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Universitätsmedizin Würzburg: Neue Abteilung für Translationale Pädiatrie eingerichtet

Das Immunsystem von Kindern und dessen Entwicklung besser verstehen sowie daraus neue Präventions- und Behandlungsstrategien ableiten – das sind Kernziele der neuen Abteilung für Translationale Pädiatrie in Würzburg. Den von Uniklinikum und Uni gemeinsam getragenen Schwerpunkt leitet die international anerkannte Expertin Prof. Dr. Dorothee Viemann.

Nach der Geburt muss sich der Körper an die Umwelt anpassen. Dabei spielen das Immunsystem und das Mikrobiom – also das bakterielle Ökosystem im Darm – entscheidende Rollen. In der internationalen Forschung verdichten sich die Hinweise, dass gerade in den ersten Monaten das Immunsystem in einer Weise zwischen Toleranz und Abwehr eingestellt wird, die für die individuelle gesundheitliche Konstitution des restlichen Lebens hochrelevant ist. Um diese Vorgänge noch besser zu verstehen, richtete die Würzburger Universitätsmedizin kürzlich die Abteilung für Translationale Pädiatrie ein. Der neue Schwerpunkt, welcher der Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW) und dem Zentrum für Infektionsforschung der Uni Würzburg angehört, nahm im Juli 2021 seine Arbeit auf. Geleitet wird die Abteilung im Rahmen einer neugeschaffenen W3-Professur von Prof. Dr. Dorothee Viemann. 

Vor ihrem Wechsel an den Main führte die Fachärztin für Kinderheilkunde- und Jugendmedizin zuletzt eine Arbeitsgruppe für Experimentelle Neonatologie an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Die gebürtige Niedersächsin absolvierte ab 1987 ihr Humanmedizinstudium in Bochum, Straßburg/Frankreich und Boston/USA. Die Ausbildung zur Kinderärztin startete Dorothee Viemann 1995 an der Universitätskinderklinik Kiel, um dann drei Jahre lang am Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin der Universität Lübeck wissenschaftliche Laborarbeit zu betreiben. Die Ausbildung zur Kinderärztin setzte sie im Jahr 2000 an der Universitätskinderklinik Münster fort. Dort erwarb sie außerdem die Zusatzspezialisierungen für die Bereiche Neonatologie, Infektiologie und Labormedizin. Im Jahr 2008 habilitierte sie im Fach Kinderheilkunde über die Rolle von Endothel-Signalnetzwerken bei Entzündungen. Drei Jahre später bewarb sich die leidenschaftliche Forscherin erfolgreich für die an der MHH ausgeschriebene Professur für Experimentelle Neonatologie

Inspiriert durch Beobachtungen am Krankenbett

„Wissenschaftlich beschäftige ich mich mit den Ursachen und Therapiemöglichkeiten der Infektanfälligkeit und immunologischen Schwächen von Neu- und Frühgeborenen“, beschreibt Prof. Viemann und fährt fort: „Dabei geht es zum Beispiel darum, die Reifungsvorgänge im angeborenen Immunsystem nach der Geburt und die molekularen Mechanismen der Toleranzentwicklung aufzuklären.“ Hierbei verfolgte und verfolgt sie – meist inspiriert durch ihre Beobachtungen als Ärztin am Krankenbett – gerne auch Thesen jenseits der verbreiteten Lehrmeinungen. „Solange es offene, mir nicht verständliche Punkte gibt, hört das Nachfragen in mir einfach nicht auf“, beschreibt sie ihren Antrieb zur wissenschaftlichen Arbeit. 

Bei dem Versuch, ihre Überzeugungen zu beweisen oder zu widerlegen, kam sie immer wieder an Punkte, an denen sie mit ihrem ärztlichen Wissen nicht weiterkam. „Deshalb habe ich mir in den vergangenen Jahrzehnten im Eigenstudium so einiges an molekularbiologischem Know-how angeeignet“, berichtet Prof. Viemann. Diese konsequente Haltung fordert sie übrigens auch von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern: „Alle, die in meinem Labor arbeiten, müssen die Methoden nicht nur anwenden können, sondern intellektuell auch vollständig durchdrungen haben. Nur dann sind sie nämlich in der Lage, eine Lösung zu entwickeln, wenn mal etwas nicht richtig läuft.“

Forscherin mit internationaler Reputation

Mit ihrer tiefschürfenden Herangehensweise gelang es Dorothee Viemann, sich eine weithin sichtbare Reputation aufzubauen. So arbeitet sie beispielsweise in dem von der MHH geleiteten Exzellenzcluster RESIST in zwei Einzelprojekten des Bereichs „Immunsystem“ mit. Außerdem wird sie regelmäßig als Referentin zu den US-amerikanischen Keystone-Symposien eingeladen, was in der Fachwelt als internationales Benchmark für die Relevanz der jeweiligen Forschungsthemen gilt.

Die Würzburger Professur mit eigenem Lehrstuhl sowie den in Aussicht gestellten Personal- und Sachressourcen sieht Prof. Viemann als hervorragende Chance zur Weiterentwicklung. Sie betont: „Die hier von der Medizinischen Fakultät gefundene, deutschlandweit wohl einzigartige Konstellation ist ein deutliches Bekenntnis zur Translation.“ 

Zu den Schlüsselfragen auf ihrer Forschungsagenda gehören: Welche körpereigenen Faktoren und welche Faktoren aus der Umwelt sind förderlich und trainieren die biologischen Systeme eines Kindes auf dienliche Art und Weise? Welche äußeren Faktoren oder anlagebedingten Fehlprogrammierungen beeinträchtigen das Wachstum und Reifung eines jungen Menschen? Bevor sie ihre Suche nach Antworten am Standort Würzburg allerdings fortsetzen kann, muss Prof. Viemann, die im Universitätsgebäude E7 am Zinklesweg untergebracht ist, in den kommenden Monaten erst noch ein Team aufbauen und für die benötigte technische Laborausstattung sorgen.

„Schon nach kurzer Zeit vor Ort habe ich erkannt, dass hier in Würzburg ein Klinikcampus mit hoher Dynamik besteht“, freut sich die Professorin und präzisiert: „An hiesigen Einrichtungen wie dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung oder bei der Max-Planck-Forschungsgruppe des Instituts für Systemimmunologie gibt es viele Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, von denen ich manche schon über andere Wege kenne. Es formt sich hier gerade eine Community, mit der ohne lange Anbahnung unkompliziert gemeinsame Forschungsprojekte aufgesetzt werden können.“

Geburtskohorte als eines der Großziele

Ein besonderer Wunsch für die Zukunft, den Prof. Viemann gemeinsam mit Prof. Christoph Härtel, dem Direktor der Kinderklinik des UKW, hegt, ist der Aufbau einer großen unterfränkischen Geburtskohorte in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit interessierten Expertinnen und Experten am Standort. Dabei sollen die gesundheitsrelevanten Entwicklungen bei Hunderten von Neugeborenen und deren Familien von Anfang an begleitet werden. Als Werkzeug dafür wäre zum Beispiel eine Smartphone-App vorstellbar, bei der die Eltern die Krankheitszeiten von Kindern eingeben können, welche Antibiotika verschrieben wurden, wann Allergien auftraten und ähnliches mehr. „Wenn es die finanziellen Möglichkeiten erlauben, würde ich die entsprechenden Daten gerne bis über das 16. Lebensjahr hinaus sammeln, da auch in der Pubertät im Immunsystems nochmals vieles neugeordnet und reprogrammiert wird“, sagt die Ärztin und unterstreicht: „Mit diesem Projekt würden wir die Basis für wichtige zukünftige Erkenntnisse legen – eine solche Kohorte wäre gerade für die kommenden Generationen von Forscherinnen und Forscher ein unfassbarer Schatz!“

Enthusiasmus in der Lehre weitergeben

Dieses langfristige Denken bestimmt auch die Einstellung von Dorothee Viemann zur Lehre. Sie schildert: „Wenn man in meinem Alter etwas Bleibendes hinterlassen will, dann geht es hauptsächlich darum, die nächste Generation an Ärztinnen und Ärzten zu formen und zu fördern.“ Sie plant, sich bei einem breiten Spektrum an Ausbildungsstufen zu engagieren – von Studierenden bis zu fortgeschrittenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. „Dabei würde ich gerne den Blick des Clinical Scientist schärfen. Ich war und bin für meine Sache enthusiastisch – und es würde mich freuen, wenn es gelänge, dies auch weiterzugeben“, sagt die Professorin.

 

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Welt-Frühgeborenentag: Die Würzburger Uni-Kinderklinik leuchtet violett

Am Mittwoch, den 17. November 2021, wird das Gebäude der Würzburger Universitäts-Kinderklinik erneut in violettem Licht erstrahlen. Bei dem internationalen Aktionstag soll auf die besondere Versorgungssituation von frühgeborenen Kindern aufmerksam gemacht werden.

Allein in Deutschland werden jährlich rund 70.000 Kinder zu früh, das heißt vor der 37. Schwangerschaftswoche, geboren. „Frühgeborene Kinder bedürfen in besonderem Maße unserer medizinischen Fürsorge. Um dem gerecht zu werden, ist eine ganzheitliche, familienzentrierte Betreuung unerlässlich“, betont Prof. Dr. Christoph Härtel, der Direktor der Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg (UKW). Um auf diesen Umstand aufmerksam zu machen, wird das Hauptgebäude der Klinik am Abend des 17. November 2021 – wie schon in den vergangenen Jahren – in violettem Licht angestrahlt. Die Aktion ist Teil des Welt-Frühgeborenentags, der auf einer Initiative der Elternverbände EFCNI (European Foundation for the Care of Newborn Infants) und des Bundesverbands „Das frühgeborene Kind“ beruht.

Für die angesprochene ganzheitliche Betreuung ist man am UKW glücklich über die jahrzehntelange Kooperation mit dem KIWI e.V., einer Elterninitiative, die die Mütter und Väter der jährlich rund 350 am Würzburger Uniklinikum frühgeborenen Kinder unterstützt. „Für die Durchführung ihrer wertvollen Arbeit ist KIWI allerdings auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen und wir würden uns freuen, wenn der Aktionstag für manchen ein Anstoß für eine finanzielle Unterstützung sein könnte“, sagt Prof. Härtel.

Das interdisziplinäre Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe am UKW gehört zu den drei größten Zentren seiner Art in Bayern. Der Welt-Frühgeborenentag soll auch darauf hinweisen, dass die medizinische Forschung für eine immer bessere Behandlung von Frühgeborenen und deren Langzeitgesundheit essentiell ist. Die Würzburger Universitäts-Kinderklinik hat hierzu unter anderem eine tragende Rolle im wissenschaftlichen Verbund des Deutschen Frühgeborenennetzwerks. 

Spendenkonto:

KIWI Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation e.V. Sparkasse Mainfranken IBAN: DE91 7905 0000 0000 0262 45 BIC: BYLADEM1SWU

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Illuminierte Würzburger Universitäts-Kinderklinik am Welt-Frühgeborenentag letztes Jahr
So sah die Würzburger Universitäts-Kinderklinik am Welt-Frühgeborenentag im letzten Jahr aus. Bild: Ina Schmolke / Uniklinikum Würzburg

Aktuelle Stellenausschreibungen

Wissenschaftliche Laborleitung (m/w/d) 

The Laboratory of Translational Pediatrics headed by Prof. Dr. Dorothee Viemann offers by the next possible date the position of a Lab Manager in Translational Pediatrics (m/f/d)

Your qualification:

For this position, we are seeking a highly motivated advanced postdoc (m/f/d) with a strong interest in early-life immunology. Candidates should have very good oral and written language skills in German and English and demonstrate excellent communication, team-work and fundamental leadership skills. For this position, the successful candidate should have prior experience in at least two of the following scientific fields:

  • Advanced cell culture models
  • High-throughput sequencing methods
  • Virology / RNA biology
  • Bioinformatics analyses
  • Animal models of inflammation and/or infection (incl. FELASA certificate or equivalent)

Administrative Laborleitung / Projektmanagement (m/w/d)

The Department of Translational Pediatrics and the Children’s Hospital offer by the next possible date the position of a Scientific Project Manager

Your qualification:

Candidates should have successfully completed a university degree in either life sciences or social sciences, law, business and management, or economics and finances and should have acquired a respective PhD/master. They should have very good oral and written language skills in German and English and strong organizing and communication skills. A scientific background in the area of pediatrics, immunology or infectious diseases including typical molecular and cell biological methods is of advantage. We look for a highly organized, integrative, and service oriented personality who wishes to coordinate and facilitate the research activities in an international and interdisciplinary team of scientists.

PhD (w/m/d)

The Departments of Pediatrics and Translational Pediatrics offer by the next possible date two positions for PhD-Students (m/f/d)

Your qualification:

Candidates should have successfully completed a university degree in either computational biology or life sciences or medicine. They should have very good oral and written language skills in German and English. Prior experience in immunology, high-throughput sequencing methods and bioinformatics are welcome. We look for talented and highly motivated young people with enthusiasm for science and openness to new technologies.

BTA / MTA (w/m/d)

Die Abteilung für Translationale Pädiatrie sucht zum 1.12.2021 einen Technischen Assistenten (BTA, VMTA, MTA) (m/w/d)

Zu Ihren Aufgaben gehören:

  • Tierexperimentelle Arbeiten einschließlich Management von Zucht und Haltung
  • Zellkulturtätigkeit
  • Durchflußzytometrie einschließlich Cell Sorting (FACS)
  • Unterschiedliche molekularbiologische Techniken (RT-PCR, Western-Blot, ELISA)

Zur vollständigen Stellenanzeige 

 

Das UKW setzen sich für die Förderung von Frauen im Berufsleben ein. Bewerbungen von Frauen sind deshalb besonders erwünscht. Schwerbehinderte Bewerberinnen oder Bewerber werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt berücksichtigt.

Bitte senden Sie ihre Bewerbungsunterlagen vorzugsweise per E-Mail an:

Prof. Dr. Dorothee Viemann
Abteilung für Translationale Pädiatrie
Universitätsklinikum Würzburg
Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin (ZEMM)
Zinklesweg 10
97078 Würzburg

Weitere Informationen erhalten Sie von Frau Prof. Dr. Dorothee Viemann telefonisch unter +49 931 201-45848 oder per E-Mail: viemann_d@ ukw.de.

Uniklinikum Würzburg: Das Immunsystem von Kindern stärken

Am Dienstag, den 19. Oktober 2021, informieren Fachleute der Würzburger Universitäts-Kinderklinik in Online-Vorträgen über die Besonderheiten des kindlichen Immunsystems – und wie Eltern dieses stärken können. Die kostenlose Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt des Uniklinikums Würzburg mit der Mediengruppe Main-Post.

Wenn es draußen nasskalt wird, steigt das Risiko für grippale Infekte. Gerade Kinder fangen sich dann leicht eine Erkältungskrankheit ein. „Viele Eltern würde gerne einen Beitrag dazu leisten, das Immunsystem ihres Nachwuchses zu stärken“, weiß Prof. Dr. Christoph Härtel. Welche Ansatzpunkte es hierfür gibt, schildert der Direktor der Kinderklinik und Poliklinik des Uniklinikums Würzburg bei einer Online-Veranstaltung am Dienstag, den 19. Oktober 2021. Unterstützt wird er dabei von zwei weiteren Fachleuten seiner Klinik: Prof. Dr. Dorothee Viemann und Privatdozent Dr. Henner Morbach. Das Trio wird an jenem Abend viele weitere wichtige Fragen zur kindlichen Immunabwehr beantworten. Beeinträchtigen Infektionen die Entwicklung des Kindes? Was steckt dahinter, wenn ein Kind häufig Fieber hat? Und ganz generell: Wie viele Infekte sind im Kindesalter noch „normal“?

Die vom Uniklinikum Würzburg und der Mediengruppe Main-Post gemeinsam organisierte, kostenlose Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr und nutzt die Plattform „Zoom“. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Internetverbindung sowie ein Smartphone, ein Tablet, ein Laptop oder ein PC.

Wichtig ist eine Anmeldung ausschließlich bei der Main-Post unter Tel: 0931/6001 6001 oder unter http://akademie.mainpost.de.

 

Pressemitteilung zur Veranstaltung „Das Immunsystem von Kindern stärken“ als PDF.

Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen überrascht Kiwi e.V. mit 30.000 Euro

Am 17. August 2021 überreichte eine kleine Abordnung aus Auszubildenden und Studierenden der Edeka-Großhandlung einen Scheck in Höhe von 30.000 Euro an die Universitäts-Kinderklinik Würzburg. Der Erlös stammt aus dem Spendenprojekt „Überraschungsherz“ und überraschte damit nicht nur die kaufwilligen Spender mit tollen Produkten, sondern auch den Kiwi e.V.

Wiederholt musste das traditionell im Juni stattfindende Kinder-Fußballturnier „Kiwi-Cup“ auf dem Gelände des TSV Bergrheinfeld aufgrund des Pandemiegeschehens abgesagt werden. „Für uns war es selbstverständlich“, so Edeka-Vorstandssprecher Sebastian Kohrmann, „auch in diesem Jahr wieder nach Wegen zu suchen, wie wir ohne diese Benefiz-Veranstaltung dennoch die Arbeit des KIWI e.V. unterstützen können.“ Hierfür ließ sich Edekas Marketingabteilung etwas Besonderes einfallen:

Ein Team aus Auszubildenden und Studierenden packte für die Mitarbeitenden des Edeka-Großhandels gelbe Herzboxen, welche mit tollen Produkten gefüllt waren. Die Überraschungsherzen konnten von den Beschäftigten gegen eine Spende von 10 Euro erworben und der gesamte Erlös dem Kinderhilfsprojekt des Würzburger Vereins KIWI e.V. zugeführt werden. Dabei kam das Projektteam trotz der kühlen Temperaturen im Logistikzentrum Gochsheim ins Schwitzen: 460 Boxen wurden dort liebevoll gepackt und an die Mitarbeitenden ausgeliefert.

Doch auch der Einzelhandel unterstützte tatkräftig die Aktion: Kundinnen und Kunden konnten in den kupsch- und EDEKA-Märkten die schönen Herzboxen zum Muttertag erstehen – davon gingen pro verkauftem Herz jeweils 5 Euro an Kiwi. Die Geschäftsführung zeigte sich begeistert von dem Verkaufserfolg und rundete den anfangs krummen Betrag auf eine glatte Summe von 30.000 Euro auf.

Prof. Dr. Christoph Härtel und die Vorsitzende von Kiwi e.V., Ina Schmolke, zeigen sich überrascht von dem unerwartet hohen Geldsegen: „Wir sind sehr dankbar, die psychosoziale Betreuung der Familien der schwer kranken Kinder auf den Intensivstationen der Uni-Kinderklinik so intensiv weiter unterstützen zu können.“, so Härtel.

Auch die Vereinsvorsitzende Ina Schmolke bedankt sich für die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Edeka, Kiwi und der Uni-Kinderklinik: „Edeka ist immer wieder für eine Überraschung gut und für uns ein zuverlässiger Partner. Ohne die vielen Spenden wären eine kompetente psychosoziale Betreuung, Elternwohnungen und zahlreiche andere kleinere und größere Projekte für unsere schwerkranken Patienten und deren Familien nicht möglich.“

Der Kiwi e. V. und Edeka hoffen, dass der Kiwi-Cup – ein Event für die ganze Familie – im nächsten Sommer wieder in gewohnter Tradition stattfinden kann.

Foto: Archiv EDEKA, von links nach rechts: 1. Reihe: Die Auszubildenden Yannik Haaf, Stefanie Philipp und Rebekka Kestler, Schatzmeister Kiwi e. V. Franz Balzer, Vorsitzende Kiwi e. V. Ina Schmolke, Prof. Dr. med. Christoph Härtel, Prof. Dr. med. Johannes Wirbelauer, 2. Reihe hinten: Leiterin Event-Team Claudia Luger, Julia Herbert, Projektbetreuung

KIWI: Seit 30 Jahren Unterstützer der Würzburger Universitäts-Kinderklinik

Seit dem Jahr 1990 unterstützt der Kiwi e.V. die Familien von Frühgeborenen und Kindern, die in der Kinderklinik des Uniklinikums Würzburg intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer entlasten die Angehörigen in schwierigen Zeiten und tragen zur Empathie im Krankenhausalltag bei.

Vor 30 Jahren gründeten betroffene Eltern, Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte der Kinderintensivstation des Uniklinikums Würzburg (UKW) die Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation, kurz KIWI. „Unser Ziel ist es, die Eltern und das Personal der Stationen bestmöglich und in jeder Hinsicht zu unterstützen“, sagt Ina Schmolke, die Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins. Dazu investieren dessen Aktive seit 1990 ihr ehrenamtliches Engagement und die in unermüdlicher Arbeit gesammelten Spenden in viele, auf die spezifischen Bedürfnisse der „Zielgruppen“ maßgeschneiderte Projekte. Beispielsweise können – anders als auf Normalstationen – Angehörige von Kindern, die auf der Intensivstation versorgt werden müssen, nicht in deren Zimmer übernachten. „Für Eltern, die oft bis zu 100 Kilometer oder mehr von Würzburg entfernt leben, bleiben dann nur teure Hotelaufenthalte oder lange, tägliche Anfahrten“, schildert Ina Schmolke. Denjenigen, die sich das nicht leisten können oder die durch die Krankheitssituation psychisch stark belastet sind, bietet KIWI zwei klinikumsnahe Wohnungen an, in die Mütter oder Väter in der Zeit der Behandlung ihres Kindes einziehen können.

Besprechungszimmer eingerichtet


Als weitere „räumliche Hilfestellung“ richtete der Verein auf der Intensivstation der Kinderklinik ein Besprechungszimmer ein. „Als KIWI vor 30 Jahren gegründet wurde, fanden manche Arztgespräche zwischen Tür und Angel statt. Manchmal warteten Eltern im Flur darauf, ihre Kinder sehen zu können“, erinnert sich die Stationssekretärin Birgit Borowski-Lother. Mit dem Elternzimmer sei ein Raum geschaffen worden, in dem sich Eltern und Ärzte in Ruhe austauschen könnten und der auch eine kleine Rückzugsmöglichkeit vom Klinikgeschehen sei.

„Die Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal helfen medizinisch, aber für Eltern ist der Anblick eines Frühchens im Inkubator oder eines Kindes auf der Intensivstation dennoch sehr belastend“, weiß Ina Schmolke. Eine wertvolle Ansprechpartnerin kann dann nach den Erfahrungen der Vereinsvorsitzenden die von KIWI finanzierte Psychologin sein. Sie bietet Beratungsgespräche an, steht den Familien bei, unterstützt sie und organisiert Hilfe.

Hilfen auch nach der Entlassung

Die Arbeit des Vereins für die kleinen Patient*innen und deren Familien geht bei Bedarf auch nach dem Verlassen der Klinik weiter. Damit die erste Zeit daheim nicht zur Belastung wird, offeriert KIWI auf Wunsch eine mehrwöchige Nachsorge. Helferinnen und Helfer organisieren zum Beispiel Arzttermine, unterstützen bei der Beschaffung von Geräten und beim Ankommen im Alltag.

Damit der Kontakt zu den Familien anschließend nicht abreißt, feiert KIWI jeden Sommer das „Frühchenfest“ auf dem Spielplatz bei den Elternwohnungen. „Gerade auch für viele Klinikmitarbeiterinnen und -mitarbeiter ist dies der wohl fröhlichste und motivierendste jährliche Termin in ihrem Arbeitsalltag“, betont Prof. Dr. Johannes Wirbelauer. Der Leitende Oberarzt der Würzburger Universitäts-Kinderklinik arbeitet schon seit vielen Jahren eng und gerne mit dem KIWI e.V. zusammen.

Corona-Pandemie reduziert das Spendenaufkommen

Im Corona-Jahr 2020 musste das Frühchenfest allerdings wegen der Infektionsschutzmaßnahmen leider ausfallen. Genauso, wie viele weitere essentielle Veranstaltungen des Vereins, wie zum Beispiel der „KIWI-Cup“ – ein großangelegtes jährliche Benefiz-Fußball-Turnier des TSV Bergrheinfeld. „Diese Absagen treffen uns nicht nur emotional, sondern auch wegen der Spendensituation hart“, bedauert Ina Schmolke. Umso mehr freut sich die Vorsitzende über die Möglichkeit der Pfandspende: „Seit 2017 haben wir unter dem Motto ‚Zettel rein – Spender sein‘ eine Sammelbox für Leergut-Pfandbons im Würzburger Edeka-Markt Popp installiert. Nach und nach kamen weitere Edeka- und Kupsch-Märkte in der Region hinzu. Mit dem Einwurf eines Bons können Kunden schnell und unkompliziert helfen.“ Unterstützt wird Kiwi e.V. auch durch das Sozialreferat der Stadt Würzburg, das dem Verein eine der beiden Elternwohnungen mietfrei zur Verfügung stellt.

Herzlicher Dank von der Kinderklinik

„Ich kenne KIWI und die dahinter stehenden Akteure im Detail erst seit wenigen Monaten“, sagt Prof. Dr. Christoph Härtel, der im Mai dieses Jahres den Posten als Direktor der Würzburger Universitäts-Kinderklinik übernahm. Er fährt fort: „Aber selbst in dieser vergleichsweise kurzen Zeit wurde mehr als deutlich, welch ein großer Gewinn das Wirken dieser sympathischen, hochengagierten Helferinnen und Helfer für die Kinderklinik ist. Das gilt sowohl für konkrete Beiträge zu unserem Versorgungsangebot, wie vor allem auch für die menschliche Atmosphäre in unserem Haus.“ Das Jubiläum ist für ihn, Prof. Wirbelauer sowie alle Klinikbeschäftigten ein schöner Anlass, dem Verein ein weiteres Mal herzlichst zu danken.

Spenden willkommen

KIWI e.V. freut sich über jede kleine und auch große Spende. Das Geld kommt ausschließlich und ohne Verwaltungskosten den Patientinnen und Patienten der beiden Intensivstationen des UKW, der „Raumstation“ und der „Früh- und Neugeborenen-Intensivstation“, zugute.

Spendenkonto:
KIWI Interessengemeinschaft zur Förderung der Kinder der Würzburger Intensivstation e.V.
Sparkasse Mainfranken
IBAN: DE91 7905 0000 0000 0262 45
BIC: BYLADEM1SWU

 

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Corona in Würzburger Kindergärten: Start der Wü-KiTa-CoV-Studie

Bis Januar werden in den Würzburger Kindertagesstätten bis zu 6000 Corona-Tests durchgeführt. Ziel der Studie ist es, eine Ausbreitung des Virus und damit die Schließung der Kitas zu verhindern.

Bei der groß angelegten Studie Wü-KiTa-CoV nehmen 600 Kinder unter sechs Jahren teil. Sie ist in Kooperation mit der Stadt und der Universität Würzburg entstanden. Über einen Zeitraum von drei Monaten werden unter der Leitung von Oliver Kurzai, Professor für Mikrobiologie und Professor Johannes Liese, Leiter der pädiatrischen Infektiologie, Kinder und Betreuer in unterschiedlichen Abständen darauf getestet, ob sie sich mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert haben.

Bisher konnten Studien dieser Art nur während des Lockdowns durchgeführt werden. Die Testergebnisse der Studie sollen nicht nur dazu beitragen, die Verbreitung einzudämmen, sondern auch Aufschlüsse darüber geben, welche Rolle Kinder bei der Verbreitung des Virus spielen und wie eine Infektion bei Kindern und Betreuern frühzeitig diagnostiziert werden kann. Welche Untersuchungsmethode und Kontrolldichte den Kindern dabei zugemutet werden darf und ob das Durchführen von Tests zu einem Sicherheitsgefühl beitragen kann, soll dabei ebenfalls ermittelt werden.

Kontakt

Prof. Dr. Oliver Kurzai, Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und Mykologie,
T +49 931 31-88007, oliver.kurzai@ uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Johannes G. Liese, PädiatrischeInfektiologie und Immunologie Universitäts-Kinderklinik, T +49 931 201-27725, liese_j@ ukw.de

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