Radiopharmazie: Herstellung radioaktiver Arzneimittel

Seit 2000 stellt die Nuklearmedizin der Uniklinik Würzburg radioaktive Arzneimittel zur Diagnose und Therapie selbst her. Dadurch ist eine effektive und personenbezogene Behandlung mit Radionukliden gewährleistet.

Radioaktive Arzneimittel, auch Radiopharmaka genannt, bestehen im Wesentlichen aus zwei Bestandteilen: dem Radionuklid, einem Element, dessen Atomkern beim Zerfall Strahlung abgibt, und einem nicht radioaktiven Trägermaterial, das sich natürlich in den Stoffwechsel des Organismus einfügt. Durch deren Verbindung wird die radioaktive Substanz in den Stoffwechsel eingeschleust und kann an ausgesuchten Zielorten zur Diagnose und Therapie genutzt werden.

Eigene Herstellung

Wir versorgen die Klinik mittlerweile mit 20 verschiedenen Radiopharmaka aus eigener Herstellung. Die Herausforderung dabei liegt in der kurzen Halbwertszeit des Radionuklids. Dies ist einerseits gut, weil es Patientinnen und Patienten nur geringe Zeit belastet, andererseits problematisch, weil der Wirkstoff nur sehr begrenzt haltbar bleibt. Deshalb ist es von Vorteil, wenn eine Klinik Radiopharmaka vor Ort herstellen kann.
Seit 2011 verfügt die Nuklearmedizin über ein eigenes Zyklotron zur Erzeugung kurzlebiger Radionuklide. In diesem Teilchenbeschleuniger werden Atome beschossen, zum Zerfall gebracht und dadurch radioaktiv. Die Zusammensetzung zum Radiopharmakon erfolgt unter strengen Auflagen in einem sterilen Reinraum. Zusätzlich durchläuft das Radiopharmakon vor dem Einsatz eine strenge Qualitätskontrolle.

Personalisierte Medizin

Auf Patientinnen und Patienten und ihre Krankheiten abgestimmte Konzepte liegen uns besonders am Herzen. Deshalb arbeiten wir intensiv an neuen Biomarkern, um sowohl die molekulare Bildgebung mit PET/CT oder SPECT als auch die Therapien im Sinne einer personalisierten Medizin oder Theranostik zu verbessern.

Selbst entwickelte Therapiekonzepte

So ist es uns gelungen, sieben Radiopharmaka-Paare zu entwickeln, die es erlauben, Ort und Ausdehnung bestimmter Tumore zuverlässig zu bestimmen und zum Teil zu behandeln. Für Patientinnen und Patienten besteht dadurch die Möglichkeit, eine individualisierte Radionuklidtherapie mit beachtlichen Resultaten bei geringen Nebenwirkungen durchzuführen. Diese sieben Radiopharmaka (DOTATOC, PSMA, Iodphenylalanin, CXCR4, Iodmetomida, MAZA) betreffen folgende Erkrankungen:

  • Neuroendokrine Tumore
  • Prostatakrebs
  • Gliome (Hirntumore)
  • Tumore, die spezielle Eiweiße (Chemokine) produzieren
  • bestimmte Formen hormonproduzierender Tumore
  • Schilddrüsenkrebs

Ansprechpartner

Univ.-Prof. Dr. rer. nat.
Samuel Samnick

Leiter der Radiopharmazie/ PET-Zentrum

+49 931 201-35550

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Untersuchungen nur nach Terminabsprache:
+49 931 201-35405

Leitung:
Univ. Prof. rer.nat. Dr. Samuel Samnick
+49 931 201-35550

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Univ. Prof. rer.nat. Dr. Samuel Samnick:
samnick_s@ ukw.de

Fax:
+49 931 201-635000


Anschrift:

Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Zentrum Innere Medizin (ZIM) | Oberdürrbacher Straße 6 | Haus A4 | D-97080 Würzburg | Germany