Therapie des Pleuramesothelioms

Die Therapie eines Pleuramesothelioms richtet sich nach dem Grad der Ausbreitung und dem Allgemeinzustand der Patientin oder des Patienten. Die interdisziplinäre Kooperation über das Tumorboard ist essentiell und wird am Universitätsklinikum gewährleistet.

Pleuramesotheliom

Das Pleuramesotheliom ist ein bösartiger Tumor des Rippenfells. Er entwickelt sich meist über einen zwanzig- bis vierzigjährigen Entzündungsprozess, der durch Asbest ausgelöst wird. Nach dem europaweiten Verbot des Mineralstoffs im Jahr 1990 wird mit einem Häufigkeitsgipfel für Mesotheliomerkrankungen in den nächsten Jahren gerechnet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Krebsarten wächst das Pleuramesotheliom nicht als Geschwulst an einem Punkt, sondern breitet sich flächig im gesamten Rippenfell einer Brustkorbseite aus und greift dann auf das Lungenfell über.

Therapiemöglichkeiten

Ist der Tumor noch im Anfangsstadium, empfiehlt sich der Versuch der radikalen operativen Entfernung. Ist das Pleuramesotheliom fortgeschritten, sind individuell zugeschnittene Maßnahmen sinnvoller, welche die Lebensqualität heben und die Beschwerden verringern. Dies geschieht durch eine Kombination aus Chemotherapie, Bestrahlung, Schmerzbehandlung und psychologischer Betreuung.

Pleuropneumektomie

Besteht Aussicht auf eine vollständige Tumorentfernung, so wird in Einzelfällen eine Pleuropneumektomie durchgeführt. Bei der Operation am offenen Brustkorb werden dabei das ganze Rippenfell, die Lunge, der Herzbeutel und das Zwerchfell entfernt. Voraus geht eine neoadjuvante Therapie, um die Zellstreuung während der Operation zu minimieren. Im Anschluss ist nochmals eine kombinierte Bestrahlung und Chemotherapie vorgesehen.

Pleurektomie und Dekortikation

Wenn die Ausdehnung der Lunge durch einen Tumorbefall des Lungenfells starr oder durch Einwachsungen behindert ist, erweist sich die vollständige Entfernung des Lungenfells, die Dekortikation oder Pleurektomie, als zielführend. In der Regel werden auch das Zwerchfell und der Herzbeutel entfernt, die Lunge jedoch erhalten.

Hypertherme Chemotherapie (HITHOC)

Ein relativ neues Verfahren, das nur an vereinzelten Zentren angeboten wird, ist die Spülung der Pleurahöhle mit erhitzten Zytostatika. Die Chemotherapie wird direkt nach der Operation lokal durchgeführt. Durch die heißen Temperaturen wird der Stoffwechsel der Krebszellen angeregt und die zelltötenden Substanzen vermehrt aufgenommen.

Talkumpleurodese

Das wiederholte Auftreten von Pleuraergüssen im Pleuraspalt kann mit einer Talkumpleurodese effektiv und nachhaltig gestoppt werden. Dabei werden die Rippenfellblätter von innen miteinander verklebt, so dass im Zwischenraum keine Flüssigkeitsansammlung mehr möglich ist. So wird die Entfaltung der Lunge nicht mehr behindert und die Luftnotbeschwerden werden deutlich verbessert.

Ansprechperson

Portraitfoto von Prof. Dr. med. Ivan Aleksic

Prof. Dr. med.
Ivan Aleksic

Sektionsleiter Thoraxchirurgie

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Freitag 08:30 Uhr bis 13:00 Uhr

 

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Klinik und Poliklinik für Thorax-, Herz- und Thorakale Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums | Zentrum Operative Medizin (ZOM) | Oberdürrbacher Straße 6 | Haus A1 | 97080 Würzburg | Deutschland

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