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Hohe Auszeichnung für Heike Rittner: Würzburger Schmerzforscherin gehört nun der Leopoldina an

Heike Rittner, Inhaberin des Lehrstuhls für Schmerzmedizin an der Universitätsmedizin Würzburg, wurde in die Nationale Akademie der Wissenschaften aufgenommen

Porträtbild von Heike Rittner - sie trägt schwarzen Rolli, schwarzes Jacket und ein Tuch um den Hals
Die Würzburgerin Prof. Dr. Heike Rittner, Inhaberin des ersten Lehrstuhls für Schmerzmedizin in Deutschland, wurde in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen. © Daniel Peter / UKW

Würzburg. Die Aufnahme in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina habe sie unendlich gefreut, sagt Prof. Dr. Heike Rittner. „Eine Mitgliedschaft in der ehrwürdigen und renommierten Gelehrtenakademie ist die größte Anerkennung und wichtigste Auszeichnung für meine wissenschaftliche Leistung, die es hierzulande gibt. Darüber hinaus gibt sie meinem Forschungsgebiet, dem Schmerz, mehr Sichtbarkeit.“ 

Heike Rittner gründete 2017 das Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) und leitet seit 2023 Deutschlands ersten Lehrstuhl für Schmerzmedizin. Meilenstein war die Bewilligung der DFG-geförderten Klinischen Forschungsgruppe KFO5001 „ResolvePAIN“, in der die Mechanismen der Schmerzauflösung erforscht werden.

Schmerzmedizin braucht mehr politische Aufmerksamkeit und bessere Rahmenbedingungen

Als Fachärztin für Anästhesiologie, Schmerztherapeutin und Wissenschaftlerin am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) hofft sie, mit ihrer Mitgliedschaft, neue Impulse für die Schmerzmedizin zu setzen und dazu beizutragen, das Thema chronischer Schmerz in Wissenschaft, Gesundheitspolitik und Gesellschaft stärker zu verankern. 

Angesichts der wachsenden Bedeutung chronischer Schmerzen, insbesondere bei Erkrankungen des Bewegungsapparats und im Zusammenhang mit psychischer Belastung sieht Heike Rittner großen Handlungsbedarf. Denn trotz der hohen Zahl chronisch schmerzkranker Menschen sei die Versorgung vielerorts unzureichend und durch die Krankenhausreform mehr denn je gefährdet. „Evidenzbasierte, interdisziplinäre Schmerztherapien werden im derzeitigen Vergütungssystem oft benachteiligt, während invasive Eingriffe mit teils begrenztem Nutzen häufig attraktiver vergütet werden“, sagt Rittner. 

Ganzheitlicher Blick: Molekül, Mechanismen, Mensch und Miteinander

Ihr zufolge befindet sich die Schmerzforschung derzeit in einer besonders dynamischen Phase. Denn erste Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung der vergangenen zwei Jahrzehnte gelangen nun in die klinische Anwendung. Neue Wirkstoffe und molekular zielgerichtete Therapien eröffnen vielversprechende Perspektiven. Fortschritte sind jedoch nur möglich, wenn moderne Medikamente mit einem ganzheitlichen Behandlungsansatz verbunden werden, der auch psychische Faktoren, Behandlungserwartungen sowie die Lebenssituation der Patientinnen und Patienten berücksichtigt.

Genau dieser ganzheitliche Ansatz macht das Fachgebiet Schmerz so besonders. „Er zwingt uns, klein und gleichzeitig groß zu denken: von Molekülen und biologischen Mechanismen bis hin zum Menschen mit seiner psychischen, sozialen und beruflichen Lebenssituation, also dem Miteinander“, erklärt Heike Rittner. Gerade chronischer Schmerz ist das Ergebnis eines engen Zusammenspiels von körperlichen Prozessen, Gehirn, Psyche und sozialem Umfeld. Deshalb müssen Forschung und Therapie all diese Ebenen gemeinsam berücksichtigen.

Schmerz ist ein gesellschaftliches Phänomen

Heike Rittner freut sich auch deshalb über ihre Mitgliedschaft in der Leopoldina. Zwar ist sie der Fachsektion „Chirurgie, Orthopädie und Anästhesiologie“ zugeordnet, doch der fachübergreifende Austausch zwischen den 28 Fachsektionen und den vier Klassen Mathematik, Natur- und Technikwissenschaften, Lebenswissenschaften und Medizin sowie Geistes-, Sozial- und Verhaltenswissenschaften zählt zu den zentralen Aufgaben der Nationalen Akademie der Wissenschaften. Gerade für ihre interdisziplinäre Schmerzforschung eröffnet sich dadurch eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Vernetzung und zum wissenschaftlichen Dialog. „Schmerz ist kein rein medizinisches Thema, sondern ein gesellschaftliches Phänomen. Deshalb brauchen seine Erforschung und Behandlung unterschiedliche wissenschaftliche Perspektiven“, betont Heike Rittner.

Werdegang von Prof. Dr. Heike Rittner 

Heike Rittner wurde 1968 in Berlin geboren und wuchs in Oldenburg in Niedersachsen auf. Nach ihrem Medizinstudium in Wien und Würzburg und weiteren Ausbildungsstationen, unter anderem an den Universitäten Yale und Basel, führte ihr wissenschaftlicher Weg sie zunächst an die Mayo Clinic in Rochester (USA). Über die Charité – Universitätsmedizin Berlin, wo sie den Grundstein für ihre Karriere in der Schmerzforschung legte, wechselte sie im Jahr 2008 an die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie das Universitätsklinikum Würzburg (UKW). Zu diesem Zeitpunkt verfügte das UKW bereits über eine der ersten Schmerzambulanzen in Deutschland sowie eine universitäre Schmerztagesklinik. Die Fachärztin für Anästhesiologie baute diesen Schwerpunkt sukzessive zum Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) aus, welches sie seit 2017 leitet. Im Jahr 2020 bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) die von ihr und Prof. Dr. Claudia Sommer geleitete Klinische Forschungsgruppe KFO 5001 ResolvePAIN, in der sie die molekularen Mechanismen der Schmerzauflösung besser verstehen wollen, um personalisierte und passgenaue Therapien zu entwickeln. 2021 wurde Heike Rittner auf die W2 Professur für klinische und experimentelle Schmerztherapie berufen und 2023 übernahm sie den neu eingerichteten und in Deutschland einzigartigen Lehrstuhl für Schmerzmedizin. Ihre Spezialgebiete sind entzündlicher und neuropathischer Schmerz, Barrieren als Schutz für das Nervensystem, sowie persistierende Schmerzen nach Operationen und das komplexe, regionale Schmerzsyndrom. Seit 2025 ist sie Prodekanin und gehört dem Fakultätsvorstand an. Heike Rittner ist verheiratet, Mutter von drei Kindern und lebt mit der Familie in Würzburg.

Porträt von Heike Rittner in der UKW-Serie #WomenInScience: Universitätsklinikum Würzburg: Forschung: WomenInScience – Prof. Dr. Heike Rittner

Über die Leopoldina: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina zählt zu den ältesten und renommiertesten Wissenschaftsakademien der Welt. Als „Academia Naturae Curiosorum" 1652 in Schweinfurt gegründet, beschäftigten sich die ersten Mitglieder der „Akademie der Naturforscher“ vor allem mit medizinischen und naturwissenschaftlichen Fragen und trugen wesentlich zur wissenschaftlichen Aufklärung bei. Bis heute steht die Leopoldina, die seit 1878 ihren Hauptsitz in Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) hat, für wissenschaftliche Exzellenz und interdisziplinären Austausch. Um ihre Stärke der Akademie zu erhalten, wählt die Leopoldina jedes Jahr in einem mehrstufigen Auswahlverfahren etwa 50 neue Mitglieder. Die rund 1.700 Mitglieder aus mehr als 30 Ländern sind in Fachsektionen organisiert, die wiederum vier Klassen mit den Schwerpunkten Naturwissenschaften, Lebenswissenschaften, Medizin sowie Verhaltens-, Sozial- und Geisteswissenschaften zugeordnet sind. Unabhängig von wirtschaftlichen oder politischen Interessen erarbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gesellschaftlich relevante Zukunftsthemen und beraten die deutsche Politik und internationale Institutionen in wichtigen Fragen. Ihre Stellungnahmen zu Themen wie Gesundheit, Klimawandel oder Technologie haben großes Gewicht. Darüber hinaus setzt sich die Leopoldina für die Achtung der Menschenrechte ein. 

Porträtbild von Heike Rittner - sie trägt schwarzen Rolli, schwarzes Jacket und ein Tuch um den Hals
Die Würzburgerin Prof. Dr. Heike Rittner, Inhaberin des ersten Lehrstuhls für Schmerzmedizin in Deutschland, wurde in die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina aufgenommen. © Daniel Peter / UKW

ResolvePAIN Summer School 2026: „Translating Pain: From Mechanisms to Meaning“

Vom 14. bis 16. Juli 2026 begrüßte die Klinische Forschungsgruppe KFO 5001 (ResolvePAIN) Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus Deutschland und dem Ausland zur ResolvePAIN Summer School „Translating Pain: From Mechanisms to Meaning“ in Würzburg.

Das ResolvePAIN Junior Council gemeinsam mit Prof. Dr. med. Heike Rittner und Prof. Dr. med. Claudia Sommer nach dem erfolgreichen Abschluss der ResolvePAIN Summer School 2026.

Organisiert vom Junior Council der KFO 5001 bot die dreitägige Veranstaltung eine interdisziplinäre Plattform für wissenschaftlichen Austausch, fachliche Weiterbildung und internationale Vernetzung in der Schmerzforschung.

Wissenschaftlicher Austausch über Disziplinen hinweg

Das Programm vereinte Keynote-Vorträge international renommierter Expertinnen und Experten mit interaktiven Seminaren, einer Podiumsdiskussion zur guten wissenschaftlichen Praxis, Data-Blitz-Sessions und einer Postersession der Teilnehmenden. Die Themen spannten den Bogen von molekularen Mechanismen und neuroimmunologischen Prozessen über bildgebende Verfahren bis hin zu translationalen Modellen und klinischen Fragestellungen. So bot die Summer School vielfältige Einblicke in aktuelle Entwicklungen der modernen Schmerzforschung und förderte den Austausch zwischen unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen.

Nachwuchs fördern, Netzwerke stärken

Auch außerhalb des wissenschaftlichen Programms standen Begegnung und Vernetzung im Mittelpunkt. Bei einer Führung durch den historischen Weinkeller der Würzburger Residenz und dem gemeinsamen Conference Dinner boten sich zahlreiche Gelegenheiten, fachliche Kontakte zu knüpfen und den internationalen Austausch zu vertiefen.

Mit der Summer School schafft die KFO 5001 gezielt Raum für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und den interdisziplinären Austausch in der Schmerzforschung. Ein besonderer Dank gilt allen Referierenden, Teilnehmenden, Organisierenden sowie dem Sponsor Grünenthal. Besonders hervorzuheben ist das große Engagement des Junior Council, das die Planung und Durchführung der Summer School mit viel Einsatz und Begeisterung ermöglicht hat.

Das ResolvePAIN Junior Council gemeinsam mit Prof. Dr. med. Heike Rittner und Prof. Dr. med. Claudia Sommer nach dem erfolgreichen Abschluss der ResolvePAIN Summer School 2026.

KFO 5001 beim Annual Meeting der Peripheral Nerve Society 2026

Vom 13. bis 16. Juni 2026 fand in Maastricht, Niederlande, das Annual Meeting der Peripheral Nerve Society (PNS) statt. Die internationale Fachkonferenz zählt zu den wichtigsten Veranstaltungen auf dem Gebiet der Erforschung und Behandlung peripherer Nervenerkrankungen und bringt jährlich führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Klinikerinnen und Kliniker aus aller Welt zusammen.

Links: Prof. Dr. med. Claudia Sommer mit ihrem Namensschild als „President-Elect“ beim PNS Annual Meeting 2026. Rechts: Mitglieder der KFO 5001 auf der Konferenz.

KFO 5001 mit zahlreichen wissenschaftlichen Beiträgen vertreten

Die Klinische Forschungsgruppe (KFO) 5001 war auch in diesem Jahr mit zahlreichen Beiträgen im wissenschaftlichen Programm vertreten. Early-Career-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse in Posterbeiträgen, während Senior Scientists ihre Arbeiten in wissenschaftlichen Vorträgen vorstellten.

Die Beiträge spiegelten die thematische Breite der Forschungsaktivitäten innerhalb des Konsortiums wider und unterstrichen zugleich die wichtige Rolle des wissenschaftlichen Nachwuchses für die Weiterentwicklung der Forschung zu peripheren Neuropathien.

Internationaler Austausch und neue Impulse

Auch Senior-Mitglieder des Konsortiums, darunter Prof. Dr. med. Heike Rittner, beteiligten sich aktiv am wissenschaftlichen Programm. Die Konferenz bot damit eine wertvolle Plattform für den fachlichen Austausch, die Vernetzung mit internationalen Forschungspartnern und die Diskussion neuer wissenschaftlicher Entwicklungen.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Programms standen innovative Forschungsansätze, interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die Translation wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Anwendung.

Weitere Informationen zum Annual Meeting finden Sie auf der Website der Peripheral Nerve Society.

Links: Prof. Dr. med. Claudia Sommer mit ihrem Namensschild als „President-Elect“ beim PNS Annual Meeting 2026. Rechts: Mitglieder der KFO 5001 auf der Konferenz.

Besuch von Prof. Dr. Peter Grace in der Klinischen Forschungsgruppe ResolvePAIN

Die Klinische Forschungsgruppe 5001 (KFO 5001) „ResolvePAIN“ freut sich, Prof. Dr. Peter Grace vom University of Texas MD Anderson Cancer Center in Houston, Texas, USA, vom 9. bis 11. Juni 2026 am Universitätsklinikum Würzburg begrüßen zu dürfen.

Prof. Dr. Peter Grace

Wissenschaftlicher Austausch am Universitätsklinikum Würzburg

Im Rahmen seines Aufenthalts wird Prof. Grace mit Principal Investigators sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der KFO 5001 und weiterer Einrichtungen des Universitätsklinikums Würzburg in den wissenschaftlichen Austausch treten. Das Besuchsprogramm umfasst unter anderem Gespräche mit Fakultätsmitgliedern, Besuche des Zentrums für Interdisziplinäre Schmerzmedizin sowie weiterer Forschungseinrichtungen. Darüber hinaus ist eine eigene Session mit Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern vorgesehen, die dem Austausch über aktuelle Entwicklungen und zukünftige Perspektiven der Neuroimmunologie und Schmerzforschung dient.

Vortrag zu autoimmunologischen Mechanismen neuropathischer Schmerzen

Ein zentraler Programmpunkt ist der wissenschaftliche Vortrag von Prof. Grace am 10. Juni 2026 mit dem Titel „Dead cells and dangerous IgG: autoimmune signaling driving neuropathic pain“. Darin wird er aktuelle Erkenntnisse zu autoimmunologischen Signalwegen vorstellen, die an der Entstehung und Persistenz neuropathischer Schmerzen beteiligt sind. Im Fokus stehen neuroimmunologische Interaktionen sowie neue therapeutische Strategien zur Behandlung chronischer Schmerzsyndrome.

Internationale Expertise in Neuroimmunologie und Schmerzforschung

Prof. Grace ist Associate Professor und derzeit kommissarischer Leiter („Chair ad interim“) des Department of Symptom Research am MD Anderson Cancer Center. Darüber hinaus leitet er den Preclinical Neurobehavioral Core und fungiert als Associate Lead des Cancer Neuroscience Program.

Seine wissenschaftliche Ausbildung absolvierte Prof. Grace im Fach Pharmakologie an der University of Adelaide, Australien. Anschließend forschte er im Rahmen eines Postdoktorandenstipendiums im Bereich Neuroimmunologie an der University of Colorado Boulder, USA. Seine Forschung konzentriert sich auf neuroinflammatorische Mechanismen chronischer Schmerzen und deren therapeutische Modulation mit dem Ziel, grundlegende neuroimmunologische Erkenntnisse in präzisionsmedizinische Ansätze zu überführen.

Forschung zu nicht-opioiden Therapieansätzen

Die Arbeiten von Prof. Grace haben wesentlich zur Identifizierung neuer molekularer Angriffspunkte für nicht-opioide Schmerztherapien beigetragen. Seine Forschungsergebnisse wurden in renommierten internationalen Fachzeitschriften publiziert, darunter Science Translational Medicine, Nature Biotechnology und PNAS. Darüber hinaus engagiert er sich intensiv in der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie in der interdisziplinären Vernetzung innerhalb der Neuroimmunologie und Schmerzforschung.

Auszeichnungen und wissenschaftliches Engagement

Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde Prof. Grace mit mehreren renommierten Auszeichnungen geehrt, darunter dem Rita Allen Foundation Scholar Award in Pain sowie dem MD Anderson Excellence in Leadership Award. Zudem ist er als Associate Editor der Fachzeitschrift Brain, Behavior, and Immunity sowie als Section Editor von Pain Reports tätig.

Prof. Dr. Peter Grace

Hands-On Classes 2026: Trainingsreihe gestartet

Mit vier parallel laufenden Kursen ist am 30. Januar 2026 die neue Runde der Hands-On Classes unserer Klinischen Forschungsgruppe gestartet. Insgesamt umfasst das Programm fünf Trainingstage im Jahresverlauf, an denen jeweils drei bis vier praxisorientierte Kurse angeboten werden.

Hands-On und hautnah: Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler entwickelten ihre methodischen Fähigkeiten in Projektmanagement und Präsentation weiter

Die Trainings richten sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und vermitteln zentrale methodische Kompetenzen aus dem Spektrum der Forschungsprojekte. In kleinen Gruppen erhalten die Teilnehmenden Einblicke in experimentelle und klinische Techniken, diskutieren Studiendesigns und profitieren vom direkten Austausch mit den Principal Investigators (PIs).

Von Schmerzdiagnostik bis Machine Learning

Das wissenschaftliche Portfolio deckt ein breites Methodenspektrum ab – von präklinischen Verhaltensmodellen und klinischer Schmerzdiagnostik (u. a. Quantitative Sensorische Testung, C-Faser-Analyse) über moderne Zellkultur- und Bildgebungsverfahren bis hin zu RNA-Sequenzierung, maschinellem Lernen, MRT-basierten Analysen und elektrophysiologischen Methoden.

Neu im Programm sind Kurse zu überfachlichen Kompetenzen, darunter wissenschaftliches Projektmanagement, wirkungsvolle Präsentationsformate sowie die Entwicklung klarer Abbildungen und grafischer Abstracts.

Mit dem modular aufgebauten Trainingskonzept stärkt die Klinische Forschungsgruppe gezielt methodische Fähigkeiten, interdisziplinären Austausch und die Vorbereitung auf eigenständige wie kollaborative Forschungsprojekte.

Hands-On und hautnah: Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler entwickelten ihre methodischen Fähigkeiten in Projektmanagement und Präsentation weiter

Erfolgreicher Auftakt der zweiten Förderperiode: Rückblick auf das Jahr 2025

Mit dem Abschluss des ersten Jahres der zweiten Förderperiode kann die Klinische Forschungsgruppe KFO5001 auf ein ausgesprochen produktives Jahr 2025 zurückblicken.

Prof. Dr. med. Heike Rittner und Dr. Ankita Rawat präsentieren ihre Forschungsergebnisse. Auf einem großen Bildschirm an der Wand läuft eine Powerpoint-Präsentation. Etwa 25 Zuhörerinnen und Zuhörer folgen dem Vortrag.
Letzter Jour Fixe des Jahres 2025: Prof. Dr. med. Heike Rittner und Dr. Ankita Rawat, Postdoktorandin in Projekt 8 und Empfängerin des KFO5001 Early Career Development Fellowship, präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse.

Die Aktivitäten waren geprägt von substantiellen wissenschaftlichen Fortschritten, dem Ausbau internationaler Kooperationen sowie dem weiteren Wachstum der Forschungscommunity. Insgesamt traten 32 neue Mitglieder aus allen Karrierestufen der KFO5001 bei. Den Auftakt der neuen Förderperiode bildete ein Kick-Off-Meeting mit Referentinnen und Referenten der Universität Utrecht sowie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Wissenschaftliche Leistungen und strukturelle Weiterentwicklung

Zur Stärkung der Governance-Strukturen wurden das Steering Committee sowie das Gleichstellungs-, Diversitäts- und Inklusionskomitee (EDI) neu eingerichtet. Der Junior Council wurde turnusgemäß neu gewählt und setzt seine Arbeit zur Mitgestaltung gemeinschaftlicher Aktivitäten fort. Wissenschaftlich spiegelt sich die Dynamik der Forschungsgruppe in 19 gemeinsamen Publikationen wider. Zudem präsentierten Mitglieder ihre Forschungsergebnisse auf internationalen Fachkongressen, darunter das Annual Meeting der Peripheral Nerve Society (PNS), der International Congress on Neuropathic Pain (NeuPSIG), das Annual Meeting der Society for Neuroscience (SfN) sowie weitere nationale und internationale Veranstaltungen.

Mehrere Mitglieder der KFO5001 wurden im Berichtsjahr für ihre Leistungen ausgezeichnet:

  • Dr. Anna-Lena Wießler erhielt den SfN Trainee Professional Development Award,
  • Dr. Julia Grüner wurde auf der NeuPSIG 2025 mit einem Posterpreis geehrt,
  • Dr. Ankita Rawat wurde mit einem internen Early Career Development Fellowship gefördert, um neue Forschungsansätze zu entwickeln.

Internationaler Austausch und Ausblick

Auch der internationale wissenschaftliche Austausch wurde weiter intensiviert. Die KFO5001 begrüßte sechs Gastwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und beteiligte sich am deutsch-chinesischen Symposium „Translational Neuroscience of Approach and Avoidance“ in Guangzhou. Parallel dazu wuchs das klinische Profil der Forschungsgruppe: Zwischen Juli und Oktober 2025 traten sieben neue Clinician Scientists der KFO5001 bei und stärken seither die Verzahnung klinischer Expertise mit experimenteller Forschung.

Für das Jahr 2026 sind weitere Aktivitäten geplant. Die Hands-on-Kurse für das kommende Jahr sind bereits terminiert, die Anmeldung ist geöffnet, und es stehen noch wenige Plätze zur Verfügung. Darüber hinaus sind alle Mitglieder eingeladen, sich den Termin der ResolvePAIN Summer School vom 14. bis 16. Juli 2026 vorzumerken sowie am neu etablierten Career Mentor Program teilzunehmen, das vom EDI-Komitee organisiert wird.

Ergänzend zu den wissenschaftlichen Aktivitäten baut die KFO5001 ihre digitale Präsenz weiter aus und ist seit Kurzem auf der Plattform BlueSky vertreten. Dort werden regelmäßig Neuigkeiten aus der Community sowie besondere Erfolge der Mitglieder veröffentlicht.

Insgesamt unterstreicht das erste Jahr der zweiten Förderperiode die hohe wissenschaftliche Dynamik und das Engagement der beteiligten Forschenden – eine solide Grundlage für die kommenden Jahre der gemeinsamen Forschung.

Prof. Dr. med. Heike Rittner und Dr. Ankita Rawat präsentieren ihre Forschungsergebnisse. Auf einem großen Bildschirm an der Wand läuft eine Powerpoint-Präsentation. Etwa 25 Zuhörerinnen und Zuhörer folgen dem Vortrag.
Letzter Jour Fixe des Jahres 2025: Prof. Dr. med. Heike Rittner und Dr. Ankita Rawat, Postdoktorandin in Projekt 8 und Empfängerin des KFO5001 Early Career Development Fellowship, präsentieren aktuelle Forschungsergebnisse.

Wie Schmerzverarbeitung visualisiert werden kann: Prof. Allan Basbaum hielt Gastvortrag in der KFO 5001

Am 27. Oktober 2025 hieß die ResolvePAIN Klinische Forschungsgruppe Prof. Allan Basbaum, Chair des Department of Anatomy an der University of California, San Francisco (UCSF) zu einem Gastvortrag willkommen.

Unter dem Titel „Imaging pain processing in the brain and spinal cord of the awake behaving animal“ referierte Prof. Basbaum über neueste Ansätze zur Visualisierung schmerzbezogener neuronaler Aktivität und gab wertvolle Einblicke in molekulare und neuronale Mechanismen der Schmerz- und Juckreizverarbeitung.

Vortrag in einem Seminarraum. Dr. Annemarie Sodmann, Postdoktorandin der ResolvePAIN, steht vor den Zuhörenden und erläutert ihre Präsentation. In der ersten Reihe sitzt Prof. Allan Basbaum.
Im Rahmen seines Besuchs nahm Prof. Allan Basbaum auch am Early Career Scientists Meeting der KFO 5001 teil und informierte sich über das laufende Projekt von Dr. Annemarie Sodmann, Postdoktorandin der ResolvePAIN.

Im Rahmen seines Besuchs führte Prof. Basbaum angeregte wissenschaftliche Diskussionen mit Professorinnen und Professoren und Early Career Scientists des ResolvePAIN-Teams. Gemeinsam wurden Möglichkeiten für eine zukünftige Zusammenarbeit ausgelotet. Bei einem Besuch der Laboreinrichtungen lernte Prof. Basbaum die laufenden translationalen Schmerzforschungsprojekte in Würzburg kennen.

Prof. Allan Basbaum begann seine Schmerzforschung an der McGill University. Er promovierte in Neurowissenschaften an der University of Pennsylvania und absolvierte seine Postdoc-Zeit in London. Seine aktuelle Forschung konzentriert sich auf periphere und zentrale Mechanismen des Nervensystems, die zur Entstehung chronischer Schmerzen nach Gewebe- oder Nervenverletzungen beitragen. Prof. Basbaum Mitglied der U.S. National Academy of Medicine, der U.S. National Academy of Sciences sowie Fellow der Royal Society (FRS) im Vereinigten Königreich. Zudem war er Chefredakteur der Fachzeitschrift PAIN der International Association for the Study of Pain (IASP).

Sein Besuch unterstreicht das kontinuierliche Engagement der ResolvePAIN, die translationale Schmerzforschung durch internationale Kooperationen und wissenschaftlichen Austausch weiter voranzubringen.

Vortrag in einem Seminarraum. Dr. Annemarie Sodmann, Postdoktorandin der ResolvePAIN, steht vor den Zuhörenden und erläutert ihre Präsentation. In der ersten Reihe sitzt Prof. Allan Basbaum.
Im Rahmen seines Besuchs nahm Prof. Allan Basbaum auch am Early Career Scientists Meeting der KFO 5001 teil und informierte sich über das laufende Projekt von Dr. Annemarie Sodmann, Postdoktorandin der ResolvePAIN.