Maligne Hyperthermie

Zur Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie des Universitätsklinikums Würzburg gehört ein zertifiziertes Zentrum für Maligne Hyperthermie. In der Ambulanz werden Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf diese Erkrankung beraten und diagnostiziert. Betroffene und behandelnde ärztliche Kolleginnen und Kollegen erhalten fachkundige Beratung, um eine optimale Versorgung sicher zu stellen.

Was ist eine Maligne Hyperthermie?

Die Maligne Hyperthermie (MH) ist eine sehr seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation einer Narkose. Ausgelöst wird sie bei genetischer Veranlagung durch bestimmte Narkosemedikamente. Dabei kommt es zu einer massiven Stoffwechselsteigerung der Skelettmuskulatur, die zu Sauerstoffmangel, Übersäuerung in der Zelle und in der Folge zum Zelltod führen kann. Äußere Zeichen können Muskelsteifigkeit und ein unkontrollierter Anstieg der Körpertemperatur sein.

Diagnostische Abklärung

Nach einem Narkosezwischenfall, der auf MH hinweist, oder bei bekannten Krankheitsfällen in der Familie empfiehlt sich eine Abklärung durch eine Muskelbiopsie. Diese Untersuchung wird nur in wenigen Kliniken, darunter am MH-Zentrum unserer Klinik, ambulant durchgeführt. Immer häufiger ist auch eine Diagnose durch den Nachweis von MH-auslösenden Veränderungen des Erbguts möglich. Für diese Genanalyse ist eine Blutprobe ausreichend.

Notfallausweis

Wenn sich herausstellt, dass die Patientin oder der Patient MH-positiv ist, wird ein Notfallausweis ausgestellt. Dieser Ausweis dient zur Information für behandelnde Ärztinnen und Ärzte und sollte stets mit sich geführt werden. Nur so ist gewährleistet, dass ausschließlich sichere Narkosemittel zur Anwendung kommen.

Ist Allgemeinanästhesie noch möglich?

Auch bei einer Veranlagung zur MH kann problemlos eine Allgemeinanästhesie durchgeführt werden. Allerdings müssen Vorsichtsmaßnahmen getroffen und bestimmte Substanzen vermieden werden. Lokale oder regionale Anästhesieverfahren dagegen sind in jedem Fall ungefährlich. 
Seit der Entwicklung des Medikaments Dantrolen kann eine Maligne-Hyperthermie-Krise behandelt werden und die Anzahl tödlicher Verläufe hat sich deutlich reduziert. Dennoch bleibt die MH ein akut lebensbedrohliches Krankheitsbild, bei dem rechtzeitige Erkennung und sofortige Einleitung der Therapie sehr wichtig sind. 

Notfall-Telefonnummer

Bei einem akuten MH-Notfall ist über die Zentrale
Telefon: +49 931 201-0 der Erste Dienst der Anästhesiologie rund um die Uhr erreichbar.

Weitere Informationen

Ausführliche Informationen finden Sie in der Patientenbroschüre Maligne Hyperthermie und auf den Websites der Selbsthilfegruppen für die Schweiz, USA und Europa.   

Ansprechpartner

Prof. Dr. med.
Frank Schuster

Oberarzt

+49 931 201-30038

Dr. med.
Stephan Johannsen

Funktionsoberarzt

Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten:

Öffnungszeiten:

Sprechstunde nur nach Terminabsprache über das MH-Labor:
Montag bis Freitag
von 7:00 Uhr bis 14:30 Uhr

Telefon:

MH-Labor:
+49 931 201-30735

Sollten Sie uns persönlich nicht erreichen, hinterlassen Sie bitte eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter oder senden Sie ein Fax oder eine E-Mail

Leitung:
Prof. Dr. F. Schuster

E-Mail:
an_mh@ukw.de

Fax:
+49 931 201-30039


Anschrift:

MH unit Würzburg | Klinik für Anaesthesiologie der Universität Würzburg | Maligne Hyperthermie Labor | Josef-Schneider-Straße 2 | 97080 Würzburg | Deutschland