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Studie stellt Nutzen von Schutzkitteln auf Neonatologien infrage

BALTIC-Studie mit knapp 10.000 Früh- und Neugeborenen zeigt: Konsequente Händedesinfektion schützt vor schweren Infektionen ebenso wirksam wie zusätzliche Schutzkleidung

Collage zeigt wie Christoph Härtel in weißem Kittel den Deinfektionsmittelspender bedient und rechts wie er Schutzkleidung und Handschuhe trägt.
Der Einsatz von Schutzkleidung benötigt eine Indikation für besondere Situationen. In der Routineversorgung belastet der ungezielte Einsatz nicht nur Umwelt und Geldbeutel, sondern beeinflusst auch den Kontakt zum Kind sowie die Händehygiene. Die von Christoph Härtel geleitete BALTIC-Studie zeigt nun, dass eine konsequente Händedesinfektion Früh- und Neugeborene vor schweren Infektionen ebenso wirksam schützt wie zusätzliche Schutzkleidung. © Kirstin Linkamp / UKW

Eine große deutsche Studie mit fast 10.000 Neugeborenen auf Intensivstationen zeigt: Eine sorgfältige Händedesinfektion des Personals schützt gefährdete Babys genauso gut vor bestimmten Krankenhausinfektionen wie zusätzliche Schutzmaßnahmen mit Kitteln und Handschuhen. Untersucht wurden Früh- und Neugeborene, die mit antibiotikaresistenten gramnegativen Bakterien besiedelt waren. Solche Keime gelten in Kliniken als besonders problematisch, weil sie gegen wichtige Antibiotika unempfindlich sein können.

Lübeck/Würzburg. Dank der Fortschritte in der Früh- und Neugeborenenmedizin überleben heute deutlich mehr sehr kleine Frühgeborene und Neugeborene mit schweren Erkrankungen. Gleichzeitig sind diese Kinder auf Intensivstationen besonders anfällig für Infektionen, da ihr Immunsystem noch unreif ist und sie häufig invasive Behandlungen wie Katheter oder Beatmung benötigen. Besonders gefährlich sind Blutvergiftungen (Sepsis), die durch antibiotikaresistente gramnegative Bakterien verursacht werden und schwere sowie langfristige Folgen haben können.

Zur Infektionsvermeidung werden in vielen Kliniken neben der Händedesinfektion zusätzliche Maßnahmen wie Schutzkleidung und Handschuhe eingesetzt – insbesondere, wenn die Neugeborenen mit bestimmten resistenten Bakterien besiedelt sind. Ob diese sogenannten erweiterten Barrieremaßnahmen einen klaren Vorteil gegenüber konsequenter Händehygiene bieten, war jedoch bislang wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Diese Wissenslücke hat ein Studienteam unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph Härtel, dem Direktor der Kinderklinik am Uniklinikum Würzburg, nun geschlossen. 

Hoher Aufwand für erweiterte Schutzmaßnahmen

„Wir wollten wissen, ob eine konsequente Händedesinfektion allein genauso wirksam ist wie eine Kombination aus Händedesinfektion, Schutzkittel und Einmalhandschuhen“, erläutert Christoph Härtel. Anlass für die Studie war die Frage, ob der erhebliche Aufwand der erweiterten Barrieremaßnahmen durch einen nachweisbaren zusätzlichen Nutzen gerechtfertigt ist. Neben den Kosten und dem Zeitaufwand spielt dabei auch die Umweltbelastung durch große Mengen an Einwegmaterialien eine Rolle. „Die Schutzkleidung kann den direkten Kontakt zum Kind verringern, ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln und möglicherweise sogar die Qualität der Händedesinfektion beeinträchtigen“, zählt Härtel die Nachteile auf.

In der BALTIC-Studie (Barrier Protection to Lower Transmission and Infection Rates With Gram-Negative Bacteria in Preterm Children) wurden die Schutzbarrieren zur Senkung von Übertragung und Infektionsraten bei Frühgeborenen mit gramnegativen Bakterien auf zwölf neonatologischen Intensivstationen der Maximalversorgung in einer über einen Zeitraum von 24 Monaten laufenden, cluster-randomisierten, kontrollierten Studie (RCT, Randomized Controlled Trial) im Crossover-Ansatz untersucht. 

Professorin Inke König, verantwortliche Biometrikerin der Studie und Institutsdirektorin für Medizinische Biometrie und Statistik an der Universität Lübeck (IMBS) erläutert: „Der Cluster-RCT ist ein gut geeignetes Studiendesign für Hygienefragestellungen, da Hygienemaßnahmen naturgemäß kollektiv auf der Station wirken und sich nicht präzise auf einzelne Personen begrenzen.“ In jeder Klinik galt somit jeweils ein Jahr lang die übliche Praxis mit Kitteln, Handschuhen und Händedesinfektion, im weiteren Jahr stand die konsequente Händedesinfektion im Mittelpunkt. 

Vergleichbare Infektionsraten in beiden Gruppen

Konkret analysierten die Forschenden die klinischen Verläufe von fast 10.000 Neugeborenen mit einem hohen Risiko für Infektionen durch gramnegative Bakterien, die gegen Cephalosporine der dritten Generation resistent sind. Davon war etwa jedes zehnte Kind tatsächlich mit diesen Bakterien besiedelt. Das Ergebnis: Schwere Blutinfektionen traten in beiden Gruppen gleich selten auf. Auch die Weiterverbreitung der Keime unterschied sich nicht wesentlich. Das Studienteam sieht darin einen Hinweis, dass eine konsequent durchgeführte Händehygiene der entscheidende Faktor im Infektionsschutz ist. Auf zusätzliche Schutzkleidung könnte bei der Routineversorgung bestimmter Kinder verzichtet werden.

Sorgfältige Händedesinfektion bleibt weiterhin unverzichtbar

Dies hätte mehrere Vorteile: Pflegekräfte könnten flexibler arbeiten, der Materialverbrauch würde reduziert und Ressourcen könnten gezielter dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen bringen. „Schutzkleidung sollte nach diesen Erkenntnissen nur eingesetzt werden, wenn ein klarer medizinischer Nutzen nachgewiesen ist“, resümiert Christoph Härtel. „Eine sorgfältige Händedesinfektion bleibt aber weiterhin unverzichtbar. Gerade auf Intensivstationen für Früh- und Neugeborene gehört sie zu den wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor Krankenhausinfektionen.“ 

Evidenzbasierte Infektionsprävention stärken

„Insgesamt sprechen die Ergebnisse der BALTIC-Studie dafür, künftig stärker auf gezielte und wissenschaftlich belegte Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle zu setzen. Dadurch könnten personelle und materielle Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie den größten Nutzen entfalten“, fasst Dr. Kirstin Barbara Faust, Oberärztin in der Neonatologie der Universitätskinderklinik Lübeck und Erstautorin der Studie, die Ergebnisse zusammen.

Die Studie wurde gefördert vom Bundesministerium für Bildung Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bzw. dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF), der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und der DAMP-Stiftung. 

Publikation: Faust K, Strecker F, Haug C, et al. Extended Barrier Precautions vs Hand Hygiene Alone and Neonatal Sepsis in Intensive Care Patients: The BALTIC Cluster-Randomized Clinical Trial. JAMA Netw Open. 2026;9(5):e2612759. doi:10.1001/jamanetworkopen.2026.12759

Hier geht es zum Interview mit Christoph Härtel zur BALTIC-Studie. Darin erklärt der Klinikdirektor, wie sich die Risiken bei Früh- und Neugeborenen unterscheiden, warum Schutzkleidung in die Leitlinien aufgenommen wurde, welche Auswirkungen diese auf die Psyche, aber auch auf die Qualität der Händedesinfektion hat und warum die BALTIC-Studie für ein Aufatmen sorgt. Zudem gibt er einen Ausblick auf die nächsten Forschungsschritte: Mit seinem Team möchte er das Screening auf Erreger verbessern. Schlussendlich schildert er noch einmal, warum die Händedesinfektion auch beim Tragen der Schutzkleidung wichtig ist, wie sie korrekt ausgeführt wird und vor allem, wann man sich die Hände desinfizieren sollte.

Collage zeigt wie Christoph Härtel in weißem Kittel den Deinfektionsmittelspender bedient und rechts wie er Schutzkleidung und Handschuhe trägt.
Der Einsatz von Schutzkleidung benötigt eine Indikation für besondere Situationen. In der Routineversorgung belastet der ungezielte Einsatz nicht nur Umwelt und Geldbeutel, sondern beeinflusst auch den Kontakt zum Kind sowie die Händehygiene. Die von Christoph Härtel geleitete BALTIC-Studie zeigt nun, dass eine konsequente Händedesinfektion Früh- und Neugeborene vor schweren Infektionen ebenso wirksam schützt wie zusätzliche Schutzkleidung. © Kirstin Linkamp / UKW

Interview mit Prof. Dr. Christoph Härtel zur BALTIC-Studie

Christoph Härtel erläutert unter anderem, warum Schutzkleidung überhaupt in die Leitlinien aufgenommen wurde, welche Auswirkungen diese auf die Psyche, aber auch auf die Qualität der Händedesinfektion hat und warum die BALTIC-Studie für ein Aufatmen sorgt.

Prof. Dr. Christoph Härtel initiierte die BALTIC-Studie noch während seiner Zeit in Lübeck. Bis zu seinem Wechsel nach Würzburg im Mai 2020 leitete er dort den Bereich Infektiologie, Immunologie und Rheumatologie in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin. Diese Forschungsschwerpunkte baut er als Direktor der Kinderklinik am Universitätsklinikum Würzburg sukzessive aus – sowohl im Rahmen überregionaler Forschungsnetzwerke als auch auf dem Würzburger Campus. Hier bilden die Immunologie und Infektiologie ausgewiesene Kernbereiche in Klinik und Forschung. Dabei ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit ein wichtiger Katalysator. 

So wirkte auch Prof. Dr. Stefanie Kampmeier an der BALTIC-Studie mit. Die Professorin für Krankenhaushygiene leitet die Zentrale Einrichtung für Krankenhaushygiene und Antimicrobial Stewardship am UKW. Sie ist zudem Sektionssprecherin des Bayerischen Surveillancezentrums (BaySurv) des Bayerischen Zentrums für Präventive Infektionsmedizin (BZI) sowie Co-Sprecherin des NUM-Fachnetzwerkes Infektionen (SNID). Im Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) hat sie gerade die neue Studie PREVENT initiiert. In dieser Studie wird unter anderem an 22 Universitätskliniken untersucht, welche Hygienemaßnahmen am besten vor Krankenhauskeimen schützen. 

Prof. Härtel, sind die Hygienemaßnahmen bei Erwachsenen und Neugeborenen vergleichbar? 

Die Hygienemaßnahmen haben unabhängig von der Altersgruppe das Ziel, Übertragungen von Erregern zu übertragen. Für das Anziehen der Schutzkleidung im Vergleich zur Bedeutung der Händedesinfektion gibt es nur unzureichende Evidenz. Es bedeutet immer einen zusätzlichen Arbeitsschritt für alle Klinken und Berufsgruppen, die mit Schutzkleidung arbeiten müssen. Für jeden neuen Kontakt wird neue Schutzkleidung benötigt wird. Dieses kostet Zeit, verursacht Kosten und bedeutet die Belastung für die Umwelt durch die immensen Müllberge. 

Welche Auswirkungen hat Schutzkleidung auf die Psyche? 

Zum einen kann sich durch den Aufwand die Kontaktzeit zu Patientinnen und Patienten verringern. Zum anderen macht es auch etwas mit den Eltern, wie wir immer wieder beobachten. Da es keine eindeutige Studienlage gibt, kann ich nur aus Erfahrung sprechen. Stellen Sie sich vor, in dem Behandlungszimmer der Intensivstation liegen vier Kinder. Ihr Kind ist das einzige, das mit Schutzkleidung versorgt wird. Diese Hygienebarriere wird dann auch zur psychologischen Barriere. Die Eltern fühlen sich schlecht, weil sie vielleicht denken, sie oder ihr Kind hätten „Schmutz“ auf die Station gebracht, das kann stigmatisieren. Einige haben Hemmungen, ihr eigenes Kind zu berühren. Dabei ist das sogenannte Bonding so wichtig für die Beziehung und die Gesundheit des Kindes. 

Hat die Studie jetzt für ein Aufatmen gesorgt? 

Definitiv. Wir können die Schutzkittel und Handschuhe in der Routineversorgung nun abschaffen, sie bleiben nur noch Sondersituationen in Rücksprache mit der Hygiene vorbehalten. Zudem müssen die Leitlinien überarbeitet werden. Denn erstmals zeigen wir, dass eine konsequente Händedesinfektion vor schweren Infektionen ebenso wirksam schützt wie zusätzliche Schutzkleidung. 

Es gab bereits zuvor keine Evidenz für den Nutzen von Handschuhen und Schutzkitteln. Wie kam diese zusätzliche Schutzmaßnahme dann überhaupt in die Leitlinie? 

Die Empfehlung für Handschuhe und Schutzkittel in der Neonatologie entstand nach Ausbrüchen multiresistenter Erreger auf Neugeborenenintensivstationen in Deutschland in den frühen 2010er-Jahren - obwohl die Evidenz damals begrenzt war und bereits bekannt war, dass das Risiko schwerer Infektionen bei Frühgeborenen vor allem durch die Unreife ihres Immunsystems bestimmt wird. Gleichzeitig können strukturelle Faktoren wie Personalmangel oder eine hohe Auslastung die Einhaltung von Hygienestandards erschweren und das Infektionsrisiko erhöhen.

Zum Risiko: In der BALTIC-Studie wurden Hygienemaßnahmen in zwölf Kinderkliniken mit insgesamt 10.000 Neugeborenen untersucht. Auf den neonatologischen Intensivstationen liegen sowohl Reifgeborene als auch Frühgeborene. Wie unterscheidet sich das Risiko bei diesen beiden Gruppen? 

Die Grundanfälligkeit von Frühgeborenen basiert eindeutig auf ihrer Unreife, d. h. ihrer noch sehr zarten Haut und Schleimhaut bzw. dem wenig trainierten Immunsystem.  Bei einem reif geborenen Kind kommt es auf die Ursache an, warum es eine intensivmedizinische Behandlung benötigt. Hat es beispielsweise eine Bauch-OP hinter sich, ist das Infektionsrisiko aufgrund der offenen Wunde mindestens genauso hoch wie bei einem Frühgeborenen, das nebenan im Inkubator oder Wärmebettchen liegt. 

Im Fazit der Publikation heißt es, dass Maßnahmen zur Infektionsprävention noch gezielter eingesetzt werden sollten. Was bedeutet das? 

Dass wir zum Beispiel die Schutzkleidung nicht mehr routinemäßig, sondern nur bei einer Häufung eines bestimmten Erregers einsetzen sollten. Infektionsprävention ist schließlich nur ein wichtiger Teilaspekt der Behandlung. Andere Aspekte sind beispielsweise die entwicklungsfördernde Pflege. Hygienebarrieren sollten den Eltern den Zugang zu ihrem Kind nicht erschweren. Zudem sollten wir das Screening auf bestimmte Erreger verbessern und überdenken. Denn wenn ein besiedeltes Frühgeborenes eine Infektion bekommt, dann wurde diese Infektion eher selten durch den Keim übertragen, dessentwegen aufgrund eines Screening-Befundes Handschuhe und Kittel getragen werden. Es sind meistens andere Erreger.

Sie planen bereits eine Folgestudie, in der sie das Screening auf diese Erreger überprüfen wollen. Wie läuft das Screening aktuell ab? Was kann verbessert werden?

Derzeit werden alle Kinder auf der neonatologischen Intensivstation einmal pro Woche auf Erreger getestet. Dazu werden ein Rachenabstrich und eine Stuhlprobe analysiert. Basierend auf dem Ergebnis entscheiden die Stationsärztinnen und -ärzte über das weitere Vorgehen. In unserer Studie soll das Ergebnis in der Mikrobiologie bleiben. Die Station wird nur bei einer Ausbruchsituation informiert, nicht mehr in Einzelfällen. Hintergrund ist, dass seit der Einführung des Screenings vor rund 14 Jahren in Deutschland der Verbrauch an Reserve-Antibiotika zugenommen hat, ohne dass dadurch die Infektionsrate von Frühgeborenen reduziert werden konnte

Und Antibiotika sind Fluch und Segen zugleich. 

Richtig. Einerseits sind Antibiotika in der Therapie schwerer Infektionen essentiell. Andererseits ist bekannt, dass Antibiotika – insbesondere bei früher und häufiger Anwendung – unerwünschte Auswirkungen haben können, etwa auf die Entwicklung des Mikrobioms. Zudem werden Zusammenhänge mit langfristigen gesundheitlichen Folgen wie Veränderungen des Stoffwechsels, erhöhter Gewichtszunahme oder einem erhöhten Risiko für allergische Erkrankungen und Asthma diskutiert.

Zum Abschluss noch einmal das Thema Händedesinfektion. In der Studie schreiben Sie, dass Schutzkleidung ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln kann und die Qualität der Händedesinfektion möglicherweise sogar beeinträchtigt.

Ja, auch wer Schutzkleidung trägt, muss sich gründlich die Hände desinfizieren.  Wer jedoch Kittel und Handschuhe anlegt, wird hier bisweilen nachlässiger. Zudem müssen die Hände nach der Desinfektion und vor dem Anziehen der Handschuhe gut trocknen. In einer Akut-Situation, wenn ich schnell zum Kind muss, fehlt dafür unter Umständen die Zeit. 

Warum ist die Händedesinfektion trotz Schutzkleidung wichtig? 

Schon das Anziehen der Handschuhe ist problematisch, da dabei automatisch Kontakt mit den Außenflächen der Handschuhe entsteht und diese kontaminiert werden können. Außerdem sind die üblichen Einmaluntersuchungshandschuhe nicht steril und teilweise durchlässig. Das Ausziehen der Handschuhe gelingt darüber hinaus meist nicht kontaminationsfrei, sodass nur eine anschließende Händedesinfektion eine Keimreduktion garantieren kann.

Wie desinfiziere ich meine Hände korrekt? 

Die Händedesinfektion erfolgt mit Ethanol- oder Isopropanolhaltigen Desinfektionsmitteln und sollte je nach Einwirkzeit 15 bis 30 Sekunden dauern. Dabei muss ausreichend Desinfektionsmittel – 3 Milliliter – verwendet werden, sodass alle Bereiche der Hände vollständig benetzt werden können: Handflächen, Handrücken, Daumen und Finger - auch die Fingerspitzen, Fingernägel und Fingerzwischenräume. Mit Schwarzlicht und fluoreszierenden Testsubstanzen lässt sich überprüfen, ob alle Bereiche der Hände ausreichend erfasst wurden. Häufige Benetzungslücken sind vor allem der Daumen, der Nagelfalz und die Fingerzwischenräume. 

Und wann sollten die Hände desinfiziert werden?

Die Momente in denen die Händedesinfektion durchgeführt werden sollte, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO mit „5 Moments for hand hygiene“ konkret definiert: Vor dem Patientenkontakt, nach dem Patientenkontakt, nach dem Kontakt zur Patientenumgebung, vor aseptischen Tätigkeiten und nach dem Kontakt zu potenziell infektiösen Materialien.

Das Interview führte Kirstin Linkamp / Wissenschaftskommunikation am UKW

Hier geht es zur Pressemeldung zur BALTIC-Studie und hier zur Studie. 

Wenn eine Klassenfahrt zum großen Wunsch wird

KiKA und ZDF hat die junge Patientin Jana unserer Kinderklinik begleitet

Für viele Kinder ist eine Klassenfahrt ein wichtiger und selbstverständlicher Teil der Schulzeit. Für Jana ist sie etwas ganz Besonderes: ein großer Wunsch, verbunden mit Hoffnung, Vorfreude und der Frage, ob ihre Gesundheit es zulässt.

Die 13-jährige Jana lebt mit einer seltenen Blutkrankheit und ist regelmäßig auf Bluttransfusionen angewiesen. In einem einfühlsamen Beitrag begleiten KiKA und ZDF sie in ihrem Alltag: zwischen Klinikterminen, Familie, Freundinnen und Freunden und dem Wunsch, bei der Klassenfahrt dabei sein zu können.

Der Film zeigt auf berührende Weise, was es bedeutet, wenn eine Erkrankung das Leben eines Kindes mitbestimmt und wie viel Kraft, Mut und Lebensfreude junge Patientinnen und Patienten dennoch entwickeln. Janas Geschichte macht sichtbar, was viele Familien in ähnlichen Situationen täglich erleben: medizinische Behandlungen, Unsicherheit, Einschränkungen aber auch Hoffnung, Zusammenhalt und den Wunsch nach Normalität.

Wir freuen uns sehr über diesen sensiblen Beitrag, der einen Einblick in den hämatologisch-onkologischen Bereich unserer Kinderklinik gibt und zeitgleich zeigt, wie wichtig eine verlässliche medizinische Begleitung für Kinder und Jugendliche mit schweren Erkrankungen ist.

Das 15-minütige Video ist ab sofort in der ZDF-Mediathek verfügbar unter folgendem Link.

Baskets und s.Oliver unterstützen Regenbogen

Spende stärkt Angebote für Familien krebskranker Kinder

Scheckübergabe
Scheckübergabe zugunsten der Elterninitiative Regenbogen: Jana Lorenz-Eck, Thomas Lurz und Konstantin Zeuch mit dem Spendenscheck über 10.000 Euro. Foto: Viktor Meshko

Würzburg, 03.06.2026 – Über eine Spende in Höhe von 10.000 Euro durfte sich die Elterninitiative Regenbogen e.V. freuen. Gemeinsam mit s.Oliver, langjähriger Partner der Fitness First Würzburg Baskets, sammelten diese in der laufenden Saison für jeden erfolgreichen Dreipunktewurf der Baskets 50 Euro für die Elterninitiative. Im Verlauf der Saison kam so die Spendensumme von 10.000 Euro zusammen.

Die symbolische Scheckübergabe fand am 24. Mai im Rahmen des Playoff-Spiels der Fitness First Würzburg Baskets gegen die Telekom Baskets Bonn statt. Überreicht wurde der Scheck von Thomas Lurz. Jana Lorenz-Eck nahm die Spende stellvertretend für die Elterninitiative Regenbogen entgegen und bedankte sich für die Aktion und die Unterstützung der Arbeit des Elternvereins. Als gemeinnütziger Verein finanziert die Elterninitiative Regenbogen ihre Angebote ausschließlich durch Spenden. Die Unterstützung kommt Familien mit krebskranken Kindern sowohl während als auch nach der Therapie zugute.

Der Verein unterstützt bereits seit über 40 Jahren die drei Würzburger Kinderkrebsstationen mit kindgerechter Ausstattung und verschiedenen Angeboten auf Station. Dazu gehören unter anderem die Musik-, Kunst- und Sporttherapie sowie gemeinsame Koch- und Backnachmittage mit den Erziehern, bei denen die Wunschgerichte der Kinder zubereitet werden. Darüber hinaus begleitet die Elterninitiative Regenbogen Geschwisterkinder mit dem „GeschwisterClub“, einem durch die gesetzlichen Krankenkassen geförderten Angebot, das die Geschwister der jungen Patienten besonders stärken und fördern soll.

Die Elterninitiative Regenbogen bedankt sich herzlich bei den Fitness First Würzburg Baskets und s.Oliver für die Initiative und die großzügige Unterstützung zugunsten von Familien mit krebskranken Kindern.

 

Text: Nadine Kempa (Öffentlichkeitsarbeit, Elterninitiative Regenbogen e.V.)

Scheckübergabe
Scheckübergabe zugunsten der Elterninitiative Regenbogen: Jana Lorenz-Eck, Thomas Lurz und Konstantin Zeuch mit dem Spendenscheck über 10.000 Euro. Foto: Viktor Meshko

Spende statt Geschenken kommt Regenbogen zugute

Kurt Kröttinger spendete im Rahmen seines runden Geburtstages

Übergabe eines symbolichen Spendenchecks an die Elterninitiative durch eine Privatperson namens Kurt Kröttinger. Dieser hatte anlässlich zu seinem 60. Geburtstag seine Gäste zu einer Spende statt Geschenken aufgerufen.
Yevgeniya Ronis nimmt stellvertretend für die Elterninitiative Regenbogen den Spendenscheck von Kurt Kröttinger entgegen. Bild: Nadine Kempa

Zu seinem 60. Geburtstag entschied sich Kurt Kröttinger aus Weikersheim-Nassau gegen Geschenke und bat seine Gäste stattdessen, an die Elterninitiative Regenbogen zu spenden. Im Rahmen der Feierlichkeiten kam so eine Spendensumme zusammen, die vom Jubilar auf 3.000 Euro aufgestockt wurde.

Am Mittwoch konnte die Spende dann an die Elterninitiative Regenbogen persönlich übergeben werden. Bereits vorab informierte sich Herr Kröttinger umfassend über den Verein, der Familien krebskranker Kinder in der schweren Zeit der Krankheit und darüber hinaus begleitet. Ausschlaggebend bei seiner Entscheidung, die Elterninitiative zu unterstützen, war der regionale Bezug des Vereins, der in engem Austausch mit der Uni-Kinderklinik steht. Die Elterninitiative sorge unkompliziert und über kurze Wege dafür, dass ihre Hilfe direkt bei den Familien ankommt, die diese so dringend benötigen, so Kurt Kröttinger. Finanziert werden die Hilfsangebote ausschließlich über Spendengelder. Unterstützung erfahren die Familien z.B. durch die zwölf Elternwohnung, die sie während der Zeit der Therapie kostenfrei nutzen dürfen. 

Alle Unterkünfte befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Kinderklinik und ersparen den Familien teils lange und häufige Fahrtwege. Für Erleichterung sorgt außerdem das Personal des psychosozialen Dienstes der Kinderklinik, dessen Stellen größtenteils von der Elterninitiative Regenbogen finanziert werden. Das spezialisierte Team aus Psychologen, Sozialpädagogen und weiteren Fachkräften hilft den Familien auch bei organisatorischen Anliegen und der Bewältigung des herausfordernden Alltags.

Wir bedanken uns herzlich bei Kurt Kröttinger und seinen Geburtstagsgästen für die wichtige Unterstützung.

Text: Nadine Kempa für die Elterninitiative Regenbogen e.V.

Übergabe eines symbolichen Spendenchecks an die Elterninitiative durch eine Privatperson namens Kurt Kröttinger. Dieser hatte anlässlich zu seinem 60. Geburtstag seine Gäste zu einer Spende statt Geschenken aufgerufen.
Yevgeniya Ronis nimmt stellvertretend für die Elterninitiative Regenbogen den Spendenscheck von Kurt Kröttinger entgegen. Bild: Nadine Kempa

Gemeinsam feiern und gemeinsam helfen

Traditioneller Umtrunk unterstützt krebskranke Kinder

Übergabe eines symbolischen Spendenchecks an die Elterninitiative im Rahmen einer privat organisierten Spendenaktion zu Weihnachten
Bildunterzeile: Steffen und Jessica Vollrath übergeben die Spende an Nadine Kempa von der Elterninitiative Regenbogen (links) Bild: Yevgeniya Ronis

Bereits zum vierten Mal entschieden sich Jessica und Steffen Vollrath, mit ihrem Weihnachtsumtrunk unter Familie und Freunden die Elterninitiative Regenbogen zu unterstützen. In gemütlicher weihnachtlicher Atmosphäre mit Glühwein, Punsch sowie selbst mitgebrachten Speisen und Weihnachtsgebäck trafen sich Familie und Freunde zum gemeinsamen Beisammensein. Für die Gäste waren Spendendosen der Elterninitiative Regenbogen aufgestellt, wodurch die Veranstaltung erneut mit einer Unterstützung für krebskranke Kinder und ihre Familien verbunden wurde. Im Rahmen der Spendenaktion konnte ein vierstelliger Betrag für den gemeinnützigen Verein erzielt werden.

Vergangene Woche übergaben Jessica und Steffen Vollrath den Betrag an die Elterninitiative Regenbogen und betonten erneut, dass sie mit der Spende insbesondere die Arbeit der Erzieher auf den Kinderkrebsstationen der Uni-Kinderklinik unterstützen wollen.

Die Spende wird folglich in diverse Spiel- und Beschäftigungsmaterialien fließen, um den Patienten trotz schwerer Krankheit ein wenig Normalität und Leichtigkeit im Stationsalltag zu ermöglichen.
Die Elterninitiative Regenbogen bedankt sich herzlich bei Jessica und Steffen Vollrath sowie allen weiteren Unterstützern der Spendenaktion für die treue Verbundenheit.

Text: Nadine Kempa für die Elterninitiative Regenbogen e.V.

Konfirmierende aus Mainbernheim spenden 1600 Euro
Konfirmandinnen und Konfirmanden aus Mainbernheim übergeben an die Elterninitiative Regenbogen einen symbolischen Spendencheck
Bild: Elterninitiative Regenbogen

Die Konfirmandinnen und Konfirmanden des Jahrgangs 2026 aus Mainbernheim haben am Samstag eine Spende in Höhe von 1.600 Euro an die Elterninitiative Regenbogen übergeben. Durch den Kontakt zu einer betroffenen Familie entschieden sich die Konfirmanden, den Verein, der krebskranke Kinder und deren Familien begleitet, zu unterstützen.

Hinter der Aktion stehen die Jugendlichen Lily Hanft, Karla Kiesel, Moritz Zehnder, Felix Gut, Benedikt Heß, Jona Keßler und Christian Nye. Familie Hanft fühlt sich dem Elternverein bereits seit vielen Jahren besonders verbunden, da sie während der Therapie ihrer Tochter von dieser wichtigen Unterstützung erfahren haben. Besonders die vielseitigen Angebote der Erzieherinnen auf den Kinderkrebsstationen der Uniklinik, darunter gemeinsame Koch- und Backnachmittage sowie Spiel- und Bastelaktionen, sind der Familie bis heute in prägender Erinnerung geblieben.

Begleitet wurde die Aktion von Pfarrer Paul Häberlein, der Familie Hanft sehr nahesteht. Mit der Spende unterstützen die Konfirmanden nicht nur die Hilfsangebote der Elterninitiative auf den Stationen, sondern auch darüberhinaus. Katja Rudolph, selbst betroffene Mutter, informierte die Konfirmandinnen und Konfirmanden über die Einsatzmöglichkeiten der Spende und berichtete von den derzeit zwölf Elternwohnungen, die der Verein unterhält. Dort können die Eltern während der Therapie kostenfrei in Kliniknähe wohnen und erfahren eine spürbare Entlastung von ständigen Fahrten zur Klinik, die oftmals mit viel Zeit, Kosten und Organisationsaufwand verbunden sind.

Ein Teil der Spende wird außerdem in die Krebsforschung am Uniklinikum fließen, die außerdem von der Elterninitiative unterstützt wird, ebenso wie in das Personal des psychosozialen Diensts. 

Im Namen der Elterninitiative Regenbogen bedanken wir uns herzlich bei den Konfirmandinnen und Konfirmanden, Familie Hanft und Pfarrer Häberlein für die Verbundenheit und Hilfe.

Text: Nadine Kempa (Öffentlichkeitsarbeit Elterninitiative Regenbogen e.V.)

Konfirmandinnen und Konfirmanden aus Mainbernheim übergeben an die Elterninitiative Regenbogen einen symbolischen Spendencheck
Bild: Elterninitiative Regenbogen

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