Pharmakogenetik für eine personalisierte Pharmakotherapie

Die Wirksamkeit von Arzneimitteln ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Für die individuell beste Auswahl eines Psychopharmakons und dessen optimaler Dosierung bietet die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg die Genotypisierung von CYP2D6 und CYP2C19 an. Diese beeinflussen den Stoffwechsel verschiedener Wirkstoffe maßgeblich.

Warum Genotypisierung?

Menschen reagieren unterschiedlich auf Medikamente.  Neben Faktoren wie Alter, Geschlecht, Gewicht, Rauchstatus, oder Begleitmedikation spielen dabei auch genetische Merkmale eine entscheidende Rolle. Die beiden Gene CYP2D6 und CYP2C19 bilden Enzyme, die den Medikamentenstoffwechsel stark beeinflussen. Durch Varianten in diesen Genen entstehen auch Varianten in den Enzymen mit unterschiedlicher Aktivität. Entsprechend werden eingenommene Wirkstoffe schnell, normal oder ganz langsam abgebaut. Im besten Fall sollte sich deshalb eine Dosierung oder die Auswahl eines Medikaments nach der individuellen genetischen Veranlagung richten, um eine Über- oder Unterdosierung zu vermeiden und einen konstanten Wirkstoffspiegel zu gewährleisten.

Bestimmung der CYP-Gene

In unserem pharmakogenetischen Labor bestimmen wir die Gene CYP2D6 und CYP2C19 und ihre Varianten. Daraus kann abgeleitet werden, ob das vorgesehene Psychopharmakon für eine Patientin oder einen Patienten geeignet ist, wie hoch die Dosierung angesetzt werden sollte und ob Nebenwirkungen zu erwarten sind. Die Informationen dienen der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt als Basis für eine personalisierte Pharmakotherapie, auch unter Berücksichtigung von Begleitmedikationen.

Durchführung und Einspruchsrecht

Zur Genotypisierung ist lediglich eine Blutentnahme im Rahmen einer Routineuntersuchung erforderlich. Die Befunde werden ausschließlich zur individualisierten Auswahl und Dosierung von Arzneistoffen verwendet. Die Zustimmung zur Genotypisierung kann jederzeit widerrufen werden.

Der Aufklärungsbogen ist in die Einverständniserklärung für die jeweilige Personengruppe integriert. 

Labor für Pharmakogenetik (PG-Labor)

Um eine personalisierte Pharmakotherapie zu ermöglichen, hat die Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums Würzburg ein eigenes Labor für Pharmakogenetik eingerichtet. Dabei werden die strengen Auflagen des Gendiagnostikgesetzes (GenDG) eingehalten. Dies schreibt unter anderem eine angemessene Beratung und deren Dokumentation vor.

Hinweise für Auftragsgeber

Nähere Angaben zur Einsendung von Proben, Durchführung, Bedingungen und Kosten einer Genanalyse erhalten Sie unter PG-Labor. Dort können Sie den Anforderungsschein herunterladen und finden weitere Informationen.

Klinikleitung

Portraitfoto von Prof. Dr. med. Jürgen Deckert

Prof. Dr. med.
Jürgen Deckert

Klinikdirektor Psychiatrie

+49 931 201-77000

Portraitfoto von PD Dr. med. Dipl.-Psych. Stefan Unterecker

PD Dr. med. Dipl.-Psych.
Stefan Unterecker

Leitender Oberarzt

+49 931 201-77545

Portraitfoto von Dr. rer. nat. Maike Scherf-Clavel

Dr. rer. nat.
Maike Scherf-Clavel

Mitarbeiterin der Erwachsenen-Psychiatrie im TDM-Labor

+49 931 201-77260 oder 201-77546

PD Dr. biol. hum.
Heike Weber

Laborleitung Funktionelle Genomik

+49 931 201-76403

Portraitfoto von Christopher Wohkittel


Christopher Wohkittel

Doktorand im TDM-Labor

+49 931 201-77260

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Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikums | Margarete-Höppel-Platz 1 | 97080 Würzburg | Deutschland

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