Die in der Fachzeitschrift „Science Immunology“ veröffentlichte Studie liefert eine Erklärung dafür, wie eine Punktmutation in dem Immunrezeptor RIG-I das Abwehrsystem des Körpers in eine selbstzerstörerische Kraft verwandelt und eine schwere organspezifische Autoimmunerkrankungen verursacht.
Besonders ein kleines, natürlich vorkommendes RNA-Molekül namens Y-RNA löst in der Niere bei dieser Mutation eine Art Fehlalarm aus: Der mutierte RIG-I-Rezeptor wird aktiviert und setzt eine starke Entzündungsreaktion in Gang.
In Labormodellen führten diese Prozesse zu einer lupusähnlichen Nierenentzündung, bei der Nierenzellen große Mengen an Botenstoffen produzierten, die Immunzellen anlocken und Gewebeschäden verstärken. Weiterhin identifizierten die Forschenden einen potenziellen Ansatzpunkt für eine Therapie: Die Blockade des CCR2-Signalwegs, der an der Rekrutierung von Immunzellen beteiligt ist, reduzierte die Entzündung deutlich in den Modellen.
Prof. Takahiro Higuchi, Direktor für präklinische Bildgebung, und Benjamin Heil, technischer Assistent in der Würzburger Nuklearmedizin trugen wesentlich zur Aufklärung des molekularen Mechanismus für tödliche Nephritis bei. „Die Arbeit legt den Grundstein für klinische Entwicklungen, die durch die fortgesetzte molekulare Bildgebung weiter vorangetrieben werden soll“, so Higuchi.
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Publikation
Saya Satoh, Yaw Bia Tan, Benjamin Heil, Shintaro Yamada, Verena Schütte, Celest Phang, Chaozhi Tang, Yuta Tsukamoto, Takahiro Higuchi, Takashi Fujita, Rayk Behrendt, Martin Schlee, Dahai Luo, and Hiroki Kato. Local activation of mutant RIG-I by short non-coding Y-RNA in the kidney triggers lethal nephritis; Science Immunology; https://doi.org/10.1126/sciimmunol.adx1135