EMN24-IsKia-Studie zeigt: Isatuximab verbessert die Tiefe der Behandlung beim Multiplen Myelom

Obwohl sich die Behandlungsmöglichkeiten des Multiplen Myeloms in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, besteht weiterhin das Ziel, die Erkrankung möglichst tief und langfristig zurückzudrängen. Besonders bei jüngeren und körperlich geeigneten Patientinnen und Patienten, die für eine Stammzelltransplantation infrage kommen, wird intensiv nach den wirksamsten Kombinationstherapien gesucht.

Die in der Fachzeitschrift Nature Medicine veröffentlichte Phase-3-Studie EMN24 IsKia untersuchte, ob eine zusätzliche Immuntherapie mit Isatuximab die Behandlungsergebnisse verbessern kann. Verglichen wurde eine Vierfachkombination aus Isatuximab, Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason (Isa-KRd) mit der bisherigen Kombination Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason (KRd). In die Studie wurden unter anderem auch in Würzburg, 302 Patientinnen und Patienten mit neu diagnostiziertem multiplem Myelom aufgenommen, die für eine Hochdosis-Chemotherapie mit anschließender eigener Stammzelltransplantation geeignet waren. Die Teilnehmenden wurden zufällig einer der beiden Behandlungsgruppen zugeteilt. 

Ein wichtiger Untersuchungsparameter war die sogenannte messbare Resterkrankung (MRD, minimal residual disease). Dabei wird mit sehr empfindlichen Methoden geprüft, ob nach der Behandlung noch kleinste Mengen von Krebszellen nachweisbar sind. Eine MRD-Negativität gilt als Hinweis darauf, dass die Erkrankung besonders tief zurückgedrängt wurde und kann mit einer längeren krankheitsfreien Zeit zusammenhängen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die zusätzliche Behandlung mit Isatuximab zu deutlich mehr sehr tiefen Remissionen führte. Nach Abschluss der Behandlung waren 77 Prozent der Patientinnen und Patienten unter Isa-KRd MRD-negativ (gegenüber 67 Prozent unter KRd). Bei einer noch empfindlicheren Messmethode war der Unterschied größer: 68 Prozent unter Isa-KRd erreichten diesen besonders tiefen Behandlungserfolg, verglichen mit 48 Prozent unter KRd. Auch nach der ersten Therapiephase zeigte sich bereits ein Vorteil für die Isatuximab-Kombination. 

Besonders bemerkenswert war, dass der Vorteil der Isa-KRd-Therapie auch bei Patientinnen und Patienten mit ungünstigeren genetischen Risikofaktoren beobachtet wurde. Die zusätzliche Immuntherapie konnte offenbar dazu beitragen, auch bei diesen Betroffenen eine ähnlich tiefe Krankheitskontrolle zu erreichen wie bei Personen mit niedrigerem Risiko. 

Die Sicherheit der Behandlung war insgesamt vergleichbar. Bestimmte Nebenwirkungen wie eine Verminderung der weißen Blutkörperchen (Neutropenie) traten unter Isa-KRd häufiger auf, schwere Komplikationen und Therapieabbrüche waren jedoch in beiden Gruppen ähnlich häufig. Daten dazu, ob die bessere MRD-Rate auch langfristig zu einem längeren Überleben ohne Fortschreiten der Erkrankung führt, waren zum Zeitpunkt der Auswertung noch nicht vollständig verfügbar. 

Fazit:Die Studie zeigt, dass die Ergänzung der bisherigen Behandlung durch den Antikörper Isatuximab bei neu diagnostiziertem multiplem Myelom zu einer tieferen und anhaltenderen Krankheitskontrolle führen kann. Besonders für Patientinnen und Patienten, die für eine Stammzelltransplantation geeignet sind, könnte diese Vierfachtherapie eine wichtige Weiterentwicklung der Erstbehandlung darstellen. Ob sich der Vorteil auch in einer längeren Lebenszeit oder einer dauerhaft besseren Prognose zeigt, müssen weitere Nachbeobachtungen noch bestätigen.

Publikation: Gay F, Roeloffzen W, Dimopoulos MA, Rosiñol L, van der Klift M, Mina R, Oriol A, Katodritou E, Wu KL, Rodríguez Otero P, Hájek R, Antonioli E, van Duin M, D'Agostino M, Martínez-López J, van Leeuwen-Segarceanu EM, Zamagni E, van de Donk NWCJ, Weisel KC, Pour L, Radocha J, Belotti A, Schjesvold F, Bladé J, Einsele H, Sonneveld P, Boccadoro M, Broijl A. Isatuximab, carfilzomib, lenalidomide and dexamethasone in newly diagnosed multiple myeloma: a randomized phase 3 trial.  Nat Med. 2026 May;32(5):1773-1782. doi: 10.1038/s41591-026-04282-0. Epub 2026 Apr 6.