Schwerpunkt Opioidtherapie

Die Opioidtherapie ist ein zentraler Bestandteil der Symptomkontrolle in der allgemeinen und spezialisierten Palliativversorgung. Nationale und internationale Studien zeigen, dass es in der Praxis noch Optimierungspotenzial gibt. Ziel unserer Forschung in diesem Bereich ist es, die Symptomkontrolle für Patientinnen und Patienten zu verbessern, die Sicherheit der Behandlung zu erhöhen und medizinisches Personal bestmöglich zu schulen.

Teilbereiche

Unsere Forschungsarbeiten zur Opioidtherapie umfassen mehrere Teilbereiche. Dazu gehören Studien zur Umsetzung von Therapieempfehlungen, Analysen realer Behandlungsdaten, die Entwicklung digitaler Weiterbildungsmodule sowie Untersuchungen zur aktuellen Verschreibungspraxis – unter anderem beim Einsatz von Opioiden bei Atemnot. So betrachten wir die Opioidtherapie aus verschiedenen Blickwinkeln und identifizieren Ansatzpunkte zur Verbesserung von Versorgung und Sicherheit.

Nationaler Survey: Umsetzung der Empfehlungen von Palliativdiensten zu Opioidtherapie in Deutschland

Palliativdienste empfehlen in deutschen Kliniken häufig stark wirksame Opioide (WHO-Stufe 3), um Schmerzen und Atemnot bei schwer belasteten Patientinnen und Patienten zu lindern. Die Umsetzung dieser Empfehlungen liegt bei den Stationsteams – eine Zusammenarbeit, die internationalen Studien zufolge oft herausfordernd ist. Für Deutschland fehlten bislang belastbare Daten.

Der nationale Survey untersucht in einer bundesweiten anonymen Online-Befragung folgende Punkte:

  • Wie Palliativdienste die Kooperation mit den Stationsteams in der Opioidtherapie erleben
  • Die Inhalte der Opioidempfehlungen (z. B. Wirkstoffe, Indikationen, Applikationsformen) und auch Erfahrungen mit deren Umsetzung sowie Ideen zur Verbesserung der Zusammenarbeit und der Versorgung
     

Chart Review: Umsetzung von Empfehlungen der Palliativdienste zu stark wirksamen Opioiden an den Kliniken der CCC-Allianz WERA

In den vier universitären Palliativdiensten des WERA-Verbundes (Würzburg, Erlangen, Regensburg, Augsburg) werden retrospektiv 100 anonymisierte Patientinnen- und Patientenfälle aus dem Jahr 2023 analysiert, bei denen Empfehlungen zu stark wirksamen Opioiden durch die Palliativdienste ausgesprochen wurden. 

Ziel der Chart Review ist es, anhand klinischer Daten die Versorgung fortgeschritten erkrankter Patientinnen und Patienten zu beschreiben, indem sowohl die Rate nicht angesetzter empfohlener Opioide als auch Abweichungen von Wirkstoffen, Dosierungen, Applikationswegen und zeitlichen Vorgaben durch die primär versorgenden Stationen erfasst werden.

OPTIMA: KI-basierte, adaptive Weiterbildung zu Opioidtherapie für Medizinstudierende und Ärztinnen und Ärzte in der allgemeinen Palliativversorgung

Die sichere Anwendung von Opioiden ist in der Palliativversorgung anspruchsvoll. Unterschiedliche Schmerzursachen, verschiedene Wirk- und Nebenwirkungsprofile sowie mehrere Applikationswege stellen selbst erfahrene Fachkräfte vor Herausforderungen. Hinzu kommen Ängste vor Nebenwirkungen, Abhängigkeit oder Atemdepression, verstärkt durch die Opioidkrise in den USA. Gleichzeitig steigt durch den demografischen Wandel die Zahl schwerkranker Patientinnen und Patienten, wodurch die Bedeutung fundierter Kenntnisse in der Opioidtherapie weiter zunimmt – während oft nur wenig Zeit für Fortbildungen bleibt.

Ziel des Projekts OPTIMA ist die Entwicklung von drei KI-gestützten Lernmodulen zur Opioidtherapie. Die Module sollen jeweils folgende Funktionen erfüllen:

  • Modul a: Adaptives Assessment, um den Lernstand zu ermitteln und Wissenslücken aufzudecken.
  • Modul b: Gezieltes Feedback, das den Lernenden den Fortschritt anzeigt und individuelle Lernempfehlungen gibt.
  • Modul c: Praxisnahe Fallarbeit, die die Anwendung des Gelernten ermöglicht und durch umfassendes Feedback vertieftes Lernen fördert.

OPTIMA ist Teilprojekt von WueDive, der Initiative zur Weiterentwicklung digitaler Lehre der Universität Würzburg.

Nationaler Survey: Opioide bei Dyspnoe in der Palliativversorgung

Opioide werden in Leitlinien der spezialisierten Palliativmedizin häufig zur Behandlung von Dyspnoe empfohlen, während sie in der allgemeinen Palliativversorgung kaum oder nur in Ausnahmefällen erwähnt werden. Hintergrund ist die unklare Evidenz zur Wirksamkeit von Opioiden bei Dyspnoe in den verschiedenen Indikationen.

Ziel des Surveys ist es, die aktuelle Praxis der Opioidtherapie in der allgemeinen und spezialisierten Palliativmedizin abzubilden. Dabei werden sowohl die Verschreibungspraxis – etwa Wirkstoffe und Indikationen – als auch Einflussfaktoren wie die Prognose der Lebenszeit untersuchtDurch Interviews mit Vertretern der allgemeinen und spezialisierten Palliativmedizin werden Fragestellungen aus unterschiedlichen Versorgungssettings identifiziert und in den Fragebogen integriert.

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