• Illustrationsbild: Arzt untersucht Ohr eines Patienten mit Spezialapparat
  • Illustrationsbild Akustikusneurinom HNO-Klinik

Akustikusneurinom

Die Universitäts-HNO-Klinik Würzburg ist international bekannt für ihre Kompetenz bei der interdisziplinären chirurgischen Therapie des Akustikusneurinoms.

Was ist ein Akustikusneurinom?

Akustikusneurinome oder auch Vestibularis-Schwannome sind gutartige Tumoren, die im inneren Gehörgang liegen und meist vom Gleichgewichtsnerv ausgehen. Sie machen sich durch Hörprobleme, Schwindel, Ohrgeräusche oder eine Beeinträchtigung der Gesichtsmuskulatur bemerkbar. Eine besonders schwerwiegende Form von Akustikusneurinomen findet sich bei der Neurofibromatose Typ 2, einer erblichen Tumorerkrankung.

Wann ist eine Behandlung erforderlich?

In der Regel wachsen Akustikusneurinome sehr langsam.
Nur in etwa der Hälfte der Fälle ist die Vergrößerung überhaupt in der Kernspintomographie messbar.

Trotzdem kommt es im Laufe der Zeit meist zu einem Verlust des Hörvermögens. Ohne Behandlung besteht ein fünfzigprozentiges Risiko, das Hören auf der betroffenen Seite für immer zu verlieren. Je größer der Tumor ist, desto mehr Nebenwirkungen sind dann auch bei der – meist irgendwann unumgänglichen – Behandlung zu erwarten.

Welche Therapiemethoden gibt es?

Mögliche Therapien sind Operation und Strahlentherapie. In einzelnen Fällen besteht die Indikation zu einer abwartenden Beobachtung, das heißt das mögliche Tumorwachstum wird durch regelmäßige Kernspintomographie-Aufnahmen kontrolliert.

Die Auswertung unserer Patientendaten hat ergeben, dass die Ergebnisse der chirurgischen Behandlung im internationalen Vergleich sehr günstig sind. Bei den kleinen Tumoren gelingt ein zuverlässiger Hörerhalt in mehr als zwei Drittel der Fälle, eine dauerhafte Lähmung des Gesichtsnervs kommt nur sehr selten vor. Aber auch bei großen Tumoren gelingt es in den meisten Fällen, die Funktion des Gesichtsnervs zu erhalten.

Besondere Kompetenz

Dank der interdisziplinären Zusammenarbeit bei der Behandlung von Akustikusneurinomen verfügt unsere Klinik seit fast 30 Jahren über eine besondere Kompetenz auf diesem Gebiet. Der Eingriff ist hier Standard und wird nur von einer kleinen Anzahl besonders erfahrener Chirurginnen und Chirurgen vorgenommen.

Kleine Tumoren werden in der HNO-Klinik hörerhaltend über die Schläfe (transtemporal) operiert, große Tumoren gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen der Neurochirurgie über einen Zugang am Hinterkopf (retrosigmoidal). Der Zugang durch das Gleichgewichtsorgan (translabyrinthär) kommt nur für Patientinnen und Patienten in Frage, die bereits ertaubt sind.

Akustikusneurinom-Spezialsprechstunde

Zur Beratung und Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Akustikusneurinomen bieten wir eine Spezialsprechstunde an. Diese richtet sich sowohl an Patientinnen und Patienten mit neu diagnostizierten Tumoren als auch an diejenigen, die sich nach der Therapie in der Nachsorge befinden.

Im Rahmen der Sprechstunde können auswärts durchgeführte Kernspintomographie-Bilder diskutiert und gegebenenfalls notwendige Hörtests durchgeführt werden. Sollte eine gemeinsame Operation mit der Neurochirurgie notwendig sein, können oft noch am selben Tag ergänzende Termine in der Neurochirurgischen Klinik vereinbart werden, die sich im gleichen Gebäudekomplex befindet. Bitte bringen Sie sämtliche Befunde von auswärts durchgeführten Untersuchungen zur Beratung mit, insbesondere bereits angefertigte CT- oder MRT-Aufnahmen (auf CD gebrannt).

OP-Termin und Ablauf

Wenn im Rahmen der Akustikusneurinom-Sprechstunde die Empfehlung zur OP gegeben wird, erfolgt die endgültige Terminvergabe üblicherweise telefonisch.

Drei Wochen vor dem OP-Termin findet ein wichtiger ambulanter Termin zur OP-Vorbereitung statt. Hier werden eine aktuelle hochauflösende Kernspintomographie sowie ergänzende Hör- und Gleichgewichtstests durchgeführt. Des Weiteren wird geprüft, ob eventuell die Teilnahme an einer Studie für Sie in Frage kommt.

Aktuelle Studien bei Akustikusneurinomen

Für Patientinnen und Patienten mit Akustikusneurinom bieten wir die Teilnahme an verschiedenen Therapie- und Beobachtungsstudien an:

  • Lebensqualitätsstudie: Mit standardisierten Fragebögen wird die Lebensqualität vor und nach der OP erhoben und verglichen.
  • Schwindel-Studie: Im Rahmen einer internationalen Multicenter Studie wird verglichen, ob ein Schwindelmedikament als Nasenspray besser wirkt als in Tablettenform.
  • Patientenvideo-Studie: Welche Vorteile ergeben sich durch Verwendung krankheitsspezifischer Videos bei der Patienteninformation?

Die transtemporale Chirurgie des Akustikusneurinoms

Bitte beachten Sie, dass das Video detailreiche Operations-Aufnahmen beinhaltet.

Publikationen

Publikationen zum Akustikusneurinom

Baier G, Schwager K, Helms J, Hagen R. (2008) Ergebnisse otochirurgisch operierter Patienten mit Akustikusneurinom. Fazialisfunktion nach translabyrintharer und transtemporaler Resektion. Laryngorhinootologie; 87:565-72.

Dornhoffer JL, Helms J, Höhmann DH. (1995) Hearing preservation in acoustic tumor surgery: results and prognostic factors. Laryngoscope; 105:184-7.

Ehrmann-Müller D, Mlynski R, Ginzkey C, Scheich M, Hagen R, Shehata-Dieler W. (2012) Direkte Ableitung vom Nervus cochlearis bei transtemporaler Resektion von Vestibularisschwannomen. Laryngo-Rhino-Otol; 91:22-7.

Ginzkey C, Scheich M, Harnisch W, Bonn V, Ehrmann-Müller D, Shehata-Dieler W, Mlynski R, Hagen R. (2013) Outcome on hearing and facial nerve function in microsurgical treatment of small vestibular schwannoma via the middle cranial fossa approach. Eur Arch Otorhinolaryngol; 270:1209-16.

Helms J, Höhmann D, Abdel-Aziz Y. (1988) Otosurgical aspects in diagnostics and therapy of acoustic neurinomas. Acta Neurochir (Wien); 92:47-9.

Helms J. (1992) Hearing preservation in acoustic neurinoma surgery. Otolaryngol Pol; 46:533-7.

Höhmann D, Dornhoffer JL, Helms J. (1994) Hörresultate nach transtemporaler Entfernung von Akustikusneurinomen. HNO; 42:541-5.

Scheich M, Ginzkey C, Harnisch W, Ehrmann-Müller D, Shehata-Dieler W, Hagen R. (2012) Use of flexible CO(2) laser fiber in microsurgery for vestibular schwannoma via the middle cranial fossa approach. Eur Arch Otorhinolaryngol; 269:1417-23.

Scheich M, Ginzkey C, Mlynski R, Hagen R. (2013) Postoperative Komplikationen nach transtemporaler Resektion von Akustikusneurinomen. Laryngo-Rhino-Otol; 92:823-7.

Scheich M, Ginzkey C, Reuter E, Harnisch W, Ehrmann-Müller D, Hagen R. (2014) Quality of life after microsurgery for vestibular schwannoma via the middle cranial fossa approach. Eur Arch Otorhinolaryngol; 271:1909-16.

Scheich M, Ginzkey C, Ehrmann-Müller D, Shehata-Dieler W, Hagen R. (2016) Management of CSF leakage after microsurgery for vestibular schwannoma via the middle cranial fossa approach. Eur Arch Otorhinolaryngol; 273:2975-81.

Scheich M, Ehrmann-Müller D, Shehata-Dieler W, Hagen R. (2017) Hörergebnisse nach transtemporaler Resektion kleiner (T1/T2) Akustikusneurinome. HNO; 65:751-7.

Scheich M, Ginzkey C, Ehrmann-Müller D, Shehata-Dieler W, Hagen R. (2017) Complications of the middle cranial fossa approach for acoustic neuroma removal. The journal of international advanced otology; 13:186-90.

Scheich M, Hagen R, Ehrmann-Müller D, Bison B, Günthner-Lengsfeld T, Monoranu CM, Völker HU. (2017) Lesions Mimicking Small Vestibular Schwannomas. Journal of neurological surgery. Part B, Skull base; 78:447-53.

Scheich M, Hagen R. The middle cranial fossa approach. In: Zanoletti E, Mazzoni A, Martini A, eds. (2019) Surgery of the lateral skull base: a 50-year endeavour. Vol 39(Suppl.1). Acta Otorhinolaryngol Ital: S11-S4.

Schwager K, Baier G, Helms J, Hagen R. (2008) Ergebnisse otochirurgisch operierter Patienten mit Akustikusneurinom. Teil 2: Hörergebnisse nach transtemporaler Resektion. Laryngorhinootologie; 87:629-33.

Schwager K, Helms J. (2002) Würzburger Schule der Akustikusneurinomchirurgie. In: Bootz F, Strauss G, eds. Die Chirurgie der lateralen Schädelbasis. Berlin: Springer: 76-8.

Ansprechpartner

Portraifoto: Rudolf Hagen

Prof. Dr. med. Dr. h. c.
Rudolf Hagen

Klinikdirektor HNO-Klinik

PD Dr. med.
Matthias Scheich

Geschäftsführender Oberarzt Klinik

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