Aktuelle Meldungen

Das Uniklinikum Würzburg sucht gesunde Proband*innen

Im Zusammenhang mit der Forschung zur Stoffwechselerkrankung Morbus Fabry sucht das Uniklinikum Würzburg gesunde Proband*innen als Vergleichsgruppe. Neben dem guten Gefühl, einen Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt zu leisten, winkt eine Vergütung von 80 Euro.

Expert*innen des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie und der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) untersuchen Patient*innen mit der seltenen Stoffwechselerkrankung Morbus Fabry. „Um unsere Ergebnisse für die Praxis nutzbar zu machen, müssen wir diese mit denjenigen gesunder Probandinnen und Probanden vergleichen“, berichtet Prof. Dr. Mirko Pham. Der Direktor des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie des UKW fährt fort: „Deshalb suchen wir weiterhin gesunde Freiwillige, mit denen wir klinische Untersuchungen und eine Magnetresonanztomographie der Wirbelsäule durchführen wollen. Bei dieser sogenannten Kernspintomographie kommen keine Röntgenstrahlen zum Einsatz.“Die Untersuchungen finden in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Claudia Sommer und Prof. Dr. Nurcan Üçeyler, führenden Schmerzforscherinnen der Neurologischen Klinik des UKW, statt.

Voraussetzungen für die Teilnahme
Die gesuchten Proband*innen sollten zwischen 30 und 70 Jahren alt sein und dürfen keine psychiatrischen oder neurologischen Vorerkrankungen aufweisen. Für die Magnetresonanztomographie (MRT) ist zudem wichtig: keine Metallimplantate, Herzschrittmacher, Insulinpumpen, Cochlea-Implantate oder Metallsplitterverletzungen. Außerdem sollten die in Frage kommenden Personen nicht in der metallverarbeitenden Industrie arbeiten und keine Platzangst haben.

80 Euro Vergütung
Neben der MRT-Untersuchung erwarten sie Fragebögen, eine Blutentnahme, eine Sensibilitätsprüfung der Haut, eine Nervenmessung und zwei, etwa vier Millimeter kleine Hautentnahmen am Bein in örtlicher Betäubung. Die Untersuchungen dauern insgesamt mindestens zwei Stunden an einem oder zwei Terminen. Vergütet wird die Teilnahme pauschal mit 80 Euro.Interessierte wenden sich bitte vorzugsweise an die E-Mail-Adresse forschung.nrad@ ukw.de oder rufen werktags zwischen 8:30 und 16:00 Uhr an unter Tel: 0931/201-34805.

Längeres stationäres EKG-Monitoring nach ischämischem Schlaganfall sinnvoll

Ein verlängertes EKG-Monitoring bei stationär behandelten Schlaganfallpatient*innen detektiert ein intermittierendes Vorhofflimmern häufiger als der bisher etablierte diagnostische Standard, erhöht aber die Sekundärprävention mittels einer oralen Antikoagulation nicht signifikant. Das ist das zentrale Ergebnis einer randomisierten Studie der Charité – Universitätsmedizin Berlin, an der Prof. Dr. Karl Georg Häusler und Prof. Dr. Peter U. Heuschmann vom Uniklinikum Würzburg maßgeblich beteiligt waren.

Flimmern die Vorhöfe des Herzens, können sich dort Blutgerinnsel bilden, die mit dem Blutstrom in die Hirnarterien gelangen und dort zu einem Gefäßverschluss führen können. Die Folge ist ein ischämischer Schlaganfall. Deshalb zählt Vorhofflimmern (VHF) zu den relevantesten Schlaganfall-Risikofaktoren. Vor diesem Hintergrund gehört das Elektrokardiogramm (EKG) des Herzens zur Standarddiagnostik nach einem Schlaganfall. Wird ein VHF als mögliche Ursache des Schlaganfalls erkannt, ist eine „blutverdünnende“ Therapie mittels eines oralen Antikoagulanz angezeigt, um das Risiko eines erneuten Schlaganfalls bestmöglich zu senken. Bei fehlendem Nachweis eines VHF wird regelhaft Acetylsalicylsäure verordnet, wodurch das Schlaganfallrisiko eines unerkannt gebliebenen VHF jedoch weit weniger effektiv gesenkt wird. Wie lange eine EKG-Aufzeichnung bei Schlaganfallpatienten durchgeführt werden sollte, ist bisher nicht abschließend geklärt und im Kontext limitierter Ressourcen relevant. Anhand der randomisierten Studie „Impact of MONitoring for Detection of Atrial Fibrillation in Ischemic Stroke“ (MonDAFIS) sollte zudem geklärt werden, ob das verlängerte EKG-Monitoring in der Akutphase des ischämischen Schlaganfalls in der Interventionsgruppe zu einer höheren Antikoagulationsrate und zu einer Reduktion klinischer Endpunkte führt. 

EKG-Monitoring erfolgte bis zu sieben Tage nach Studieneinschluss

Die MonDAFIS Studie wurde am Centrum für Schlaganfallforschung Berlin der Charité – Universitätsmedizin Berlin intendiert und unter Leitung von Prof. Dr. Matthias Endres durchgeführt. Als Studienkoordinator fungierte Prof. Dr. Karl Georg Häusler, der nunmehr als Leitender Oberarzt an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg tätig ist, das sich gemeinsam mit 38 weiteren deutschen Studienzentren an der Rekrutierung der 3465 Studienpatienten beteiligte. Die Fallzahlplanung und die statistischen Analysen übernahm das Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg. Der Schlaganfallexperte Prof. Häusler erläutert: „Viele Patientinnen und Patienten bemerken zunächst keine VHF-spezifischen Symptome, was den Nachweis eines VHF auch bei Schlaganfallpatienten erschwert. Im Rahmen der MonDAFIS-Studie erhielten die Studienpatienten, die in die Kontrollgruppe randomisiert wurden, die am jeweiligen Studienzentrum etablierte Standard-EKG-Diagnostik. In der Interventionsgruppe wurde während des stationären Aufenthalts zusätzlich ein EKG-Monitoring über bis zu sieben Tage durchgeführt, das innerhalb weniger Tage im kardiologischen Studienzentrum ausgewertet wurde. Die Befundweitergabe erfolgte an die Behandlerinnen und Behandler durch die Studienzentrale, die auch für die Nachbeobachtung der Studienpatienten über 24 Monate verantwortlich zeichnete.“ 

Studienergebnisse in der Fachzeitschrift Lancet Neurology publiziert

Anhand der MonDAFIS-Studie zeigte sich, dass die Rate der Patient*innen, bei denen stationär ein VHF diagnostiziert wurde, in der Interventionsgruppe signifikant höher war als in der Kontrollgruppe, obwohl diese einen hohen diagnostischen Standard aufwies. Ein VHF wurde dabei vornehmlich bei Schlaganfallpatienten nachgewiesen, die zumindest 65 Jahre alt waren. Der primäre Studienendpunkt, die Rate der ein Jahr nach Studieneinschluss oral antikoagulierten Schlaganfallpatienten, unterschied sich hingegen in beiden Studienarmen nicht signifikant. Ebenso wenig unterschied sich die Gesamtzahl eines erneuten Schlaganfalls, einer schweren Blutung, eines Herzinfarkts oder von Todesfällen jedweder Ursache. Interessanterweise traten in der Interventionsgruppe weniger Todesfälle auf als in der Kontrollgruppe, was Gegenstand noch laufender Analysen ist.

Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft Neurologie und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zur MonDAFIS-Studie 

Prof. Dr. Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft Neurologie, zog im Rahmen einer am 20. Mai 2021 veröffentlichten Pressemitteilung ein pragmatisches Fazit: „Es empfiehlt sich, das EKG-Monitoring zumindest bei älteren Schlaganfallpatientinnen und -patienten über 65 Jahre bis zur stationären Entlassung fortzuführen. Die Intervention erhöht bei Risikopatientinnen und -patienten die Diagnoserate von VHF – und ist darüber hinaus relativ kostengünstig.

Literatur:

Prof Karl Georg Haeusler, MD, Prof Paulus Kirchhof, MD, Claudia Kunze, BA, Serdar Tütüncü, MD, Cornelia Fiessler, PhD Carolin Malsch, MSc et al. Systematic monitoring for detection of atrial fibrillation in patients with acute ischaemic stroke (MonDAFIS): a randomised, open-label, multicentre study. The Lancet Neurology 2021; 20(6):426-436.

Pressemitteilung: 

dgn.org/presse/pressemitteilungen/verlaengertes-stationaeres-ekg-monitoring-nach-ischaemischem-schlaganfall-entdeckt-haeufiger-vorhofflimmern/ 

 

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Experten des Uniklinikums Würzburg informieren zum Thema Schlaganfall

Am Dienstag, den 16. März 2021, beantworten drei Experten des Uniklinikums Würzburg in einer Online-Veranstaltung laienverständlich Fragen rund um das Thema Schlaganfall. Die kostenlose Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

Jedes Jahr erleiden allein in Deutschland etwa 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Weltweit zählt die Erkrankung zu den häufigsten Todesursachen, außerdem ist sie der häufigste Grund für eine Behinderung im Erwachsenenalter. Vor diesem Hintergrund haben Laien zu Recht viele Fragen: Wie beeinflussen Krankheiten wie Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen, aber auch der individuelle Lebensstil das Schlaganfall-Risiko? Wann ist die Behandlung von verengten Halsgefäßen sinnvoll? Wie erkenne ich Symptome eines Schlaganfalls? Und wie werden Schlaganfallpatienten in der Region Mainfranken versorgt? 

Kompetente Antworten auf diese und weitere Fragen geben bei einer Online-Veranstaltung am Dienstag, den 16. März 2021, drei Experten des Uniklinikums Würzburg (UKW): Univ.-Prof. Dr. Karl Georg Häusler (Geschäftsführender Oberarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik), Dr. Thorsten Odorfer (Oberarzt der Neurologischen Klinik und Poliklinik sowie Koordinator des Telemedizin-Netzwerks Transit-Stroke) und Univ.-Prof. Dr. Stefan Frantz (Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik I des UKW). 

Nach kurzen Vorträgen zur Prävention und Therapie des Schlaganfalls werden die Experten auch auf vorab – im Rahmen der Anmeldung – von den Teilnehmer*innen eingereichte Fragen eingehen. 

Das UKW organisiert die Veranstaltung gemeinsam mit der Mediengruppe Main-Post. Beginn ist um 18:00 Uhr unter Nutzung der Plattform „Skype for Business“. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. 

Wichtig ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6009 oder unter http://akademie.mainpost.de.

 

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Mit Oberflächen-Elektrostimulation gegen Zittern

Eine aktuelle Studie aus London/Großbritannien zeigt, dass eine nicht-invasive Stimulation mit Oberflächenelektroden bei Patienten mit Essentiellem Tremor die Intensität des Händezitterns reduzieren kann. Dr. Dr. Sebastian Schreglmann und Dr. Robert Peach, Hauptautoren der Studie, arbeiten seit dem Jahr 2020 an der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg.

Patienten mit Essentiellem Tremor leiden an einem rhythmischen Zittern, vornehmlich der Hände. Dass sich dieses durch Tiefe Hirnstimulation mittels eines implantierten Hirnschrittmachers wirksam behandeln lässt, ist bekannt. Aber können die feinen Elektroimpulse auch über Klebeelektroden auf der Kopfhaut einen ähnlich positiven Effekt erzielen? Eine Studie, deren Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurde, liefert hierfür vielversprechende Hinweise. Der Erstautor der Arbeit, die am University College London und am Imperial College London erstellt wurde, ist Dr. Dr. Sebastian Schreglmann. Er arbeitet mittlerweile – seit August 2020 – als Facharzt an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW).

Anpassung der Phasen essentiell

Der Neurologe und Neurowissenschaftler erläutert: „Das Händezittern bei Essentiellem Tremor hat eine patientenindividuelle Frequenz und Amplitude. Mittels eines Beschleunigungssensors, eines sogenannten Accelerometers, messen wir diese Bewegungen am Mittelfinger des Probanden.“ In Abhängigkeit von diesen Messungen wurde das Gehirn dann mit minimalem Wechselstrom stimuliert. Dazu dienten Klebeelektroden, die auf der Kopfhaut über dem Kleinhirn und an der Stirn platziert wurden. Es zeigte sich, dass bei der Mehrzahl der Patienten das Zittern während der randomisiert wiederholten, 30 Sekunden dauernden Stimulation zurückging oder gänzlich aufhörte. „Entscheidend für den Effekt ist die Phase der Stimulation. Wir konnten sehen, dass es – angepasst an die Schwingungsphase des Zitterns – pro Patient eine ideale Phase für die wirksamste Stimulation gibt“, berichtet Schreglmann.

Wegweisenden Algorithmus und Analyseverfahren entwickelt

Für die Steuerung der Stimulation in Echtzeit entwickelte Dr. Nir Grossman, Senior-Autor der Arbeit, eine neue mathematische Methode, um die kontinuierliche Anpassung an das variable Zittern zu ermöglichen. Der schlussendlich gefundene Algorithmus ist so elegant, dass für seine Anwendung nur eine vergleichsweise geringe Rechenleistung nötig ist. „Für die Vision eines nicht-invasiven Hirnschrittmachers ist dies ein wesentlicher Punkt – dadurch könnte ein kleiner, zum Beispiel am Gürtel zu tragender Controller zur Steuerung ausreichen“, schildert Schreglmann. Nach seinen Worten ist eine Anwendung dieses Algorithmus auch bei anderen Erkrankungen, die auf fehlgeleitete rhythmische Aktivität im Gehirn basieren, prinzipiell vorstellbar.

Dr. Robert Peach, der Mathematiker, der die komplexe statistische Signal-Auswertung mittels maschinellem Lernen entwickelte, ergänzt: „Durch die signalanalytischen Neuerungen konnten wir nicht nur anhand des gemessenen Zitterns vorhersagen, für wen eine solche Stimulation in Frage kommt, denn nicht alle Patienten sprachen auf die Behandlung an. Vielmehr konnten wir auch den zugrundeliegenden Mechanismus einer erfolgreichen Stimulation ergründen.“ Dr. Peach ist seit Oktober 2020 ebenfalls Mitarbeiter der von Prof. Dr. Jens Volkmann geleiteten Neurologischen Klinik des UKW.

Fortsetzung in Würzburg geplant

Insgesamt lieferte die Studie nach Einschätzung der beiden Neurowissenschaftler aussichtsreiche Pilotdaten, auf denen man weiterführende klinische Studien aufbauen könne. „Gemeinsam mit Prof. Volkmann und seinem Team würden wir gerne in Würzburg an diese Arbeit anknüpfen. Es gibt schon recht konkrete Pläne, die nächsten Studien hier aufzulegen mit der Hoffnung, die Methode zu einer relevanten Therapie weiterzuentwickeln“, sagt Dr. Dr. Schreglmann.

Literatur:

Schreglmann, S.R., Wang, D., Peach, R.L. et al. Non-invasive suppression of essential tremor via phase-locked disruption of its temporal coherence. Nat Commun 12, 363 (2021). doi.org/10.1038/s41467-020-20581-7

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Uniklinikum Würzburg: Wissenswertes zum Welt-Schlaganfalltag am 29. Oktober 2020

Prof. Dr. Karl Georg Häusler vom Uniklinikum Würzburg beleuchtet wichtige Aspekte der Akutbehandlung und Prävention der Volkskrankheit Schlaganfall im Kontext der aktuellen Covid-19-Pandemie

Jedes Jahr erleiden allein in Deutschland mehr als 270.000 Menschen einen Schlaganfall, der weltweit zu den häufigsten Todesursachen zählt und der häufigste Grund für eine Behinderung im Erwachsenenalter ist. Um die Öffentlichkeit für die Prävention und Therapie der Erkrankung zu sensibilisieren, wurde im Jahr 2006 von der World Stroke Organization der „Welt-Schlaganfalltag“ ins Leben gerufen, der seitdem jedes Jahr am 29. Oktober begangen wird.

Karl Georg Häusler, Professor für Neurologie mit Schwerpunkt Schlaganfallforschung an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg sowie Geschäftsführender Oberarzt an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (Direktor: Prof. Dr. Jens Volkmann), verweist im Kontext des Welt-Schlaganfalltages auf die vielfältigen Möglichkeiten zur Vermeidung eines Schlaganfalls, der so genannten Schlaganfallprävention. So können ein gesundheitsbewusster Lebensstil – Nikotinverzicht, regelmäßige körperliche Aktivität und gesunde Ernährung – und eine konsequente Behandlung von bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren – wie zum Beispiel Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Vorhofflimmern – das individuelle Schlaganfallrisiko deutlich reduzieren.

Einen Schlaganfall auch als Laie erkennen

Im Hinblick auf die in den letzten Jahren gemachten Fortschritte in der Akutbehandlung des Schlaganfalls betont der Neurologe die Bedeutung einer schnellstmöglichen Vorstellung von Betroffenen in einem spezialisierten Krankenhaus: „Leider erkennen viele Menschen die Anzeichen eines Schlaganfalls nicht unmittelbar oder zögern zu lange, den Notruf zu wählen.“ Laut Prof. Häusler kann der sogenannte FAST-Test dazu beitragen, dass auch ein medizinischer Laie einen Schlaganfall erkennen kann. Hierfür sollten die folgenden Fragen gestellt werden:

  • Bitten Sie die Person zu lächeln. Ein einseitig verzogenes Gesicht deutet auf eine Lähmung hin.
  • Bitten Sie die Person, beide Arme nach vorn zu strecken, so dass die Handflächen nach oben zeigen. Bei einer Lähmung können nicht beide Arme angehoben oder in der vorgegebenen Position gehalten werden.
  • Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen. Ist dies nicht möglich oder ist die Stimme verändert, liegt eine Sprach- oder Sprechstörung vor, die ebenfalls auf einen Schlaganfall hindeuten kann.

Prof. Häusler weist jedoch nachdrücklich darauf hin, dass die Symptome eines Schlaganfalls sehr vielfältig sind, so dass bei einem Verdacht auf einen Schlaganfall in jedem Fall ein Notruf erfolgen sollte, um eine schnellstmögliche ärztliche Vorstellung sicherzustellen.

Trotz Covid-19-Pandemie unbedingt das Krankenhaus aufsuchen

Auf die interdisziplinäre stationäre Therapie des Schlaganfalls sollte laut Prof. Häusler auch im Kontext der aktuellen Covid-19-Pandemie und der weltweit stark ansteigenden SARS-CoV-2-Infektionen in keinem Fall verzichtet werden. „Die in den Krankenhäusern getroffenen Maßnahmen machen eine Ansteckung mit dem SARS-CoV-2-Virus sehr unwahrscheinlich. Hingegen kann eine Therapie in der Akutphase und insbesondere in den ersten Stunden nach Symptom-Beginn in hohem Maße dazu beitragen, Schlaganfall-assoziierte Folgeschäden zu reduzieren“, betont der Experte.

Flächendeckende Schlaganfallversorgung durch Stroke Units und Telemedizin-Netzwerke

Trotz der Covid-19-Pandemie sei die Versorgung von Schlaganfallpatienten in Deutschland flächendeckend gewährleistet, betont Prof. Häusler, Mitglied der Stroke Unit Kommission der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und ärztlicher Gesamtgeschäftsführer des seit 2014 bestehenden „Transregionalen Netzwerks für Schlaganfallintervention mit Telemedizin“ (TRANSIT-Stroke), einem Verbund von zwölf Kliniken in Unterfranken sowie in Teilen von Oberfranken und Baden-Württemberg. Dazu tragen deutschlandweit mehr als 330 zertifizierte Spezialstationen zur Behandlung von Schlaganfallpatienten (so genannte Stroke Units) und mehr als 20 Telemedizin-Netzwerke bei, deren stetige Weiterentwicklung für die Schlaganfallversorgung unerlässlich sei. In diesem Sinne bemerkenswert ist nach seinen Worten eine vom Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Universität Würzburg (Vorstand: Prof. Dr. Peter U. Heuschmann) koordinierte und vor wenigen Wochen im Fachblatt BMC Neurology veröffentlichte wissenschaftliche Studie, die in TRANSIT-Stroke-Netzwerkkliniken ohne eigene neurologische Abteilung durch telemedizinische Unterstützung der Netzwerkzentren eine weitere Verbesserung bezüglich der Erfüllung von Qualitätsindikatoren der Schlaganfallversorgung nachweisen konnte.

Auch in Würzburg wird am Welt-Schlaganfalltag eine virtuelle Fortbildungsveranstaltung stattfinden, die Rettungsdienste, Pflegekräfte und Ärzteschaft über aktuelle Entwicklungen in der Prävention und Behandlung des Schlaganfalls informieren wird. Weitere Informationen finden sich auf www.transit-stroke.de.

 

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DFG richtet Klinische Forschungsgruppe zu peripheren Schmerzmechanismen am Uniklinikum Würzburg ein

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Klinische Forschungsgruppe ResolvePAIN mit 6,1 Millionen Euro. Damit wird die Schmerzforschung der Würzburger Universitätsmedizin beträchtlich gestärkt. Von den erwarteten Ergebnissen sollen auch Schmerzpatienten so schnell wie möglich profitieren.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) beschloss Ende September dieses Jahres, bundesweit sechs neue Forschungsgruppen und eine neue Klinische Forschungsgruppe zu fördern. Letztere ist ein von der Würzburger Universitätsmedizin geführtes Team unter Leitung von Prof. Dr. Heike Rittner von der Klinik für Anästhesiologie (Direktor: Prof. Dr. Patrick Meybohm) des Uniklinikums Würzburg (UKW) und Prof. Dr. Claudia Sommer von der Neurologischen Klinik des UKW (Direktor: Prof. Dr. Jens Volkmann). Thema sind „Periphere Mechanismen des Schmerzes und seine Auflösung"; die Forschungsgruppe nennt sich ResolvePAIN. Prof. Rittner erläutert: „Schmerzen, die durch eine Störung oder Schädigung der Nerven verursacht werden, können auch ohne vollständige anatomische und physiologische Erholung neuronaler Strukturen wieder abklingen. Wir wollen herausfinden, warum dies bei manchen Patienten der Fall ist, während beispielsweise postoperative Schmerzen bei anderen auch chronisch werden können.“ Interdisziplinäre Schmerzforschung hat am Standort Würzburg eine lange und sehr erfolgreiche Tradition. Entsprechend vereinigt ResolvePAIN klinische und Grundlagenforscher/innen aus Neurologie, Anästhesiologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie, Chirurgie, Innerer Medizin, Psychiatrie, Klinischer Neurobiologie, Physiologie und Klinischer Physiologie. Neben Würzburger Expertinnen und Experten sind auch Wissenschaftler/innen aus Leipzig und Berlin beteiligt.

Die DFG fördert die Klinische Forschergruppe in den kommenden vier Jahren mit insgesamt 6,1 Millionen Euro. „Mit ResolvePAIN wird die Schmerzforschung am UKW und an der Würzburger Universität dauerhaft gestärkt. Die Ergebnisse sollen so rasch wie möglich den Schmerzpatienten zugutekommen“, kündigt Prof. Sommer an.

Kastentext:

Zur Arbeitsweise von ResolvePAIN

In der Klinischen Forschergruppe werden klinische Schmerzkrankheiten sowie zelluläre Modelle und Modellorganismen untersucht. Sie haben gemeinsam, dass sich die Symptome beziehungsweise zellulären Veränderungen bei manchen, aber nicht bei allen zurückbilden. In longitudinalen Studien zu neuropathischen Schmerzzuständen nach Operation oder Trauma sowie bei Chemotherapie, Autoimmunität oder einer genetischen Erkrankung werden die Patienten klinisch umfassend phänotypisiert – inklusive Haut- und Blutprobenanalyse sowie MR-Neurographie. Mit einheitlichen Datenbanken und der Bioinformatik sollen Mechanismen und Prädiktoren identifiziert werden. „Dies wird helfen, zukünftig Risikopatienten zu identifizieren, die eine personalisierte intensivierte Behandlung und möglicherweise neue Behandlungsstrategien benötigen“, erläutert Prof. Claudia Sommer. Grundlagenforscher/innen unterstützen dies, indem sie diese Mechanismen bis ins kleinste Detail mit modernen bildgebenden, molekularen und genetischen Techniken untersuchen.

„Um die Projektziele auch langfristig zu stärken, wird ResolvePAIN in Zusammenarbeit mit dem Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung der Uni Würzburg die Ausbildung einer neuen Generation von Clinical Scientists in den Bereichen Anästhesiologie, Neurologie, Neuroradiologie, Neurochirurgie, Chirurgie und Innere Medizin fördern“, kündigt Prof. Rittner an.

 

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Mit Humboldt-Forschungsstipendium an die Neurologische Klinik des UKW

Ab Oktober dieses Jahres wird die US-amerikanische Wissenschaftlerin Dr. Rhonda McFleder an der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) ein Forschungsprojekt aus dem Bereich der Parkinson-Erkrankung bearbeiten. Möglich wird dies durch ein zweijähriges Stipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung.

Mit ihrem Forschungsstipendium unterstützt die Alexander-von-Humboldt-Stiftung Postdoktorand/innen und erfahrene Wissenschaftler/innen aller Nationen und Fachgebiete bei ihren Forschungsvorhaben in Deutschland. So wie jetzt die US-Amerikanerin Dr. Rhonda McFleder, die ab Oktober dieses Jahres an der Neurologischen Klinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) forschen wird. Die Ärztin hat an der University of Massachusetts, Worcester/USA ein MD/PhD-Programm durchlaufen und im Bereich Molekularmedizin promoviert. „Dr. McFleder hatte sich vor einiger Zeit an unserer Klinik vorgestellt mit der Frage nach der Möglichkeit in unserer Klinik wissenschaftlich zu arbeiten“, berichtet Prof. Dr. Jens Volkmann, der Direktor der Neurologischen Klinik, und fährt fort: „Wir beschlossen gemeinsam, dass sie sich für ein Humboldt-Forschungsstipendium bewirbt.“ Und das mit Erfolg: Für einen Zeitraum von zwei Jahren von der Stiftung gefördert, wird die Medizinerin ab Anfang Oktober 2020 in der Arbeitsgruppe „Experimentelle Bewegungsstörungen“ des neurologischen Oberarztes Prof. Dr. Chi Wang Ip arbeiten. Ihr konkretes Thema dabei lautet „Untersuchung der Rolle regulatorischer T-Zellen im AAV1/2-A53T-alpha-Synuklein-Mausmodell des Morbus Parkinson“.

Für alle Beteiligten vorteilhaft

Dr. McFleder zeigt sich von diesen Aussichten begeistert: „Ich danke der Alexander-von-Humboldt-Stiftung für diese großartige Unterstützung, die es mir ermöglicht, meine wissenschaftlichen Arbeiten hier in Deutschland durchzuführen. Ich freue mich auf die tolle Chance, in der Neurologischen Klinik des Uniklinikums Würzburg bei renommierten Experten wie Prof. Ip und Prof. Volkmann die Parkinson-Krankheit zu erforschen.“
Auch Prof. Volkmann ist hocherfreut: „Ich bin stolz darauf, dass das translationale und interdisziplinär vernetzte Forschungsumfeld der Neurologischen Klinik so attraktiv ist, dass es in zunehmendem Umfang ausländische Stipendiaten anzieht, die ihrerseits durch neue Sichtweisen und Fähigkeiten unsere Arbeit bereichern.“

Das Projekt findet in Kooperation mit Prof. Dr. Andreas Beilhack und Prof. Dr. Harald Wajant von der Medizinischen Klinik und Poliklinik II des UKW statt, was den von Prof. Volkmann angesprochenen interdisziplinären Charakter des Vorhabens belegt.

 

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Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten

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Anschrift

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