Aktuelle Pressemitteilungen

Der Tag der Herzschwäche wird seit 2010 jedes Jahr im Mai in rund 30 europäischen Ländern veranstaltet; das DZHI gab den Anstoß zu dieser Aufklärungskampagne in Deutschland und ist von Anfang an dabei. Mit zahlreichen Aktionen machen hierbei Kliniken, Praxen, Forschungs- und Behandlungszentren auf die Volkskrankheit aufmerksam und informieren die Bevölkerung darüber, wie man vorbeugen und erste Anzeichen erkennen kann.

Wir laden alle Kliniken und Einrichtungen herzlich dazu ein, sich an einem oder an mehreren Tagen zwischen April und Juni am Tag der Herzschwäche aktiv zu beteiligen. Gemeinsam mit der Deutschen Herzstiftung unterstützen wir Sie gern mit Aktionsanregungen sowie Informationsmaterial in Form von Postern, Flyern, Präsentationen und Give-aways. Einige Ideen für Ihren Tag der Herzschwäche finden Sie in diesem Flyer.

Unser Tag der Herzschwäche findet übrigens am 18. Mai mit einem Tag der offenen Tür im DZHI statt. Zwei Wochen zuvor, am 4. Mai 2019, starten wir unsere traditionelle Fahrrad- „Tour mit Herz“.

Beachten Sie bitte auch unsere Informationsfilme zur Herzinsuffizienz.

Den deformierten Eiweißen auf der Spur

Am 28. Februar ist in diesem Jahr der Tag der Seltenen Erkrankungen. Für das Interdisziplinäre Amyloidosezentrum Nordbayern ein Grund mehr, zurück zu blicken und nach vor-ne zu schauen. Vor gut einem Jahr wurde das Amyloidosezentrum unter dem Dach des Zentrums für Seltene Erkran-kungen am Uniklinikum Würzburg gegründet. Bereits seit November 2017 findet die Interdisziplinäre Amyloidose-Sprechstunde im Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) statt. Die Ambulanz ist der Hauptpfeiler des Zentrums. Hier werden inzwischen mehr als 100 Patienten mit dieser schwer zu diagnostizierenden vielschichtigen Erkrankung betreut. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Erforschung der Amyloidose selbst. Als dritte Säule rundet die Selbsthilfegruppe das Programm des Zentrums ab.

Eine Amyloidose, bei der sich fehlgefaltete Eiweiße im Körper ablagern, schwächt oft das Herz, kann aber auch an die Nieren, auf die Nerven oder den Magen und Darm gehen. Aufgrund der unterschiedlichen Beschwerden und der fehlenden Frühzeichen wird die seltene Erkrankung oft sehr spät erkannt. Eine rasche und zielgerichtete Di-agnostik ist jedoch entscheidend für die Behandlung und mitunter für das Überleben. Daher haben Spezialisten aus mehr als zehn Fachrichtungen am Uniklinikum Würzburg das erste Interdisziplinäre Amyloidosezentrum Bayerns und das zweite deutschlandweit gegründet.

Erforschung des vielschichtigen Krankheitsbildes

Das Zentrum hat ein ambitioniertes Forschungsprogramm. So werden im Rahmen der Würzburger Amyloidose-Kohortenstudie, kurz AmyKoS, seit August letzten Jahres klinische Daten und Biomaterialien wie Blut, Knochenmark, Gewebeproben von Patienten mit vermuteter und gesicherter Amyloidose gesammelt. Gleichzeitig sollen die Lebensqualität und psychische Belastungsfaktoren dieser Patienten untersucht werden. Ein Vergleich mit Daten früherer Patienten ist mittels des Data Warehouse des DZHI geplant.
„Der Fokus der Analysen liegt auf der Charakterisierung der Organbeteiligung und der Messung des Behandlungserfolges in den verschiedenen Organen“, erklärt Dr. Sandra Ihne, Koordinative Ärztin des Amyloidosezentrums. „Die Amyloidose wird oft als eine der zahlreichen Volkskrankheiten verkannt. Es gibt mehr als 25 verursachende Eiweiße, und jede Form kann mit unterschiedlichem Muster und Schweregrad der Organbeteiligung auftreten. Die exakte Charakterisierung ist wichtig, da sie die Behandlung der einzelnen Formen bestimmt. Wir versuchen, spezifischere, nicht-invasive Methoden für die Diagnostik zu finden. Die etablierten Parameter sind teilweise ungenau und die invasive Diagnostik ist nicht ganz ungefährlich. Unsere Leitfragen sind: Wie können wir erkennen, ob sich die Eiweiße abgelagert haben? Welche Organe sind in welcher Form geschädigt? Besondere Aufmerksamkeit gilt der Herzbeteiligung, die mit einer schlechten Prognose vergesellschaftet ist.“

Mit PET-CT Unterformen erkennen

Eine vielversprechende Diagnostik-Methode ist die Positronen-Emissions-Tomographie (PET-CT). Sie erlaubt es, Eiweißablagerungen direkt zu visualisieren. Eine erste interdisziplinäre Würzburger Arbeit unter der Leitung von Privatdozent Dr. Constantin Lapa und Professor Dr. Dr. Wolfgang Bauer belegte die Anwendbarkeit von 18F-Florbetaben-PET-CT in verschiedenen Subtypen im Vergleich zu etablierten Methoden wie Echokardiographie und Kardio-MRT. Die Studie wird in Kürze im European Journal of Nuclear Medicine and Molecular Imaging veröffentlicht. Eine detaillierte prospektive, vergleichende Analyse ist als Unterstudie der AmyKoS geplant. Ein weiteres Augenmerk soll auf die Abgrenzung von Stauungseffekten durch Herzschwäche von einer Leberamyloidose gelegt werden
(HepAmyCor).

Studie für die Bedürfnisse von Patienten

Schließlich sollen im Rahmen einer weiteren Studie namens AMY-NEEDS die Bedürfnisse der Patienten unter Miteinbezug der Angehörigen und betreuenden Ärzte untersucht werden. Ziel ist es, ein speziell auf die Amyloidose zugeschnittenes klinisches Versorgungskonzept zu entwickeln. Als ein wichtiger Baustein hat sich die Selbsthilfegruppe entwickelt. Sie trifft sich einmal im Monat im DZHI und gibt Raum für einen Erfahrungsaustausch unter Betroffenen und Angehörigen, Bewältigungsstrategien, Expertengespräche und allgemeine Informationen rund um die Erkrankung.

Sowohl die Selbsthilfegruppe als auch der Patiententag und die beiden Expertenveranstaltungen im Gründungsjahr erfreuten sich einer enormen Resonanz. „Für uns ein Signal, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut sich Sandra Ihne, die sich derzeit neue Impulse an dem international führenden Amyloidosezentrum der Foundation IRCCS Policlinico San Matteo im italienischen Pavia holt.

Seltene Erkrankungen, die in Summe gar nicht so selten sind

Die Amyloidose gilt zwar als seltene Erkrankung. In der EU gilt eine Erkrankung als selten, wenn nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen von ihr betroffen sind. Doch in Summe sind die seltenen Erkrankungen gar nicht so selten. Und deshalb wird der Tag der Seltenen Erkrankungen in Jahren, die kein Schaltjahr sind, am 28 Februar begangen. Eigentlich ist der Tag der Seltenen Erkrankungen nämlich am 29. Februar - am seltensten Tag eines Jahres.

Uniklinikum Würzburg: „Ängstliche Typen“ für Präventionsprogramm gesucht

Das Zentrum für Psychische Gesundheit des Uniklinikums Würzburg testet in einer Studie ein Präventionsprogramm, das das Entstehen von Angsterkrankungen verhindern soll. Für das Angstsensitivitätstraining werden noch Teilnehmer/innen zwischen 18 und 30 Jahren gesucht.

Macht es Ihnen Angst, wenn Sie starkes Herzklopfen verspüren? Befürchten Sie, nicht mehr richtig atmen zu können, wenn Sie ein Beklemmungsgefühl in der Brust haben? Hatten Sie schon einmal eine Panikattacke oder sind generell eher ein „ängstlicher Typ“? Dann könnten Sie ein/e potenzielle/r Teilnehmer/in für die PANDA-Studie des Zentrums für Psychische Gesundheit (ZEP) des Uniklinikums Würzburg sein! PANDA steht als Abkürzung für „Prävention von Angst durch Angstsensitivitätstraining“. Hierbei wird Menschen mit einem erhöhten Risiko für Angsterkrankungen ein Training zur Vorbeugung geboten. Durch die Vermittlung von Informationen zum Thema Stress sowie Übungen zum Umgang mit Körperempfindungen soll die sogenannte Angstsensitivität verringert werden. Gemeint ist damit der Grad, wie sehr wir in uns hinein hören und Signale unseres Körpers als gefahrvoll interpretieren – ein bereits gut untersuchter Risikofaktor für die Entstehung von Angsterkrankungen.
Das etwa fünfwöchige Präventionsprogramm wurde an der Florida State University in den USA entwickelt und hat sich dort bereits als wirksam erwiesen. Nun wird es erstmalig und exklusiv im deutschen Sprachraum am ZEP angewendet.

Der Aufwand wird mit bis zu 150 Euro belohnt

Konkret gesucht werden gesunde Frauen und Männer im Alter von 18 bis 30 Jahren. Vor und nach dem Präventionsprogramm gibt es für sie zwei Untersuchungstermine, die insgesamt jeweils rund zwei Stunden dauern. Nach sechs und nach zwölf Monaten wiederholen sich Teile der Untersuchungen, um den Langzeiterfolg des Programms zu beurteilen. Diese Termine dauern jeweils eine Stunde. Alle Treffen finden in Würzburg statt. Die Teilnahme am Präventionstraining ist kostenlos. Je nach Anzahl der absolvierten Untersuchungstermine wird eine Aufwandsentschädigung von 50 bis 150 Euro pro Person gezahlt.
Interessenten können sich unverbindlich an die Ansprechpartnerin der PANDA-Studie M.Sc. Psych. Melanie Vietz vom Zentrum für Psychische Gesundheit wenden unter E-Mail: panda-studie@ ukw.de.

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Uniklinikum Würzburg: Symposium stellt Morbus Menière in den Mittelpunkt

Am 16. März dieses Jahres lädt die HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg zu einem Symposium über die Diagnose und Behandlung der Innenohrerkrankung Morbus Menière ein. Die patientenorientierte Veranstaltung feiert außerdem das 25-jährige Jubiläum des Selbsthilfevereins „Kontakte und Informationen für Morbus Menière“ (KIMM e.V.).

Modell Innenohr
Die genauen Ursachen für die Menière-Krankheit sind noch nicht geklärt. Offenbar spielen Veränderungen im Flüssigkeitshaushalt des Innenohrs eine wichtige Rolle. Bild: Universitätsklinikum Würzburg

Morbus Menière ist eine Erkrankung des Innenohres, die gekennzeichnet ist durch Anfälle von Schwindel, Hörverlust und Ohrgeräusche (Tinnitus). Der Leidensdruck der Betroffenen ist in vielen Fällen hoch. Die genauen Ursachen der Menière-Krankheit sind bisher noch nicht bekannt und eine Frühdiagnose ist oft schwierig. „Gerade diese Faktoren führen dazu, dass die Diagnostik, Beratung und Behandlung von Menière-Patienten an unserem Comprehensive Hearing Center und in unserer Gleichgewichtsambulanz einen sehr hohen Stellenwert haben“, sagt Prof. Dr. Rudolf Hagen, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen des Uniklinikums Würzburg.

Expertenvorträge und Jubiläumsfeier

Dieser Bedeutung und der in Würzburg vorhandenen Expertise entsprechend, widmet die Klinik der Menière-Krankheit am 16. März dieses Jahres ein ganztägiges Patientensymposium. Am Vormittag referieren vier ihrer Spezialist/innen laienverständlich zu aktuellen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden. Am Nachmittag feiert dann der Würzburger Selbsthilfeverein „Kontakte und Informationen für Morbus Menière“ (KIMM e.V.) im Rahmen des Symposiums sein 25-jähriges Jubiläum. Hierbei steht unter anderem ein Festvortrag von Dr. Helmut Schaaf von der Tinnitus Klinik Dr. Hesse in Bad Arolsen auf dem Programm. Außerdem verspricht der Verein eine Überraschung in Form einer Aufführung.
Das Symposium findet zwischen 9:30 und 17:00 Uhr im Hörsaal 1 der HNO-Klinik, Josef-Schneider-Straße 11, statt. Für die Teilnahme wird eine Tagespauschale von 10,– € erhoben. Eine Anmeldung ist bis zum 1. März möglich bei Margarete Bauer vom KIMM e.V. unter der E-Mail: m.bauer@ kimm-ev.de. Das detaillierte Programm gibt es unter www.ukw.de/hno.

Modell Innenohr
Die genauen Ursachen für die Menière-Krankheit sind noch nicht geklärt. Offenbar spielen Veränderungen im Flüssigkeitshaushalt des Innenohrs eine wichtige Rolle. Bild: Universitätsklinikum Würzburg

Neuer Medienkanal für das Uniklinikum Würzburg als Voraussetzung für die Straßenbahnverlängerung

Mit einem feierlichen Spatenstich startete heute der Bau eines Medienkanals für das Uniklinikum Würzburg an der Josef-Schneider-Straße. Damit wurde gleichzeitig die geplante Verlängerung der Straßenbahntrasse bis hinter die Zentren für Innere und Operative Medizin in Angriff genommen.

In naher Zukunft soll das Uniklinikum Würzburg (UKW) vollständig an das Straßenbahnnetz angebunden sein. Die zum WVV-Konzern gehörende Würzburger Straßenbahn GmbH plant, die Trasse, die aktuell noch an der Haltestelle Pestalozzistraße endet, um 1,3 Kilometer bis zu einer Wendeschleife oberhalb des Doppelzentrums für Operative und Innere Medizin an der Oberdürrbacher Straße zu verlängern.
Bevor jedoch die Gleisanlagen gebaut werden können, muss zunächst im Untergrund der Josef-Schneider-Straße und der Oberdürrbacher Straße sowie in den beidseitig angrenzenden Klinikumsarealen „aufgeräumt“ werden. Hier befindet sich ein komplexes Versorgungsnetzwerk: In Leitungen strömen Dampf, Heißwasser, Sauerstoff und Kondensat, in Kabeln fließen Strom und Daten. Für die Baufeldfreiheit des Straßenbahnbaus sollen diese verlegt werden und künftig in einem Medienkanal verlaufen.

Minister Bernd Sibler: Gut investierte Millionen

Der feierliche erste Spatenstich für die dafür erforderliche Teilbaumaßnahme fand am 22. Februar 2019 im Garten der Würzburger Universitätsfrauenklinik, nahe der Josef-Schneider-Straße, statt. Unter den vielen Gästen war auch Bernd Sibler, der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. „Wir geben heute den Startschuss für ein wichtiges Bauvorhaben, das das Universitätsklinikum Würzburg noch besser an den Öffentlichen Personennahverkehr anbindet. Der Freistaat lässt sich den Bau des Medientunnels als Voraussetzung für die Verlängerung der Straßenbahnlinien einiges kosten: allein 16 Millionen Euro für diese Maßnahme, insgesamt über 100 Millionen Euro für die Sanierung der Versorgung und Entsorgung am Universitätsklinikum“, betonte der Minister. Das Geld sei sehr gut investiert, denn „die verbesserte Anbindung des Klinikums bedeutet eine erhebliche Erleichterung für die Patientinnen und Patienten, ihre Angehörigen sowie alle Beschäftigten des Klinikums.“

Neue Leerrohre außerhalb des Verkehrsraums

Für die Verlegung der Leitungen aus dem Baufeld der Straßenbahn werden außerhalb des Verkehrsraums – vorwiegend auf dem Grundstück des UKW – neue Leerrohrsysteme erstellt, die später die Leitungen und Kabel aufnehmen sollen. Die Leitungstrassen verlaufen über weite Strecken parallel zur Josef-Schneider-Straße sowie zur Oberdürrbacher Straße und queren diese an mehreren Stellen, um die beidseits gelegenen Gebäude des Klinikums zu verbinden.

Auch die Erweiterungen auf dem Nordgelände schon im Blick

Bei der Gestaltung und Dimensionierung des Medienkanals wird auch in die fernere Zukunft gedacht: Durch die Anlage von Leerrohrverbindungen sind der spätere Einzug weiterer Leitungen und Kabel oder Reparaturen am Bestand jederzeit und ohne nennenswerte Grabarbeiten oder Verkehrsbeeinträchtigungen möglich. Prof. Dr. Georg Ertl, der Ärztliche Direktor des UKW ergänzt: „Auch im Hinblick auf die demnächst vorgesehene Erweiterung des Uniklinikums auf das Nordgelände ist es essentiell, ausreichend dimensionierte und sichere Medienverbindungen zwischen dem Altklinikum und dem Erweiterungsgelände zu schaffen."

Teil der laufenden Modernisierung der Infrastruktur

 „Der neue Medienkanal ist ein zentraler Bestandteil der laufenden Modernisierung der Ver- und Entsorgungsinfrastruktur des Uniklinikums“, unterstreicht Jan Knippel. Der Leiter im Bereich Hochschulen im Staatlichen Bauamt Würzburg fährt fort: „Die hier verlegten Wärme- und Maschinentechnikleitungen sowie Starkstrom-, Schwachstrom-, Daten-, Brandmelde- und Leittechnikkabel erhalten und verbessern die Versorgungssicherheit der bestehenden Kliniken und Institute. Ich freue mich, dass mit dem Spatenstich diese im Normalfall unsichtbare, aber immens wichtige technische ‚Unterwelt‘ des Uniklinikums auch einmal ins Blickfeld der Öffentlichkeit rückt."

Temporäre Einschränkungen beim Verkehr rund um das Klinikum

Leider, aber unvermeidlich wird der Bau des Medienkanals auch temporäre Einschränkungen im Verkehrsraum mit sich bringen. So werden neben einer Verschmälerung der Fahrbahn während der Bauarbeiten eine Reihe von PKW-Stellplätzen entlang der Josef-Schneider-Straße entfallen. Ferner muss der westliche Gehweg für Fußgänger gesperrt werden, definierte Querungsstellen werden entsprechend des Baufortschritts angeboten.

Die Arbeiten am Medienkanal und weitere vorbereitende Maßnahmen werden voraussichtlich bis zum Sommer 2021 dauern. Die Kosten dafür belaufen sich auf 16,1 Millionen Euro. Die räumlich-zeitliche Aufteilung der Baufelder lässt es zu, dass im Idealfall und nach jetzigem Planungsstand der Bau der Straßenbahn-Verkehrsanlagen schon im 3. Quartal 2020 starten kann. Momentan gehen die Planer von einer Fertigstellung der gesamten Straßenbahnstrecke im Jahr 2024 aus.

ÖPNV-Lösung mit vielen Vorteilen für Würzburg

Den Gastrednern des Spatenstichs gemeinsam war die Freude über die vielen positiven Effekte, die sich aus der zukünftigen ÖPNV-Lösung ergeben werden. So sagte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt: „Für die Stadt Würzburg ist dies ein bedeutender Schritt, den Nahverkehr attraktiver zu machen. Für viele Bürgerinnen und Bürger in Grombühl, aber gerade auch für die Patienten und Besucher unseres Uniklinikums bietet sich damit in absehbarer Zeit eine Alternative zum Auto. Mit der Erweiterung der Straßenbahn tragen wir nicht zuletzt zur Luft- und Klimaverbesserung Würzburgs bei – ein Kernpunkt in unserem Konzept ‚sauber mobil‘." Und WVV-Geschäftsführer Thomas Schäfer bekräftigte: „Wir leisten gerne unseren Beitrag als WVV für saubere Luft in Würzburg. Die Straßenbahn ist eine echte Alternative zu Problemen wie drohender Verkehrskollaps, zu viel Parksuchverkehr, zu viele Schadstoffe in der Luft und die Lärmbelastung der Anwohner".

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„Die bisherige Notaufnahme ist den aktuellen baulichen Erfordernissen nicht mehr gewachsen“, so Prof. Dr. Georg Ertl, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. In dem Neubau werden auf einer Nutzfläche von 140 qm innerhalb weniger Monate funktionale Arbeitsbedingungen mit dem notwendigen Platzangebot sowie modernster Medizintechnik entstehen. „Durch die ideale Anbindung der Notaufnahme an die Bettenstationen der Kinderklinik können wir unseren Patienten und ihren Angehörigen künftig eine ideale medizinische Notfallversorgung bei kindgerechter Ausstattung bieten“, freut sich der Direktor der Universitäts-Kinderklinik Prof. Dr. Christian Speer. „Die Zufahrtswege zum Gebäude werden neu strukturiert. Dies wird die Arbeits- und Versorgungsbedingungen während der nächsten 10-15 Jahre am alten Standort der Kinderklinik sehr positiv beeinflussen können“, erläutert Prof. Dr. Johannes Wirbelauer, der als Leitender Oberarzt der Uni-Kinderklink die Baumaßnahme mit dem notwendigen medizinischen Sachverstand begleitet.

„Die Baukosten von erwarteten 1,2 Millionen Euro muss das Klinikum aus Eigenmitteln aufbringen“, ergänzt die kaufmännische Direktorin Anja Simon. „Die Dringlichkeit und medizinische Notwendigkeit der Maßnahme ist aber so groß, dass wir uns freuen, dass diese Baumaßnahme jetzt zügig durch regionale Baufirmen realisiert wird.“

Die architektonische Herausforderung lag darin, die Notaufnahme auf engstem Raum baulich an die bestehende Kinderklinik anzugliedern. „Mit der geplanten Umsetzung haben wir für den Neubau eine gute Lösung gefunden, die die Arbeitsabläufe bei der Notfallversorgung optimieren und kurze Wege sicherstellen werden“, so Architekt Bertram Bräutigam aus der Bauabteilung des UKW.

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Zentrum für Genetische Herz- und Gefäßkrankheiten in Würzburg gegründet

Patienten mit vererbten Herz- und Gefäßerkrankungen und deren Familien werden im neuen Zentrum noch besser betreut und Krankheitsmechanismen erforscht.

Immer wieder schrecken Meldungen über Sportler, die plötzlich tot umfallen, die Gesellschaft auf. Wie kann das sein, dass ein junger, gut trainierter Mensch plötzlich verstirbt? Nicht selten steckt eine genetisch bedingte Herzerkrankung dahinter. Denn das unerwartete Auftreten der Erkrankung in jungen Jahren ist typisch für eine erblich bedingte Herzerkrankung. Und nicht selten sind mehrere Familienmitglieder betroffen – die Wahrscheinlichkeit, die genetische Veränderung weiterzuvererben, liegt bei bis zu 50 Prozent. Die Krankheitsbilder einer vererbten Herz- oder Gefäßerkrankung sind häufig komplex und ihre Erforschung und die Betreuung der Betroffenen und ihrer Familien entsprechend vielschichtig. Um Patienten künftig noch besser in einem multiprofessionellen und interdisziplinären Ansatz zu behandeln, wurde unter dem Dach des Zentrums für Seltene Erkrankungen (ZESE) am Uniklinikum Würzburg (UKW) jetzt das Zentrum für Genetische Herz- und Gefäßerkrankungen gegründet.

Eine Mutter pflegt ihren schwerkranken Sohn, der auf ein neues Herz wartet. Das Herz der Mutter ist ebenfalls schwach, auch sie wird eines Tages auf ein Spenderherz angewiesen sein. Eine andere Mutter kommt nicht eher zur Ruhe, bis sie weiß, woran ihre vierjährige Tochter plötzlich mitten in der Nacht gestorben ist. Ist ihre Familie genetisch vorbelastet? Wenn ja, trägt ihr Sohn ebenfalls die Mutation? Ein junger Mann wiederum, gerade 18 Jahre alt, ist bislang kerngesund, möchte aber Klarheit mittels eines Gentests, ob er die genetische Herzmuskelerkrankung seines Vaters geerbt hat. Trägt er die Mutation, wird er mit großer Wahrscheinlichkeit im Laufe seines Lebens ebenfalls eine Herzerkrankung und Herzrhythmusstörungen bekommen, in der Regel eher früher als später. Er wird Medikamente nehmen, sich vermutlich mit einem Defibrillator vor einem plötzlichen Herztod schützen müssen und vielleicht sogar eines Tages auf ein Spenderherz angewiesen sein.

Diagnose, Therapie und Forschung

Das sind nur drei Fälle von hunderten, die Prof. Dr. Brenda Gerull in der Spezialsprechstunde für familiär bedingte Herzerkrankungen am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) behandelt, betreut und untersucht. „Nicht alle Verläufe sind so dramatisch, manchmal reicht es auch, lebenslang zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Aber auch das ist schwer, vor allem, wenn es mit viel Ungewissheit verbunden ist“, erzählt die Kardiologin, die seit Frühjahr 2016 im DZHI das Department für Kardiovaskuläre Genetik leitet. Hier diagnostiziert und therapiert sie nicht nur die genetisch bedingten Herzerkrankungen, hier erforscht die Wissenschaftlerin auch gemeinsam mit ihrem Team die Ursachen und Auslöser.

Da genetische Herzerkrankungen sehr komplex sind und viele Fachbereiche betreffen, hat Brenda Professor Gerull jetzt gemeinsam mit weiteren Kolleginnen und Kollegen des Uniklinikums Würzburg unter dem Dach des Zentrums für Seltene Erkrankungen (ZESE) das Zentrum für Genetische Herz- und Gefäßerkrankungen (ZGH) gegründet. Hier werden unter Gerulls Leitung die Kompetenzen mehrerer Abteilungen des Uniklinikums Würzburg und des Instituts für Humangenetik der Universität Würzburg gebündelt.

Vernetzte Patientenversorgung

„Ich freue mich sehr, dass wir den betroffenen Familien im neuen Zentrum für Genetische Herz- und Gefäßerkrankungen eine intensivere und fachübergreifende Versorgung bieten können. Die Erwachsenenkardiologie arbeitet hier noch enger mit der Kinderkardiologie und Herzchirurgie zusammen, die Ambulanzen für Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen, die Bildgebungsabteilungen sind ebenfalls eingebunden. Und auch psychologische Unterstützung können wir im Bedarfsfall vermitteln“, erläutert Brenda Gerull. „Langfristig streben wir jedoch an, dass die Patienten kardiologisch und hausärztlich von den niedergelassenen Kollegen weiterbetreut werden und wir beratend zur Seite stehen.“

Translationale Forschung

Neben der interdisziplinären Diagnose und Behandlung ist die Translationale Forschung ein weiterer wichtiger Aspekt des neuen Zentrums für genetische Herz- und Gefäßerkrankungen. Das bedeutet die schnelle Umsetzung von Forschungsergebnissen in die klinische Behandlung – von der Laborbank zum Krankenbett und zurück. „Im Fokus stehen die Mechanismen und Therapien von genetischen Herzerkrankungen“, erklärt Professor Christoph Maack, stellvertretender Leiter des neuen Zentrums und Leiter des Departments Translationale Forschung am DZHI. „Gemeinsam versuchen wir herauszufinden, auf welchen Wegen genetische Veränderungen beim Patienten zu Herz- und Gefäßerkrankungen führen, um aus diesen Erkenntnissen spezifische Therapien zu entwickeln, übrigens auch für Erkrankungen, die nicht genetisch bedingt sind.“

Vererbte Veränderungen führen zwar deutlich seltener zu einer Herz- und Gefäßerkrankung als Faktoren wie Übergewicht, Bluthochdruck, Nikotin oder andere Erkrankungen wie Diabetes, doch die Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Summe führen hierzulande mit Abstand am häufigsten zum Tod.

Weitere Informationen zum Zentrum für Genetische Herz- und Ge-fäßerkrankungen finden Sie auf der Webseite www.ukw.de/zgh

Über das DZHI

Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz ist ein integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum unter dem Dach von Universitätsklinikum und Universität Würzburg und wird seit dem Jahr 2010 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Ziel ist es, effektive Strategien für Prävention und Therapie der Herzinsuffizienz zu entwickeln und die Erkrankung grundlegend zu erforschen. Das Zentrum vereint dazu Grundlagen-, Versorgungs- und klinische Forschung in einem bundesweit einmalig multidisziplinären, translationalen Ansatz.

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