Stentgraft zur Reperatur des Aortenaneurysmas

Die Reparatur eines unkomplizierten Aortenaneurysmas im Brustbereich ist auch über einen Kathetereingriff möglich. Dabei wird von innen an der erweiterten Gefäßwand eine metallgestützte Gefäßprothese aufgespannt. Dieses als endovaskuläres Stenting bezeichnete Verfahren gewinnt an Bedeutung. 

Endovaskuläre Aortenreparatur (EVAR)

Über einen kleinen Einschnitt in der Leiste wird – meist unter Vollnarkose – ein Katheter bis zur ausgesackten Stelle der Aorta vorgeschoben. Der Katheter führt einen Stentgraft mit sich, eine Kombination aus einem maschenartigen Draht (Stent) und einem künstlichen Blutgefäß aus Kunststoff (Graft). Millimetergenau wird diese Gefäßprothese so platziert, dass ihre Enden oberhalb und unterhalb des Aneurysmas herausragen und Haftung mit der jeweils gesunden Gefäßwand finden. Beim Entfalten des Stentgraft drückt sich dann das Metallgeflecht von innen an das Gewebe der Aorta an, stützt den Gefäßverlauf und nimmt den Druck des Blutstroms vom Aneurysma.

Interventioneller Eingriff der Radiologie

Eine gute Sichtkontrolle ist wesentlich für diesen Eingriff. Deshalb wird das Setzen des Stents in unserem Haus von Radiologinnen und Radiologen durchgeführt. Diese stellen unter Röntgen das Gefäßsystem mit einem Kontrastmittel dar. Durch die als Angiographie bezeichnete Maßnahme können  Verlauf, Ausdehnungen und Verengung der Gefäße verfolgt werden. Nach der Stentplatzierung wird noch überprüft, ob die Prothese dicht abschließt.

Debranching

Die Arbeit der Herzchirurgie beschränkt sich auf die Offenlegung der Leiste als Zugangsweg für die großen Katheter und das Debranching, das bei einem Drittel der Patientinnen und Patienten vor der Stentsetzung nötig ist. Dabei werden die abzweigenden Aortenäste (engl.: branch) aus ihrer Mündung im Aortenbogen geschnitten und so versetzt, dass der Stent den Abfluss nicht behindert, wenn er zur Verankerung auf der ursprünglichen Mündung platziert werden muss. Der Operationszugang für das Debranching erfolgt unter Vollnarkose entweder über den Hals oder mit Brustkorberöffnung.

Wann ist EVAR möglich?

Die EVAR kann bei über der Hälfte aller Patientinnen und Patienten mit einem Aneurysma durchgeführt werden. Selbst im Notfall nach einem Einriss des Aneurysmas oder der Aortendissektion ist die EVAR in einigen Fällen möglich. Allerdings begrenzen einige Gegebenheiten den Eingriff. Entscheidend sind Größe, Ausdehnung und Lage des Aneurysmas, sowie der Gefäßdurchmesser davor und dahinter. Entzündete Aneurysmen und Ganzkörperinfektion sind Ausschlusskriterien, auch darf der Zugang über die Leisten- oder Beckenarterien weder zu stark geschlängelt noch durch Gefäßkalk verschlossen sein.

Nachbehandlung

Nach einer 24-stündigen Überwachung auf der Intensivstation beträgt der Aufenthalt im Krankenhaus  in der Regel acht bis zehn Tage. Im Anschluss wird eine Rehabilitationsmaßnahme empfohlen. Der Stent sollte  jährlich per Computertomographie kontrolliert werden.

Ansprechpartner

Potrait von Rainer Leyh

Prof. Dr. med.
Rainer G. Leyh

Klinikdirektor Herz-Thorax-Chirurgie

+49 931 201-33001

Portrait von Armin Gorski

Dr. med.
Armin Gorski

Stellvertretender Klinikdirektor

Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten

Öffnungszeiten:

Aortensprechstunde:
Dr. med. Armin Gorski
Montag 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr

Telefon:

Sophia Schramm:
+49 931 201-33135

Fax:
+49 931 201-33109


Anschrift:

Klinik und Poliklinik für Thorax-, Herz- und Thorakale Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Zentrum Operative Medizin (ZOM) | Oberdürrbacher Straße 6 | Haus A1 | 97080 Würzburg | Deutschland