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Hoffnungsträger Vitamin C enttäuscht in großer Verbrennungsstudie

Multizentrische VICToRY-Studie zu hochdosiertem Vitamin C zeigt keinen Nutzen bei schweren Verbrennungen und deutet auf mögliche Risiken hin

Christian Stoppe am Rednerpult beim Critical Care Reviews Meeting in Belfast
Prof. Dr. Christian Stoppe stellte als Erstautor und Leiter der Victory-Studie die Ergebnisse am 10. Juni 2026 beim Critical Care Reviews Meeting in Belfast vor. Zeitgleich wurde die Studie im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht. © Patrick Meybohm / UKW
Christian Stoppe stellt Studie beim Critical Care Reviews Meeting vor, Aufnahme von Zuschauern im edlen Raum in Belfast
Das Critical Care Reviews Meeting (CCR) ist eine der bekanntesten internationalen Fortbildungsveranstaltungen für Intensivmedizin. Es wird jährlich in Belfast (Nordirland) veranstaltet und gilt als besonders evidenzorientiert, da dort wichtige neue Studien aus der Intensivmedizin vorgestellt und ausführlich diskutiert werden.
4 Porträts im Polaroid-Format sowie Logo der Studie und Illustration einer Vitamin-C-Infusion
Für das Projektmanagement und die Koordination der deutschen Zentren waren neben dem Studienleiter und Erstautor Prof. Christian Stoppe auch Dr. Ellen Dresen, Prof. Patrick Meybohm und Carina Güttler vom UKW verantwortlich. Collage: UKW / erstellt mit Canva

Eine internationale, randomisierte klinische Studie unter der Leitung des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) und der kanadischen Queen’s University in Kingston kommt jetzt zu einem klaren Ergebnis: Hochdosiertes intravenöses Vitamin C verbessert bei Schwerbrandverletzten weder Überleben noch Organdysfunktion und könnte möglicherweise sogar schädlich sein.

Würzburg. Schwere Verbrennungen lösen eine massive Entzündungsreaktion sowie oxidativen Stress aus. Vitamin C gilt als starkes Antioxidans und wird seit Jahrzehnten in der Behandlung von Verbrennungsopfern diskutiert. Bisherige kleinere Studien hatten positive Effekte gezeigt, etwa einen geringeren Flüssigkeitsbedarf. Aufgrund dieser vielversprechenden, aber unsicheren Datenlage empfehlen einige internationale Leitlinien die Gabe von hochdosiertem Vitamin C, allerdings fehlt hierfür eine belastbare Evidenz aus großen randomisierten Studien.

Internationale Leitlinien sollen neue Erkenntnisse berücksichtigen und Empfehlungen überdenken

„Die Empfehlungen der Leitlinien sollten dringend überdacht werden“, mahnt Prof. Dr. Christian Stoppe, Studienleiter und Oberarzt an der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW). Gemeinsam mit der Queen’s University in Kingston (Kanada) hat das Würzburger Team in der internationalen, randomisierten klinischen StudieVICToRY (VItamin C in Thermal injuRY) den Einsatz von hochdosiertem Vitamin C bei schweren Verbrennungen untersucht. Die am 10. Juni 2026 beim Critical Care Reviews Meeting in Belfast vorgestellten und zeitgleich im renommierten Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlichten Ergebnisse sind eindeutig: Hochdosiertes intravenöses Vitamin C verbessert das Überleben oder die Organdysfunktion bei schwerbrandverletzten Patientinnen und Patienten nicht – und könnte sogar schädlich sein.

Sterberisiko unter Vitamin C mehr als doppelt so hoch

Insgesamt nahmen 238 Erwachsene mit schweren Verbrennungen von mindestens einem Fünftel ihrer gesamten Hautoberfläche an der Studie teil. Die Patienten wurden in 24 Zentren in Nord-, Zentral- und Südamerika, Europa und Asien nach dem Zufallsprinzip entweder mit hochdosiertem intravenösem Vitamin C (50 mg pro Kilogramm Körpergewicht) behandelt, das über 96 Stunden hinweg alle sechs Stunden verabreicht wurde, oder mit einem Placebo. Es zeigte sich kein Vorteil durch die Behandlung mit Vitamin C. Im Gegenteil: Der wichtigste untersuchte Endpunkt – die 28-Tage-Sterblichkeit und anhaltende Organdysfunktion, beispielsweise Beatmung, Nierenersatztherapie oder Kreislaufunterstützung – trat sogar häufiger bei den Personen auf, die Vitamin C erhielten, als bei denen, die ein Placebo erhielten (40,8 % gegenüber 29,7 %).

Besonders auffällig war die Sterblichkeit innerhalb der ersten 28 Tage: In der Vitamin-C-Gruppe starben 15 Prozent der Patienten, in der Placebogruppe waren es nur 7,6 Prozent. Das Sterberisiko war somit unter Vitamin C mehr als doppelt so hoch. Auch die Sterblichkeit während des gesamten Krankenhausaufenthalts war in der Vitamin-C-Gruppe höher (23,3 % gegenüber 16,1 %). Zudem mussten Patienten, die Vitamin C erhielten, häufiger mit einer Nierenersatztherapie, beispielsweise einer Dialyse, behandelt werden (10,8 % gegenüber 5,9 %). Dieser Unterschied könnte allerdings auch zufällig zustande gekommen sein, da er statistisch nicht eindeutig abgesichert war.

Nach einer geplanten Zwischenanalyse wurde die Studie vorzeitig beendet, da die Ergebnisse darauf hindeuteten, dass die Behandlung keinen Nutzen erwarten ließ und potenziell mit Schäden verbunden sein könnte. Ein unabhängiges Überwachungsgremium empfahl daraufhin, die Studie abzubrechen.

„Vitamin C in der aktuellen Dosierung kann nicht empfohlen werden“

„Unsere Studie liefert erstmals hochwertige, randomisierte Evidenz zu hochdosiertem Vitamin C bei schweren Verbrennungen. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die Therapie ist nicht wirksam und möglicherweise sogar schädlich. Sie sollte daher nicht routinemäßig eingesetzt werden“, erklärt Christian Stoppe. Laut Stoppe passen die Ergebnisse zu der kürzlich publizierten LOVIT-Studie bei septischem Schock, die mit dem gleichen Vitamin-C-Schema ebenfalls einen Schadenshinweis zeigte. Damit liegen nun zwei große, randomisierte Studien aus unterschiedlichen intensivmedizinischen Bereichen vor, die den Einsatz von hochdosiertem Vitamin C infrage stellen. Internationale Leitlinien sollten Stoppe zufolge diese neuen Erkenntnisse dringend berücksichtigen.

Begrenzte Ressourcen auf nachweislich wirksame Maßnahmen lenken

„Angesichts weltweit steigender regulatorischer Anforderungen und begrenzter Ressourcen ist es umso wichtiger, dass eine so große internationale Studie endlich Klarheit schafft. Wir hoffen, dass unsere Arbeit dazu beiträgt, Patientinnen und Patienten vor einer unwirksamen und potenziell gefährlichen Therapie zu schützen und die begrenzten Ressourcen auf nachweislich wirksame Maßnahmen zu lenken“, erklärt Prof. Dr. Patrick Meybohm, Direktor der Klinik für Anästhesiologie abschließend. Zukünftig sollen internationale Kooperationen und Forschungsinfrastrukturen weiter ausgebaut sowie gemeinsame Studienplattformen etabliert werden, um die hochwertige klinische Forschung zu stärken. Gleichzeitig wird ein personalisierter Ansatz verfolgt, der eine gezielte Identifikation von Patientinnen und Patienten ermöglicht, die von einer spezifischen Therapie profitieren.

Große internationale Zusammenarbeit

Die VICToRY-Studie wurde im Rahmen des Military Burn Research Program des US‑Verteidigungsministeriums gefördert, unterstützt durch die Lotte & John Hecht Memorial Foundation (Kanada) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG, STO1099/10-1). Kooperationspartner waren die Queen’s University, Kingston (Kanada), die U.S. Army sowie mehr als 20 weitere internationale Zentren. Für das Projektmanagement und die Koordination der deutschen Zentren waren neben Prof. Christian Stoppe auch Dr. Ellen Dresen, Prof. Patrick Meybohm und Carina Güttler vom UKW verantwortlich.

Publikation: Stoppe C, Hill A, Cancio LC, et al. High‑Dose Intravenous Vitamin C and Mortality and Organ Dysfunction in Severe Burn Injury: The VICToRY Randomized Clinical Trial. JAMA. 2026. doi: 10.1001/jama.2026.10616 

Christian Stoppe am Rednerpult beim Critical Care Reviews Meeting in Belfast
Prof. Dr. Christian Stoppe stellte als Erstautor und Leiter der Victory-Studie die Ergebnisse am 10. Juni 2026 beim Critical Care Reviews Meeting in Belfast vor. Zeitgleich wurde die Studie im Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlicht. © Patrick Meybohm / UKW
Christian Stoppe stellt Studie beim Critical Care Reviews Meeting vor, Aufnahme von Zuschauern im edlen Raum in Belfast
Das Critical Care Reviews Meeting (CCR) ist eine der bekanntesten internationalen Fortbildungsveranstaltungen für Intensivmedizin. Es wird jährlich in Belfast (Nordirland) veranstaltet und gilt als besonders evidenzorientiert, da dort wichtige neue Studien aus der Intensivmedizin vorgestellt und ausführlich diskutiert werden.
4 Porträts im Polaroid-Format sowie Logo der Studie und Illustration einer Vitamin-C-Infusion
Für das Projektmanagement und die Koordination der deutschen Zentren waren neben dem Studienleiter und Erstautor Prof. Christian Stoppe auch Dr. Ellen Dresen, Prof. Patrick Meybohm und Carina Güttler vom UKW verantwortlich. Collage: UKW / erstellt mit Canva

Drei neue Notärzte für die Luftrettung: Verstärkung für Christoph 18

Mit den drei neu qualifizierten Notärzten trägt das Universitätsklinikum Würzburg weiter zur Verbesserung der notfallmedizinischen Versorgung in Unterfranken bei.

Von links: Dr. Christopher Lorenz, Dr. Michael Schultheiß und Dr. Katharina Schäfer während der ADAC-HEMS Academy im Rahmen der Ausbildung zum Notarzt in der Luftrettung. Ein besonderes Highlight: der voll ausgestattete Simulations-Rettungshubschrauber, der realitätsnahes Training auf höchstem Niveau ermöglicht. Foto: ADAC
Von links: Dr. Christopher Lorenz, Dr. Michael Schultheiß und Dr. Katharina Schäfer während der ADAC-HEMS Academy im Rahmen der Ausbildung zum Notarzt in der Luftrettung. Ein besonderes Highlight: der voll ausgestattete Simulations-Rettungshubschrauber, der realitätsnahes Training auf höchstem Niveau ermöglicht. Foto: ADAC

Würzburg. Wenn jede Minute zählt, braucht es Teams, die unter höchstem Druck präzise Entscheidungen treffen – medizinisch wie organisatorisch. Die erfolgreiche Qualifikation von Dr. Katharina Schäfer, Dr. Christopher Lorenz und Dr. Michael Schultheiß aus der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie unterstreicht die hohe Expertise des Universitätsklinikums Würzburg in der präklinischen Notfallversorgung.

Anspruchsvolle Auswahl – gezielte Ausbildung

Der Weg in die Luftrettung ist anspruchsvoll. Neben der erforderlichen Facharztanerkennung für Anästhesiologie müssen Bewerberinnen und Bewerber umfangreiche Erfahrung in der Versorgung von Schwerverletzten und kritisch kranken Patienten mitbringen – einschließlich Expertise in der Kinderanästhesie. Doch fachliche Qualifikation allein reicht nicht aus: Gefordert sind ebenso ausgeprägte nicht-technische Fähigkeiten wie Teamführung, Entscheidungsstärke und Kommunikation unter Stress.

Das Auswahlverfahren ist entsprechend komplex und umfasst ein strukturiertes Assessment. Darauf aufbauend folgt eine spezialisierte Ausbildung, unter anderem an der ADAC HEMS-Academy in Oberpfaffenhofen sowie mehreren Einsatztagen in der Luftrettung unter Supervision erfahrener Kollegen. „Die Kombination aus medizinischer Exzellenz, fliegerischem Umfeld und Teamarbeit stellt höchste Anforderungen an unsere Notärztinnen und Notärzte – genau darauf bereiten wir sie gezielt vor“, betont Dr. Daniel Werner, Regionalleiter Süd der ADAC Luftrettung.

Christoph 18 – Hochleistung in der Notfallmedizin

Der Rettungshubschrauber Christoph 18 gehört zu den einsatzstärksten Luftrettungsmitteln in Deutschland. Betrieben durch den ADAC, versorgt er ein großes Einzugsgebiet in Unterfranken und darüber hinaus. Ein hoher Anteil der Einsätze betrifft Schwerverletzte und kritisch erkrankte Patientinnen und Patienten. Ein Großteil dieser Patienten wird im Universitätsklinikum Würzburg als überregionales Traumazentrum weiterbehandelt – ein Beispiel für die enge Verzahnung von Präklinik und Klinik. Die notärztliche Besetzung erfolgt gemeinsam durch die Abteilung der Anästhesiologie der Main-Klinik Ochsenfurt und die Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg. Die ärztliche Leitung der Luftrettungsstation Christoph 18 liegt bei Dr. Jan Hentschel (Main-Klinik Ochsenfurt), die stellvertretende Leitung bei PD Dr. Maximilian Kippnich (Universitätsklinikum Würzburg).

Notfallmedizin als Kernkompetenz

Die Ausbildung und kontinuierliche Weiterentwicklung notfallmedizinischer Kompetenzen ist ein zentraler Bestandteil der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie. Die enge Verbindung von klinischer Spitzenmedizin, Simulation und präklinischer Erfahrung bildet die Grundlage für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung – am Boden wie in der Luft. „Notfallmedizin gehört zum Selbstverständnis der Anästhesiologie – fachlich wie strukturell“, erklärt Prof. Dr. Patrick Meybohm, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg.

Mit den drei neu qualifizierten Notärzten trägt das Universitätsklinikum Würzburg weiter zur Verbesserung der notfallmedizinischen Versorgung in Unterfranken bei: Exzellente Ausbildung, interdisziplinäre Zusammenarbeit und höchste medizinische Standards sichern die Versorgung von Patientinnen und Patienten auch unter extremen Bedingungen. 

Von links: Dr. Christopher Lorenz, Dr. Michael Schultheiß und Dr. Katharina Schäfer während der ADAC-HEMS Academy im Rahmen der Ausbildung zum Notarzt in der Luftrettung. Ein besonderes Highlight: der voll ausgestattete Simulations-Rettungshubschrauber, der realitätsnahes Training auf höchstem Niveau ermöglicht. Foto: ADAC
Von links: Dr. Christopher Lorenz, Dr. Michael Schultheiß und Dr. Katharina Schäfer während der ADAC-HEMS Academy im Rahmen der Ausbildung zum Notarzt in der Luftrettung. Ein besonderes Highlight: der voll ausgestattete Simulations-Rettungshubschrauber, der realitätsnahes Training auf höchstem Niveau ermöglicht. Foto: ADAC

Manuela Wunderling vom UKW hat sich als 1000. Ersthelferin für die Lebensretter-App registriert

Die Ersthelfer-App verfolgt das Ziel, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheidend zu verkürzen

Dr. Andreas Klinger, ärztlicher Leiter im Rettungsdienst, dankt Manuela Wunderling, die sich als 1000. Ersthelferin in der App „TEAM Bayern – Lebensretter“ registriert hat.  Foto: UKW, Stefan Dreising
Dr. Andreas Klinger, ärztlicher Leiter im Rettungsdienst, dankt Manuela Wunderling, die sich als 1000. Ersthelferin in der App „TEAM Bayern – Lebensretter“ registriert hat. Foto: UKW, Stefan Dreising

Würzburg. Seit der Inbetriebnahme der Ersthelfer-App „TEAM Bayern – Lebensretter“ durch den Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) Würzburg am 11. Februar 2026 haben sich in der Region bereits über tausend Personen registriert.

Als 1000. Ersthelferin hat sich Manuela Wunderling angemeldet. Damit kann sie bei aktivierter App von der Integrierten Leitstelle Würzburg bei einem vermuteten Herzstillstand in ihrer Nähe als Lebensretterin alarmiert werden. Mit Manuela Wunderling hat sich eine ausgewiesene Expertin für Wiederbelebungsmaßnahmen in der App angemeldet: Die Pflegefachkraft ist Koordinatorin des Notfall-Simulationszentrums am Universitätsklinikum Würzburg. „Ich bin über Social Media und über die interne Kommunikation am Universitätsklinikum auf die neue App aufmerksam geworden“, sagt Manuela Wunderling. Dr. Andreas Klinger, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im ZRF, überreichte ihr für das freiwillige Engagement einen Blumenstrauß.

Klinger betont: „Um sich als Ersthelfer bei TEAM Bayern registrieren zu können, ist eine berufliche Qualifikation nicht erforderlich.“ Die App richtet sich an Personen ab 18 Jahren mit Kenntnissen in der Herz-Lungen-Wiederbelebung, beispielsweise durch einen Erste-Hilfe-Kurs mit mindestens neun Unterrichtseinheiten. Für die Freischaltung ist unter anderem eine Legitimation erforderlich; die Berechtigungen werden in der Regel für zwei Jahre erteilt. Bis zum 13. April 2026 setzte die Integrierte Leitstelle Würzburg die App in 86 Fällen zur Alarmierung ein. In 18 Fällen konnten registrierte Ersthelfer in unmittelbarer Nähe eines Notfallpatienten geortet und gezielt zum Einsatzort geleitet werden.

Warum die App wichtig ist

Die Ersthelfer-App verfolgt das Ziel, die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand entscheidend zu verkürzen. „Durch die gezielte Alarmierung von qualifizierten Helfern in unmittelbarer Nähe können lebensrettende Maßnahmen wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung und der Einsatz eines Defibrillators deutlich früher beginnen. Dies erhöht die Überlebenschancen der Betroffenen erheblich“, so Prof. Dr. Patrick Meybohm, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Universitätsklinikum Würzburg.

„Wir freuen uns sehr über das schnelle Engagement so vieler Menschen in unserer Region: Tausend Registrierungen sind ein starkes Signal. Gleichzeitig müssen wir das Helfernetzwerk weiter verdichten. Je mehr Menschen mitmachen, desto größer die Chance, dass bei einem Notfall schnell qualifizierte Hilfe vor Ort beginnt“, sagt Christine Haupt-Kreutzer, Vorsitzende des Zweckverbands für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Würzburg.

Starkes Netzwerk für die Region

An der Einführung und Umsetzung des Systems sind zahlreiche Partner beteiligt: der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Würzburg, die Integrierte Leitstelle Würzburg sowie viele Feuerwehren, Rettungs- und Hilfsorganisationen und Kliniken in den Landkreisen Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart sowie in der Stadt Würzburg. Gemeinsam bilden sie ein leistungsfähiges Netzwerk für schnelle Hilfe im Notfall.

Jede zusätzliche Registrierung kann im Ernstfall entscheidend sein. Bürgerinnen und Bürger sind daher aufgerufen, sich zu registrieren und Teil dieses wichtigen Helfernetzwerks zu werden. Fragen zur Ersthelfer-App beantwortet der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Würzburg per E-Mail an zrf-ersthelfer@ lra-wue.bayern.de

Text: Pressemitteilung, Landratsamt Würzburg vom 14.04.2026

Dr. Andreas Klinger, ärztlicher Leiter im Rettungsdienst, dankt Manuela Wunderling, die sich als 1000. Ersthelferin in der App „TEAM Bayern – Lebensretter“ registriert hat.  Foto: UKW, Stefan Dreising
Dr. Andreas Klinger, ärztlicher Leiter im Rettungsdienst, dankt Manuela Wunderling, die sich als 1000. Ersthelferin in der App „TEAM Bayern – Lebensretter“ registriert hat. Foto: UKW, Stefan Dreising

Wenn die Teilnarkose bei einem Kaiserschnitt nicht ausreichend wirkt

Kaiserschnitte gelten als sichere Routineeingriffe. Dennoch zeigen internationale Studien, dass es in seltenen Fällen vorkommen kann, dass eine regionale Betäubung, wie zum Beispiel eine Spinal- oder Periduralanästhesie, nicht vollständig wirkt.

Bild: Peter Kranke

Wie häufig dies auftritt, hängt von verschiedenen Faktoren ab und variiert je nach Studie und angewandter Methode. Die Gründe dafür sind vielfälti+: Neben individuellen körperlichen Gegebenheiten kann beispielsweise auch die notwendige Dosierung eine Rolle spielen.

„Entscheidend ist, wie wir in dieser Situation reagieren“, erklärt Professor Peter Kranke, der an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Würzburg für den Bereich Anästhesie verantwortlich ist.

Für das Behandlungsteam stehen die Sicherheit und das Wohlbefinden der Patientin an erster Stelle. Besonders wichtig ist es, die Schmerzempfindung ernst zu nehmen und kontinuierlich zu überprüfen, ob die Betäubung ausreichend wirkt. Sollte die regionale Anästhesie nicht den gewünschten Effekt erzielen, stehen jederzeit sichere Alternativen zur Verfügung. In solchen Fällen kann rasch auf eine Allgemeinanästhesie umgestellt werden, um eine sichere und schmerzfreie Durchführung des Kaiserschnitts zu gewährleisten.

Die entsprechenden medizinischen Leitlinien werden derzeit weiterentwickelt, um die Versorgung in solchen Situationen kontinuierlich zu verbessern.

Eine aktuelle Recherche von Report Mainz hat sich ebenfalls mit diesem Thema beschäftigt, unter anderem mit Einblicken aus dem Universitätsklinikum Würzburg. Hier geht es zum Beitrag.

Bild: Peter Kranke

Erfolgreiche Reanimation dank schneller Hilfe – Engagement im Rahmen der Team Bayern Lebensretter App
Die Ersthelfer (von links) Florian Hauck, Jakob Hove, Benedikt Lother, Dr. Elisabeth Bös, Bild: Michael Kämmerer

Würzburg, 19. März – Im Rahmen eines aktuellen Einsatzes konnte durch das schnelle und koordinierte Handeln von Ersthelfern eine außerklinische Reanimation erfolgreich durchgeführt werden. Der Einsatz wurde über die „Team Bayern Lebensretter-App“ initiiert, die qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer bei medizinischen Notfällen in ihrer Umgebung alarmiert.

Auch Benedikt Lother, Anästhesist und Notfallmediziner des Universitätsklinikum Würzburg war im Rahmen dieses Systems im Einsatz und konnte zusammen mit drei weiteren Ersthelfern maßgeblich zum positiven Ausgang der Reanimationsmaßnahme beitragen. Der Fall wurde im Anschluss bei einer Pressekonferenz im Landratsamt vorgestellt und fand ein breites Medienecho. 

In diesem Kontext bot sich die Gelegenheit zu zeigen, wie wichtig schnelles Handeln in Notsituationen ist. Die enge Verzahnung von moderner Alarmierungstechnologie, qualifizierten Ersthelfern und notärztlicher Expertise stellt einen entscheidenden Faktor für den Behandlungserfolg dar. In diesen Notfallsituationen zählt jede Minute.
„Die App unterstützt und nimmt einem die Unsicherheit etwas falsch zu machen“, so der Notarzt.

Die „Team Bayern Lebensretter-App“ ist ein Alarmierungssystem, das medizinisch qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer bei Herz-Kreislauf-Stillständen in unmittelbarer Nähe zum Einsatzort per Smartphone benachrichtigt. Ziel ist es, die therapiefreie Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken und so die Überlebenschancen der Betroffenen deutlich zu erhöhen. Durch die schnelle Verfügbarkeit geschulter Helfer kann bereits frühzeitig mit lebensrettenden Maßnahmen wie der Herzdruckmassage begonnen werden.

Die erfolgreiche Reanimation unterstreicht die hohe Bedeutung innovativer Systeme wie der „Team Bayern Lebensretter-App“ sowie die fachliche Kompetenz und Einsatzbereitschaft aller Beteiligten im Bereich der Notfallmedizin.

Hier geht es zum Fernsehbeitrag von TV Mainfranken vom 26.03.2026.

 

Die Ersthelfer (von links) Florian Hauck, Jakob Hove, Benedikt Lother, Dr. Elisabeth Bös, Bild: Michael Kämmerer

Deutschlandweit einzigartig: 1.000 Schwangere mit Blutarmut profitieren von Eiseninfusionen

Am Universitätsklinikum Würzburg (UKW) werden die leeren Eisenspeicher werdender Mütter effizient und sicher mit einer intravenösen Eiseninfusion aufgefüllt. Im Februar 2026 wurde die 1000. Schwangere erfolgreich therapiert.

Karina Reinhard, leitende Anämie Nurse, führt bei der schwangeren Patientin Antonia Krißmer eine Ultraschallkontrolle nach der Eiseninfusionsgabe durch.
Karina Reinhard, leitende Anämie Nurse, führt bei der schwangeren Patientin Antonia Krißmer eine Ultraschallkontrolle nach der Eiseninfusionsgabe durch. © Stefan Krummer / UKW.
Gruppenfoto des Behandlungsteams mit Mutter Antonia Krißmer und Sohn Levi. Neben ihnen stehen die Anämie Nurses Lisa Eberle (links) und Karina Reinhard, dahinter Prof. Dr. Peter Kranke (links) und Prof. Dr. Patrick Meybohm. © Annika Wolf / UKW
Gruppenfoto des Behandlungsteams mit Mutter Antonia Krißmer und Sohn Levi. Neben ihnen stehen die Anämie Nurses Lisa Eberle (links) und Karina Reinhard, dahinter Prof. Dr. Peter Kranke (links) und Prof. Dr. Patrick Meybohm. © Annika Wolf / UKW

Würzburg. Seit September 2022 behandelt ein interdisziplinäres Team der Anämie-Ambulanz des UKW werdende Mütter mit Eisenmangel oder Eisenmangelanämie. Im Februar dieses Jahres wurde die tausendste Schwangere mit einer intravenösen Eiseninfusion therapiert. Das streng überwachte Behandlungskonzept der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie ist in dieser Form deutschlandweit einzigartig. Entsprechend groß ist das Einzugsgebiet, das weit über Stadt und Landkreis Würzburg hinausreicht.

Dauermüde, abgeschlagen, schnell außer Puste: Solche Beschwerden werden in der Schwangerschaft oft als normale Begleiterscheinungen interpretiert. Hinter den zunächst harmlos erscheinenden Symptomen kann jedoch ein Eisenmangel oder eine durch Eisenmangel verursachte Blutarmut (Eisenmangelanämie) stecken. Unbehandelt kann dies gesundheitliche Risiken für Mutter und Kind bergen, darunter ein höheres Frühgeburtsrisiko, eine verlangsamte Entwicklung des ungeborenen Kindes und eine Wochenbettdepression.

Eisen ist essenziell für die Bildung roter Blutkörperchen und den Sauerstofftransport im Körper. Während der Schwangerschaft steigt der Eisenbedarf durch das wachsende Blutvolumen sowie die Versorgung der Plazenta und des ungeborenen Kindes deutlich an. Der Blutverlust rund um die Geburt belastet die Eisenspeicher der Frau zusätzlich. 

„Ein Eisenmangel ist die häufigste Ursache einer Anämie in der Schwangerschaft. Er bleibt jedoch häufig unerkannt oder wird nicht ausreichend behandelt, obwohl eine effektive Therapie möglich ist“, erklärt Prof. Dr. Patrick Meybohm, Klinikdirektor der Anästhesie. Ein Bluttest, bei dem der Hämoglobinwert, der den roten Blutfarbstoff und damit die Sauerstofftransportfähigkeit abbildet, und der Eisenspeicherwert Ferritin gemessen werden, ermöglicht eine zuverlässige Diagnose. „Die Behandlung der tausendsten Patientin zeigt, wie relevant dieses Krankheitsbild ist.“

Antonia Krißmer ist die 1000. Patientin und froh über das Angebot, da sie während der Schwangerschaft unter einem schweren Eisenmangel litt. „Ich war extrem erschöpft und im Alltag kaum belastbar. Nach der Infusion habe ich mich deutlich stabiler gefühlt. Für mich war das eine große Entlastung in der Schwangerschaft“, erzählt die Jubiläumspatientin. Am 08. Februar 2026 kam ihr Sohn Levi gesund zur Welt.

Eisentabletten häufig nicht ausreichend wirksam

Ein diagnostizierter Eisenmangel wird oft zunächst mit Tabletten behandelt. „Orale Eisenpräparate können aber vor allem einen schweren Eisenmangel nicht zuverlässig ausgleichen. Zudem wirken sie langsam, es ist fraglich, wie viel Eisen aus ihnen aufgenommen wird, und sie verursachen vergleichsweise häufig Nebenwirkungen wie Verstopfung“, sagt Patrick Meybohm. Für den ersten Abschnitt der Schwangerschaft ist diese Therapieform jedoch nach wie vor die empfohlene. Vor allem, wenn frühzeitig eine Diagnostik erfolgt und der Therapieerfolg durch erneute Bluttests überprüft wird. Die intravenöse Eisengabe hingegen ermöglicht eine schnelle und gezielte Auffüllung der Eisenspeicher und verbessert das Symptombild rasch. Die Infusion wird individuell auf die Patientin abgestimmt und kann auch noch im dritten Trimenon einer Schwangerschaft, also in den letzten Tagen und Wochen vor der Geburt, verabreicht werden. 

„Bei den meisten Patientinnen genügt eine einmalige Infusionsgabe, um die Eisenwerte zu stabilisieren. Je nach Befund und Schwangerschaftswoche kann kurz vor der Geburt eine erneute Gabe sinnvoll sein, um dafür optimale Voraussetzungen zu schaffen“, erläutert Prof. Dr. Peter Kranke, der die geburtshilfliche und gynäkologische Anästhesie am UKW leitet. Auch nach der Geburt erfolgt bei Bedarf eine Kontrolle der Eisenwerte. Insbesondere nach erhöhtem Blutverlust kann eine erneute Therapie sinnvoll sein, um eine Anämie nach der Geburt rasch zu beheben.

Dass diese Therapieform bislang nicht deutschlandweit etabliert ist, hat für Peter Kranke mehrere Gründe. „Ärztinnen und Ärzte sind bei der Behandlung von Schwangeren häufig zurückhaltend. Zudem verfügen vor allem die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen oft nicht über die notwendigen räumlichen, zeitlichen und personellen Ressourcen für eine eng überwachte Infusionstherapie. Deshalb wird die für sie weniger aufwändige Behandlung mit Tabletten bevorzugt.“ Prof. Dr. Ulrich Pecks, der die Geburtshilfe und den Bereich Fetomaternale Medizin am UKW leitet, betont aber: „Das Interesse der Behandlerinnen und Behandler am Würzburger Behandlungskonzept wächst stetig.“ Regelmäßig hospitieren Interessierte aus ganz Deutschland in der Anämie-Ambulanz, um von den dort gemachten Erfahrungen zu profitieren.

Permanente Überwachung sorgt für hohe Sicherheit

Die Gabe von Eisenpräparaten kann, unabhängig von der Darreichungsform, in sehr seltenen Fällen Nebenwirkungen verursachen. Dazu zählen Blutdruckabfall und in den seltensten Fällen eine allergische Reaktion. „Schwere Komplikationen haben wir bislang nicht beobachtet. Dennoch sorgt die permanente Überwachung der Vitalzeichen für maximale Sicherheit während der Infusionsgabe“, erklärt Karina Reinhard, Leitende Anämie Nurse in der Ambulanz.

Zusätzlich erfolgt vor und nach der Infusion eine Ultraschallkontrolle, um das Wohlbefinden des Kindes zu überprüfen.

Kontakt und Terminvergabe

Schwangere können über ihre hausärztliche oder gynäkologische Praxis, die behandelnde Klinik oder das Geburtshaus in die Anämie-Ambulanz in der Anmeldung 11 im Zentrum für Operative Medizin des UKW überwiesen werden. Sie können auch selbst Kontakt aufnehmen und einen Termin über das Onlineportal der Ambulanz vereinbaren. In der Regel ist eine Vorstellung innerhalb von ein bis zwei Wochen möglich. Die Behandlung ist eine Kassenleistung und für Schwangere kostenfrei.

Eisenmangel gezielt behandeln und vorbeugen – nicht nur in der Schwangerschaft 

In der Anämie-Ambulanz des UKW werden nicht nur Schwangere, sondern auch Menschen behandelt, die vor größeren Operationen stehen. Eine mit hohem Blutverlust verbundene Operation kann die Eisenspeicher rasch erschöpfen. Durch eine gezielte Prävention vor dem Eingriff können postoperative Mangelzustände vermieden, das Risiko für Bluttransfusionen gesenkt und die Genesung nach der Operation unterstützt werden. Darüber hinaus werden Patientinnen und Patienten mit bestehendem Eisenmangel unabhängig von Schwangerschaft oder Operation behandelt, etwa infolge chronischer Erkrankungen, Entzündungen, Verletzungen oder bestimmter Ernährungsweisen.

All dies ist in das Patient Blood Management der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie eingebettet. Das evidenzbasierte, medizinische Konzept hat das Ziel, die Patientensicherheit zu erhöhen, indem die körpereigenen Blutreserven von Patientinnen und Patienten frühzeitig optimiert, Anämien rechtzeitig erkannt und das Risiko für Bluttransfusionen reduziert wird. 

Entsprechend richtet sich das Angebot der Anämie-Ambulanz des UKW ausdrücklich auch an nicht schwangere Patientinnen und Patienten mit diagnostiziertem oder zu erwartendem Eisenmangel.

 

Text: Annika Wolf / UKW

Mobiler Ultraschall im Notarzteinsatz: Würzburg setzt neuen Standard in der Notfallmedizin

Der mobile Ultraschall erlaubt es Notärztinnen und Notärzten, auch in unklaren Situationen unmittelbar Diagnosen zu stellen – etwa bei inneren Blutungen, Herz- oder Lungenerkrankungen – und die Therapie gezielt einzuleiten.

Gemeinsamer Startschuss von BRK und UKW für den Einsatz eines mobilen Ultraschallgerätes Notarzteinsatzfahrzeug des Bayerisches Rotes Kreuz (BRK). Die Anschaffung wurde möglich durch die Unterstützung des Universitätsbundes Würzburg (links Gunther Schunk, Vorsitzender des Universitätsbundes). Über die ergänzte Ausstattung des Fahrzeuges freut sich auch der Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes, Landrat Thomas Eberth (2.v.r.). Foto: UKW / Kim Sammet
Gemeinsamer Startschuss von BRK und UKW für den Einsatz eines mobilen Ultraschallgerätes Notarzteinsatzfahrzeug des Bayerisches Rotes Kreuz (BRK). Die Anschaffung wurde möglich durch die Unterstützung des Universitätsbundes Würzburg (links Gunther Schunk, Vorsitzender des Universitätsbundes). Über die ergänzte Ausstattung des Fahrzeuges freut sich auch der Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes, Landrat Thomas Eberth (2.v.r.). Foto: UKW / Kim Sammet
Das neue Gerät unterstützt im Rettungseinsatz dabei, lebensbedrohliche Erkrankungen bereits vor Eintreffen im Krankenhaus schneller und präziser zu erkennen. Die Aufnahmen können direkt am Einsatzort bewertet werden. Das UKW schult sowohl Notärzte als auch Notfallsanitäter gezielt für den Einsatz. Foto: UKW / Kim Sammet
Das neue Gerät unterstützt im Rettungseinsatz dabei, lebensbedrohliche Erkrankungen bereits vor Eintreffen im Krankenhaus schneller und präziser zu erkennen. Die Aufnahmen können direkt am Einsatzort bewertet werden. Das UKW schult sowohl Notärzte als auch Notfallsanitäter gezielt für den Einsatz. Foto: UKW / Kim Sammet

Würzburg. Das Universitätsklinikum Würzburg (UKW) stärkt die notfallmedizinische Versorgung der Würzburger Bevölkerung nachhaltig. Ab sofort ist ein mobiles Ultraschallgerät auf dem Notarzteinsatzfahrzeug des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Würzburg verfügbar.

Möglich ist dies durch die Unterstützung des Universitätsbundes Würzburg durch eine besondere Würdigung und die finanzielle Förderung durch den Baetz-Preis. Die Mittel flossen in die Beschaffung hochmoderner, mobiler Ultraschallgeräte und ermöglichen damit einen entscheidenden Fortschritt in der präklinischen Notfallmedizin. Solche mobilen Ultraschallgeräte zählen nicht zur Standardausstattung der Fahrzeuge.

Lebensbedrohliche Erkrankungen bereits vor Eintreffen im Krankenhaus präziser erkennen

Ziel des Projekts ist es, lebensbedrohliche Erkrankungen bereits vor Eintreffen im Krankenhaus schneller und präziser zu erkennen. Der mobile Ultraschall erlaubt es Notärztinnen und Notärzten, auch in unklaren Situationen unmittelbar Diagnosen zu stellen – etwa bei inneren Blutungen, Herz- oder Lungenerkrankungen – und die Therapie gezielt einzuleiten.

Unter der Federführung der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie wurden mit den neuen Geräten zertifizierte Fortbildungskurse etabliert. In diesen Kursen werden sowohl Notärzte als auch Notfallsanitäter geschult. Parallel wurde der mobile Ultraschall fest in die studentische Lehre sowie in die frühzeitige Ausbildung von Assistenzärztinnen und -ärzten integriert. Bereits jetzt befassen sich mehrere Dissertationsprojekte mit neuen wissenschaftlichen Fragestellungen rund um den präklinischen Ultraschalleinsatz.

Vorreiterrolle in Bayern

Nun folgte der entscheidende Meilenstein: Ab sofort ist ein mobiles Ultraschallgerät auf dem Notarzteinsatzfahrzeug des Bayerischen Roten Kreuzes in Würzburg verfügbar. Damit nimmt Würzburg eine Vorreiterrolle in Bayern ein. Die moderne Ultraschalltechnik ist bereits auf dem Rettungshubschrauber der ADAC Luftrettung (Christoph 18) etabliert und bewährt, nun werden auch bodengebundene arztbesetzte Rettungsmittel in der Region mit dieser Diagnostik ausgestattet. 

„Die Notfallmedizin hat in Würzburg einen sehr hohen Stellenwert. Auf unterschiedlichen Ebenen nehmen wir schon seit Jahren eine Vorreiterrolle ein“, betont Prof. Dr. Thomas Wurmb, Leiter der Sektion Notfall- und Katastrophenmedizin der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie.

Auch Prof. Dr. Patrick Meybohm, Direktor der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, unterstreicht die Bedeutung des Projekts: „Der mobile Ultraschall stellt einen großen medizinischen Fortschritt dar, den wir in der Anästhesiologie, Intensiv- und Notfallmedizin konsequent voranbringen.“

Die Projektleiter Christian Zech, Oberarzt der Klinik und PD Dr. Maximilian Kippnich ebenfalls Oberarzt und stv. Chefarzt des Kreisverbandes Würzburg der Bayerischen Roten Kreuzes, heben insbesondere die enge Kooperation hervor: „Das erfolgreiche Projekt basiert vor allem auf der seit Jahren sehr vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Roten Kreuz und den Notfallsanitäterinnen und -sanitätern vor Ort.“

Mit dem präklinischen Ultraschall auf dem Notarzteinsatzfahrzeug wird die Versorgungsqualität in Würzburg spürbar verbessert – zum unmittelbaren Nutzen der Patientinnen und Patienten.

Gemeinsamer Startschuss von BRK und UKW für den Einsatz eines mobilen Ultraschallgerätes Notarzteinsatzfahrzeug des Bayerisches Rotes Kreuz (BRK). Die Anschaffung wurde möglich durch die Unterstützung des Universitätsbundes Würzburg (links Gunther Schunk, Vorsitzender des Universitätsbundes). Über die ergänzte Ausstattung des Fahrzeuges freut sich auch der Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes, Landrat Thomas Eberth (2.v.r.). Foto: UKW / Kim Sammet
Gemeinsamer Startschuss von BRK und UKW für den Einsatz eines mobilen Ultraschallgerätes Notarzteinsatzfahrzeug des Bayerisches Rotes Kreuz (BRK). Die Anschaffung wurde möglich durch die Unterstützung des Universitätsbundes Würzburg (links Gunther Schunk, Vorsitzender des Universitätsbundes). Über die ergänzte Ausstattung des Fahrzeuges freut sich auch der Vorsitzende des BRK-Kreisverbandes, Landrat Thomas Eberth (2.v.r.). Foto: UKW / Kim Sammet
Das neue Gerät unterstützt im Rettungseinsatz dabei, lebensbedrohliche Erkrankungen bereits vor Eintreffen im Krankenhaus schneller und präziser zu erkennen. Die Aufnahmen können direkt am Einsatzort bewertet werden. Das UKW schult sowohl Notärzte als auch Notfallsanitäter gezielt für den Einsatz. Foto: UKW / Kim Sammet
Das neue Gerät unterstützt im Rettungseinsatz dabei, lebensbedrohliche Erkrankungen bereits vor Eintreffen im Krankenhaus schneller und präziser zu erkennen. Die Aufnahmen können direkt am Einsatzort bewertet werden. Das UKW schult sowohl Notärzte als auch Notfallsanitäter gezielt für den Einsatz. Foto: UKW / Kim Sammet

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Prof. Dr. med. Patrick Meybohm
+49 931 201-30001


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Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie| Zentrum Operative Medizin (ZOM) | Oberdürrbacher Straße 6 | Haus A2 | 97080 Würzburg | Deutschland