Hypospadie: Fehlmündungen der Harnröhre

Bei etwa einem von 300 Neugeborenen liegt die Mündung der Harnröhre nicht in der Mitte der Eichel, sondern ist infolge einer unvollständigen Entwicklung in der Embryonalzeit auf die Unterseite des Penis verlagert. Allein aufgrund der psychischen Belastung sollte eine operative Korrektur vorgenommen werden.

Erscheinungsbild

Bei der auch als Hypospadie bezeichneten Fehlbildung mündet die Harnröhre irgendwo zwischen Eichel und Damm. Je weiter die Harnröhrenmündung von der Eichel entfernt ist, desto schwieriger gestaltet sich die Korrektur. Bei etwa 70 Prozent der Fälle liegt allerdings eine mildere Form vor. Zusätzlich ist bei einer Hypospadie auch der Penisschaft nach unten verkrümmt und die Vorhaut asymmetrisch zur Vorhautschürze verändert

Funktionsstörungen

Außer der ästhetischen Komponente ergeben sich durch die Lage und Ausprägung einzelner oder kombinierter Missbildungen Funktionseinschränkungen: Das Urinieren im geraden Strahl nach vorne ist im Stehen nicht möglich. Bei einer schweren Krümmung kann eine Erektion Schmerzen bereiten und bei freiliegender Schleimhaut können beim Geschlechtsverkehr Blutungen auftreten.

Therapie

Auch bei leichteren Formen, bei denen eher der kosmetisch-ästhetische Aspekt im Vordergrund steht, sollte eine operative Korrektur erfolgen. Für eine normale psychosoziale Entwicklung ist ein unauffälliger Penis wichtig. Der günstigste Zeitpunkt liegt dabei zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr.

Operation

Je nach Befund wird aus den insgesamt über 300 Methoden die jeweils passende für die individuell vorliegende Variante der Hypospadie ausgewählt. Im Wesentlichen erfolgen alle Eingriffe in drei Schritten: Der Penisschaft wird aufgerichtet, die Harnröhre rekonstruiert und diese in der Eichelspitze positioniert. Das Gewebe zur Bildung der Harnröhre stammt meist aus der Vorhautschürze, die dabei komplett entfernt wird. Die Operation dauert etwa zwei bis drei Stunden und erfordert einen stationären Aufenthalt von etwa fünf Tagen. Die neu gebildete Harnröhre wird je nach Befund und Art der Operation mittels eines kleinen Schlauchs für ein bis zwei Wochen geschient.

Nach der Operation

Im ersten Jahr werden mehrere Kontrollen durchgeführt, um das Aussehen des Penis sowie die Qualität des Harnstrahls zu begutachten. Nur in fünf Prozent der Fälle können leichte Komplikationen auftreten, meist in Form einer Fistelbildung. Dabei tritt der Urin durch ein kleines zusätzliches Loch neben der regulären Harnmündung aus. Treten in den ersten Monaten keine Schwierigkeiten auf, können mehr als 90 Prozent der Patienten nach dem Eingriff ein normales Leben inklusive eines normalen Sexuallebens führen.

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