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VS-4718 sensibilisiert PSMB5-mutiertes multiples Myelom für Carfilzomib

In einer experimentellen Studie beschäftigten sich Forschende der Universitätsmedizin Würzburg mit neuen Therapieansätzen beim Multiplen Myelom, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks.

Zwar haben sogenannte Proteasom-Inhibitoren die Behandlung in den letzten Jahren deutlich verbessert, doch viele Patientinnen und Patienten entwickeln im Verlauf Resistenzen gegen diese Medikamente. Zudem sind die Therapien oft mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden.

Vor diesem Hintergrund untersuchten die Forschenden eine neue Wirkstoffkombination: den Inhibitor VS-4718, der bestimmte Signalwege in Krebszellen blockiert, allein sowie in Kombination mit dem etablierten Medikament Carfilzomib. Ziel war es, herauszufinden, ob sich dadurch die Wirksamkeit steigern und gleichzeitig die Belastung für gesunde Zellen reduzieren lässt.

Die Ergebnisse zeigen, dass VS-4718 bereits allein das Wachstum von Myelomzellen deutlich hemmen kann. Besonders interessant ist jedoch die Kombinationstherapie: In vielen untersuchten Zellmodellen verstärkten sich die Effekte beider Wirkstoffe gegenseitig („mehr als additiv“). Das bedeutet, dass die Krebszellen stärker geschädigt wurden, als es durch die Summe der Einzelwirkungen zu erwarten gewesen wäre.

Ein wichtiger Befund ist zudem, dass die Kombination auch bei solchen Myelomzellen wirksam war, die bereits Resistenzen gegenüber Proteasom-Inhibitoren entwickelt hatten. Durch die Zugabe von VS-4718 konnten diese Zellen wieder empfindlicher gegenüber Carfilzomib gemacht werden. Gleichzeitig blieb die Wirkung auf gesunde Immunzellen vergleichsweise gering, was auf ein günstigeres Nebenwirkungsprofil hindeutet.

Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass diese Wirkstoffkombination ein vielversprechender Ansatz für zukünftige Therapien sein könnte – insbesondere für Patientinnen und Patienten mit schwer behandelbaren oder rückfälligen Krankheitsverläufen. Da es sich jedoch um Laboruntersuchungen an Zellmodellen handelt, sind weitere klinische Studien notwendig, um Wirksamkeit und Sicherheit beim Menschen zu bestätigen.

Publikation: Ellen Leich-Zbat, Sofia Catalina Heredia-Guerrero, Marietheres Evers, Thorsten Stühmer, Tina Grieb, Hilka Rauert-Wunderlich, Ralf C. Bargou, Andreas Rosenwald, Manik Chatterjee & Daniela Brünnert. VS-4718 enhances apoptosis induced by low-dose carfilzomib and overcomes carfilzomib resistance in PSMB5-mutated proteasome inhibitor resistant multiple myeloma. Sci Rep 16, 9197 (2026). doi.org/10.1038/s41598-026-43205-4

Therapeutisches Fasten als neuartiger Ansatz zur Linderung muskuloskelettaler Symptome bei Brustkrebspatientinnen unter Aromatasehemmer-Therapie

Sogenannte aromatasehemmerbedingte Muskel- und Gelenkbeschwerden (AIMSS bzw. AIA), können bei vielen Patientinnen im Rahmen einer antihormonellen Therapie auftreten und die Lebensqualität teils erheblich beeinträchtigen.

Im Rahmen einer multizentrischen Zusammenarbeit mit dem CCC Mainfranken, der Charité Universitätsmedizin Berlin, dem Universitätsklinikum Tübingen, sowie dem Robert Bosch Centrum für Integrative Medizin wird ein Studienprotokoll zu einem innovativen unterstützenden Ansatz zur Linderung von Nebenwirkungen einer Brustkrebstherapie vorgestellt: das therapeutische Fasten. 

Vorläufige Hinweise aus anderen Krankheitsbereichen, etwa bei rheumatischen Erkrankungen, legen nahe, dass Fasten entzündliche Prozesse und Schmerzen positiv beeinflussen könnte. Gleichzeitig ist die Datenlage zum Einsatz von Fasten bei onkologischen Patientinnen unter laufender Therapie derzeit unzureichend. Leitlinien betonen, dass eine Anwendung außerhalb klinischer Studien nicht empfohlen werden kann.

Vor diesem Hintergrund prüft die Studie nun, ob ein mehrtägiges, medizinisch begleitetes Fastenprogramm für betroffene Patientinnen überhaupt praktikabel und sicher durchführbar ist.

Geplant ist eine einarmige Pilotstudie mit 54 Teilnehmerinnen unter endokriner adjuvanter Therapie, die ein siebentägiges, kontrolliertes Fastenprogramm mit definierter Kalorienrestriktion (≤ 350 kcal/Tag) durchführen. 

Dieses basiert vor allem auf Gemüsebrühen und Säften und wird durch strukturierte Anleitung sowie medizinische Begleitung unterstützt. Ziel ist explizit nicht der Nachweis einer klinischen Wirksamkeit, sondern die Evaluation von Durchführbarkeit, Sicherheit und Akzeptanz im klinischen Alltag. Neben der Durchführbarkeit wird auch untersucht, wie gut sich verschiedene etablierte Fragebögen und Messinstrumente einsetzen lassen, um Beschwerden, Lebensqualität, Stress, Achtsamkeit und Schlaf zu erfassen. Damit soll eine methodische Grundlage für zukünftige, größere Studien geschaffen werden.

Ergänzend werden Veränderungen im Lebensstil, etwa Ernährungsgewohnheiten, sowie Aspekte wie Fatigue (tumorbedingte Erschöpfung) beobachtet. Zudem sollen digitale Selbstbeobachtungen und qualitative Interviews helfen, individuelle Erfahrungen und subjektive Veränderungen besser zu verstehen.

Insgesamt dient die Studie als wichtige Vorarbeit für eine größere, kontrollierte Untersuchung. Vor dem Hintergrund der aktuell limitierten Evidenz verfolgt die Studie damit einen klar hypothesengenerierenden Ansatz innerhalb eines sicheren, kontrollierten Studienrahmens.

Publikation: Meyer H, Koppold DA, Shaker O, Eden L, Schiffmann L, Konigorski S, Cramer H, Choi KA, Einsele H, Winkler M, Löffler C. Therapeutic Fasting as a Novel Approach to Mitigate Musculoskeletal Symptoms in Breast Cancer Patients undergoing Aromatase Inhibitor Therapy: A Feasibility Study Protocol. Integrative Cancer Therapies. 2026;25. doi:10.1177/15347354261426272

Riboflavin-Stoffwechsel als Determinante der FSP1-vermittelten Ferroptose-Resistenz

Ferroptose stellt eine eisenabhängige Form des regulierten Zelltods dar, die durch Lipidperoxidation charakterisiert ist und zunehmend als therapeutisch nutzbarer Mechanismus in der Onkologie in den Fokus rückt.

Vera Skafar und José Pedro Friedmann Angeli in weißen Kitteln im Labor
Vera Skafar und José Pedro Friedmann Angeli haben die Studie am Rudolf-Virchow-Zentrum durchgeführt. (Bild: Natalie Fahmer / Universität Würzburg)

Zentrale Komponenten des anti-ferroptotischen Schutzsystems sind die Glutathionperoxidase 4 sowie Coenzym Q, Vitamin E und das NAD(P)H-abhängige Oxidoreduktase-System um FSP1. Während die Funktion von GPX4 gut charakterisiert ist, sind die regulatorischen Determinanten der FSP1-Aktivität bislang unzureichend verstanden.

Arbeiten aus der Arbeitsgruppe von José Pedro Friedmann Angeli vom Rudolf-Virchow-Zentrum und Comprehensive Cancer Center Mainfranken identifizieren den Riboflavin-Stoffwechsel als kritischen Regulator der FSP1-Funktion. Insbesondere konnte gezeigt werden, dass Riboflavin (Vitamin B₂) nach Umwandlung in FAD essenziell für die Stabilität und enzymatische Aktivität von FSP1 ist.

Weiterhin wurde nachgewiesen, dass das Riboflavin-Analogon Roseoflavin als modifiziertes Kofaktor-Derivat (RoFAD) in FSP1 eingebaut wird und dessen anti-ferroptotische Funktion inhibiert. Funktionell führt dies in Tumorzellen zu einer ausgeprägten Sensibilisierung gegenüber Ferroptose.

Diese Ergebnisse legen nahe, dass der Riboflavin-Stoffwechsel eine bislang unterschätzte metabolische Verwundbarkeit darstellt und die gezielte pharmakologische Modulation dieses Signalwegs ein vielversprechender Ansatz zur Induktion von Ferroptose in Tumorzellen sein könnte.

Zur Pressemeldung

Publikation: Skafar V, de Souza I, Ghosh B, Ferreira Dos Santos A, Porto Freitas F, Chen Z, Sun S, Donate Castillo M, Nepachalovich P, Seufert L, Bothe S, Tschuck J, Mathur A, Nunes-Alves A, Buhr J, Aponte-Santamaría C, Schmitz W, Mack M, Eilers M, Bargou R, Chaufan M, Kaur M, Palma M, Ubellacker JM, Elling U, Augustin HG, Hadian K, Meierjohann S, Proneth B, Conrad M, Fedorova M, Alborzinia H, Friedmann Angeli JP. Riboflavin metabolism shapes FSP1-driven ferroptosis resistance. Nat Cell Biol. 2026 Mar 13. doi: 10.1038/s41556-025-01856-x. Epub ahead of print. PMID: 41826699.

 

Vera Skafar und José Pedro Friedmann Angeli in weißen Kitteln im Labor
Vera Skafar und José Pedro Friedmann Angeli haben die Studie am Rudolf-Virchow-Zentrum durchgeführt. (Bild: Natalie Fahmer / Universität Würzburg)
Auswirkungen einer geriatrischen Mitbetreuung auf die Selbstständigkeit, die Lebensqualität und schwere Toxizität bei gebrechlichen älteren Krebspatienten

Menschen ab 70 Jahren haben unter Krebstherapien besonders häufig mit Nebenwirkungen, funktionellen Einschränkungen und einer verminderten Lebensqualität zu kämpfen.

In einer aktuellen randomisierten Studie untersuchte ein Team des Comprehensive Cancer Center Mainfrankens, ob eine sogenannte geriatrische Co-Betreuung die Behandlung älterer Krebspatientinnen und -patienten verbessern kann. 

In der Studie wurden über 200 Patientinnen und Patienten, die eine neue medikamentöse Krebstherapie begannen, in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine erhielt die übliche Standardversorgung, während die andere zusätzlich von einem multiprofessionellen Team geriatrisch mitbetreut wurde. Diese Co-Betreuung umfasste eine umfassende Einschätzung des Gesundheitszustands sowie gezielte unterstützende Maßnahmen, etwa zur Stabilisierung der Selbstständigkeit oder zur besseren Verträglichkeit der Therapie.

Nach zwölf Wochen zeigte sich in der Interventionsgruppe eine tendenzielle Verbesserung sowohl der Selbstständigkeit im Alltag als auch der Lebensqualität. Diese Unterschiede waren statistisch jedoch nicht eindeutig abgesichert. Deutlicher fiel hingegen ein anderer Effekt aus: Schwere Nebenwirkungen der Krebstherapie traten in der Gruppe mit geriatrischer Co-Betreuung deutlich seltener auf. Auch ungeplante Krankenhausaufenthalte konnten etwas reduziert werden.

Die Ergebnisse legen nahe, dass eine engere, auf ältere Menschen zugeschnittene Begleitung während der Krebstherapie insbesondere dazu beitragen kann, Risiken und Komplikationen zu verringern. Auch wenn der Einfluss auf Lebensqualität und Selbstständigkeit in dieser Studie nicht eindeutig belegt werden konnte, sprechen die Befunde insgesamt dafür, geriatrische Expertise stärker in die onkologische Versorgung älterer Patientinnen und Patienten zu integrieren.

Publikation: Gabriele Ihorst, Elisabeth Jentschke, Kathrin Tatschner, Carmen Roch, Birgitt van Oorschot, Peter Baier, Bernhard Geyer, Miriam Hüttmeyer, Christoph Hohlbein, Anna Heckers, Johanna Gerber, Barbara Deschler-Baier. Effect of geriatric co-management on independence, quality of life, and severe toxicity in vulnerable older patients with cancer: Results of a randomized clinical trial. Journal of Geriatric Oncology. Volume 17, Issue 2, 2026, 102896, ISSN 1879-4068, https://doi.org/10.1016/j.jgo.2026.102896

Rolle von YBX1 in Hämatopoese und Immunfunktion

YBX1 ist ein multifunktionaler Regulator der Genexpression, der sowohl Transkriptions- als auch posttranskriptionelle Prozesse kontrolliert und zentrale zelluläre Funktionen wie Proteinsynthese, Proliferation und Stressantwort beeinflusst. Seine Rolle in der Hämatopoese und der adaptiven Immunantwort in vivo war bislang jedoch nur unzureichend charakterisiert.

Die Arbeitsgruppen von Viktoria Kunz, Kathryn S. Bommert, Ralf Bargou und Kurt Bommert untersuchten die Funktion des aus der Tumorbiologie bekannten RNA/DNA-bindenden Proteins YBX1 im Immunsystem. Zur funktionellen Analyse wurde ein konditionales Mausmodell eingesetzt, in dem hämatopoetische Zellen ohne funktionelles YBX1 untersucht wurden. Trotz einer initial reduzierten Anzahl hämatopoetischer Vorläuferzellen blieb die grundlegende Differenzierung und Neubildung der wichtigsten Blutzelllinien weitgehend erhalten. Diese Befunde sprechen dafür, dass YBX1 für die basale Hämatopoese nicht essenziell ist. Demgegenüber zeigten sich ausgeprägte funktionelle Unterschiede im Immunsystem. Myeloide Zellpopulationen wiesen eine verstärkte Produktion proinflammatorischer Mediatoren auf, was auf eine Dysregulation inflammatorischer Signalwege hinweist. B-Zellen entwickelten sich weitgehend normal und zeigten keine wesentlichen Einschränkungen in ihrer Proliferationsfähigkeit, reagierten jedoch abgeschwächt auf Aktivierungssignale. Dadurch war die humorale Immunantwort beeinträchtigt: Nach Immunisierung produzierten YBX1-defiziente B-Zellen signifikant weniger Antikörper, unabhängig davon, ob es sich um T-zellabhängige oder -unabhängige Antworten handelte.

Mechanistisch konnte gezeigt werden, dass YBX1 direkt an Immunglobulin-mRNA bindet und deren Translation fördert. YBX1 reguliert die Antikörperproduktion somit auf posttranskriptioneller Ebene und stellt einen zentralen Faktor für eine effektive humorale Immunantwort dar.

Zusammenfassend identifizieren diese Vorarbeiten YBX1 als kritischen Regulator der Immunfunktion, der insbesondere für die Kontrolle der Antikörperproduktion essenziell ist. Die Daten legen nahe, dass YBX1 eine Schlüsselrolle in der Aufrechterhaltung der immunologischen Homöostase spielt und potenziell an Mechanismen der Tumorimmun-Evasion beteiligt ist.

Publikation: Viktoria Kunz, Kathryn S. Bommert, Ralf Bargou und Kurt Bommert. YBX1 modulates humoral immunity through post-transcriptional regulation in B cells. Front Immunol. 2025 Sep 10;16:1653073. doi: 10.3389/fimmu.2025.1653073. PMID: 41000393; PMCID: PMC12457427.

 

Tarlatamab bei kleinzelligem Lungenkrebs wirkt nicht nur gegen Krebs sondern auch positiv auf Lebensqualität

In der Phase-2-Studie DeLLphi-301 wurde das Medikament Tarlatamab bei Patientinnen und Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs (SCLC), die bereits andere Therapien erhalten hatten, untersucht.

Porträt von Horst-Dieter Hummel - der Arzt und Wissenschaftler trägt weißen Kittel über einem grauen Hemd, braune Brille und Bart.
Horst-Dieter Hummel ist Erstautor der Studie, die einmal mehr zeigt, welch große Bedeutung die Entwicklung des Antikörpers Tarlatamab für die betroffenen Patienten eine sehr große Bedeutung.

Die Ergebnisse zeigten, dass Tarlatamab eine anhaltende Wirksamkeit erzielte und vielversprechende Überlebensraten erreichte. Die Lebensqualität der Teilnehmenden blieb während der Behandlung stabil oder verbesserte sich sogar leicht, insbesondere was das allgemeine Wohlbefinden und die Atemnot betrifft. Symptome wie Husten und Brustschmerzen verschlechterten sich nicht, sondern blieben weitgehend stabil. Die Nebenwirkungen waren überwiegend mild bis mäßig und traten nur selten oder gelegentlich auf. Die meisten Patientinnen und Patienten gaben an, sich kaum oder nur wenig durch die Nebenwirkungen beeinträchtigt zu fühlen. Insgesamt zeigte Tarlatamab somit ein günstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis: Es wirkte gegen den Krebs, unterstützte die Erhaltung der Lebensqualität und war gut verträglich.

Horst-Dieter Hummel, Myung-Ju Ahn, Fiona Blackhall, Martin Reck, Hiroaki Akamatsu, Suresh S. Ramalingam, Hossein Borghaei, Melissa Johnson, Franziska Dirnberger, Kim Cocks, Shuang Huang, Sujoy Mukherjee & Luis Paz-AresPatient-Reported Outcomes for Patients with Previously Treated Small Cell Lung Cancer Receiving Tarlatamab: Results from the DeLLphi-301 Phase 2 Trial. Adv Ther 42, 1950–1964 (2025). https://doi.org/10.1007/s12325-025-03136-4 

Porträt von Horst-Dieter Hummel - der Arzt und Wissenschaftler trägt weißen Kittel über einem grauen Hemd, braune Brille und Bart.
Horst-Dieter Hummel ist Erstautor der Studie, die einmal mehr zeigt, welch große Bedeutung die Entwicklung des Antikörpers Tarlatamab für die betroffenen Patienten eine sehr große Bedeutung.
Tarlatamab bei kleinzelligem Lungenkrebs nach platinbasierter Chemotherapie

Tarlatamab ist eine neuartige Immuntherapie zur Behandlung von kleinzelligem Lungenkrebs. Sie wurde besonders schnell zugelassen und kann bei Patienten eingesetzt werden, die bereits andere Behandlungen erhalten haben.

Screenshots vom Video auf dunkelgrünem Hintergrund: Tarlatamab versus Chemotherapie und auf anderem Bild die grafische Darstellung der Verabreichung von Tarlatamab bei Person mit Lungenkrebs.
Screenshots vom Video, das die Studie (Mountzios et al. 2025 N Engl J Med) zusammenfasst: Für Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs, der nach einer Platin-Chemotherapie erneut auftritt, stehen nur wenige wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Eine neue Phase-3-Studie zeigt, dass sich mit dem delta-ähnlichen Liganden Tarlatamab, einem T-Zell-Engager, der sich gegen den Rezeptor CD3 richtet, die Überlebensrate und Symptomkontrolle verbessern lassen.

Ob Tarlatamab bei Patienten, bei denen der kleinzellige Lungenkrebs (SCLC) während oder nach einer ersten platinbasierten Chemotherapie fortgeschritten ist, wirksamer ist als eine Chemotherapie, war bislang nicht bekannt.

In einer internationalen Studie mit Würzburger Beteiligung wurde Tarlatamab nun mit einer Chemotherapie verglichen. Insgesamt wurden 509 Patienten randomisiert und erhielten entweder Tarlatamab (254 Patienten) oder eine Chemotherapie (255 Patienten). Die Behandlung mit Tarlatamab führte dazu, dass die Patientinnen und Patienten im Durchschnitt länger lebten als diejenigen, die eine Chemotherapie erhielten – im Mittel 13,6 Monate gegenüber 8,3 Monaten. Auch das progressionsfreie Überleben (also die Zeit, in der der Krebs nicht weiterwuchs) war unter Tarlatamab deutlich länger. Zudem besserten sich Atemnot und Husten, die häufig durch den Krebs verursacht werden, unter Tarlatamab stärker als unter Chemotherapie. Darüber hinaus traten bei der Behandlung mit Tarlatamab weniger schwere Nebenwirkungen auf (54 % gegenüber 80 % unter Chemotherapie). Auch mussten weniger Patientinnen und Patienten die Behandlung wegen Nebenwirkungen abbrechen (5 % gegenüber 12 %).

Horst-Dieter Hummel resümiert: „Unsere Arbeit zeigt, dass der Einsatz von Tarlatamab im ersten Rezidiv bei Patienten mit SCLC zu einem verlängerten Gesamtüberleben im Vergleich zur Standardchemotherapie führt.“

Mountzios G, Sun L, Cho BC, Demirci U, Baka S, Gümüş M, Lugini A, Zhu B, Yu Y, Korantzis I, Han JY, Ciuleanu TE, Ahn MJ, Rocha P, Mazières J, Lau SCM, Schuler M, Blackhall F, Yoshida T, Owonikoko TK, Paz-Ares L, Jiang T, Hamidi A, Gauto D, Recondo G, Rudin CM; DeLLphi-304 Investigators. Tarlatamab in Small-Cell Lung Cancer after Platinum-Based Chemotherapy. N Engl J Med. 2025 Jul 24;393(4):349-361. doi: 10.1056/NEJMoa2502099

Screenshots vom Video auf dunkelgrünem Hintergrund: Tarlatamab versus Chemotherapie und auf anderem Bild die grafische Darstellung der Verabreichung von Tarlatamab bei Person mit Lungenkrebs.
Screenshots vom Video, das die Studie (Mountzios et al. 2025 N Engl J Med) zusammenfasst: Für Patienten mit kleinzelligem Lungenkrebs, der nach einer Platin-Chemotherapie erneut auftritt, stehen nur wenige wirksame Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Eine neue Phase-3-Studie zeigt, dass sich mit dem delta-ähnlichen Liganden Tarlatamab, einem T-Zell-Engager, der sich gegen den Rezeptor CD3 richtet, die Überlebensrate und Symptomkontrolle verbessern lassen.