Auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Klinischen Neurobiologie des Universitätsklinikums Würzburg waren im November 2025 in San Diego vertreten und präsentierten dort ihre aktuellen Forschungsarbeiten.
Was diese Konferenz besonders macht, beschreiben die Teilnehmenden am besten selbst.
„Einmal im Leben sollte jede Neurowissenschaftlerin dort gewesen sein“
Für Prof. Dr. Carmen Villmann ist das SfN-Meeting ein besonderer Ort:
„Das SfN-Meeting ist die größte Neuroscience-Konferenz weltweit. Jeder Neurowissenschaftler sollte sie mindestens einmal besuchen, um in diese faszinierende Wissenschaft mit all ihren neuen Entwicklungen einzutauchen – und mit mehr Ideen nach Hause zu fahren, als man jemals umsetzen kann.“
Gerade für den wissenschaftlichen Nachwuchs sei die Teilnahme besonders wertvoll. „Teil dieses großen Ganzen zu sein, ist ein tolles Gefühl. Deshalb versuche ich, möglichst vielen meiner Doktorandinnen, Doktoranden und Postdocs zumindest einmal die Teilnahme zu ermöglichen.“
„Wie ein riesiger Bienenstock“
„Bei meiner ersten Konferenz 2013 sagte man mir: Either you hate it or you love it. Ich liebe sie“, erinnert sich PD Dr. Natascha Schäfer aus der Klinischen Neurobiologie.
Die Dimensionen des Treffens seien beeindruckend: „Das Meeting ist so groß, dass man zu Fuß gut 20 Minuten von einem Ende des Kongresszentrums zum anderen braucht. Wenn man den Weg nicht einplant, verpasst man leicht einen Vortrag.“
Besonders eindrücklich seien die Poster-Sessions: „Wenn man dort steht und um einen herum ein Summen und Diskutieren herrscht wie in einem riesigen Bienenstock, beeindruckt mich das jedes Jahr aufs Neue. In diesem Moment wird einem bewusst: Ich bin Teil einer weltweiten wissenschaftlichen Community – und darf meine eigene Arbeit hier vorstellen.“
Auch persönliche Begegnungen gehören dazu: In San Diego traf sie einen langjährigen Kollegen wieder, den sie 2015 bei einer Summer School kennengelernt hatte und mit dem sie seither in Kontakt geblieben war – heute Assistant Professor of Neuroscience an der Universidade Federal do Rio de Janeiro. „Solche Wiedersehen zeigen, wie wichtig Netzwerke in der Wissenschaft sind.“
Erste SfN-Erfahrung – und gleich eine Auszeichnung
Für Dr. Anna-Lena Wießler war das Meeting 2025 in San Diego die erste Teilnahme. Dort präsentierte sie ihre Forschung zu Glycinrezeptor-vermittelten neurologischen Erkrankungen in zwei Poster-Sessions.
„Es war eine großartige Erfahrung, meine Arbeit vorzustellen und mit führenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt zu diskutieren“, berichtet sie. Besonders wertvoll sei das direkte Feedback gewesen.
Eine besondere Anerkennung erhielt sie mit dem Trainee Professional Development Award, der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler für ihre wissenschaftliche Arbeit und Entwicklung auszeichnet.
Inspiration durch die Vielfalt der Neurowissenschaften
Auch für Doktorandin Margarita Habib war das Treffen ein prägendes Erlebnis. Sie präsentierte ihre Arbeit zum Pathomechanismus neuropathischer Schmerzen durch Anti-CASPR2-Autoantikörper.
„Als Doktorandin ist eine so große internationale Konferenz eine großartige Gelegenheit, die eigene Forschung vorzustellen, Feedback von einem breiteren Publikum zu bekommen und das eigene Netzwerk zu erweitern“, sagt sie.
Gleichzeitig habe sie besonders die enorme thematische Vielfalt beeindruckt: „Das Meeting war sowohl spannend als auch überwältigend – allein wegen seiner Größe und der großen Bandbreite an Forschung. Auch wenn nicht alles direkt mit meinem eigenen Thema zu tun hatte, war es sehr inspirierend, die Breite des Fachs zu erleben und sich mit erfahrenen Forschenden aus aller Welt auszutauschen.“
