Aktuelle Meldungen

8.000 Euro von der Stiftung „Forschung hilft“

Förderpreis für „Neue Ansätze zur Behandlung von fortgeschrittenem Nierenkrebs durch die gezielte Auslösung von Ferroptose“

Die beiden Forscher im RVZ - Marcel Schwinger trägt einen weißen Kittel.
Dr. Marcel Schwinger (links), Assistenzarzt in der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, und Prof. Angeli Friedmann (rechts): Lehrstuhlinhaber für Translationale Zellbiologie am Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging.

Seit acht Jahren trägt „Forschung hilft“, die Stiftung zur Förderung der Krebsforschung am Universitätsklinikum Würzburg (UKW), erfolgreich Spendengelder zusammen, um damit möglichst viele vielversprechende onkologische Forschungsprojekte zu unterstützen. Am 20. November 2025 wurden bei einem Festakt mit rund 200 Gästen in der Veranstaltungs-Location „Maschinenhaus“ auf dem Würzburger Bürgerbräu-Gelände Preisgelder in Höhe von insgesamt fast 235.000 Euro an 21 Würzburger Forscherteams verteilt. 8.000 Euro gingen an ein Forschungsprojekt in der Urologie. 

Neuartiger Therapieansatz für das fortgeschrittene Nierenzellkarzinom

Dr. Marcel Schwinger, Assistenzarzt in der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, erforscht einen neuartigen Therapieansatz für das fortgeschrittene Nierenzellkarzinom, das zu den zehn häufigsten soliden Tumorerkrankungen zählt. Heute werden vor allem Immuntherapien und Tyrosinkinase-Inhibitoren eingesetzt. Doch auch diese wirken nicht bei allen Betroffenen gleich gut und meist nicht dauerhaft. Deshalb untersucht Marcel Schwinger gemeinsam mit Prof. Angeli Friedmann, Inhaber des Lehrstuhls für Translationale Zellbiologie am Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging, eine neue Strategie: die gezielte Auslösung von Ferroptose, einer speziellen Form des eisenabhängigen Zelltods. Friedmann gilt als einer der weltweit führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der Ferroptoseforschung. Die Wissenschaftler wollen klären, ob bestimmte Proteine in Nierenkrebszellen als Schalter wirken können, um diesen Zelltod zu aktivieren. 

Im Fokus stehen LRP8 und SLC7A11, zwei Transportproteine in der Zellmembran, die eine Schlüsselrolle bei der Regulation von Ferroptose spielen. Das langfristige Ziel des Projekts ist es, LRP8 und/oder SLC7A11 als therapeutische Angriffspunkte zu etablieren. Sollte sich herausstellen, dass deren Hemmung Ferroptose bei Nierenkrebs effektiv induziert, könnte dies zu neuen Behandlungsstrategien führen – insbesondere für Patientinnen und Patienten, bei denen aktuelle Therapien nicht ausreichen.

Weitere Details zum Projekt: LRP8 und SLC7A11 als mögliche Zielstrukturen für die Induktion von Ferroptose | forschung-hilft.de

Stiftung "Forschung hilft"

Einen Überblick über die einzelnen Projekte gibt es auf der UKW-Webseite und der Stiftungs-Webseite

Hier geht es zur Pressemeldung zur Preisverleihung.

Wer die Krebsforschung in Würzburg weiter voranbringen will, kann die Stiftung „Forschung hilft“ durch eine Spende auf folgendes Konto unterstützen: Stiftergemeinschaft der Sparkasse Mainfranken 
IBAN DE19 7905 0000 0000 0655 65

Die beiden Forscher im RVZ - Marcel Schwinger trägt einen weißen Kittel.
Dr. Marcel Schwinger (links), Assistenzarzt in der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, und Prof. Angeli Friedmann (rechts): Lehrstuhlinhaber für Translationale Zellbiologie am Rudolf-Virchow-Zentrum – Center for Integrative and Translational Bioimaging.

Informationstag zur Inkontinenz bei Frauen

Die Klinik für Urologie und die Frauenklinik des Uniklinikums Würzburg organisieren am Samstag, den 9. November 2024 den 1. Würzburger Inkontinenz-Tag. Im Mittelpunkt der Vortragsveranstaltung stehen die Behandlungsmöglichkeiten bei weiblicher Harninkontinenz.

Inkontinenztag.jpg, © Thiago de Paula Oliveira / Pixabay
Inkontinenztag.jpg, © Thiago de Paula Oliveira / Pixabay Dem ungewollten Abgang von Urin können sehr unterschiedliche Ursachen zugrundeliegen.

Würzburg. Harninkontinenz tritt sowohl bei Männern als auch Frauen auf, wobei Frauen durchschnittlich zwei- bis viermal häufiger daran leiden als Männer. Schätzungsweise ist jede zweite Frau im Alter zu einem gewissen Grad davon betroffen. „Leider ist die Erkrankung nach wie vor ein Tabuthema“, bedauert Prof. Dr. Hubert Kübler, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Uniklinikums Würzburg (UKW). Und Prof. Dr. Achim Wöckel, Direktor der Frauenklinik des UKW ergänzt: „Nicht zuletzt deshalb wissen viele Patientinnen gar nicht, dass es heutzutage viele hilfreiche Behandlungsmethoden gibt, die auch in Unterfranken unkompliziert verfügbar sind.“

Um hier weitere Aufklärungsarbeit zu leisten, organisieren die beiden Kliniken am Samstag, den 9. November 2024 gemeinsam den 1. Würzburger Inkontinenz-Tag. Die kostenlose Veranstaltung findet im Großen Hörsaal der Universitäts-Zahnklinik am Pleicherwall 2 statt. Zwischen 10:00 und 12:15 Uhr werden in Vorträgen die Beratungsangebote sowie die konservativen und operativen Therapien vorgestellt, die am UKW in der Gynäkologie und der Urologie sowie in lokalen urologischen Praxen verfügbar sind. Zum Abschluss haben die Teilnehmenden zudem die Möglichkeit, mit den Fachleuten zu diskutieren.

Für die Teilnahme wichtig ist eine Anmeldung bei Astrid Breitenstein unter Tel. 0931/201-32012 oder E-Mail: Breitenste_A@ ukw.de.

 

Text: Pressestelle / UKW

Inkontinenztag.jpg, © Thiago de Paula Oliveira / Pixabay
Inkontinenztag.jpg, © Thiago de Paula Oliveira / Pixabay Dem ungewollten Abgang von Urin können sehr unterschiedliche Ursachen zugrundeliegen.

Infotag zu Vorsorge, Diagnostik und Therapie bei Prostatakrebs

Am Samstag, den 8. Juni 2024 lädt das DKG-zertifizierte Prostatakarzinomzentrum des Uniklinikums Würzburg zu seinem 6. Patienteninformationstag ein. Die kostenlose Veranstaltung bietet erneut einen umfassenden Überblick über aktuelle Verfahren zur Prävention, Diagnostik und Therapie bei der häufigsten Krebserkrankung des Mannes.

Der 6. Patienteninformationstag des Prostatakarzinomzentrums des Uniklinikums Würzburg am 8. Juni 2024 beschäftigt sich mit Vorsorge, Diagnostik und Therapie. Das Bild zeigt, wie markant ein Prostatakarzinom unter Zuhilfenahme des Tracers PSMA im PET-CT als gelb-rotes Objekt dargestellt wird.
Der 6. Patienteninformationstag des Prostatakarzinomzentrums des Uniklinikums Würzburg am 8. Juni 2024 beschäftigt sich mit Vorsorge, Diagnostik und Therapie. Das Bild zeigt, wie markant ein Prostatakarzinom unter Zuhilfenahme des Tracers PSMA im PET-CT als gelb-rotes Objekt dargestellt wird.

Würzburg. Das von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierte Prostatakarzinomzentrum des Uniklinikums Würzburg (UKW) führt am 8. Juni 2024 ein weiteres Mal seinen mittlerweile 6. Informationstag durch. In Kooperation mit dem Comprehensive Cancer Center (CCC) Mainfranken und dem Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) WERA wendet sich die Veranstaltung an Patienten und alle sonstigen Interessierten. Zwischen 10:00 und etwa 14:15 Uhr geben neun Expertinnen und Experten in laienverständlichen Kurzvorträgen einen Überblick über den „State of the Art“ in der Vorsorge, Diagnostik und Behandlung der verbreiteten Tumorerkrankung. 

„In der Diagnostik des Prostatakrebses gelten mittlerweile moderne bildgebende Verfahren als Standard, während neue Entwicklungen bei Operationen und in der Strahlentherapie das Behandlungsspektrum erweitern", berichtet Prof. Dr. Hubert Kübler, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie am UKW. Seine Stellvertreterin, Dr. Anna Katharina Seitz, ergänzt: „Gerade bei Patienten mit metastasiertem Prostatakrebs stehen uns heute viele zudem wirksame Medikamente und Kombinationstherapien zur Verfügung.“

Voraussetzung für die am Prostatakarzinomzentrum gebotene ganzheitliche Patientenversorgung ist eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit. Dies spiegelt sich auch bei den Referierenden des Infotages wider. Neben der Urologie rekrutieren sie sich diesmal aus der Diagnostischen und Interventionellen Radiologie, der Nuklearmedizin sowie der Strahlentherapie und Radioonkologie. Als wichtiger Partner kommt zudem die Selbsthilfe zu Wort.
Zum Abschluss der Veranstaltung im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) an der Oberdürrbacher Straße haben die Zuhörerinnen und Zuhörer Gelegenheit, im direkten Gespräch mit den Spezialistinnen und Spezialisten persönliche Fragen zu diskutieren.

Die Teilnahme am Patienteninfotag ist kostenlos, das detaillierte Programm gibt es unter www.ukw.de/urologie, Rubrik „Veranstaltungen“.

Text: Pressestelle UKW

Der 6. Patienteninformationstag des Prostatakarzinomzentrums des Uniklinikums Würzburg am 8. Juni 2024 beschäftigt sich mit Vorsorge, Diagnostik und Therapie. Das Bild zeigt, wie markant ein Prostatakarzinom unter Zuhilfenahme des Tracers PSMA im PET-CT als gelb-rotes Objekt dargestellt wird.
Der 6. Patienteninformationstag des Prostatakarzinomzentrums des Uniklinikums Würzburg am 8. Juni 2024 beschäftigt sich mit Vorsorge, Diagnostik und Therapie. Das Bild zeigt, wie markant ein Prostatakarzinom unter Zuhilfenahme des Tracers PSMA im PET-CT als gelb-rotes Objekt dargestellt wird.

Universitätsklinikum Würzburg nimmt zweites Operationsrobotersystem „da Vinci“ in Betrieb

Das UKW investiert in einen neuen Hightech-Operationsroboter. Dieser wird interdisziplinär durch mehrere Fachdisziplinen genutzt.

Der OP-Roboter da Vinci xi wird von Operierenden verschiedener Disziplinen des UKW genutzt. v. l. n. r.: Hubert Kübler (Urologie), Armin Wiegering, Sven Flemming, Florian Seyfried (Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie) Andrey Svistunov (Urologe). Unten: Charis Kalogirou (Urologe) und Joachim Diessner (Gynäkologie)
Der OP-Roboter da Vinci xi wird von Operierenden verschiedener Disziplinen des UKW genutzt. v. l. n. r.: Hubert Kübler (Urologie), Armin Wiegering, Sven Flemming, Florian Seyfried (Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie) Andrey Svistunov (Urologe). Unten: Charis Kalogirou (Urologe) und Joachim Diessner (Gynäkologie)
Das Universitätsklinikum Würzburg verfügt nun über einen zweiten Operationsroboter „da Vinci Xi Dual“. Fotos: Annika Wolf / UKW
Das Universitätsklinikum Würzburg verfügt nun über einen zweiten Operationsroboter „da Vinci Xi Dual“. Fotos: Annika Wolf / UKW

Würzburg. Im Zentral-OP des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) sind ab sofort vier Arme mehr im Einsatz. Sie arbeiten hochpräzise, zittern nicht und bieten den Patientinnen und Patienten minimalinvasive Operationsmethoden, die noch schonender und sicherer sind. Die Arme gehören zum Operationsroboter „da Vinci Xi Dual“. Bereits seit 2015 arbeitet das UKW mit einem OP-Roboter, mit dem Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachdisziplinen pro Jahr etwa 500 Operationen durchführen.


„Mit dem Roboter sehen wir das Operationsgebiet hochaufgelöst, dreidimensional und zehnfach vergrößert, sodass wir selbst kleinste Strukturen wie Blutgefäße im Detail erkennen und während der Operation besser schonen können“, schildert Prof. Dr. Hubert Kübler, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie am UKW die Vorteile. Für ihn ist die Anschaffung eines zweiten da Vinci-Operationssystems eine logische Konsequenz der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Klinik: „Das UKW legt einen Schwerpunkt auf die hochkomplexe Behandlung von Tumorpatientinnen und -patienten. Nicht nur, aber gerade hier spielt Präzision eine entscheidende Rolle.“


Da Vinci arbeitet streng nach Vorgaben des Operateurs 
Die Vorteile der minimalinvasiven Chirurgie, der sogenannten Schlüssellochtechnik, können durch das roboterassistierte Operieren weiter ausgebaut werden. Kleinere Narben, ein geringeres Infektionsrisiko, weniger Blutverlust und eine schnellere Wundheilung führen zu weniger Schmerzen und kürzeren Krankenhausaufenthalten.


Streng genommen ist der Roboter aber kein Roboter“, sagt PD Dr. Sven Flemming, Oberarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie des UKW. „Die Kontrolle über die gesamte Anlage bleibt jederzeit in der Hand des Operierendens.“ Anders als bei konventionellen Eingriffen sitzt der Arzt während der Operation an einer Konsole, von der aus er das Operationsfeld über einen Bildschirm betrachtet und die vier Arme des Da Vinci steuert. Das Chirurgiesystem führt millimetergenau jene Schritte aus, die der Operateur vorgibt. „Für uns bietet diese Art des Operierens die Möglichkeit, noch präziser zu arbeiten. Selbst das natürliche Zittern der Hände wird ausgeglichen“, so Flemming.


Zusätzlich verfügt das Hightech-Gerät der neuesten Generation über eine zweite Konsole, die für Ausbildungszwecke genutzt werden. Für neue Beschäftigte und Medizinstudierende steht zudem ein Simulatorprogramm zur Verfügung.

Film: Die Arbeit am und mit dem OP-Roboter haben wir gefilmt und ist hier zu sehen.
 

Der OP-Roboter da Vinci xi wird von Operierenden verschiedener Disziplinen des UKW genutzt. v. l. n. r.: Hubert Kübler (Urologie), Armin Wiegering, Sven Flemming, Florian Seyfried (Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie) Andrey Svistunov (Urologe). Unten: Charis Kalogirou (Urologe) und Joachim Diessner (Gynäkologie)
Der OP-Roboter da Vinci xi wird von Operierenden verschiedener Disziplinen des UKW genutzt. v. l. n. r.: Hubert Kübler (Urologie), Armin Wiegering, Sven Flemming, Florian Seyfried (Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie) Andrey Svistunov (Urologe). Unten: Charis Kalogirou (Urologe) und Joachim Diessner (Gynäkologie)
Das Universitätsklinikum Würzburg verfügt nun über einen zweiten Operationsroboter „da Vinci Xi Dual“. Fotos: Annika Wolf / UKW
Das Universitätsklinikum Würzburg verfügt nun über einen zweiten Operationsroboter „da Vinci Xi Dual“. Fotos: Annika Wolf / UKW

Operationsroboter live erleben: Infotag war ein voller Erfolg

Wie funktioniert eigentlich ein Operationsroboter? Antworten auf diese Frage fanden die Besucherinnen und Besucher beim Infotag „Operationsroboter live erleben“ am Samstag, den 15. Juli 2023, am Universitätsklinikum Würzburg.

Einer der Höhepunkte dabei: An einem Demonstrationsmodell des High-End-Operationsroboter-Systems „Da Vinci“ konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dessen Funktionsweise sogar selbst erproben.Das „Da Vinci Xi“ gilt als das derzeit fortschrittlichste auf dem Markt verfügbare Operationsroboter-System. Eines dieser über zwei Millionen Euro teuren Hochtechnologie-Geräte ist seit dem Jahr 2017 im Zentral-Operationssaal des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) des Uniklinikums Würzburg (UKW) im Einsatz. Experten des UKW erläuterten beim Infotag in laienverständlichen Kurzvorträgen die Einsatzfelder der Robotik bei urologischen, kinderurologischen und gynäkologischen Eingriffen sowie bei der operativen Behandlung von Magen-, Speiseröhren- und Dickdarmkrebs.  

Operationsroboter selbst steuern

Einige Besucherinnen und Besucher steuerten den Operationsroboter sogar mal selbst. Möglich machte das ein Demonstrationsmodell eines „Da Vinci“ in der Magistrale des ZOM.

Zur Bildergalerie Impressionen vom Infotag Operationsroboter live erleben...

Uniklinikum Würzburg: Blasenentleerungsstörungen auf den Grund gehen

Die Neuro-Urologische Sprechstunde am Uniklinikum Würzburg ist auf die Diagnostik und Therapie von Blasen- und Beckenbodenfunktionsstörungen spezialisiert, die durch neurologische Erkrankungen oder Traumata bedingt sind. Zum breiten Behandlungsspektrum gehören auch modernste Schrittmachertechnologien.

Würzburg. Die Urologische Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) bietet seit gut zwei Jahren eine Neuro-Urologische Sprechstunde an. Menschen, die hier vorstellig werden, haben unterschiedliche Beschwerden und Krankheitsbilder: Manche können nur unvollständig oder gar kein Wasser lassen, während andere extrem häufigen Harndrang verspüren und den Urin oft nicht halt können. Weitere sind von immer wiederkehrenden Blaseninfektionen betroffen. „Als Gemeinsamkeit besteht bei unseren Patientinnen und Patienten zumindest die Vermutung, dass hinter der Blasen- oder Beckenfunktionsstörung ein neurologisches Problem steht“, berichtet Dr. Christine Höfling-Streitenfeld, die Leiterin der Sprechstunde. Nach ihren Worten kann dieses Problem zum Beispiel durch eine neurologische Grunderkrankung, eine vorangegangene Operation oder eine Schwangerschaft hervorgerufen worden sein. Gemeinsam ist vielen der Ratsuchenden auch, dass sie bereits einen langen Leidensweg von oft über zwei Jahren sowie diverse Vorbehandlungen hinter sich haben. 

Umfassende Diagnostik, viele Therapiemöglichkeiten

„Um den Ursachen auf den Grund zu gehen, erheben wir in der Sprechstunde eine sorgfältige Anamnese, führen eine gründliche urologische Untersuchung durch und suchen im Ultraschall nach Veränderungen“, sagt Dr. Höfling-Streitenfeld. Bei Bedarf erweitert die auf Inkontinenz, Harnwegsinfekte und Blasensenkung spezialisierte Urologin die Diagnostik um eine urodynamische Untersuchung und eine Blasenspiegelung. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Urologischen Klinik erarbeitet sie anschließend ein Therapiekonzept. Zur Auswahl stehen zum Beispiel Medikamente, physiotherapeutische Maßnahmen, Geräte zur peripheren Blasenstimulation, bei Frauen Pessare, die die Harnröhre und Blase mechanisch stützen, Injektionen mit Botulinumtoxin (Botox) bei einer überaktiven Blase oder operative Eingriffe. 

High-End-Lösung Blasenschrittmacher

„Für einen Teil der Patientinnen und Patienten bietet sich als hochtechnologische Lösung ferner die Implantation eines sogenannten Blasenschrittmachers an“, schildert Dr. Höfling-Streitenfeld. Experte für diesen Behandlungsweg am UKW ist Prof. Dr. Georgios Gakis. Der Leitende Oberarzt der Urologischen Klinik erläutert: „Beim Blasenschrittmacher implantieren wir eine oder zwei dünne Elektroden durch eine natürliche Öffnung im Kreuzbeinknochen – etwa zehn Zentimeter oberhalb des Steißbeins – an die sogenannten Sakralnerven auf Höhe der dritten und vierten Nervenwurzelaustrittstelle. Diese Nerven steuern die Funktion von Blase und Enddarm. Über die Elektrode oder die Elektroden sendet ein Neurostimulator sanfte Stromimpulse, die die Nerven hilfreich stimulieren.“ 

Die Elektroden verbleiben für eine maximal 60-tägige Testphase im Körper, währenddessen durch ein kleines, batteriebetriebenes Aggregat verschiedene Einstellungen des Schrittmachers ausprobiert werden können. Dabei lässt sich ermitteln, ob die Patientin oder der Patient gut auf die Behandlung anspricht. „Ist dies der Fall, implantieren wir bei einem kurzen Krankenhausaufenthalt den im Körper liegenden Schrittmacher im oberen Gesäßbereich“, beschreibt Prof. Gakis. Nach diesem zweiten Eingriff liegen alle Implantate unter der Haut und sind von außen im Allgemeinen nicht zu erkennen. Einschränkungen beim Gehen oder Sitzen sind nicht zu erwarten. 

Das Komplikationsrisiko des Eingriffes ist äußerst gering. Die Erfolgsrate dieser Therapie liegt je nach Indikation am UKW bei 60 Prozent: In den vergangenen zwei Jahren wurden an der Urologischen Klinik bei 20 Patientinnen und Patienten Blasenschrittmacher getestet. Bei zwölf wurden so positive Effekte erzielt, dass ihnen der Neurostimulator dauerhaft implantiert wurde. 

Alleinstellung in weitem Umkreis

Sowohl die Neuro-Urologische Sprechstunde, wie auch die Blasenschrittmacher-Therapie sind Leistungen, die in weitem Umkreis um Würzburg nur am UKW angeboten werden. „Wir haben Patientinnen und Patienten, die eine Anreise von zwei Stunden auf sich nehmen, um sich von uns untersuchen, beraten und behandeln zu lassen“, verdeutlicht Dr. Höfling-Streitenfeld, die an vier Tagen pro Woche als niedergelassene Urologin in Würzburg eine eigene Praxis in betreibt. Bei der von ihr immer freitags im Zentrum für Operative Medizin des UKW an der Oberdürrbachstraße seit Juli 2020 gehaltenen Neuro-Urologischen Sprechstunde sieht sie im Schnitt jeweils zehn bis zwölf Patientinnen und Patienten.

Informationen zur Anmeldung gibt es unter www.ukw.de/urologie/ambulante-behandlung 

4. Patienteninformationstag zum Prostatakrebs am Uniklinikum Würzburg

Das Prostatakarzinomzentrum des Uniklinikums Würzburg veranstaltet am Samstag, den 28. Mai 2022, erneut einen Patienteninformationstag. Die Vorträge im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin widmen sich aktuellen Aspekten zur Vorsorge, Diagnostik, Therapie und Selbsthilfe bei der häufigsten Krebserkrankung des Mannes.

Das von der Deutschen Krebshilfe zertifizierte Prostatakarzinomzentrum des Uniklinikums Würzburg (UKW) lädt am Samstag, den 28. Mai 2022, wieder alle Interessierten dazu ein, wissenswerte Hintergründe und neue Erkenntnisse über die Tumorerkrankung zu erfahren. Zwischen 10:00 und etwa 14:15 Uhr werden insgesamt neun Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen im Hörsaal des Zentrums für Operative Medizin (ZOM) an der Oberdürrbacher Straße zu diversen Aspekten referieren und Fragen aus dem Auditorium beantworten. „Dabei wird unter anderem deutlich werden, dass sich moderne bildgebende Verfahren mittlerweile als Standard in der Diagnostik des Prostatakrebses etabliert haben“, kündigt Dr. Anna Katharina Seitz, Urologin und Leiterin des Prostatakarzinomzentrums, an. Und Prof. Dr. Hubert Kübler, der Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des UKW, ergänzt: „Beim therapeutischen Spektrum werden wir neue Entwicklungen bei den chirurgischen Eingriffen und bei der Strahlentherapie präsentieren. Außerdem stehen uns bei metastasiertem Prostatakrebs viele wirksame Medikamente zur Verfügung.“

Zu der im Prostatakarzinomzentrum des UKW gebotenen ganzheitlichen Betreuung gehören auch die Leistungen der Psychoonkologie und der Selbsthilfe – auch deren Angebote werden beim Infotag vorgestellt. 

Die Teilnahme am Patienteninfotag ist kostenlos, das detaillierte Programm gibt es unter www.urologie.ukw.de, Rubrik „Veranstaltungen“.

Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten

Öffnungszeiten

Allgemeine Sprechstunde
Montag bis Freitag
08:00 Uhr bis 14:30 Uhr

Sprechstunde Privatambulanz
nur nach Absprache

Terminvergabe stationärer Aufenthalt
Montag bis Donnerstag
07:30 Uhr bis 16:00 Uhr

Freitag 
07:30 Uhr bis 14:00 Uhr 

Telefon

Anmeldung Ambulanz
Jana Ruck und Jule Foerster
+49 931 201-32100 oder
+49 931 201-32101

Anmeldung zur stationären Aufnahme
Kathrin Nätscher, Eileen Will und 
Rimma Isakson
+49 931 201-32090

Anmeldung zu Privatsprechstunden
Kathrin Gopp und Anika Beyersdorf
+49 931 201-32002

Anmeldung zur Kindersprechstunde
Nicole Link und Astrid Breitenstein 
+49 931 201-32105

Terminvergabe
Montag bis Donnerstag
10:00 bis 14:00 Uhr
Freitag
10:00 bis 12:00 Uhr
 

E-Mail

Klinikdirektion
urologie@ukw.de

Privatambulanz
uro_privatambulanz@ukw.de

Kindersprechstunde
kinderurologie@ukw.de 

Fax

Klinikdirektion
+49 931 201-32009

Spezialsprechstunden
+49 931 201-632103

Privatsprechstunde
+49 931 201-32003

Kindersprechstunde
+49 931 201-632103


Anschrift

Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums | Zentrum Operative Medizin (ZOM) | Oberdürrbacher Straße 6 | Haus A2 | 97080 Würzburg