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CRISPR-basierte T-Zell-Therapien der nächsten Generation: Chancen und Herausforderungen

T-Zellen können umprogrammiert werden, um Krebszellen gezielt zu erkennen und auszuschalten. Derartige T-Zell-Therapien sind wirksam bei Patientinnen und Patienten mit bestimmten hämatologischen Krebserkrankungen.

Hier ist dargestellt, welche Probleme es bei der zellulären Immuntherapie gegen Krebs gibt. Diese Probleme könnte man mit neuen CRISPR 2.0-basierten Gen-Editierungsstrategien angehen.
Schematische Darstellung der größten Herausforderungen der zellulären Immuntherapie in der Onkologie, die jeweils mit neuartigen CRISPR 2.0-basierten Gen-Editierungsstrategien angegangen werden könnten. BCMA, B-Zell-Reifungsantigen; PE, Prime Editing; TALEN, Transkriptionsaktivator-ähnliche Effektor-Nuklease; TCR, T-Zell-Rezeptor; ZFN, Zinkfinger-Nuklease.

Es bestehen jedoch weiterhin Herausforderungen, darunter primäre und sekundäre Resistenzen, eine mangelnde Wirksamkeit bei soliden Tumoren, ein begrenztes Spektrum an ansteuerbaren Antigenen sowie zeitaufwändige und komplexe Herstellungsprozesse.

Die CRISPR-basierte Genomeditierung hat das Potenzial, die Wirksamkeit von T-Zellen gegen Tumoren zu verbessern. Base- und Prime-Editing, das sogenannte CRISPR 2.0, sind leistungsstärker und präziser als konventionelle CRISPR-Techniken. Statt Doppelstrangbrüche in der DNA zu erzeugen, ermöglichen Base- und Prime-Editing eine gezielte und effiziente Umschreibung von Gensequenzen.

In einem Review im Journal Nature Reviews Clinical Oncology beleuchten Forschende vom Uniklinikum Würzburg gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen anderer Forschungseinrichtungen die Herausforderungen als auch die vielversprechenden Chancen, die mit der Anwendung von CRISPR 2.0 in der T-Zell-Therapie einhergehen. 

Sie diskutieren aufkommende CRISPR-2.0-Technologien und deren Fortschritte auf dem Weg zur klinischen Anwendung, beleuchten Herausforderungen und Chancen und beschreiben Strategien für den Einsatz von CRISPR 2.0 zur Weiterentwicklung zellulärer Immuntherapien für hämatologische Malignome und solide Tumoren in der Zukunft.

Karl Petri, Elvira D’Ippolito, Annette Künkele, Ulrike Köhl, Dirk H. Busch, Hermann Einsele & Michael Hudecek. Next-generation T cell immunotherapies engineered with CRISPR base and prime editing: challenges and opportunities. Nat Rev Clin Oncol (2025). https://doi.org/10.1038/s41571-025-01072-4

Hier ist dargestellt, welche Probleme es bei der zellulären Immuntherapie gegen Krebs gibt. Diese Probleme könnte man mit neuen CRISPR 2.0-basierten Gen-Editierungsstrategien angehen.
Schematische Darstellung der größten Herausforderungen der zellulären Immuntherapie in der Onkologie, die jeweils mit neuartigen CRISPR 2.0-basierten Gen-Editierungsstrategien angegangen werden könnten. BCMA, B-Zell-Reifungsantigen; PE, Prime Editing; TALEN, Transkriptionsaktivator-ähnliche Effektor-Nuklease; TCR, T-Zell-Rezeptor; ZFN, Zinkfinger-Nuklease.
Atemwegsinfektionen bei Patienten mit hämatologischen Malignomen oder nach hämatopoetischer Zelltransplantation

Menschen mit Blutkrebs oder nach einer Stammzelltransplantation haben ein stark geschwächtes Immunsystem und sind dadurch besonders anfällig für Infektionen mit Atemwegsviren, die man sich im Alltag leicht einfangen kann – etwa Grippeviren, RSV (Respiratory Syncytial Virus), Rhinoviren oder Coronaviren.

10. Europäischen Konferenz zu Infektionen bei Leukämie (ECIL-10)

Der Artikel aus der 10. Europäischen Konferenz zu Infektionen bei Leukämie (ECIL-10) fasst den aktuellen Wissensstand aus den Jahren 2014 bis 2024 zusammen und gibt neue Empfehlungen, wie solche Virusinfektionen bei diesen Hochrisikopatientinnen und -patienten besser verhindert, erkannt und behandelt werden können.

Empfohlen wird ein einheitlicher Ansatz für die Vorbeugung, Diagnostik und Behandlung aller wichtigen Atemwegsviren – einschließlich SARS-CoV-2. Besonders betont wird die Bedeutung einer jährlichen Grippeimpfung mit einem inaktivierten Impfstoff. Wenn eine Influenza-Infektion festgestellt wird, sollte die antivirale Therapie so früh wie möglich beginnen. Eine vorbeugende Medikamentengabe wird dagegen in der Regel nicht empfohlen. Beim RSV-Virus stehen inzwischen Impfstoffe zur Verfügung, die bei besonders gefährdeten Personen, zum Beispiel nach einer Transplantation, in Betracht gezogen werden können. Für Kinder unter zwei Jahren wird außerdem der Schutz durch spezielle Antikörper (z. B. Palivizumab oder Nirsevimab) empfohlen, während für ältere Kinder und Erwachsene noch zu wenige Daten vorliegen.

Für viele andere Atemwegsviren gibt es bislang keine wirksamen Medikamente oder Impfstoffe. Daher konzentriert sich die Behandlung meist darauf, das geschwächte Immunsystem zu unterstützen – etwa durch den Ausgleich eines Antikörpermangels oder die vorsichtige Reduktion von Medikamenten, die das Immunsystem zusätzlich unterdrücken.

Insgesamt zeigt der Bericht, dass Atemwegsinfektionen bei Menschen mit Blutkrebs oder nach Stammzelltransplantation weiterhin ein großes Risiko darstellen. Fortschritte bei Impfungen und antiviralen Therapien gibt es zwar, doch bestehen noch erhebliche Forschungslücken. Die aktualisierten Empfehlungen der ECIL-10 sollen Ärztinnen und Ärzten helfen, diese Infektionen frühzeitig zu erkennen und die Behandlung besser auf die besonderen Bedürfnisse immungeschwächter Patientinnen und Patienten abzustimmen.

Marie von Lilienfeld-Toal, Fareed Khawaja, Francesca Compagno, Christine Robin, José-Luis Piñana, Simone Cesaro, Hermann Einsele, Per Ljungman, David Navarro, Michael Boeckh, Roy F Chemaly, Hans H Hirsch. Community-acquired respiratory virus infections in patients with haematological malignancies or undergoing haematopoietic cell transplantation: updated recommendations from the 10th European Conference on Infections in Leukaemia. The Lancet Infectious Diseases, 2025, ISSN 1473-3099, https://doi.org/10.1016/S1473-3099(25)00365-2.

 

10. Europäischen Konferenz zu Infektionen bei Leukämie (ECIL-10)
Vielversprechende Strategie gegen gefährliche Pilzinfektionen

Andreas Beilhack hat mit seiner Arbeitsgruppe und Kolleginnen und Kollegen der Universitätsmedizin Würzburg einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung gefährlicher Pilzinfektionen erzielt. Sie entwickelten eine neuartige Therapie gegen den Schimmelpilz Aspergillus fumigatus, der insbesondere für immungeschwächte Menschen lebensbedrohlich sein kann.

Digitale Cover Illustration für die Fachzeitschrift Nanoscale (2025, Band 17, Seite 7002) von Andreas Beilhack, erstellt mit der Software Procreate von Savage Interactive. Das Bild zeigt eine mit Aspergillus fumigatus infizierte menschliche Lunge. Der Hyphen bildende, invasiv wachsende Pilz mit Pilzsporen in Blautönen ist links im Bild zu sehen. Die helfenden Nanopartikel sind in Gold- und Brauntönen dargestellt.

Die innovative Methode kombiniert kleine RNA-Moleküle (siRNA), die gezielt lebenswichtige Gene des Pilzes ausschalten, mit dem Antipilzmittel Amphotericin B. Beide Wirkstoffe werden in anionischen Liposomen verpackt – winzigen Fettbläschen mit negativer Ladung. Diese Liposomen erleichtern das Eindringen der siRNA in die Pilzzellen, wodurch das Wachstum des Erregers effektiv gehemmt wird.

Ein weiterer Vorteil dieser Therapie ist die Verwendung von Insektenlarven als Infektionsmodell, was Tierversuche an Säugetieren reduziert. 

Die Studie demonstriert erstmals die Wirksamkeit von siRNA gegen einen humanpathogenen Pilz in Infektionsmodellen und eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung resistenter Pilzinfektionen. 

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Pressemeldung vom 25.03.2025

 

Yidong Yu, Theresa Vogel, Sina Hirsch, Jürgen Groll, Krystyna Albrecht, Andreas Beilhack. Enhanced antifungal activity of siRNA-loaded anionic liposomes against the human pathogenic fungus Aspergillus fumigatus. Nanoscale. 2025 Mar 24;17(12):7002-7007. doi: 10.1039/d4nr03225j. PMID: 39508295. 

Zur Publikation

Digitale Cover Illustration für die Fachzeitschrift Nanoscale (2025, Band 17, Seite 7002) von Andreas Beilhack, erstellt mit der Software Procreate von Savage Interactive. Das Bild zeigt eine mit Aspergillus fumigatus infizierte menschliche Lunge. Der Hyphen bildende, invasiv wachsende Pilz mit Pilzsporen in Blautönen ist links im Bild zu sehen. Die helfenden Nanopartikel sind in Gold- und Brauntönen dargestellt.