Versorgungsforschung
Genommedizin in die klinische Versorgung integrieren
Die Versorgungsforschungsgruppe untersucht deshalb, wie genetische und genomische Verfahren effizient, gerecht und langfristig tragfähig in die klinische Versorgung integriert werden können. Ein besonderer Fokus liegt auf onkologischen Fragestellungen.
Implementierungsorientierte Forschung in europäischen Netzwerken
Die Projekte der Gruppe sind stark implementierungsorientiert und eng in europäische Netzwerke eingebunden. Dadurch können Versorgungshürden nicht nur identifiziert, sondern auch im Rahmen internationaler Pilotprojekte gezielt adressiert werden.
Die Gruppe verbindet gesundheitswissenschaftliche, klinische und genommedizinische Perspektiven und trägt dazu bei, dass neue diagnostische Ansätze Patientinnen und Patienten tatsächlich erreichen.
Zugang zur genetischen Beratung verbessern
Ein zentrales Themenfeld ist die genetische Beratung. Sie bildet eine wichtige Schnittstelle zwischen komplexer molekularer Diagnostik und informierter klinischer Entscheidungsfindung.
Die Forschungsgruppe untersucht,
- welche strukturellen, rechtlichen und praktischen Hürden den Zugang zur genetischen Beratung im onkologischen Kontext erschweren,
- und welche Maßnahmen geeignet sind, diese Hürden auf europäischer Ebene zu überwinden.
Dazu gehören auch Pilotprojekte zur Umsetzung priorisierter Handlungsstrategien in der klinischen Versorgung.
Versorgungskonzepte für genetische Krebsprädispositionen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Diagnostik genetischer Krebsprädispositionssyndrome. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie entsprechende Teststrategien nachhaltig, kosteneffektiv und sinnvoll in die Versorgung integriert werden können.
Die Gruppe untersucht insbesondere den Nutzen genotypbasierter Ansätze, beispielsweise einer erweiterten Keimbahn-Genomanalyse bereits zum Zeitpunkt der Diagnose, und vergleicht diese mit klassischen screeningbasierten Strategien.
Ziel ist es, evidenzbasierte Versorgungskonzepte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Krebs zu entwickeln.
Aktuelle Förderungen und Netzwerke
- Mitarbeit und Leitungsaufgaben in mehreren von der Europäischen Union geförderten Joint Actions
- Joint Action on Personalized Cancer Medicine (JA PCM)
- Joint Action on Networks of Expertise in Cancer (JANE-2)
- Joint Action on the Prevention of Cancer and other Non-communicable Diseases (JA PreventNCD)
- Aufbauend auf Vorarbeiten im EU-geförderten CAN.HEAL-Konsortium
Ausgewählte Publikationen
McCrary JM, Van Valckenborgh E, Horgan D et al. Priority European strategies for sustainable access to high-quality genetic counselling in cancer: A Delphi study. European Journal of Human Genetics, 2026.
McCrary JM, Van Valckenbourgh E, Poirel HA et al. Genetic counselling legislation and practice in cancer in EU Member States. European Journal of Public Health, 2024.
Patientenkontakt
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