Therapie des Hodentumors

Hodenkrebs ist der häufigste bösartige Tumor bei jungen Männern. Wird der Tumor jedoch im Frühstadium erkannt ist fast immer eine Heilung möglich. 

Diagnose

Hodentumoren verursachen im Frühstadium selten Schmerzen. Am häufigsten tastet der Patient selbst eine derbe Verhärtung am Hoden oder stellt eine Schwellung fest. Zur weiteren Abklärung werden bildgebende Verfahren wie Ultraschall und CT oder MRT eingesetzt. Zwei Drittel aller Hodentumoren scheiden sogenannte Tumormarker aus, die im Blut nachgewiesen werden können. Findet sich ein solcher Tumormarker im Blut, ist das ein weiteres Indiz für einen Hodentumor. Die gesicherte Diagnose wird jedoch erst per Schnellschnitt bei der Operation gestellt, welche die Entfernung des befallenen Hodens vorsieht.

Konservierung von Sperma

Da durch die Entfernung des Hodens oder eine notwendige Chemotherapie die Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird, kann bei Kinderwunsch vor der Operation Sperma eingefroren werden. Wenn in der Samenflüssigkeit nur wenige oder keine Spermien vorliegen, können Samenzellen auch operativ aus dem Hoden entnommen werden.

Orchiektomie

Die operative Entfernung des tumorbefallenen Hodens steht üblicherweise am Beginn einer Therapie. Der Eingriff erfolgt über einen Schnitt in der Leiste. Ist die Geschwulst bösartig, wird der gesamte Hoden zusammen mit dem Nebenhoden und dem Samenstrang entfernt. Auf Wunsch kann nach einer Orchiektomie eine Hodenprothese unter ästhetischen Gesichtspunkten eingesetzt werden. Wenn ein organerhaltender Eingriff angestrebt wird, weil vielleicht nur ein Hoden vorliegt oder beide befallen sind, ist im Anschluss noch eine Strahlentherapie des verbliebenen Hodens notwendig.

Leitlinien-gerechte Therapie

Erst nach Entnahme des Tumors lässt sich je nach Tumorart und Stadium die individuell beste Therapie festlegen. Bei frühzeitiger Erkennung ist oft eine aktive engmaschige Überwachungsstrategie in den ersten zwei Jahren ausreichend. Bei fortgeschrittenem Befund wird je nach Art des Hodentumors eine Chemotherapie oder Strahlentherapie angeschlossen. In Einzelfällen kann auch die Entfernung der Lymphknoten im hinteren Bauchraum erforderlich werden.

Nachsorge

Um Rückfälle zu vermeiden, sind engmaschige Nachuntersuchungen nötig. Vor allem werden die Lymphknoten im Bauchraum und das Verhalten der Tumormarker im Blut beobachtet. Sind beide Hoden entfernt worden, muss lebenslang das Hormon Testosteron eingenommen werden, um das sexuelle Verlangen und die Erektionsfähigkeit zu erhalten sowie Verweiblichungen wie Brustwachstum zu verhindern.

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