Melanozytäre Nävi (Pigmentnävi)

Angeborene Pigmentmale, sogenannte kongenitale melanozytäre Nävi, sind ein häufiger Grund, warum Kinder in unserer Klinik vorgestellt werden. Aber auch die Beurteilung auffälliger erworbener Pigmentmale bei Kindern gehört zu den Aufgaben unserer Klinik.

Was sind melanozytäre Nävi?

Melanozytäre Nävi, auch Nävuszellnävi oder Pigmentnävi, gehen von den Melanozyten, also den pigmentbildenden Zellen der Haut, aus. Sind sie angeboren, spricht man von kongenitalen melanozytären Nävi. Im Laufe des Lebens entstandene Pigmentnävi nennt man erworbene melanozytäre Nävi.

Kongenitale melanozytäre Nävi

Angeborene oder kongenitale melanozytäre Nävi können in der Größe stark variieren. Das Spektrum reicht von wenige Millimeter großen Nävi bis hin zu solchen, die ganze Körperteile bedecken. In der Regel sind sie harmlos, in seltenen Fällen kommt es jedoch zu Komplikationen. Da Art und Höhe des Risikos von der Größe des Nävus abhängen, teilt man sie nach ihrer voraussichtlichen Größe im Erwachsenenalter ein:

  • klein: bis 1,5 cm Durchmesser
  • mittelgroß: 1,5 cm bis 19 cm Durchmesser
  • groß: 20 cm bis 39 cm Durchmesser
  • riesig: 40 cm und größer

Erworbene melanozytäre Nävi

Erworbene melanozytäre Nävi sind meist klein. Sie können bereits in den ersten Lebensjahren entstehen, nehmen bis etwa zum 40. Lebensjahr an Zahl und Größe zu und bilden sich ab dem sechsten Lebensjahrzehnt allmählich wieder zurück.

Sind melanozytäre Nävi gefährlich?

Vor allem bei riesigen angeborenen Pigmentnävi ist die Gefahr, dass sich darauf ein Melanom („schwarzer Hautkrebs“) entwickelt, erhöht. Sie sollten daher regelmäßig hautärztlich untersucht werden.
Eine weitere Komplikation ist eine Aussaat der Pigmentzellen nicht nur in der Haut, sondern auch in den Hirnhäuten. Man spricht dann von einer neurokutanen Melanozytose. Diese kann durch eine Kernspintomografie diagnostiziert werden. Insbesondere große, sichtbare Pigmentnävi können zudem mit einer Stigmatisierung einhergehen.
Das Risiko für ein bösartiges Melanom ist im Kindesalter sehr gering. Dennoch gibt es Fälle, in denen die Unterscheidung zwischen gutartigem und bösartigem Pigmentmal schwierig ist. Die Beurteilung solcher auffälligen Befunde gehört zu den Kompetenzen unserer Klinik und erfolgt mit Hilfe einer auflichtmikroskopischen und gegebenenfalls feingeweblichen Untersuchung.

Wann sollten kongenitale melanozytäre Nävi entfernt werden?

Bei kleinen oder mittelgroßen angeborenen Pigmentnävi ohne klinische Auffälligkeiten ist eine operative Entfernung nicht zwingend erforderlich. Aufgrund der psychosozialen Beeinträchtigung ist sie aber oft vorteilhaft. Zudem kann sie im Kleinkindesalter leichter durchgeführt werden. Bei großen und riesigen angeborenen Pigmentnävi wäre eine operative Entfernung wünschenswert, um Stigmatisierung und Melanomentstehung zu vermeiden, ist aber leider nicht in allen Fällen möglich. Dann sind auf jeden Fall regelmäßige Kontrolluntersuchungen anzuraten.
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