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Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter

Die Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betrifft etwa fünf bis zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen und zählt damit zu den häufigsten psychischen Erkrankungen dieses Lebensalters. Lange wurde angenommen, dass die Symptome bis zum Erwachsenenalter verschwinden. Inzwischen ist bekannt, dass auch Erwachsene in Deutschland in einer geschätzten Häufigkeit von ein bis zwei Prozent an dieser psychischen Erkrankung leiden.

Was ist ADHS?

Konzentrationsstörungen, mangelnde Impulskontrolle und eine gesteigerte Aktivität sind die Kernsymptome von ADHS und definieren sich als Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitäts-Störung. Die Symptome ziehen sich wie ein roter Faden durch Kindheit, Jugend und bei bis zu 60 Prozent der Patienten weiter bis ins Erwachsenenalter. Da sich das Beschwerdebild jedoch facettenreich entwickelt, wird die Diagnose bei Erwachsenen oft erst gar nicht gestellt. Als Ursache vermutet man eine Übertragungsstörung der Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin im Gehirn, ausgelöst durch eine komplexe Wechselwirkung aus Vererbung, neurobiologischen und psychosozialen Faktoren.

Symptome im Erwachsenenalter

Das Symptom der Hyperaktivität weicht bei Erwachsenen meist dem Gefühl innerer Unruhe. Deshalb spricht man bei Erwachsenen auch mehr von ADS. Im Vordergrund der Beschwerdeschilderung stehen häufig:

  • Stimmungsschwankungen
  • übertriebene emotionale Reaktionen
  • Unbeherrschtheit und Unordnung in allen Lebensbereichen, insbesondere Schwierigkeiten in der Planung und Organisation von Alltagsgeschäften
  • Schwierigkeiten, den Ideenreichtum zu steuern
  • Störungen des Sozialverhaltens, vor allem durch eine geringere Frustrationstoleranz und eine gesteigerte Aggression

Diagnose

Betroffene Erwachsene weisen oft noch weitere psychische Erkrankungen auf wie Angsterkrankungen, Depressionen, oder Abhängigkeitserkrankungen. Diese müssen vorher behandelt werden, um die Symptomatik richtig zuordnen zu können. Die Diagnostik folgt einem zeitaufwendigen standardisierten Vorgehen und ist oft sehr schwierig. Erleichternd dabei erweist sich der Nachweis von Symptomen in der Kindheit. Auch Zeugnisse und Angaben der Eltern spielen eine wesentliche Rolle. Typisch für die Erkrankung ist nämlich, dass die Symptome zu keinem Zeitpunkt des Lebens vollständig verschwinden. Eine gründliche neuropsychologische Testung ermittelt die aktuelle Beeinträchtigung.

Therapie

Nicht immer ist eine Behandlung erforderlich. Viele Betroffene haben über Jahre Strategien entwickelt, um den Alltag zu bewältigen. Wenn jedoch mehrere Lebensbereiche deutlich beeinträchtigt sind, empfiehlt sich eine Therapie, die auf Medikamenten und Psychotherapie basiert, vor allem:

  • Psychoedukation, um die Symptome und deren Auswirkungen auf die Biographie besser zu verstehen und daraus Konsequenzen für die Lebensgestaltung zu ziehen
  • Vermittlung individueller Bewältigungsstrategien
  • Störungsspezifische Psychotherapie, zum Teil in Gruppen, zur Vermittlung von Fähigkeiten, um die Symptome in den Griff zu bekommen und den Alltag besser zu bewältigen

Bei schweren Verlaufsformen ist - je nach Begleiterkrankung wie Depression, Angsterkrankung oder Sucht - eine stationäre Behandlung möglich.

Bei Bedarf wird auch eine sozialpädagogische Unterstützung angeboten.



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Stefan Unterecker

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