Angsterkrankungen, Zwangserkrankungen und Essstörungen

Angst- und Zwangserkrankungen sowie Essstörungen werden hauptsächlich verhaltenstherapeutisch behandelt.

Was sind...

Angsterkrankungen?

Bei manchen Menschen treten Angstreaktionen in Situationen auf, in denen objektiv eigentlich keine Gefahr besteht. Das kann dazu führen, dass der Alltag erheblich beeinträchtigt ist.

Zu den bekanntesten Angsterkrankungen zählen beispielsweise die Platzangst, die Flugangst oder die Höhenangst. Häufige spezielle Angsterkrankungen sind auch die soziale Phobie, die Angst, im gesellschaftlichen Umgang mit anderen Menschen zu versagen, oder auch die Agoraphobie, die durch bestimmte Orte und Situationen wie weite Plätze oder Menschengedränge ausgelöst wird. Auch Tiere oder sogar bestimmte Gegenstände sind manchmal Gegenstand spezifischer Phobien.

Die Symptomatik reicht von leichtem Unbehagen bis hin zu Panikattacken mit körperlichen Erscheinungen wie Atemnot, Herzrasen, Schweißausbrüchen oder Zittern. Auch Panikattacken ohne erkennbaren äußeren Anlass, die unvermutet und mehrmals pro Tag für kurze Zeit auftreten können, sowie eine generalisierte Angst, die sich als ein Dauerzustand aus ängstlicher Sorge und Anspannung definiert, zählen zu den Angsterkrankungen, von denen rund 13 Prozent der Weltbevölkerung betroffen sind.
 

Zwangserkrankungen?

Kennzeichnend für Menschen mit Zwangserkrankungen sind ständig wiederkehrende unerwünschte Gedanken oder zwanghafte Handlungsabläufe. Obwohl Betroffene die Unsinnigkeit erkennen, können sie sich dem nicht entziehen. So haben einige beispielsweise das Bedürfnis, sich ständig die Hände zu waschen, kontrollieren zehnmal hintereinander, ob die Haustür verschlossen ist, oder sie grübeln ständig darüber nach, wie es ist, wenn eine nahestehende Person zu Schaden kommt. Dies kostet im Alltag viel Energie und kann zu Erschöpfung und Depressionen führen. Zwangserkrankungen betreffen etwa zwei bis drei Prozent der Bevölkerung.

Essstörungen?

Essstörungen sind durch die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Thema Essen charakterisiert und treten meist in Form von Magersucht, kombinierter Ess-Brechsucht sowie häufigen anfallsweisen Heißhunger- und Essattacken auf, was im Fachjargon als Anorexie, Bulimie oder Binge-Eating bezeichnet wird.

Essstörungen betreffen zwar vorwiegend Jugendliche und meist Frauen ab dem Teenager-Alter, sind jedoch in allen sozialen Schichten, Altersgruppen und beiden Geschlechtern vertreten.

Therapie

Angst- und Zwangserkrankungen sowie Essstörungen  werden vorwiegend verhaltenstherapeutisch behandelt: Der individuelle Therapieplan, der auf den S3-Leitlininen der DGPPN basiert, umfasst deshalb neben einer Komplementär- und gegebenenfalls medikamentösen Therapie vor allem spezielle Methoden der Psychotherapie, die dazu beitragen, alte Verhaltensmuster durch neue zu ersetzen. Dazu zählen beispielsweise: 

Auf Wunsch werden die Angehörigen durch Angehörigengespräche in die Behandlung einbezogen.

Stationäre und teilstationäre Behandlung

Die Schwerpunktstation 5-Ost hält 16 Behandlungsplätze vor. Dort wird nach einer intensiven medizinischen, psychiatrischen und psychologischen Diagnostik der Therapieplan festgelegt. Je nach Schweregrad der Erkrankung wird die Behandlung stationär oder auch teilstationär durchgeführt. Die teilstationäre Therapie erfolgt als ambulante Tageseinrichtung entweder auf der Station durch dasselbe Behandlungsteam oder in der Psychosomatischen Tagesklinik.

Wir arbeiten eng mit den Selbsthilfegruppen der Stadt Würzburg zusammen.

Klinische Studien

Seit 2018 hält das Interdisziplinäre Zentrum für Angsterkrankungen in enger Kooperation mit der Hochschulambulanz der Klinischen Psychologie individuell ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlungsangebote vor, zum Teil im Rahmen von DFG- und BMBF-geförderten Therapiestudien.

 

 

 

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Stefan Unterecker

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