Nierentumoren
Molekulare Grundlagen pädiatrischer Nierentumoren
Unsere Forschungsgruppe untersucht die molekularen Grundlagen dieser Tumoren mit dem Ziel, diagnostisch, prognostisch und therapeutisch relevante Veränderungen zu identifizieren und damit personalisierte Behandlungsansätze weiterzuentwickeln.
Die GPOH-Nierentumor-Biobank
Ein zentrales Fundament der Forschung ist die GPOH-Nierentumor-Biobank in Würzburg. Im Rahmen klinischer Studien wurde über rund 30 Jahre eine europaweit einzigartige Ressource aufgebaut, die Tumorgewebe und Vergleichsmaterial von etwa 2200 Patientinnen und Patienten umfasst.
Die Biobank ermöglicht es, seltene Tumorentitäten systematisch und in großer molekularer Tiefe zu analysieren. Dadurch können biologische, diagnostische und translationale Fragestellungen gezielt untersucht werden.
Die Forschung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit klinischen und pathologischen Partnerstrukturen.
Molekulare Treibermutationen und Biomarker
Ein Schwerpunkt der Forschung liegt auf der Identifikation genetischer und epigenetischer Treibermutationen sowie prognostisch und therapeutisch relevanter Biomarker bei pädiatrischen Nierentumoren.
Hierfür setzt die Gruppe moderne molekulare Analyseverfahren ein, darunter:
- Genom- und Exomanalysen
- Transkriptom-Analysen
- methylomische Verfahren
Auf dieser Grundlage konnten in den vergangenen Jahren wesentliche molekulare Ursachen des Wilms-Tumors sowie krankheitsrelevante Veränderungen bei Nicht-Wilms-Tumoren beschrieben werden.
Besondere Bedeutung haben dabei Tumorentitäten, bei denen molekulare Veränderungen bereits Ansatzpunkte für zielgerichtete Therapien liefern.
Tumorprädisposition und Liquid Biopsy
Ein weiterer aktueller Schwerpunkt betrifft genetische und epigenetische Tumorprädispositionen sowie die Entwicklung neuer nicht-invasiver diagnostischer Verfahren.
Insbesondere im Bereich der Liquid Biopsy untersucht die Gruppe, wie molekulare Tumormarker aus Körperflüssigkeiten für Diagnostik, Verlaufskontrolle und Rückfallüberwachung genutzt werden können.
Patientenbasierte Zellkultur- und Organoidmodelle
Ergänzend entwickelt die Forschungsgruppe patientenbasierte in-vitro-Modelle zur Untersuchung der Tumorbiologie und zur präklinischen Testung neuer Therapieansätze.
Ausgehend von primären 2D-Zellkulturen wurden innovative 3D-Kultursysteme wie Sphäroide und Organoide etabliert, die die biologische und morphologische Heterogenität von Wilms-Tumoren abbilden.
Diese Modelle schaffen wichtige Voraussetzungen, um molekulare Mechanismen besser zu verstehen und neue therapeutische Strategien experimentell zu untersuchen.
Aktuelle Förderungen
- KiKa: Translating OMICS (molecular biomarkers and targets) into cure for KIDney cancer in children (Omics4Kids)
- WWTF: Predicting the evolution of relapse in Wilms tumour using drug sensitivity profiling and liquid biopsies
Ausgewählte Publikationen
Wegert J, Appenzeller S, Treger TD et al. Distinct pathways for genetic and epigenetic predisposition in familial and bilateral Wilms tumor. Genome Medicine, 2025.
Treger TD, Wegert J, Wenger A et al. Predisposition footprints in the somatic genome of Wilms tumours. Cancer Discovery, 2025.
Götz L, Wegert J, Paikari A et al. Wilms tumor primary cultures capture phenotypic heterogeneity and facilitate preclinical screening. Translational Oncology, 2025.
Wegert J, Zauter L, Appenzeller S et al. High-risk blastemal Wilms tumor can be modeled by 3D spheroid cultures in vitro. Oncogene, 2020.
Wegert J, Ishaque N, Vardapour R et al. Mutations in the SIX1/2 pathway and the DROSHA/DGCR8 miRNA microprocessor complex underlie high-risk blastemal type Wilms tumors. Cancer Cell, 2015.
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