanismen.“

Internationale Studie ebnet den Weg für weitere klinische Entwicklung

Die GDFATHER-01-Studie wurde an mehreren Zentren in Spanien, Deutschland, der Schweiz und Italien durchgeführt. Neben der Würzburger Arbeitsgruppe waren an dem Programm auch Prof. Dr. Ralf Bargou (Lehrstuhl für Translationale Onkologie am UKW und Direktor des Comprehensive Cancer Center Mainfranken) im Advisory Board, der international koordinierende Studienleiter Prof. Ignacio Melero (Pamplona/Oxford) und Prof. Dr. Eugen Leo, damaliger Chief Medical Officer des Unternehmens CatalYm, beteiligt. Leo bewertet insbesondere die lange Dauer der Remissionen und das günstige Sicherheitsprofil als wichtige Grundlage für die weitere klinische Entwicklung.  

Die Entwicklung von Visugromab wird bereits in weiteren Studien fortgesetzt, wie zum Beispiel in der Erstlinientherapie des nicht kleinzelligen Lungenkarzinoms sowie neoadjuvant bei muskelinvasivem Blasenkrebs (GDFATHER NEO). Erste Daten lassen erwarten, dass die Kombination mit Nivolumab die Ansprechraten und die Häufigkeit pathologischer Komplettremissionen auch bei immuntherapie-naiven Patientinnen und Patienten deutlich erhöhen kann. Darüber hinaus wird am UKW eine Kachexiestudie vorbereitet. Hier soll Visugromab gegen den unkontrollierten Gewichtsverlust und Muskelschwund eingesetzt werden, der häufig als Begleiterkrankung von Krebs auftritt.  

Translationale Immunonkologie aus Würzburg

Die Entwicklung von Visugromab und die maßgebliche Beteiligung an seiner klinischen Prüfung verdeutlichen exemplarisch die Stärke der translationalen Immunonkologie in Würzburg. Hier werden Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung konsequent in neue Therapieansätze und frühzeitig in klinische Studien überführt. 

Prof. Dr. Hermann Einsele, Direktor der Medizinischen Klinik II und Sprecher des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen NCT WERA, resümiert: „Die jetzt publizierten Ergebnisse zeigen exemplarisch, wie aus einer grundlagenwissenschaftlichen Idee in Würzburg ein international klinisches Entwicklungsprogramm entstehen kann. Für unsere Patientinnen und Patienten eröffnen sich damit langfristig zusätzliche Therapieoptionen in Situationen, in denen klassische Immuntherapien bislang an ihre Grenzen stoßen.“

Publikation: Melero I, de Miguel M, Garralda Cabanas E, et al. Long-term follow-up of a phase 1/2 trial of anti-GDF-15 antibody visugromab plus anti-PD-1 antibody nivolumab in anti-PD-1/-L1 relapsed/refractory solid tumors. J Hematol Oncol. 2026; Article in Press. doi:10.1186/s13045-026-01818-2

Das Bild zeigt wie der pink eingefärbten Antikörper den in vielen soliden Tumoren stark überexprimierte Wachstums- und Differenzierungsfaktor GDF-15 blockiert.
Der Antikörper Visugromab (dargestellt in pink) blockiert gezielt den Wachstums- und Differenzierungsfaktor 15 (GDF-15, dargestellt in orange). Durch die Neutralisierung von GDF-15 kann Visugromab das Immunsystem dabei unterstützen, Tumore effektiver anzugreifen und Resistenzen gegen Immuntherapien zu überwinden. © CatalYm
Grafische Abbildung über den Klinischen Kontext, den Resistenzmechanismus und die Intervention Visugromab plus Nivolumab.
Visugromab vermittelte GDF-15-Blockade re-sensibilisiert anti PD (L)1 refraktäre solide Tumoren für eine PD 1 Therapie. Links: Klinischer Kontext: intensiv vorbehandelte Patientinnen und Patienten mit nicht plattenepithelialem NSCLC, Urothelkarzinom und hepatozellulärem Karzinom, die zuvor nicht auf eine zugelassene Anti PD (L)1 Behandlung angesprochen hatten bzw. unter einer Anti PD (L)1 Behandlung progredient wurden. Mitte: Resistenzmechanismus – vom Tumor wird GDF-15 sezerniert, das die LFA 1 abhängige T Zell-Infiltration beeinträchtigt und zu einem immunsuppressiven Tumormikromilieu sowie zur Resistenz gegenüber PD 1/PD L1 Blockade beiträgt. Rechts: Intervention mit Visugromab (anti GDF-15) plus Nivolumab (anti PD 1) neutralisiert GDF 15, stellt die T Zell-Infiltration wieder her und verstärkt die Anti Tumor Immunität. Dies führt in der Phase 1/2a Studie GDFATHER 01 zu objektivem Ansprechen (ORR 14–19 %), tiefen und lang anhaltenden Remissionen (mediane Dauer des Ansprechens 28,8 verglichen mit 12,0 Monaten unter der vorangegangenen Anti PD (L)1 Therapie) und einem bemerkenswerten Anteil kompletter oder metabolisch vollständiger Remissionen bei den Respondern.

Entzündungsprozesse verbinden Niere und Herz

Oxalsäure löst eine Entzündung aus, die sowohl chronische Nieren- als auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördert

 

das Oxalat leuchtet lila in der Aufnahme der Nierenrinde, die wie ein Hörnchen aussieht.
Eine oxalatreiche Ernährung löste bei Mäusen systemische Entzündungen und Herzschäden aus. Hier leuchtet das Oxalat als kristallbildender Stoff im polarisierten Licht in der Nierenrinde. © Martin Reichel / Charité - Universitätsmedizin Berlin

Oxalsäure könnte bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion ein bislang unterschätzter Treiber von Entzündungen und Herzschäden sein und nicht nur zur Bildung von Nierensteinen beitragen. In „Cardiovascular Research“ berichten Forschende aus Berlin und Würzburg, dass erhöhte Spiegel mit IL-17A-vermittelter Entzündung, zellulärem Stoffwechsel und kardiorenaler Organschädigung verbunden sind.

Berlin/Würzburg. Menschen mit einer chronischen Nierenerkrankung (Chronic Kidney Disease, CKD) haben ein deutlich erhöhtes Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Außerdem leiden sie unter einer chronischen Entzündungsreaktion, deren Ursachen bislang nur teilweise verstanden sind. Oxalsäure (Oxalat) ist bisher vor allem durch seine Rolle bei der Entstehung von Nierensteinen bekannt. Das Molekül ist ein natürlicher Stoffwechselbestandteil des Körpers, kommt in bestimmten Lebensmitteln vor und wird normalerweise über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden. Bei eingeschränkter Nierenfunktion reichert sich Oxalat jedoch im Körper an und kann Entzündungsprozesse vorantreiben. 

Die Experimentelle Biomedizin II am Uniklinikum Würzburg (UKW) untersuchte gemeinsam mit dem Experimental and Clinical Research Center (ECRC), einer Kooperation von Charité – Universitätsmedizin Berlin und des Max Delbrück Center in Berlin, die immunologischen Mechanismen, die eine oxalatbedingte Nierenschädigung mit systemischer Entzündung sowie Herz-Kreislauf-Schäden verbinden.

Oxalatreiche Ernährung löste bei Mäusen systemische Entzündungen und Herzschäden aus

„In unserem Forschungsprojekt aktivierte eine mit Oxalat angereicherte Ernährung bei Mäusen das Immunsystems systemisch. Das heißt, die Entzündungsprozesse breiteten sich im ganzen Körper aus. Es kam nicht nur zu einer Nierenschädigung, sondern auch zu krankhaften Veränderungen des Herzens, die die Herzfunktion reduzierten“, berichtet Dr. Hendrik Bartolomaeus. Der Wissenschaftler im Team von Prof. Dr. Alma Zernecke-Madsen am UKW teilt sich mit Privatdozent Dr. Nicola Wilck vom ECRC die Letztautorenschaft der Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift „Cardiovascular Research“ veröffentlicht wurde. Bartolomaeus hatte zuvor in Wilcks Labor gearbeitet.

Je mehr Oxalat, desto mehr entzündungsfördernde Immunzellen

Als zentral identifizierte das Team das Zytokin Interleukin-17A (IL-17A). IL-17A wird von bestimmten Immunzellen gebildet und kann Entzündungen verstärken. Die Forschenden fanden heraus, dass Oxalat die Bildung von IL-17A förderte und den Energiestoffwechsel von Immunzellen störte. Erhöhte IL-17A-Spiegel fanden die Forschenden auch bei Patientinnen und Patienten mit einer seltenen, erblich bedingten Stoffwechselstörung, der primären Hyperoxalurie, bei der die Leber durch Enzymdefekte zu viel Oxalat produziert.

Therapeutische Blockade von IL-17A reduzierte im Mausmodell die Entzündung und mildert Nieren- und Herzschäden 

Im nächsten Schritt ging das Team der Frage nach, was passiert, wenn IL-17A gezielt blockiert wird. „Im Tiermodell verbesserten sich gleich mehrere Krankheitszeichen“, sagt Nicola Wilck. „Die Nieren der Mäuse funktionierten besser, Entzündungen und Fibrose gingen zurück und das Herz wurde weniger geschädigt. Damit beschreiben wir eine potenziell therapeutisch adressierbare Achse: Oxalat–IL-17A–kardiorenale Schädigung.“ Die Studie verbindet also erhöhte Oxalatspiegel mechanistisch mit IL-17A-vermittelter Entzündung, zellulärem Stoffwechsel und kardiorenaler Organschädigung.

„Unterm Strich zeigen unsere Ergebnisse, dass Oxalat nicht nur die Nieren schädigt, sondern über IL-17A und Entzündungsprozesse auch zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen kann“, fasst Erstautor Moritz Wimmer vom ECRC zusammen. „Oxalat kann somit nicht mehr nur als kristallbildender Stoff, der lokal die Nieren schädigt, betrachtet werden. Es ist vielmehr eine systemische Belastung für das Immunsystem und den Metabolismus.“

Neue Perspektiven für entzündungshemmende Therapien

Klinisch bedeutet das: Erhöhte Oxalatspiegel belasten möglicherweise nicht nur die Niere, sondern über Entzündungsprozesse auch direkt das Herz-Kreislauf-System. Somit könnte die Arbeit dazu beitragen, insbesondere nierenkranke Patientinnen und Patienten mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko besser zu identifizieren, Biomarker gezielter zu interpretieren und neue entzündungshemmende Therapiestrategien zu entwickeln.

Große Patientenkohorten sollen Erkenntnisse zu Oxalat und Herzrisiken bestätigen

Wie geht es weiter? Ko-Autoren der aktuellen Arbeit – Prof. Felix Knauf und sein Team von der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Mayo Clinic – konnten bereits in großen Patientenkohorten zeigen, dass Oxalatwerte bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion häufig erhöht sind. Zudem waren hohe Oxalatwerte mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen verbunden. In einem nächsten Schritt möchten die Forschenden nun untersuchen, ob die von ihnen identifizierten Entzündungsmechanismen auch in größeren Kohorten von Patientinnen und Patienten mit CKD nachweisbar sind. Dazu analysieren sie aktuell Daten zu systemischer Entzündung, CKD-Krankheitsverlauf und kardiovaskulären Komplikationen. Hendrik Bartolomaeus sagt: „Ein zentraler Aspekt wird sein, inwieweit die beobachtete IL-17A-vermittelte Entzündungsachse spezifisch für Oxalat ist. Vielleicht tragen auch bei anderen Ursachen für eine Nierenerkrankung ähnliche Mechanismen zur Entstehung kardiovaskulärer Schäden bei.“ Nicola Wilck ergänzt: „Langfristig möchten wir so besser verstehen, welche Entzündungswege bei chronisch geschädigter Niere therapeutisch adressierbar sind und welche Patientinnen und Patienten hiervon besonders profitieren könnten.“

Das Projekt wurde gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Sonderforschungsbereiche (SFB) 1365 "Renoprotection" und SFB 1470 „HFpEF“ sowie vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen des TAhRget Verbundprojekts.

Publikation: Moritz I Wimmer, Martin Reichel, Arne Thiele, Alex Yarritu, Ariana Matz-Rauch, Harithaa Anandakumar, Luisa Hernandez Götz, Till Robin Lesker, Olena Potapenko, Natnael Gebremedhin, Wibke Anders, Sarah V Liévano Contreras, Rongling Wang, Felix Behrens, Bernd Hoppe, Olivia Nonn, Gabriele G Schiattarella, Franz Schaefer, Johannes Holle, Till Strowig, Alma Zernecke, Kai-Uwe Eckardt, Felix Knauf, Nicola Wilck, Hendrik Bartolomaeus, Interleukin-17A mediates cardiorenal injury in oxalate nephropathy, Cardiovascular Research, 2026; cvag158, https://doi.org/10.1093/cvr/cvag158

das Oxalat leuchtet lila in der Aufnahme der Nierenrinde, die wie ein Hörnchen aussieht.
Eine oxalatreiche Ernährung löste bei Mäusen systemische Entzündungen und Herzschäden aus. Hier leuchtet das Oxalat als kristallbildender Stoff im polarisierten Licht in der Nierenrinde. © Martin Reichel / Charité - Universitätsmedizin Berlin

Mehr Wirksamkeit und Sicherheit für die CAR-T-Zelltherapie: Vogel Stiftung fördert Würzburger Forschung

Für seine Forschung an der Optimierung von CAR-T-Zelltherapien wird der Mediziner Dr. Lukas Scheller vom Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie an der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg mit 70.000 EUR von der Vogel Stiftung Dr. Eckernkamp gefördert.

Gunther Schunk übergibt großen Scheck an Lukas Scheller, daneben steht Michael Hudecek.
Scheckübergabe am 6. Juli 2026 am UKW-Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie, v.l.n.r.: Dr. Gunther Schunk (Vogel Stiftung), Dr. Lukas Scheller (Universitätsklinikum Würzburg), Prof. Dr. Michael Hudecek (Universitätsklinikum Würzburg). © Christina Bornschein / UKW

Würzburg. Die CAR-T-Zelltherapie hat die Behandlung von Blutkrebs und weiteren Erkrankungen revolutioniert: Körpereigene T-Zellen werden im Labor so verändert, dass sie Krebszellen gezielt erkennen und bekämpfen können. Begleitmedikamente können die Therapiewirkung jedoch verändern oder das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen. In dem von der Vogel Stiftung mit 70.000 Euro geförderten Projekt wird Dr. Lukas Scheller diese Zusammenhänge analysieren.

Viele Patientinnen und Patienten nehmen neben der CAR-T-Zelltherapie weiterhin ihre gewohnten Medikamente ein, die ihnen ihr Hausarzt verschrieben hat. Lukas Scheller geht der Frage nach, ob diese Medikamente die Wirkung und Sicherheit der CAR-T-Zelltherapie beeinflussen. „Wir freuen uns sehr über die Förderung der Vogel Stiftung. Sie ermöglicht es uns, den Einfluss bestimmter Medikamente auf den Therapierfolg zu verstehen und anschließend neue Lösungen entwickeln. Dazu gehört zum Beispiel, die Medikamente der Patientinnen und Patienten vor Beginn der Therapie anzupassen oder bestimmte Begleitmedikationen zu entwickeln,“ erklärt der Wissenschaftler.

Doch nicht nur der Therapieerfolg ist entscheidend, auch die Sicherheit der Patientinnen und Patienten steht im Fokus. So widmet sich Lukas Scheller der Frage, ob sich mögliche Nebenwirkungen der CAR-T-Zelltherapie bereits vor der Behandlung erkennen lassen. Dazu analysiert er Blutproben auf bestimmte körpereigene Stoffe, sogenannte Biomarker, die Hinweise auf ein erhöhtes Risiko geben können. Gleichzeitig erforscht er, wie Immunzellen und Blutgefäßzellen miteinander kommunizieren und welchen Einfluss diese Prozesse auf die Therapie mit CAR-T-Zellen haben.

Etablierte CAR-T-Zelltherapie soll noch wirksamer und sicherer werden

Das neue Projekt wird in den Laboren am von Prof. Michael Hudecek geleiteten Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie am Universitätsklinikum Würzburg durchgeführt. „Durch die Kombination aller Ergebnisse könnten wir die Ursachen von Wirkungen und Nebenwirkungen noch besser verstehen, sie frühzeitig erkennen und steuern, um die CAR-T-Zelltherapie noch wirksamer und sicherer zu machen,“ fasst der CAR-T-Zell-Experte zusammen. 

Dr. Gunther Schunk, Vorstandsvorsitzender der Vogel Stiftung betont bei der Scheckübergabe am Universitätsklinikum: „Die CAR-T-Zelltherapie zählt zu den vielversprechendsten Innovationen der modernen Krebsmedizin. Wir freuen uns, mit unserer Förderung dazu beizutragen, dass diese wirkungsvollen Forschungsansätze ausgeweitet, wissenschaftlich validiert und langfristig zum Nutzen der Patientinnen und Patienten weiterentwickelt werden können.“

Über den Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie

Der Mediziner Dr. Lukas Scheller forscht am Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie von Prof. Dr. Michael Hudecek an der von Prof. Dr. Hermann Einsele geleiteten Medizinischen Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg. Der Lehrstuhl arbeitet eng mit dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) WERA zusammen, um neue CAR-T-Zelltherapien möglichst schnell in die klinische Anwendung zu überführen.

Text: Christina Bornschein / UKW 

Gunther Schunk übergibt großen Scheck an Lukas Scheller, daneben steht Michael Hudecek.
Scheckübergabe am 6. Juli 2026 am UKW-Lehrstuhl für Zelluläre Immuntherapie, v.l.n.r.: Dr. Gunther Schunk (Vogel Stiftung), Dr. Lukas Scheller (Universitätsklinikum Würzburg), Prof. Dr. Michael Hudecek (Universitätsklinikum Würzburg). © Christina Bornschein / UKW

Hightech für scharfe Diagnosen: EyeSi-Simulatoren revolutionieren Lehre und augenärztliche Ausbildung am UKW

Zwei hochmoderne Simulatoren für Spaltlampenuntersuchung und Fundoskopie

Andreas Berlin steht zwischen den Simulatoren, an der Spaltlampe sitzt eine Aussistenzärztin.
Privatdozent Dr. Andreas Berlin, Oberarzt in der Würzburger Augenklinik, hat sich für die Anschaffung der Eyesi®-Simulatoren eingesetzt und bringt damit die Lehre und Ausbildung in der Augenheilkunde am UKW auf Top-Niveau. © Kirstin Linkamp / UKW
Studierende sitzt am Simulator für die Spaltlampe - der Patient ist ein schwarzes Kopfmodel. Im Hintergrund ist das Auge in groß auf einem Monitor zu sehen.
Die Eyesi®-Simulatoren für die Spaltlampenuntersuchung und indirekte Fundoskopie kombinieren reale Hardware mit virtueller Realität. Damit erhalten Lernende am UKW die Möglichkeit, unabhängig vom klinischen Alltag realistische Diagnostik-Situationen zu üben. © Kirstin Linkamp / UKW

Mit zwei Simulatoren für die Spaltlampenuntersuchung und indirekte Fundoskopie bringt das Uniklinikum Würzburg (UKW) die Lehre und Ausbildung in der Augenheilkunde auf Top-Niveau. Die EyeSi-Simulatoren kombinieren reale Hardware mit virtueller Realität. Dadurch können Lernende unabhängig vom klinischen Alltag realistische Diagnostik-Situationen üben.

Würzburg. Für Augenärztinnen und Augenärzte ist die Spaltlampe das, was für Internistinnen und Internisten das Stethoskop ist: ein zentrales Basisinstrument, das bei fast jeder Untersuchung zum Einsatz kommt. Durch die starke Vergrößerung und die spaltförmige Beleuchtung, mit der sich das Auge Schicht für Schicht durchleuchten lässt, ermöglicht die Spaltlampe die Untersuchung zahlreicher Strukturen des Auges. Mithilfe der Spaltlampe können beispielsweise Kratzer oder Infektionen der Hornhaut, der Graue Star der Linse oder die diabetische Retinopathie oder Makuladegeneration der Netzhaut diagnostiziert werden. Auch bei Entzündungen der Regenbogenhaut (Iritis) oder bei Verletzungen durch Fremdkörper liefert sie entscheidende Informationen.

Studierende für die Augenheilkunde begeistern

Umso wichtiger ist es deshalb, dass die Assistenzärztinnen und -ärzte in ihrer Ausbildung die Untersuchungen an der Spaltlampe trainieren und die Medizinstudierenden in ihrer Lehre ein Gefühl für die Augenheilkunde entwickeln. „Doch wie sollen wir die Studierenden für unser Fach begeistern, wenn für die Lehre nicht genügend Zeit an der Spaltlampe zur Verfügung steht?“, fragt Privatdozent Dr. Andreas Berlin vom Uniklinikum Würzburg (UKW). Im Vergleich zum Stethoskop sind Spaltlampen nicht nur eine knappe Ressource, sondern es ist auch sehr aufwendig, das Gerät zu bedienen bzw. den Nachwuchs an der Spaltlampe zu trainieren und dafür zu begeistern. 

Das Erlernen der Untersuchung findet häufig direkt im klinischen Alltag statt. Dieser ist jedoch oft sehr eng getaktet, sodass nur begrenzter Raum für eine strukturierte Anleitung und Übung bleibt. Hinzu kommt, dass die Vermittlung der Untersuchungstechniken stark von den jeweiligen Lehrenden abhängt. Der Bedarf an strukturierten, standardisierten Trainingsmöglichkeiten ist daher groß. 

EyeSi-Simulatoren für Spaltlampenuntersuchung und Fundoskopie

Andreas Berlin schafft nun Abhilfe dank der Unterstützung der Dr. Herbert-Brause-Stiftung, von Roche Pharma und Bayer Pharma sowie durch Mittel der Augenklinik des UKW. Der Oberarzt der Würzburger Augenklinik setzte sich für die Anschaffung von zwei Geräten ein, die wichtige Augenuntersuchungen simulieren. In der Lehrklinik am UKW wurden konkret eine EyeSi Slit Lamp für das Training von Spaltlampenuntersuchungen sowie ein EyeSi Indirect Simulator für die indirekte Fundoskopie aufgestellt. Bei der indirekten Fundoskopie, auch Ophthalmoskopie genannt, wird der Augenhintergrund untersucht, also die Netzhaut (Retina), die Aderhaut, die Gefäße und der Sehnervenkopf. Diese Untersuchung gilt als eine der schwierigsten Basisuntersuchungen, da sie optisch ungewohnt, motorisch komplex und didaktisch schlecht zu vermitteln ist – vor allem ohne strukturierte Trainingsmöglichkeiten.

Mit dem EyeSi Indirect Simulator lernen Studierende, Netzhauterkrankungen wie die diabetische Retinopathie, Netzhautablösungen oder die Makuladegeneration realitätsnah zu erkennen und die entsprechende Diagnostik zu üben. 

„Beide Simulatoren kombinieren reale Hardware –Haag-Streit-Spaltlampe und Heine-Kopfophthalmoskop - mit virtueller Realität. Die Lernenden erhalten objektives Feedback und können bestimmte Untersuchungen wiederholt trainieren, ohne den klinischen Alltag zu belasten“, so Berlin. 

Praktische Fertigkeiten vermitteln und theoretisches Wissen verbessern 

Der Facharzt hat nun ein Konzept für eine Summer- und Winter-School erarbeitet, in der interessierte Studierende und Berufseinsteiger an den Simulatoren in der Lehrklinik am UKW die wichtigsten Untersuchungen in der Augenheilkunde erlernen und üben können. An einer zusätzlichen echten Haag-Streit-Spaltlampe können sich die Teilnehmenden gegenseitig untersuchen und die virtuelle Realität zumindest auf gesunde Menschen übertragen. „Wer strukturiert und standardisiert das Gleiche lernt, der kann auch im Alltag bestehen. Dann wissen wir als leitende Ärzte, dass wir uns auf die praktischen Fähigkeiten und das theoretische Wissen des Nachwuchses verlassen können“, sagt Andreas Berlin. „Denn auch wenn ich weiß, wie ich das Auge untersuchen muss, werde ich nicht sehen, was es zu sehen gibt, wenn ich nicht weiß, was es zu sehen geben könnte.“

Erste Würzburger SummerSchool for Ophthalmology im September

Die erste SummerSchool for Ophthalmology findet vom 10. bis 12. September 2026 statt - exklusiv für Medizinstudierende aus Würzburg.

Die Teilnehmenden erwarten in den drei Tagen spannende Vorträge, High-End-Simulatortraining an den Eyesi®-Simulatoren für Spaltlampenuntersuchung und indirekte Ophthalmoskopie sowie intensive Hands-on-Workshops – alles unter persönlicher Anleitung erfahrener und engagierter Augenärztinnen und Augenärzte. In persönlichen Gesprächen erhalten die Medizinstudierenden ehrliche Einblicke in den klinischen Alltag, verschiedene Karrierewege und die Faszination eines der innovativsten Fächer der Medizin.

Entdecke die Vielfalt der Ophthalmologie und erlebe, warum Präzision, Technologie und Teamarbeit dieses Fach so besonders machen.

Bewerbungen sind bis zum 8. August 2026 möglich: https://tally.so/r/7REbrP

Andreas Berlin steht zwischen den Simulatoren, an der Spaltlampe sitzt eine Aussistenzärztin.
Privatdozent Dr. Andreas Berlin, Oberarzt in der Würzburger Augenklinik, hat sich für die Anschaffung der Eyesi®-Simulatoren eingesetzt und bringt damit die Lehre und Ausbildung in der Augenheilkunde am UKW auf Top-Niveau. © Kirstin Linkamp / UKW
Studierende sitzt am Simulator für die Spaltlampe - der Patient ist ein schwarzes Kopfmodel. Im Hintergrund ist das Auge in groß auf einem Monitor zu sehen.
Die Eyesi®-Simulatoren für die Spaltlampenuntersuchung und indirekte Fundoskopie kombinieren reale Hardware mit virtueller Realität. Damit erhalten Lernende am UKW die Möglichkeit, unabhängig vom klinischen Alltag realistische Diagnostik-Situationen zu üben. © Kirstin Linkamp / UKW

7.000 Euro für die Elterninitiative Regenbogen

Langjährige Verbundenheit kommt krebskranken Kindern zugute

Gruppenfoto vor einem Aufsteller der Elterninitiative Regenbogen. Eine Frau hält Geld in der Hand.
Martin und Stefanie Fischer, Monika Demmich (Elterninitiative Regenbogen), Ingrid Fischer (von links). Foto: Denise Lampert

Würzburg/Unterwaldbehrungen. Im Gedenken an Hubert Fischer ist eine Spende von 7.000 Euro für die Elterninitiative Regenbogen Würzburg e.V. zusammengekommen. Der langjährige Tünchermeister aus der Rhön und ehemalige Seniorchef des Malerbetriebs Maler Fischer in Bastheim-Unterwaldbehrungen verstarb im Mai 2026 im Alter von 88 Jahren.

Auf Wunsch der Familie wurde anstelle von Blumen und Kränzen um Spenden für die Elterninitiative Regenbogen gebeten. Durch die große Spendenbereitschaft der Trauergäste sowie das Engagement seiner Frau Ingrid Fischer und des Malerbetriebs Fischer kam die Spendensumme von 7.000 Euro zusammen.

Familie Fischer und ihr Betrieb sind der Elterninitiative seit vielen Jahren verbunden. Bereits 2010 überreichte Maler Fischer 100 Geschenke anlässlich des 100-jährigen Betriebsjubiläums an die Kinder auf den onkologischen Stationen der Universitäts-Kinderklinik und unterstützte den Verein mit einer Spende. Ein Jahr später folgte eine weitere Aktion, hierbei wurden Kochschürzen für die Koch- und Backnachmittage auf den Stationen übergeben. Diese gehören bis heute zum pädagogischen Angebot, gemeinsam mit den Erziehern bereiten die Kinder dabei ihre Wunschgerichte zu und erleben für einige Stunden einen möglichst unbeschwerten Klinikalltag.

Auch die aktuelle Spende kommt unmittelbar den Kindern und ihren Familien zugute. Die Elterninitiative Regenbogen wird damit Angebote finanzieren, die den Alltag auf den drei kinderonkologischen Stationen der Universitäts-Kinderklinik bereichern. Dazu zählen unter anderem die Sport- und Musiktherapie sowie die regelmäßigen Besuche der Klinikclowns. Sie schaffen Momente der Abwechslung und unterstützen die Kinder während ihrer oft langen Behandlungszeit.

Seit mehr als 40 Jahren begleitet die Elterninitiative Regenbogen Würzburg e.V. Familien mit krebskranken Kindern und Jugendlichen und unterstützt die Versorgung auf den Stationen mit zusätzlichen Angeboten, die über die medizinische Behandlung hinausgehen.

Die Elterninitiative Regenbogen bedankt sich herzlich bei Ingrid Fischer, der Firma Maler Fischer und allen Trauergästen für ihre großzügige Unterstützung und die langjährige Verbundenheit.

 

 

Pressemitteilung von Nadine Kempa für die Elterninitiative Regenbogen e.V. vom 09.07.2026
 

Gruppenfoto vor einem Aufsteller der Elterninitiative Regenbogen. Eine Frau hält Geld in der Hand.
Martin und Stefanie Fischer, Monika Demmich (Elterninitiative Regenbogen), Ingrid Fischer (von links). Foto: Denise Lampert

Zwei Jahre Geschwisterclub in Würzburg

Gesundheitsamt und Elterninitiative Regenbogen ziehen Bilanz.

 

Gruppenfoto der Projektbeteiligten, welche Blumensträuße und Bilderrahmen halten.
Die Projektbeteiligten Heidrun Grauer, Dr. Lisa Schubert, Annegret Schreyer, Dr. Nicole Eberbach, Thomas Eberth, Wibke Schmidt, Prof. Dr. Matthias Eyrich und Monika Demmich (von links). Foto: Nadine Kempa

Würzburg. Vor rund zwei Jahren riefen die Uniklinik Würzburg, das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Würzburg sowie die Elterninitiative Regenbogen e.V. gemeinsam das Projekt „Geschwisterclub“ ins Leben.

Im Mittelpunkt stehen Geschwister krebskranker Kinder ab sechs Jahren. Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, betrifft das die gesamte Familie. Auch die Geschwister stehen vor besonderen Herausforderungen und erleben häufig belastende Situationen.

Der Geschwisterclub orientiert sich an den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder. Er bietet Raum für den Austausch mit anderen betroffenen Geschwistern, unterstützt sie im Umgang mit belastenden Situationen und stärkt sie darin, ihre eigenen Ressourcen zu entdecken. Die Angebote sind auf unterschiedliche Altersgruppen und Bedürfnisse abgestimmt.

In den vergangenen zwei Jahren entwickelten Annegret Schreyer (Uni-Kinderklinik) und Wibke Schmidt (Gesundheitsamt) ein vielseitiges Programm. Dazu gehörten kreative und spielerische Nachmittage ebenso wie der Geschwistertreff mit einem mehrteiligen Workshop, bei dem die Kinder über mehrere Termine hinweg gezielt pädagogisch begleitet wurden.

Am vergangenen Sonntag zogen Landrat Thomas Eberth sowie Vertreter der Elterninitiative Regenbogen, des Gesundheitsamtes und der Uni-Kinderklinik Bilanz über das Projekt. Dank des Geschwisterclubs konnten viele Kinder individuell begleitet und gefördert werden und auch bei den betroffenen Familien war die Resonanz durchweg positiv.

Nach zwei erfolgreichen Jahren, in denen das Projekt auch von den gesetzlichen Krankenkassen gefördert wurde, fand am Sonntag die Jubiläumsfeier statt.

Der Geschwisterclub hat sich in dieser Zeit als fester und unverzichtbarer Bestandteil des Angebots der Elterninitiative Regenbogen etabliert. Der Verein hat daher beschlossen, den Geschwisterclub auch künftig fortzuführen und aus Spendengeldern zu finanzieren.

 


Pressemitteilung von Nadine Kempa für die Elterninitiative Regenbogen e.V. vom 09.07.2026
 

Gruppenfoto der Projektbeteiligten, welche Blumensträuße und Bilderrahmen halten.
Die Projektbeteiligten Heidrun Grauer, Dr. Lisa Schubert, Annegret Schreyer, Dr. Nicole Eberbach, Thomas Eberth, Wibke Schmidt, Prof. Dr. Matthias Eyrich und Monika Demmich (von links). Foto: Nadine Kempa

Würzburger Schmerz-Expertise im Wissensmagazin GEO

Die aktuelle Ausgabe des Reportagemagazins GEO (07/2026) widmet ihr Titelthema neuen Forschungs- und Therapieansätzen bei chronischen Schmerzen. Für die wissenschaftlich-medizinischen Inhalte kommen sieben Expertinnen und Experten des Uniklinikums Würzburg aus der Klinischen Forschungsgruppe KFO5001 ResolvePAIN unter Leitung von Prof. Dr. Heike Rittner zu Wort.

 

grünes Cover der Zeitschrift GEO auf der sich eine Frau vor Schmerzen die Haare rauft
Für das Titelthema zu chronischen Schmerzen recherchierte das populärwissenschaftliche Magazin GEO am Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) des Uniklinikums Würzburg. © Heike Rittner / UKW

Würzburg. „Hilfe bei chronischen Schmerzen. Neue Therapien für Körper und Seele“ – so lautet das Titelthema der Juli-Ausgabe des in Hamburg erscheinenden Reportagemagazins GEO. Getragen wird die Heftstrecke von einem 21-seitigen Beitrag über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und neue Behandlungskonzepte. Hinzu kommen konkrete Fallbeispiele von Jugendlichen bis zu Seniorinnen und Senioren mit verschiedenen Schmerzerkrankungen – unter anderem dem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS). Die Inhalte wurden von den GEO-Wissenschaftsjournalisten am Uniklinikum Würzburg (UKW) recherchiert. So werden zum einen die Krankengeschichten von dortigen Schmerzpatientinnen und -patienten erzählt. Zum anderen kommen sieben Expertinnen und Experten des UKW zu Wort, die sich in der Klinischen Forschungsgruppe KFO5001 ResolvePain aus unterschiedlichen Fachperspektiven mit chronischen Schmerzen beschäftigen. Ihre Kompetenzen laufen im Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) des UKW zusammen – laut dem GEO-Artikel die größte Schmerzklinik Deutschlands. 

Unterstützt von den Aussagen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schildert die Reportage exemplarisch für die interdisziplinäre Arbeit von ResolvePAIN die Messung an Nervenfasern mittels Mikroneurografie (Prof. Dr. Barbara Namer, Anästhesiologie), die hochtechnologische Visualisierung von Spinalganglien als Teil der Schmerzverarbeitung (Dr. Magnus Schindehütte, Neuroradiologie) sowie die Schmerzentstehung durch fehlgeleitete Immunreaktionen (Prof. Dr. Kathrin Doppler, Neurologie). Es wird zudem deutlich, dass die Angst vor Bewegung zu einem Erlernen von Schmerzen führen kann (Stefan Lindner, Anästhesiologie) – und dass soziale Faktoren Schmerzen (Prof. Dr. Grit Hein, Psychiatrie) dämpfen oder auch verschärfen können. Als therapeutische Einrichtung stellt der Artikel die Schmerztagesklinik der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des UKW vor. Dort wird chronischer Schmerz als komplexes, den ganzen Menschen betreffendes Geschehen wahrgenommen und entsprechend therapiert.

Text: Pressestelle UKW
 

 

grünes Cover der Zeitschrift GEO auf der sich eine Frau vor Schmerzen die Haare rauft
Für das Titelthema zu chronischen Schmerzen recherchierte das populärwissenschaftliche Magazin GEO am Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) des Uniklinikums Würzburg. © Heike Rittner / UKW