Aktuelle Meldungen

Uniklinikum Würzburg: Zentrum für genetische Innenohrstörungen eingerichtet

Als Teil des Comprehensive Hearing Centers des Uniklinikums Würzburg widmet sich jetzt ein neues Zentrum noch intensiver der Forschung, Diagnostik und Behandlung von genetisch bedingten Hörstörungen.

Rund zwei Drittel aller Hörstörungen sind genetisch bedingt. „Vor diesem Hintergrund arbeitet unser Comprehensive Hearing Center schon seit mehr als einem Jahrzehnt intensiv mit dem Institut für Humangenetik der Universität Würzburg zusammen“, berichtet Prof. Dr. Dr. h. c. Rudolf Hagen. Laut dem Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen des Uniklinikums Würzburg (UKW) nahm in den letzten Jahren die Relevanz von genetischen Untersuchungen als Teil der personalisierten Medizin immer weiter zu. Auch die entsprechenden Nachfragen von Patientenseite stiegen. „Deshalb haben wir nun die zu diesem Themenfeld bestehende Sprechstunde zum Zentrum für genetische Innenohrstörungen, kurz ZGI, weiterentwickelt“, schildert Prof. Hagen. Das neue Zentrum wurde der Öffentlichkeit Anfang Juli beim diesjährigen Internationalen Kurs der Mikrochirurgie des Mittelohres in Würzburg vorgestellt. 

Genetische Ursachen frühzeitig erkennen und kompetent behandeln

Geleitet wird das ZGI von Frau Prof. Dr. Wafaa Shehata-Dieler und Herrn Priv.-Doz. Dr. Kristen Rak aus der HNO-Klinik des UKW. „Unser wesentliches Ziel ist es, bei der Beratung, Diagnostik, Therapie, Nachsorge und Begleitung von Patientinnen und Patienten mit einer angeborenen oder dauerhaft bestehenden Hörminderung den Schwerpunkt der Genetik weiter auszubauen“, beschreibt Prof. Shehata-Dieler. Konkret bedeutet das: Die Betroffenen sollen erfahren, ob ihre Schwerhörigkeit erblich bedingt ist. Anschließend werden sie von den Expert*innen über ihre Prognose beraten und erhalten die bestmögliche Versorgung mit Hörhilfen. „Außerdem können wir – beispielsweise bei möglichen schwerwiegenden Begleiterkrankungen – zu einem sehr frühen Zeitpunkt zusätzliche Therapien einleiten“, betont die Professorin.

Aussichtsreiche Forschung

Auch in der Forschung sowie in der Aus- und Weiterbildung soll das ZGI wichtige Beiträge leisten. „Zentrale Forschungsfragen sind zum Beispiel: Können neben den über 130 bekannten weitere Gene für Hörstörungen identifiziert werden? Mit welchen Untersuchungsverfahren? Und wie können wir dafür die Kooperation mit den Spezialdiagnostiken anderer Fachdisziplinen und Kompetenzzentren weiter verbessern?“, erläutert Priv.-Doz. Dr. Rak. Nach seinen Angaben könnten Fortschritte in der Gentherapie in einigen Jahren möglicherweise dazu führen, dass eine genetisch angelegte Hörstörung behandelt werden kann, eventuell sogar vorbeugend vor ihrem ersten Auftreten. 

Fächerübergreifend breit aufgestellt

Um diesen vielfältigen Eigenansprüchen gerecht zu werden, ist das Zentrum interdisziplinär breit aufgestellt. So bringen neben HNO-Ärzt*innen und Humangenetiker*innen auch Spezialist*innen aus der Pädiatrischen Neurochirurgie, der Pädiatrie, der Augenheilkunde sowie der Diagnostischen und Interventionellen Neuroradiologie ihre jeweiligen Kompetenzen ein. „In einem ersten Schritt arbeiten wir aktuell vornehmlich daran, standardisierte Abläufe sowie feste Strukturen in der Zusammenarbeit zu etablieren“, verdeutlicht Prof. Shehata-Dieler. 

Strukturell ist das ZGI dem am UKW angesiedelten Zentrum für Seltene Erkrankungen, kurz ZESE, Nordbayern zuordnet. Als Fachzentrum betreut es dort seltene HNO-Erkrankungen und beteiligt sich an großen, übergeordneten Studien. Über das ZESE ist das ZGI ferner mit nationalen und internationalen Netzwerken verbunden. 

 

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Uniklinikum Würzburg: Studienteilnehmer*innen für neue Schnarchtherapie gesucht

Sie schnarchen? Ihr*e Bettpartner*in ist davon genervt? Dann könnte die Teilnahme an einer vom HNO-Schlaflabor des Uniklinikums Würzburg durchgeführten klinischen Studie eine Chance auf Verbesserung sein. Ansatzpunkt dabei ist ein spezielles Training der Zungen- und Schlundmuskulatur.

Schnarchen kann die Lebens- und Schlafqualität erheblich beinträchtigen. Um hier Abhilfe zu schaffen, will das Team des HNO-Schlaflabors des Uniklinikums Würzburg (UKW) in einer Studie untersuchen, ob Schnarchen durch eine myofunktionelle Therapie, also ein spezielles Training der Zungen- und Schlundmuskulatur, reduziert werden kann. Dafür suchen die zum Interdisziplinären Zentrum für gesunden Schlaf des UKW gehörenden Expert*innen noch Studienteilnehmer*innen. Diese sollten zwischen 18 und 65 Jahre alt sein und schnarchen. Außerdem sollte ein*e Bettpartner*in vorhanden sein, mit dessen oder deren Hilfe das Schnarchen vor und nach der Therapie bewertet werden kann. 

Die Studie will die Wirksamkeit einer myofunktionellen Therapie im Vergleich zu einer Kontrollgruppe untersuchen. Zu Beginn durchlaufen die Teilnehmer*innen ein schlafmedizinisches Screening mit Gespräch, Untersuchung und ambulanter Messung zu Hause. Nach dem Studieneinschluss und einer zufälligen Zuteilung zur Behandlungs- oder Kontrollgruppe führen sie nach Anleitung selbstständig sechs Wochen lang Übungen zu Hause durch. Nach dieser Zeit – und nochmals sechs Monate nach Therapiebeginn – wird der Rückgang des Schnarchens durch den/die Bettpartner*in, Fragebögen und die Aufzeichnung der Schnarchgeräusche kontrolliert. 

Interessierte können unter folgenden Kontaktdaten einen Screening-Termin vereinbaren:

Interdisziplinäres Zentrum für gesunden Schlaf
HNO-Schlafambulanz
Universitätsklinikum Würzburg
Josef-Schneider-Straße 11
97080 Würzburg
Tel: 0931/201-21204
E-Mail: schlaflabor_hno@ ukw.de

 

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Uniklinikum Würzburg: Digitaler Infoabend zu Tinnitus

Am Dienstag, den 20. Juli 2021, informieren eine Expertin und ein Experte der HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg in Online-Vorträgen über die Diagnostik und Therapie der als Tinnitus bekannten Ohrgeräusche. Die kostenlose Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt mit der Mediengruppe Main-Post.

Klingeln, Pfeifen, Summen, Rauschen – bei Tinnitus nimmt man Ohrgeräusche wahr, die nicht einer äußeren Schallquelle entspringen. Vermutlich bis zu 15 Prozent der Weltbevölkerung sind davon betroffen. Bei einer Online-Veranstaltung am 20. Juli 2021 widmen sich die Diplom-Psychologin Isabell Lee und Privatdozent Dr. Kristen Rak, beide von der HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg, diesem oft nervenaufreibendem Symptom. Neben den Entstehungs- und den Diagnosemöglichkeiten steht dabei natürlich die Linderung im Vordergrund. „Bei chronischem Tinnitus haben sich beispielsweise psychologische Strategien als wirksam erwiesen, schildert Isabell Lee und fährt fort: „Auch technologische Methoden erscheinen vielversprechend, wobei hier aufgrund der nicht ausreichenden Studienlage noch keine generelle Empfehlung ausgesprochen werden kann.“ Vor diesem Hintergrund wird der HNO-Oberarzt Dr. Rak zum Beispiel darstellen, wie Hörgeräte oder Cochlea-Implantate zur Besserung des Tinnitus eingesetzt werden können. Seit einiger Zeit gibt es auch eine Reihe von Smartphone-Apps, die Tinnitus-Beschwerden lindern sollen. Beim Infoabend wird deutlich werden, was von diesen Programmen erwartet werden kann.
Die vom Uniklinikum Würzburg und der Mediengruppe Main-Post gemeinsam organisierte, kostenlose Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr und nutzt die Plattform „Skype for Business“. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC. Wichtig ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6009 oder unter http://akademie.mainpost.de.

 

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Dr. Kristen Rak und Isabell Lee
Dr. Kristen Rak und Isabell Lee, beide von der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, plastische und ästhetische Operationen des Uniklinikums Würzburg, widmen sich am 20. Juli 2021 in einer öffentlichen Veranstaltung dem verbreiteten Gesundheitsproblem Tinnitus. Bild: Uniklinikum Würzburg

Uniklinikum Würzburg startet Podcast zu den Themen Stimme, Sprechen und Schlucken

Phon-O-Ton heißt ein neues Wissensangebot des Uniklinikums Würzburg. Dahinter steht ein Podcast des Interdisziplinären Zentrums für Stimme und Schlucken, der laienverständlich über Themen der Phoniatrie informiert.

Am Uniklinikum Würzburg gibt es seit vergangenem Jahr ein Interdisziplinäres Zentrum für Stimme und Schlucken (IZSS). Die an der HNO-Klinik angesiedelte Einrichtung sorgt für eine systematische, multiprofessionelle Diagnostik und Behandlung bei Störungen dieser wichtigen Körperfunktionen. Um die Öffentlichkeit über ausgewählte Themen der Phoniatrie – der dem Zentrum zugrundeliegenden medizinischen Disziplin – zu informieren, startete das IZSS in diesem Frühjahr einen eigenen Podcast. Die Beiträge des Phon-O-Ton getauften Formats richten sich gleichermaßen an Studierende, Therapeut*innen, Pflegekräfte und Mediziner*innen sowie an alle sonstigen Interessierten.

Themen bislang: Larynx-Amyloidose und die professionell genutzte Stimme

Bislang sind zwei der monatlich geplanten Audiodateien erschienen. In Folge 1 spricht Dr. Fabian Kraus, Oberarzt der HNO-Klinik und geschäftsführender Leiter des IZSS, über die Erkrankung Larynx-Amyloidose. Bei dieser sehr seltenen Erkrankung kommt es zu einer Ablagerung von unlöslichen Proteinfasern im Gewebe des Kehlkopfs. Im Podcast berichtet eine Patientin über ihren Weg bis zur Diagnose, den Krankheitsverlauf sowie die notwendige Therapie inklusive Luftröhrenschnitt und dessen späteren Verschluss. 

Die zweite Phon-O-Ton-Folge widmet sich der Stimme und hier insbesondere der Singstimme. Dazu spricht eine professionelle Rock/Pop Sängerin über die täglichen Anforderungen an ihre Stimme. 

Weitere geplante Themen sind „Kehlkopfkrämpfe bei spasmodischer Dysphonie“ und „Laryngektomie – Leben ohne Kehlkopf“.

Der Podcast kann über den YouTube-Kanal des UKW (www.youtube.com/channel/UChmcOXPcDEqUDzBQzYBghkg) gehört und abonniert werden. Außerdem stehen alle Folgen auch auf der Website des IZSS unter www.ukw.de/izss zur Verfügung 

 

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Drei Millionen Euro für Bayerns Ultrafeinstaub-Forschung

Das Bayerische Umweltministerium unterstützt einen breit angelegten Projektverbund zu Ultrafeinstaub in den kommenden drei Jahren mit drei Millionen Euro. Unter den Projektpartnern ist auch die HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg, die speziell die Auswirkungen von ultrafeinen Partikeln auf die Schleimhaut des oberen Atemtrakts untersuchen wird.

Vor wenigen Tagen gab Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber den Startschuss zu einem Projektverbund, der die Eigenschaften und die Wirkung von ultrafeinen Partikeln untersuchen soll. „Ultrafein“ steht für Partikeldurchmesser von unter 0,1 Mikrometer, was kleiner als beispielsweise Tabakrauch ist. Der Verbund mit dem Namen BayUFP hat sechs Teilprojekte, die von Forscher*innen der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), der Universität Bayreuth, der Ludwig-Maximilians-Universität in München und dem Uniklinikum Würzburg (UKW) bearbeitet werden. In einigen Bereichen ist zudem das Helmholtz Zentrum München dabei. Geleitet wird der Verbund von Prof. Dr. Hans Drexler von der FAU.

Das Teilprojekt des UKW

Am UKW ist die von Prof. Dr. Stephan Hackenberg geleitete Arbeitsgruppe Onkologie der HNO-Klinik beteiligt. Der Stellvertretende Klinikdirektor erläutert: „Unsere Aufgabe im BayUFP ist die toxikologische Untersuchung der Schleimhaut des oberen Atemtrakts nach Exposition mit ultrafeinen Partikeln. Außerdem sollen Aussagen zu deren Auswirkungen auf die Funktionalität der Schleimhaut getroffen werden.“ Dazu zählen die Schädigung der Schleimhautbarriere, die Ausschüttung von Entzündungsstoffen und der Einfluss von Atemwegsschleim auf die schädigenden Eigenschaften der Partikel. 

Würzburger Zellkulturmodelle hilfreich

Besonders hilfreich sind hierbei komplexe Zellkulturmodelle aus Nasenschleimhaut, die seit Jahren in der Arbeitsgruppe Onkologie der Würzburger Universitäts-HNO-Klinik eingesetzt und kontinuierlich optimiert werden. 

Das Bayerische Umweltministerium hat für den gesamten Projektverbund knapp drei Millionen Euro für die kommenden drei Jahre bewilligt. Rund 298.000 Euro davon stehen für den Würzburger Part zur Verfügung.

Mehr zu BayUFP findet sich hier: www.ultrafeinepartikel.de

 

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HNO-Vorlesungen jetzt als interaktive Live-Sendungen

Die Corona-Krise als Chance zur sinnvollen Digitalisierung genutzt: Seit Beginn des Wintersemesters 2020/21 bereichert die HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg die studentische Lehre durch ein aufwändiges Live-Broadcast- und -Streaming-System. Dieses ermöglicht den Humanmedizin-Studierenden an ihren digitalen Endgeräten zu Hause eine simultane und interaktive Teilnahme an Vorlesungen, die dem Präsenz-Erlebnis nahekommt.

Seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland im Frühjahr dieses Jahres sind Präsenzveranstaltungen am Uniklinikum Würzburg (UKW) nur mit deutlichen Einschränkungen möglich. „Dies stellt gerade auch die studentische Lehre vor große Herausforderung“, berichtet Prof. Dr. Dr. h.c. Rudolf Hagen. Der Direktor der HNO-Klinik des UKW nahm dies zum Anlass, mit seinem Team ein neues Konzept für eine „hybride Lehre“ zu entwickeln. Die Idee dabei ist, Präsenzveranstaltungen mit kleinerer Teilnehmerzahl so aufzubereiten, dass den Humanmedizin-Studierenden die Lehrinhalte auch per Fernzugriff vermittelt werden können – und zwar simultan und interaktiv. „Wir sind der Meinung, dass ‚asynchrone‘ Formate, wie zum Beispiel Videoaufzeichnungen, dem Anspruch von Präsenzveranstaltungen nicht gerecht werden können, da die Möglichkeit zur so wichtigen Interaktion zwischen den Dozenten und dem Auditorium fehlt“, erläutert Prof. Hagen.

 

Bisher Erfahrungen mit hausinternen Übertragungen

Bei der Suche nach einer Lösung konnte das HNO-Team auf seine schon seit dem Jahr 2006 gesammelten Erfahrungen mit der 3D-HDTV-Übertragungs-Technik zurückgreifen. Mit der entsprechenden klinikeigenen Anlage ist es möglich, sowohl makroskopische, als auch mikroskopische oder endoskopische Live-Bilder während der Operationen in den Hörsaal zu übertragen sowie über eine Audio-Anbindung mit dem Operateur synchron Rücksprache zu halten. Die bislang hausintern arbeitende Technologie wird seither sowohl für die studentische Lehre, als auch bei Operationskursen und Kongressen eingesetzt. „Unser Ziel war es, ein ähnliches Konzept mit einer Anbindung über das Internet zu entwerfen“, schildert Dr. Johannes Völker, Facharzt der Würzburger HNO-Universitätsklinik.

 

Neu: Produktion eines Broadcast-fähigen Live-Streams

Eine der Herausforderungen hierbei war es, die diversen Inhalte einer Vorlesung digital so aufzubereiten, dass sie Streaming-tauglich sind und ein annäherndes Präsenz-Erlebnis am digitalen Endgerät zu Hause bieten. Das dazu zur Verfügung stehende Bild- und Tonmaterial ist vielfältig: Aus dem Operationssaal lassen sich mehr als zehn verschiedene Videokanäle von Mikroskopen, Endoskopen und Makro-Kameras übertragen. Hinzu kommen Aufnahmen von Hörsaalkameras zur Interaktion mit dem Referenten und die Vorlesungsfolien vom Präsentations-Rechner. „Um daraus eine ausgewogene, informative ‚Sendung‘ zu generieren, installierten wir in einem bereits bestehenden Raum am Kopf des Hörsaals ein System mit einem Audio- und einem Videomischpult. Es entstand eine Art kleines Fernsehstudio“, berichtet Privatdozent Dr. Kristen Rak, Oberarzt der HNO-Klinik. Am Ende steht ein Broadcast-fähiger Stream, der über etablierte Videokonferenz- oder Streaming-Plattformen live übertragen werden kann. Zur Kommunikation in die Gegenrichtung – also von den online zuschauenden Studierenden zum Dozenten – dient die Chat-Funktion der Streaming-Plattformen.

Damit die Live-Sendungen gelingen können, müssen die Veranstaltungen hochpräzise vorbereitet werden. Und auch der personelle Aufwand für die Produktion eines Streams ist beträchtlich. Als Audioregisseur fungiert der Informationselektroniker Michael Grünewald. Sein Pendant im Videobereich – auch als Kameramann im Hörsaal – ist der Foto- und Videotechniker Michael Bogár. Beide Fachkräfte sind Mitarbeiter der HNO-Klinik. Für die Moderation wird jeweils einer der Ober- oder Fachärzte der Klinik eingesetzt. Sie nehmen die Fragen aus dem Live-Chat entgegen und stellen sie im Auditorium zur Diskussion. Das Videomischen und den eigentlichen Broadcasting-Prozess leistet Dr. Völker oder ein*e Mitarbeiter*in aus dem Pool der Vorlesungsassistent*innen.

 

Ergänzende Neugestaltung des Vorlesungsablaufs

Für das neue Konzept gestaltete das HNO-Team auch die Vorlesungsform um: Für jede Vorlesung im Laufe des Semesters wurden spezifische Lernziele vorbereitet, die über das interaktive System erreicht werden sollten. Zur Vorbereitung wurde das grundlegende Wissen als asynchrone Vorbereitungsvorlesung online eingestellt und den Studierenden kurz vor den Veranstaltungen spezifische Fachfragen übermittelt. Die gestreamten Live-Veranstaltungen präsentieren vornehmlich hierzu passende chirurgische Eingriffe inklusive einer Kommunikationsmöglichkeit mit dem Operateur. Desweiteren werden die Lernziele und zuvor gestellte Fragen vom Referenten mit entsprechenden Folien beantwortet. Für einen vorab im Rahmen eines Online-Quiz bestimmten, kleineren Anteils an Studierenden ist es weiterhin möglich, die Vorlesung auch direkt im Hörsaal zu besuchen. „Mit diesem Hybridkonzept können wir flexibel auf die aktuelle Situation der Pandemie reagieren, entsprechende Hygieneabstände und -vorschriften einhalten sowie zu gegebener Zeit auch wieder mehr vor Ort anwesende Teilnehmerinnen und Teilnehmer integrieren“, verdeutlicht Dr. Völker.

 

Seit November erfolgreich im Einsatz

Das neue Konzept wird seit Beginn des Wintersemesters 2020/21 für die Lehre der Humanmedizin-Studierenden regelmäßig eingesetzt und mit einem Online-Publikum von jeweils 80 bis 100 Teilnehmer*innen sehr gut angenommen. Das bisherige Feedback war laut Dr. Rak durchgehend positiv.

„Es zeigt sich, dass unser Konzept für hybrid ausgerichtete Präsenzveranstaltungen zukunftsfähig ist. Deshalb planen wir, das Broadcast-System des HNO-Hörsaals kontinuierlich auszubauen und den technischen Neuerungen anzupassen. Außerdem wollen wir künftig noch mehr Videokanäle und noch höhere Auflösungen der Live-Operationen online anbieten“, kündigt Prof. Hagen an.

 

Auch im Operationskurs- und Kongressprogramm nutzbar

Mit der gefundenen Lösung können nicht nur weiterhin qualitativ hochwertige Lehrinhalte für die studentische Lehre angeboten werden – auch für das Operationskurs- und Kongressprogramm der Würzburger Universitäts-HNO-Klinik lässt sich das Broadcast-System nutzen. So wird im März 2021 der 33. englischsprachige Kurs zur Mikrochirurgie des Mittelohrs und der auditorischen Implantate ebenfalls als Hybridveranstaltung ausgerichtet werden. „Wir gehen davon aus, dass wir mit dem interaktiven Broadcast ein noch größeres internationales Publikum erreichen“, nennt Prof. Hagen einen der sich abzeichnenden Vorteile der Neuerung. „Gerade unter den Aspekten der Nachhaltigkeit und des Ressourcenschutzes ist es sinnvoll, eine Option zur Teilnahme an derartigen Veranstaltungen ohne hohe Reiseaufwendungen anzubieten“, betont der Klinikdirektor. Unter dem Strich waren die initialen Ideen für eine vorübergehende Überbrückung der Pandemiezeit nach seinen Worten ein weitgreifender Anstoß zur sinnvollen Digitalisierung von Lehre und wissenschaftlichem Austausch.

 

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Blick in das Broadcast-Studio der HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg, in dem zur studentischen Online-Lehre seit diesem Jahr Live-Streams produziert werden. Links im Bild Dr. Johannes Völker, einer der Organisatoren des Projekts. Das Fenster im Hintergrund blickt in den Hörsaal der Klinik. Bild: Johannes Völker/ Uniklinikum Würzburg
Im Broadcast-Studio werden Bild- und Ton-Informationen, zum Beispiel live aus dem Operationssaal, zusammengestellt. Am Videomischpult im Vordergrund arbeitet hier gerade Dr. Tassilo Müller-Graff, am Audiomischpult dahinter der Informationselektroniker Michael Grünewald. Bild: Johannes Völker/ Uniklinikum Würzburg

Uniklinikum Würzburg: Interdisziplinär zu gesundem Schlaf

Experten aus verschiedenen Fachbereichen des Uniklinikums Würzburg haben sich in diesem Frühjahr zum Interdisziplinären Zentrum für gesunden Schlaf zusammengeschlossen. So vernetzt gelingt es, die mannigfaltigen Ursachen für Schlafstörungen sowie die oft komplexen Zusammenhänge mit anderen Erkrankungen noch besser zu erkennen und die individuell richtige Therapie einzuleiten.

Schlafstörungen sind ein Massenphänomen: Rund ein Viertel der Bevölkerung in Deutschland hat relevante Probleme beim Ein- und Durchschlafen. Weitere bis zu acht Prozent sind von schlafbezogenen Atmungsstörungen betroffen. „Insgesamt unterscheiden wir über 100 Arten von Schlafstörungen mit den unterschiedlichsten Ursachen“, berichtet Prof. Dr. Dr. h.c. Rudolf Hagen, der Direktor der HNO-Klinik des Uniklinikums Würzburg (UKW), und fährt fort: „Außerdem ist es immer wieder überraschend, bei wie vielen Erkrankungen, wie zum Beispiel Bluthochdruck oder Depressionen, ein Zusammenhang zu einem gestörten Schlaf existiert.“ Um diesem komplexen Feld in Zukunft noch besser – sprich ganzheitlicher – gerecht zu werden, wurde unter Leitung seiner Klinik im Frühjahr dieses Jahres das Interdisziplinäre Zentrum für gesunden Schlaf (IZgS) am UKW ins Leben gerufen. Privatdozent Dr. Philipp Schendzielorz, HNO-Oberarzt und ärztlicher Leiter des Zentrums, erläutert: „Mit dieser neuen Struktur vereinen wir die Kompetenzen der Hals-Nasen-Ohren-Medizin mit denen der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Pädiatrie, der Psychiatrie und Psychosomatik, der Neurologie, der Pneumologie und Kardiologie sowie der zahnärztlichen Schlafmedizin.“ Im IZgS ergänzen sich auf kurzen Kommunikationswegen die jeweiligen Experten in ihren Diagnostik- und Therapieangeboten. Außerdem treffen sie sich regelmäßig zum Austausch über schwierige Fälle. „Dabei entwickelt sich fast von selbst auch ein lernendes System“, freut sich Dr. Schendzielorz.

Schlafapnoe als häufiges Krankheitsbild

Das häufigste in der Schlafmedizin zu behandelnde Krankheitsbild sind nach seinen Worten nächtliche Atemaussetzer, sogenannte Apnoen. Für diesen vorrübergehenden gänzlichen oder teilweisen Verschluss der Atemwege gibt es viele mögliche Ursachen – von kurzfristigen Faktoren, wie Infektionen oder Allergien, über Übergewicht und vergrößerte Rachenmandeln bis zum Zurücksinken der Zunge durch die Erschlaffung der Mund- und Rachenmuskulatur im Schlaf. Als Sonderform – der zentralen Schlafapnoe – kann außerdem eine fehlerhafte neuronale Steuerung der Atemmuskulatur vorliegen. „Allein an dieser Vielfalt wird deutlich, wie sinnvoll ein interdisziplinäres Herangehen ist“, sagt Dr. Schendzielorz. Die Standardtherapie bei Schlafapnoe erfolgt nach seinen Worten über eine spezielle Maske, die dem Patienten während des Schlafens kontinuierlich Umgebungsluft mit einem leichten Überdruck (CPAP-Therapie) zuführt und so die Atemwege offen hält. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind eine Unterkiefer-Protrusionsschiene oder ein operativer Eingriff. Außerdem bietet die HNO-Klinik seit Ende 2018 in geeigneten Fällen auch die Implantation eines Zungenschrittmachers an.

Schlaflabor als zentrale Diagnostik-Einheit

Hauptsächlicher Zugang zum gebündelten Fachwissen des IZgS ist die schlafmedizinische Sprechstunde der HNO-Klinik. Hier finden das Erstgespräch und eine Screening-Untersuchung statt. Bei weiterem Diagnosebedarf kommt das von der HNO-Klinik betriebene, langjährig etablierte Schlaflabor zum Einsatz. Zu den bestehenden zwei Untersuchungsplätzen im vierten Stock der Kopfklinik soll demnächst ein weiterer hinzukommen. Während die Patientin oder der Patient dort schläft, werden Parameter wie Hirnaktivität, Sauerstoffgehalt des Bluts, Herzaktion, Atembewegungen, Schnarchgeräusche oder Beinbewegungen bestimmt und aufgezeichnet.

„Bei Bedarf können wir zusätzliche Untersuchungen durchführen oder eine Spezialsprechstunde der Inneren Medizin, der Kinderheilkunde, der Neurologie und der Psychiatrisch-Psychosomatischen Klinik hinzuziehen“, berichtet Dr. Schendzielorz. Für einen möglichen Einsatz einer Unterkiefer-Protrusionsschiene und bei kieferorthopädischen Fragen – insbesondere bei Kindern – gibt es zudem eine Sprechstunde der zahnärztlichen Schlafmedizin.

 

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