Digitale Lehre in der Zahnärztlichen Prothetik
Durch den Einsatz von 3D-Druck, digitalen Design- und Planungsprozessen, patientennahen Simulationen sowie interaktiven Lern- und Visualisierungssystemen entstehen praxisnahe Lehrformate, die theoretisches Wissen und klinische Anwendung eng miteinander verknüpfen. Die Kombination aus bewährten Lehrmethoden und innovativen digitalen Technologien ermöglicht eine moderne, flexible und ressourcenschonende Ausbildung mit hoher Praxisrelevanz.
3D-Druck in der vorklinischen Lehre
Die Abteilung für Zahnärztliche Prothetik des Universitätsklinikums Würzburg integriert moderne 3D-Druck-Technologien bereits früh in die vorklinische Ausbildung. Studierende arbeiten mit eigens entwickelten, vollständig 3D-gedruckten Übungsmodellen, die klinische Situationen realitätsnah simulieren und auf digitalen Designs realer Patientenfälle basieren. Durch mehrere iterative Entwicklungsstufen entstanden anatomisch detaillierte Modelle mit plastischer Gingiva, integrierter Zunge und individuell austauschbaren Zähnen.
Die Modelle werden klinikintern produziert und den Studierenden kostenfrei zur Verfügung gestellt. Dadurch können nicht nur Materialkosten reduziert, sondern zugleich patientennahe und reproduzierbare Übungssituationen geschaffen werden. Im Vergleich zu konventionellen Phantommodellen ermöglichen die individualisierten 3D-gedruckten Systeme eine flexiblere Darstellung verschiedener Krankheitsbilder, Präparationssituationen und Versorgungsformen. Die Kombination aus didaktischer Anpassbarkeit, hoher Realitätsnähe und kosteneffizienter Herstellung schafft eine moderne Lernumgebung, die Studierende frühzeitig an digitale Herstellungsprozesse und klinische Entscheidungswege heranführt.
FDM-gedruckte Arbeitsunterlagen in der Lehre
Im Rahmen der vorklinischen Ausbildung setzt die Abteilung für Zahnärztliche Prothetik auf klinikintern entwickelte und gefertigte FDM-gedruckte Arbeitsunterlagen. Dazu zählen unter anderem Aufwachsplatten, individuelle Abformlöffel, Artikulatorzubehör sowie weitere Hilfsmittel für praktische Kurse und zahntechnische Übungen.
Die additive Fertigung ermöglicht eine schnelle, standardisierte und gleichzeitig kostengünstige Produktion großer Stückzahlen. Sämtliche Materialien werden den Studierenden kostenfrei bereitgestellt und direkt an die jeweiligen Kursanforderungen angepasst. Insbesondere unter den Bedingungen der neuen Approbationsordnung trägt dies zu einer deutlichen zeitlichen und organisatorischen Entlastung im vorklinischen Unterricht bei. Gleichzeitig lernen die Studierenden digitale Fertigungsprozesse nicht nur theoretisch kennen, sondern erleben deren praktischen Nutzen unmittelbar im Kursalltag.
Digitale Behandlungsabläufe in der Lehre
Ein zentraler Schwerpunkt der Lehre liegt auf der frühzeitigen Vermittlung digitaler Behandlungsabläufe. Bereits in der Vorklinik lernen Studierende, Präparationen digital abzuformen und darauf aufbauend eigene Kronen- und Brückendesigns mittels CAD-Software zu erstellen. Die konstruierten Restaurationen werden anschließend additiv gefertigt und in den Phantomkurs integriert.
Durch diese konsequente Einbindung digitaler Workflows entsteht ein durchgängiges Ausbildungskonzept, das den gesamten Prozess von der digitalen Datenerfassung über das virtuelle Design bis zur klinischen Umsetzung abbildet. Ziel ist es, Studierende nicht nur mit moderner Technologie vertraut zu machen, sondern ihnen ein fundiertes Verständnis digitaler Behandlungsketten und deren klinischer Bedeutung zu vermitteln.
Individualisierte Übungszähne für die Klinische Lehre
Zur Vorbereitung auf die klinischen Behandlungskurse wurden an der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik des Universitätsklinikums Würzburg individualisierte Übungszähne entwickelt, die typische klinische Versorgungssituationen realitätsnah nachbilden. Die Zähne simulieren unter anderem kariöse Defekte, umfangreiche Aufbaufüllungen oder komplexe Präparationssituationen und ermöglichen dadurch eine praxisnahe Vorbereitung auf die Patientenversorgung.
Die Übungszähne werden kostenfrei bereitgestellt und sind vollständig mit den bestehenden Phantomkopf-Systemen kompatibel. Durch die interne Herstellung können unterschiedliche klinische Szenarien flexibel reproduziert und curricular angepasst werden. Dies schafft eine moderne Lernumgebung, in der Studierende praktische Fertigkeiten unter patientennahen Bedingungen trainieren und gleichzeitig an digitale Produktions- und Planungsprozesse herangeführt werden.
Von der digitalen Abformung bis zur 3D-gedruckten Totalprothese
Digitale Technologien sind inzwischen fester Bestandteil der klinischen Lehre an der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik. Studierende führen digitale intraorale Abformungen direkt am Patienten durch und erstellen auf dieser Grundlage eigenständig CAD-gestützte Kronen- und Brückendesigns. Die Versorgung erfolgt anschließend mittels 3D-gedruckter oder gefräster Langzeitprovisorien, die unter Supervision klinisch eingegliedert werden. Darüber hinaus werden digitale Herstellungsprozesse auch im Bereich der Totalprothetik eingesetzt. Hierzu zählen sowohl digital designte als auch additiv gefertigte Totalprothesen, die moderne Fertigungsabläufe direkt in die studentische Patientenversorgung integrieren. Die Studierenden erwerben dadurch frühzeitig praktische Erfahrung mit digitalen Workflows, wie sie zunehmend auch im klinischen Alltag moderner Zahnarztpraxen und Dentallabore etabliert sind.
Digitale Lehre mit Augmented Reality – DigiDont
Ein besonderer Schwerpunkt der digitalen Lehrentwicklung an der Abteilung für Zahnärztliche Prothetik liegt auf dem Einsatz von Augmented Reality in der vorklinischen Ausbildung. Mit der eigens entwickelten DigiDont-App wurde ein digitales Lehrsystem geschaffen, das Studierende bei zahntechnischen Aufwachsübungen unmittelbar unterstützt.
Mithilfe von Smartphone- oder Tablet-Kameras sowie AR-Tracking-Technologien werden virtuelle Musterlösungen millimetergenau auf reale Übungsplatten projiziert. Studierende können die idealen Zahnformen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, einzelne anatomische Strukturen gezielt ein- oder ausblenden und die Transparenz der Projektion anpassen, um die eigene Arbeit direkt mit der Vorlage zu vergleichen. Dadurch entsteht ein interaktives Lernerlebnis, das klassische Skript- und Demonstrationsformate um eine räumliche, visuelle Komponente erweitert.
Die Anwendung verbindet digitale Visualisierung mit praktischem Arbeiten am Modell und erleichtert insbesondere Einsteigerinnen und Einsteigern das Verständnis komplexer anatomischer Formen und zahntechnischer Abläufe. DigiDont zeigt exemplarisch, wie Augmented Reality sinnvoll in die zahnmedizinische Lehre integriert werden kann, um Lernprozesse anschaulicher, eigenständiger und praxisnäher zu gestalten.
3Dentify – Interaktive digitale Fallpräsentationen
Mit der Entwicklung der Plattform „3Dentify“ etabliert die Abteilung für Zahnärztliche Prothetik des Universitätsklinikums Würzburg ein innovatives Konzept für digitale Fallpräsentationen in der zahnmedizinischen Lehre. Ziel des Systems ist es, Studierenden klinische Entscheidungsprozesse anhand interaktiver, realitätsnaher Patientenfälle zu vermitteln.
Die Plattform kombiniert Anamnese, Bildgebung, fotografische Befunde sowie interaktive intraorale 3D-Modelle zu einem vollständig digitalen „virtuellen Patienten“. Studierende können die Fälle eigenständig analysieren, diagnostische Zusammenhänge nachvollziehen und therapeutische Überlegungen in einer strukturierten digitalen Lernumgebung entwickeln. Durch die browserbasierte Bereitstellung über lokal gehostete Systeme ist die Nutzung installationsfrei und auf unterschiedlichsten Endgeräten möglich.
3Dentify erweitert klassische Lehrformate um eine interaktive und explorative Komponente und schafft damit neue Möglichkeiten für Seminare, Fallbesprechungen und kompetenzorientierte Lehre. Die Plattform verbindet moderne Webtechnologien mit didaktischen Konzepten der klinischen Ausbildung und unterstützt Studierende dabei, digitale Diagnostik- und Planungsprozesse frühzeitig zu erlernen.
Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten
Prothetischer Aufnahmedienst
Terminvereinbarung
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Anschrift
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