Von Nierenschäden bis hin zu Herzfunktionsstörungen: Die zentrale Rolle von oxidativem Stress bei Diabetes und chronischer Nierenerkrankung

In einer engen Kooperation mit einer Münchner Arbeitsgruppe des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauferkrankungen (DZHK) beleuchtete das DZHI den Zusammenhang zwischen Nierenschädigung, Diabetes und Herzfunktion – mit einem besonderen Fokus auf der Rolle von oxidativem Stress.

Dieser beschreibt ein Ungleichgewicht im Körper, bei dem schädliche Sauerstoffverbindungen zunehmen und Zellen sowie Gewebe angreifen können.

Die Forschenden zeigen, dass insbesondere bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Nierenerkrankungen solche oxidativen Prozesse eine zentrale Rolle spielen. Sie tragen dazu bei, dass sich die Funktion des Herzmuskels zunehmend verschlechtert. Vereinfacht gesagt gerät das Herz unter „biochemischen Stress“, der seine Leistungsfähigkeit langfristig beeinträchtigen kann.

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Nieren- und Herzerkrankungen enger miteinander verknüpft sind als bislang angenommen. Schäden an der Niere können demnach Prozesse auslösen oder verstärken, die schließlich auch das Herz betreffen. Dabei wirkt oxidativer Stress wie eine Art verbindendes Element („gemeinsamer Mechanismus“), über das sich Krankheitsprozesse gegenseitig beeinflussen. 

Die Erkenntnisse unterstreichen, wie wichtig ein ganzheitlicher Blick auf chronische Erkrankungen ist: Statt einzelne Organe isoliert zu betrachten, sollte das Zusammenspiel zwischen Niere, Stoffwechsel und Herz stärker berücksichtigt werden. Perspektivisch könnten Therapien, die gezielt oxidativen Stress reduzieren, dazu beitragen, sowohl die Nieren- als auch die Herzfunktion zu stabilisieren oder zu verbessern.

Publikation: Sen, P., Sittig, T., Hamers, J. et al. From kidney injury to cardiac dysfunction: the central role of oxidative stress in diabetes and CKD. Basic Res Cardiol 121, 93–112 (2026). https://doi.org/10.1007/s00395-025-01153-6