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Uniklinikum Würzburg: Prof. Dr. Armin Wiegering für Verdienste in der Krebsforschung ausgezeichnet

Prof. Dr. Armin Wiegering von der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie des Uniklinikums Würzburg wurde mit dem Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis 2020/2021 geehrt. Dieser zählt zu den höchsten Auszeichnungen für Verdienste in der Krebsforschung in Deutschland.

 

 

Mit dem Johann-Georg-Zimmermann-Forschungspreis ehrt die Förderstiftung „MHH plus“ junge Krebsforscher*innen für ihre aktuelle wissenschaftliche Arbeit. Die Ausgabe 2020/2021 des von der Deutschen Hypothekenbank gestifteten und mit 10.000 Euro dotierten Awards ging an Armin Wiegering. Der stellvertretende Klinikdirektor der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Transplantations-, Gefäß- und Kinderchirurgie des Uniklinikums Würzburg ist dort seit kurzem Professor für Onkologische Viszeralchirurgie. Laut der Laudatio des Preises beeindruckte der 40-jährige Mediziner das Kuratorium mit seiner gelebten Vision des „Clinician Scientist“, der vor allem in Bezug auf die Versorgungsrealität onkologischer Patient*innen den Spagat zwischen klinischem Alltag und Grundlagenforschung in einzigartiger Weise meistere.

Zielführende Forschung in Klinik und Labor

Prof. Wiegering kämpft seit Jahren in der Klinik und im Labor gegen den Darmkrebs. Im Jahr 2019 konnte er mit seiner Nachwuchsforschergruppe am Institut für Biochemie und Molekularbiologie I der Uni Würzburg neue Therapieansätze identifizieren. Die Wissenschaftler*innen konzentrierten sich dabei auf das APC-Gen von Tumorzellen, das bei 90 Prozent aller Fälle von Dickdarmkrebs mutiert ist. „Wir wollten Gene finden, die nur für das Überleben von Zellen mit APC-Mutation wichtig sind, nicht aber für gesunde Zellen“, erklärt der Professor. Die Suche war erfolgreich. Hemmten die Forscher*innen das Gen mit dem Namen eIF2B5, dann starben die mutierten Darmkrebszellen den sogenannten programmierten Zelltod. Gesunde Zellen dagegen verkrafteten die Hemmung des Gens ohne jegliche Beeinträchtigung. Von dieser Erkenntnis ausgehend will das Forschungsteam neue Behandlungsmethoden entwickeln und zudem weitere Gene untersuchen. Auch den Klinikalltag nimmt Armin Wiegering kritisch unter die Lupe. Im vergangenen Jahr konnte er gemeinsam mit seinem Team nachweisen, wie wichtig die Erfahrung der behandelnden Klinik für die Überlebenschancen der Darmkrebspatient*innen ist. Die Preisverleihung der „Förderstiftung MHH plus“ – MHH steht für Medizinische Hochschule Mannheim – fand Ende Mai dieses Jahres im Rahmen einer Online-Konferenz statt.

 

Pressemitteilung "Prof. Dr. Armin Wiegering für Verdienste in der Krebsforschung ausgezeichnet"

Dr. Meir erhält Walter Brendel-Preis

Die Preiskommission der Vereinigung Bayerischer Chirurgen verleiht jährlich den Walter Brendel-Preis für den nach Inhalt und Darstellung besten Vortrag in der Kategorie Grundlagenforschung.

Förderung des Projektes "Intestinale Organoide bei Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen"

Mit diesem Projekt wird eine recht neue Methode der Zellkultur, in der aus Gewebeproben von operierten Patienten „Minidärme“ kultiviert werden, dazu genutzt chronisch-entzündliche Darmerkrankungen besser zu verstehen. Anhand dieser sogenannten intestinalen Organoide kann zum einen die Entstehung dieser Erkrankungen besser verstanden und zum anderen Therapieoptionen getestet werden.

 

Wissenschaftlich aktive Ärztinnen und Ärzte stellen ein essentielles Bindeglied zwischen Grundlagenwissenschaften, klinischer Forschung und Patientenversorgung dar. Sie vereinen klinische Erfahrung in der Patientenversorgung mit wissenschaftlicher Expertise in der klinischen und experimentellen medizinischen Forschung und tragen so maßgeblich zur schnelleren und gezielten Translation wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Anwendung bei.

 

Für die Zukunft der Hochschulmedizin ist die Ausbildung von forschenden Ärztinnen und Ärzten, den Clinician Scientists, daher von großer Bedeutung.

Förderung des Projektes "Low-grade muzinöse Neoplasien der Appendix in Deutschland"

Low-grade muzinöse Neoplasien der Appendix (LAMN) sind niedrigmaligne, schleimbildende Tumore die im Inneren des Blinddarmes entstehen und häufig zu einer Blinddarmentzündung führen. Kommt es durch die Blinddarmentzündung zum Platzen der Appendix kann Schleim in den Bauchraum austreten und im Verlauf ein sogenanntes „Pseudomyxoma peritonei“ auslösen. Zwar sind LAMN insgesamt selten, kommen aber bei bis zu 1% der Appendektomiepräparate vor.

 

Frau Dr. Köhler wird in Ihrem Projekt versuchen mögliche Hemmstoffe der Schleimproduktion und prognose-relevanter Genmutationen zu identifizieren sowie eine nationale Datenlage von diesem seltenen Krankheitsbild zu erheben um im Auftrag der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie eine Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der Tumore erstellen zu können.

Der Viszeralmedizinische Newsletter – Therapie der akuten Pankreatitis

Rezente Publikationen aus der Kinderchirurgie

Auswirkung der COVID-19-Pandemie auf die Appendizitis bei COVID-19-negativen Kindern

Die weltweite COVID-19-Pandemie und der nachfolgende Lockdown in Deutschland hatten auf alle Bereich des gesellschaftlichen Lebens Auswirkungen. Im Rahmen einer monozentrischen Studie konnte für die ersten 6 Monate der COVID-19-Pandemie ein statistisch häufigeres Auftreten einer perforierten Appendizitis bei COVID-19 negativen Kindern nachgewiesen werden (39,5% vs. 20,6%; p=0,0652). Mögliche Ursachen für diesen Trend werden diskutiert. (https://doi.org/10.1007/s00112-021-01161-5)

 

Maldescensus testis – Epidemiologische Übersichtsarbeit hinsichtlich Pathophysiologie, Diagnostik und leitliniengerechter Therapiemaßnahmen

Der Maldescensus testis zählt zu den häufigsten kongenitalen Anomalien bei Jungen. Auf den physiologischen Descensus testis wirkenmultiple Faktoren – u. a. mechanische, genetische und auch hormonelle Prozesse –, sodass im Umkehrschluss die Kausalität des Pathomechanismus bei Maldescensus testis einer multifaktoriellen Genese zugrunde gelegt werden kann. Die vorliegende Arbeit versucht, den multifaktoriell-bedingten Pathomechanismus des Maldescensus testis zu erklären und einen Beitrag zur klinischen Arbeit hinsichtlich der einzuleitenden diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen zu leisten. Hierzu wird eine aktuelle epidemiologische Übersicht hinsichtlich Pathophysiologie, Diagnostik und leitliniengerechter Therapiemaßnahmen des Maldescensus testis geboten. (https://doi.org/10.1007/s00112-021-01164-2)

 

Koinzidenz einer Morgagni-Hydatide mit dem Maldescensus testis: häufiger als gedacht!

Im Rahmen einer retrospektiven Datenanalyse über einen Zeitraum von 6 Jahren wurde an Hand von 814 operierten Hoden die Koinzidenz eines Maldescensus testis mit einer Morgagni-Hydatide untersucht. Dabei ergab sich eine Hydatidengesamtprävalenz bei erfolgter Hodenhülleneröffnung nichtdeszendierter Hoden von 62,66%. Zusätzlich konnten wir eine Korrelation zwischen Patientenalter und Größenausprägung der Hydatiden feststellen. Entsprechend der Studienergebnisse kann erstmalig die Vermutung geäußert werden, dass von einer Größenwachstumsdynamik der Hydatiden – am ehesten unter Hormoneinfluss – in Bezug zum Patientenalter ausgegangen werden kann. (https://doi.org/10.1007/s00120-021-01475-y)

 

Der Viszeralmedizinische Newsletter – Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

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