Funktionsdiagnostik und Therapie bei Craniomandibulärer Dysfunktion (CMD)

Was bedeutet CMD?

Die craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist ein Sammelbegriff für Funktionsstörungen des Kiefergelenks, der Kaumuskulatur und der umgebenden Strukturen. Diese Störungen können Schmerzen verursachen und alltägliche Funktionen wie Kauen, Sprechen oder weites Mundöffnen beeinträchtigen.

An der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik des UKW bieten wir eine spezialisierte Diagnostik und Therapie nach aktuellen wissenschaftlichen Standards an.

Ursachen und begünstigende Faktoren

CMD entsteht meist durch ein Zusammenspiel mehrerer Einflüsse. Häufig beteiligt sind:

  • Zähneknirschen oder Zähnepressen (Bruxismus)
  • Stress und seelische Belastungen
  • Fehlstellungen von Zähnen oder Kiefer
  • frühere Verletzungen oder Operationen im Kieferbereich
  • Gelenkerkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Psoriasis-Arthritis
  • hormonelle Veränderungen, zum Beispiel in Pubertät oder Menopause
  • eine genetische Veranlagung

Mögliche Beschwerden

Die Symptome können sehr unterschiedlich sein, zum Beispiel:

  • Schmerzen im Kiefergelenk oder in der Kaumuskulatur
  • Knacken oder Reiben beim Öffnen des Mundes
  • eingeschränkte Mundöffnung
  • Verspannungen im Gesichts- und Nackenbereich
  • Kopfschmerzen im Schläfenbereich
  • gelegentlich Ohrenschmerzen, Ohrgeräusche oder Schwindel

Kurz erklärt: Was beeinflusst Schmerzen?

Schmerzen im Kieferbereich werden nicht nur durch mechanische Faktoren bestimmt. Auch Stress, hormonelle Einflüsse und seelische Belastungen können das Schmerzempfinden verstärken. Deshalb betrachten wir Ihre Beschwerden immer ganzheitlich.

CMD-Diagnostik: Wie stellen wir die Funktionsstörung fest?

Die Diagnose beginnt mit einer gründlichen zahnärztlichen Untersuchung. Dabei beurteilen wir den Zustand Ihrer Zähne und Ihres Zahnfleisches und prüfen vorhandene Füllungen oder Prothesen auf Passgenauigkeit, Abnutzung und Materialzustand.

Darauf folgt eine klinische Funktionsanalyse nach den DC/TMD-Richtlinien. Dabei prüfen wir systematisch:

  • die Funktion der Kaumuskulatur
  • Beweglichkeit und Belastbarkeit der Kiefergelenke
  • das Auftreten von Schmerzen
  • mögliche Gelenkgeräusche

Bei Bedarf ergänzen wir dies durch eine instrumentelle Funktionsanalyse. Mit speziellen Messverfahren werden die Bewegungen des Unterkiefers präzise erfasst, um Fehlbelastungen genauer zu erkennen.

Besteht der Verdacht auf nächtliches Zähneknirschen oder -pressen, können Diagnostikschienen sowie das Messgerät BruxOff® eingesetzt werden. Dieses zeichnet während des Schlafs die Aktivität der Kaumuskulatur auf und unterstützt uns bei der individuellen Therapieplanung.

CMD-Therapie: Wie behandeln wir Ihre Beschwerden?

Auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse entwickeln wir ein persönliches Behandlungskonzept. Bei Bedarf arbeiten wir eng mit anderen Fachbereichen wie Physiotherapie, Schmerzmedizin oder Psychosomatik zusammen.

Mögliche Bausteine der Behandlung sind:

  • Medikamente zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen
  • Physiotherapie mit gezielten Bewegungsübungen sowie Wärme- oder Kälteanwendungen
  • Übungen zur Entspannung und Stressbewältigung
  • ein Heimtrainingsgerät für ein kraftkontrolliertes, koordinatives Training
  • Schienentherapie mit individuell angepassten Rehabilitationsschienen

Unser Ziel ist es, die Funktion Ihres Kausystems langfristig zu erhalten, Schmerzen zu lindern und Ihnen eine dauerhaft verbesserte Lebensqualität zu ermöglichen.


 

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