Zusätzlich kommt es zu einem gefährlichen Blutdruckabfall und einer unzureichenden Versorgung der Organe mit Sauerstoff.
Da bei dieser überschießenden Entzündungsreaktion bestimmte Botenstoffe des Immunsystems, sogenannte Zytokine, eine wichtige Rolle spielen, wurde die Idee entwickelt, diese Stoffe mithilfe spezieller Blutreinigungsverfahren wie der CytoSorb®-Therapie aus dem Blut zu entfernen. Dadurch erhofft man sich eine Abschwächung der Entzündungsreaktion und eine Verbesserung der Überlebenschancen.
In einer randomisierten, kontrollierten Studie haben die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie und die Frauen- und Poliklinik der Universität Würzburg gemeinsam untersucht, ob eine zusätzliche Blutreinigung mit dem CytoSorb®-System bei Patientinnen und Patienten mit septischem Schock und einer besonders starken Entzündungsreaktion von Nutzen ist.
Die Ergebnisse zeigten jedoch keinen nachweisbaren klinischen Nutzen der frühzeitigen Behandlung mit CytoSorb®. Die Patientinnen und Patienten benötigten weder weniger kreislaufstützende Medikamente (Noradrenalin), noch verkürzte sich ihr Aufenthalt auf der Intensivstation oder verbesserte sich ihre Überlebensrate. Auch die Entzündungsreaktion des Körpers wurde durch die Blutreinigung nicht messbar beeinflusst. Im Gegenteil: Das kurzfristige Überleben in den ersten 48 bis 72 Stunden nach Beginn der Behandlung war in der Vergleichsgruppe ohne CytoSorb® sogar tendenziell etwas höher.
Publikation: Christopher Lotz, Johannes Heckelmann, Clara Lendzian, Johannes Herrmann, Beatrice Haack, Michaela Gieselmann, Florian Wedekink, Daniel Röder, Nicolas Schlegel, Patrick Meybohm, Jörg Wischhusen, Quirin Notz. Clinical and Immunologic Effects of Extracorporeal Cytokine Removal in Patients with Septic Shock: A Randomized Controlled Trial. Shock. 2026 Apr 1;65(4):637-647. doi: 10.1097/SHK.0000000000002802