Transarterielle Aortenklappen-Implantation (TAVI)

Die kathetergestützte transarterielle Aortenklappen-Implantation TAVI beschreibt den Ersatz der erkrankten Aortenklappe ohne Operation, ohne Vollnarkose und ohne Beatmung. Über einen in die Leistenarterie eingeführten Katheter wird die neue Aortenklappe auf die alte aufgesetzt.

Zunehmende Bedeutung

Ursprünglich wurde TAVI als letzter Ausweg für sehr alte oder schwer kranke Patientinnen und Patienten entwickelt, welche die Belastung der herkömmlichen Operation mit Eröffnung des Brustraums und Spaltung des Brustbeins nicht überlebt hätten. In den rund zehn Jahren seit dem ersten Eingriff hat TAVI eine so rasante Zunahme in der Anwendung erfahren, dass mittlerweile in Deutschland etwa 40 Prozent aller Aortenklappen auf diese Weise ausgetauscht werden.
Zahlreiche Studien belegen, dass sich die Symptomatik der Hochrisikopatientinnen und -patienten nach dem Eingriff dramatisch verbessert und die Komplikationsrate extrem niedrig liegt.

Der Eingriff

Über die Leistenarterie oder über die Herzspitze wird ein Katheter bis zur alten Aortenklappe eingeführt. Auf diesem Katheter ist eine zusammengefaltete Ersatzklappe befestigt. Die alte Klappe wird nicht herausgenommen, sondern zerstört und in die Wand der Aorta gedrückt. Die neue Aortenklappe spannt sich nach Zurückziehen des Katheters im Bereich der alten auf. Sie ist in einem Metallgeflecht verankert, das sich im Bereich der alten Klappe und der Aorta verhakt.
Der etwa 70-minütige Eingriff findet am schlagenden Herzen statt. Auf eine Vollnarkose kann häufig verzichtet werden.

Aortenklappenstenose

TAVI kommt vor allem bei der Aortenklappenstenose zum Einsatz, der häufigsten Herzklappenerkrankung in Deutschland. Durch die starre und verengte Öffnung fließt nicht genügend Blut pro Herzschlag, um den gesamten Organismus ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. Die Folgen sind Atemnot insbesondere bei Belastungen. Das Herz muss vermehrt arbeiten, um einen ausreichenden Blutkreislauf zu gewährleisten. Durch Rückstau des Blutes in der linken Herzkammer wird außerdem der Herzmuskel so belastet, dass er sich ausdehnt, an Kraft verliert und es schließlich zum Herzversagen kommt. Die einzige Therapie besteht im Ersatz der Aortenklappe.

Nicht für jeden geeignet

Trotz der überwältigenden Erfolge bei Seniorinnen und Senioren erweist sich die TAVI bei jungen Patientinnen und Patienten, die ansonsten gesund sind, als die ungünstigere Methode. Mit TAVI liegen bei ihnen die Sterblichkeitsrate höher und die Langzeiterfolge niedriger als bei der herkömmlichen Operation mit Eröffnung des Brustkorbs, die nach wie vor die sicherste, wenn auch eine belastende Operation ist.

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