In einer aktuellen randomisierten Studie untersuchte ein Team des Comprehensive Cancer Center Mainfrankens, ob eine sogenannte geriatrische Co-Betreuung die Behandlung älterer Krebspatientinnen und -patienten verbessern kann.
In der Studie wurden über 200 Patientinnen und Patienten, die eine neue medikamentöse Krebstherapie begannen, in zwei Gruppen aufgeteilt: Eine erhielt die übliche Standardversorgung, während die andere zusätzlich von einem multiprofessionellen Team geriatrisch mitbetreut wurde. Diese Co-Betreuung umfasste eine umfassende Einschätzung des Gesundheitszustands sowie gezielte unterstützende Maßnahmen, etwa zur Stabilisierung der Selbstständigkeit oder zur besseren Verträglichkeit der Therapie.
Nach zwölf Wochen zeigte sich in der Interventionsgruppe eine tendenzielle Verbesserung sowohl der Selbstständigkeit im Alltag als auch der Lebensqualität. Diese Unterschiede waren statistisch jedoch nicht eindeutig abgesichert. Deutlicher fiel hingegen ein anderer Effekt aus: Schwere Nebenwirkungen der Krebstherapie traten in der Gruppe mit geriatrischer Co-Betreuung deutlich seltener auf. Auch ungeplante Krankenhausaufenthalte konnten etwas reduziert werden.
Die Ergebnisse legen nahe, dass eine engere, auf ältere Menschen zugeschnittene Begleitung während der Krebstherapie insbesondere dazu beitragen kann, Risiken und Komplikationen zu verringern. Auch wenn der Einfluss auf Lebensqualität und Selbstständigkeit in dieser Studie nicht eindeutig belegt werden konnte, sprechen die Befunde insgesamt dafür, geriatrische Expertise stärker in die onkologische Versorgung älterer Patientinnen und Patienten zu integrieren.
Publikation: Gabriele Ihorst, Elisabeth Jentschke, Kathrin Tatschner, Carmen Roch, Birgitt van Oorschot, Peter Baier, Bernhard Geyer, Miriam Hüttmeyer, Christoph Hohlbein, Anna Heckers, Johanna Gerber, Barbara Deschler-Baier. Effect of geriatric co-management on independence, quality of life, and severe toxicity in vulnerable older patients with cancer: Results of a randomized clinical trial. Journal of Geriatric Oncology. Volume 17, Issue 2, 2026, 102896, ISSN 1879-4068, https://doi.org/10.1016/j.jgo.2026.102896