Blutschwämme (Hämangiome) im Kindesalter

Blutschwämme oder Hämangiome im Säuglingsalter erfordern meist keine Behandlung. Sie sollten aber sorgfältig beobachtet werden, um drohende Komplikationen frühzeitig zu erkennen. In diesem Fall stehen wirksame Therapien zur Verfügung.

Was sind Hämangiome?

Hämangiome oder Blutschwämme sind gutartige, von unreifen Blutgefäßen ausgehende Tumoren. Sie finden sich bei vier bis fünf Prozent aller Säuglinge, bei extrem Frühgeborenen sogar noch häufiger (etwa 20 Prozent). Mädchen sind dreimal häufiger betroffen. Typischerweise bilden sich Hämangiome in den ersten Lebenswochen aus und wachsen in den ersten sechs bis neun Lebensmonaten. Danach folgt eine Phase des Wachstumsstillstands, bis sie dann langsam wieder kleiner werden. Dieser Prozess kann bis zu zehn Jahre dauern. Die meisten Hämangiome bilden sich vollständig zurück.

Wie machen sich Hämangiome bemerkbar?

Hämangiome können überall am Körper vorkommen, besonders oft am Kopf. Am häufigsten sind Hämangiome der Haut. Sie sind sattrot, erhaben, weich und wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß. Blutschwämme, die unter der Haut liegen, machen sich als bläulich schimmernde Schwellung bemerkbar. Selten sind Sonderformen, die mit Fehlbildungen darunterliegender Körperteile einhergehen können oder neben der Haut auch innere Organe wie die Leber betreffen.

Sind Hämangiome gefährlich?

Bei kleinen Hämangiomen am Stamm und an den Extremitäten, die sich langsam entwickeln, sind keine Probleme zu erwarten. Bei großen Blutschwämmen, die sich schnell vergrößern, sowie an bestimmten Körperstellen wie Gesicht, Hals, Genital- oder Analbereich können jedoch verschiedene Komplikationen auftreten.

Welche Untersuchungen kommen zum Einsatz?

Die Diagnose wird durch Befragung und klinische Untersuchung gestellt, eventuell unterstützt durch eine Ultraschalluntersuchung. Zum Ausschluss von Fehlbildungen oder von Hämangiomen in inneren Organen sind in einigen Fällen weitere Untersuchungen notwendig. Vor allem bei Blutschwämmen an problematischen Körperstellen muss man den Verlauf engmaschig kontrollieren und fotografisch dokumentieren.

Wann ist eine Behandlung notwendig?

Die meisten Hämangiome bilden sich von alleine zurück und müssen nicht behandelt, sondern nur beobachtet werden. Wenn allerdings durch rasches Wachstum an problematischen Körperstellen Komplikationen drohen, ist eine Therapie erforderlich.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Blutschwämme zu behandeln:

  • Bei oberflächlichen Hämangiomen bis 1 cm Durchmesser kann eine sogenannte Kryokontakt-Therapie sinnvoll sein. Dabei wird der Blutschwamm mit Hilfe eines elektrisch gekühlten Metallstabes oberflächlich vereist. Diese nebenwirkungsarme Methode kann das weitere Wachstum des Hämangioms verhindern und seine Rückbildung beschleunigen und sollte frühzeitig durchgeführt werden.
  • Bei drohenden Komplikationen kommt der Wirkstoff Propranolol zum Einsatz. Es handelt sich dabei um ein seit Jahrzehnten erprobtes Herz- und Blutdruckmedikament, das seit einigen Jahren auch mit großem Erfolg bei Blutschwämmen angewendet wird und inzwischen auch für diese Indikation zugelassen ist. Diese Therapie bieten wir zusammen mit der Universitäts-Kinderklinik an. Mehr Informationen finden Sie in unserer Elterninformation „Propranolol-Therapie bei Säuglingshämangiomen“.
  • Operative Entfernung oder Lasertherapie kommen nur in Ausnahmefällen oder zur Behandlung von Restzuständen in Betracht.

Zuständige Ärzte

Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten:

Öffnungszeiten:

Die Zuweisung zur Kinderdermatologie-Sprechstunde erfolgt nach Erstvorstellung in der allgemeinen Poliklinik beziehungsweise in der Privatambulanz

Telefon:

Anmeldung Poliklinik
+49 931 201-26714

Anmeldung Privatambulanz
+49 931 201-26354

Leitung Kinderdermatologie:
Prof. Dr. Henning Hamm

E-Mail:
info-hautklinik@ukw.de

Fax:
+49 931 201-26700

schließen