Wissenschaftliche Netzwerke

Spitzenforschung ist ohne Kooperationen undenkbar. Im nationalen, internationalen und fachübergreifenden Verband wird deshalb in zahlreichen Netzwerken Expertenwissen der unterschiedlichsten Disziplinen gebündelt, um die Forschung auf dem Gebiet des Herzens und der Blutgefäße zu forcieren.

Sonderforschungsbereiche (SFB)

Ideal für die wissenschaftliche Zusammenarbeit sind sogenannte Sonderforschungsbereiche (SFB), die seit Ende der 1960er Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) mit öffentlichen Mitteln auf eine Dauer von bis zu zwölf Jahren gefördert werden. Ein SFB ist die begehrteste Form der Forschungsförderung und gilt als Gradmesser internationaler Exzellenz. Hier arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über die Grenzen ihrer jeweiligen Fächer, Institute, Fachbereiche und Fakultäten hinweg im Rahmen eines übergreifenden und wissenschaftlich anspruchsvollen Forschungsprogramms zusammen.

SFB 894: Ca2+-Signale: Molekulare Mechanismen und integrative Funktionen

Insgesamt untersuchen 18 Projektgruppen des SFB 894, der an der Universität des Saarlandes angesiedelt ist, die subzellulären Kalziumsignale in Hinblick auf das physiologische Verhalten verschiedener Organe. Prof. Dr. med. Christoph Maack vom DZHI leitet das Teilprojekt A13, in dem der Kalzium-Haushalt in Herzmuskelzellen erforscht wird. Ziel des Projektes ist, das Zusammenspiel zwischen den Kalzium-Speichern der Zellen und den Mitochondrien – den Kraftwerken der Zellen – im gesunden und im kranken Herzen zu vergleichen. Schwerpunktmäßig soll die mitochondriale Ca2+-Aufnahme bei physiologischer und pathologischer Arbeitslast in den Herzmuskelzellen analysiert werden.

Im derzeitigen Förderabschnitt des SFB richtet sich seit 2019 der Fokus auf das Barth-Syndrom, einer erblichen Form der Herzschwäche bei Kindern, bei der die mitochondriale Ca2+-Aufnahme beeinträchtigt ist.

SFB TRR 219: Mechanismen kardiovaskulärer Komplikationen der chronischen Niereninsuffizienz

Jede zweite Person, die an einer chronischen Niereninsuffizienz leidet, ist gleichzeitig von einer kardiovaskulären Erkrankung betroffen. Kardiovaskuläre Todesfälle machen 40 bis 50 Prozent aller Todesfälle dieser Patientinnen und Patienten aus. Ziel des Transregio Sonderforschungsbereichs (SFB TRR 219) ist es, im Rahmen von experimentellen und klinischen Studien zu untersuchen, wie eine Niereninsuffizienz das Herz und die Gefäße schädigt.

Im Teilprojekt M04 des SFB TRR 219 wird unter Leitung von Prof. Dr. med. Christoph Maack und Junior-Prof. Dr. Leticia Prates Roma von der Universität des Saarlandes die Rolle mitochondrialer Sauerstoffradikale bei diesen krankhaften Zusammenhängen untersucht: Neben grundlagenwissenschaftlichen Untersuchungen werden in diesem Netzwerk auch translationale Aspekte durch Etablierung und Evaluierung neuer therapeutischer Ansätze und diagnostischer Tests verfolgt. Darüber hinaus sollen Mediatoren identifiziert werden, die zu Herz-Kreislauf Erkrankungen bei Niereninsuffizienz beitragen und so die Grundlage zur Entwicklung neuer diagnostischer oder prädiktiver Tests legen.

Qualifizierungskonzept UNION CVD

Unter dem Titel Understanding InterOrgan Networks in Cardiac and Vascular Diseases (UNION CVD) haben sich mehrere Einrichtungen der Universität und des Universitätsklinikums Würzburg, darunter auch das DZHI, zu einem Netzwerk zusammengeschlossen, um die Forschung auf dem Gebiet des kardiovaskulären Systems in einem hochgradig interdisziplinären Ansatz weiter voranzutreiben. Dazu baut dieses Netzwerk speziell auf den Nachwuchs.

Clinician Scientist-Programm UNION CVD

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert dieses Qualifizierungskonzept UNION CVD und ermöglicht dadurch dem Nachwuchs in Form des Clinician Scientist-Programm UNION CVD den Freiraum und die entsprechende Infrastruktur zur Forschung. Das Forschungsprogramm wird vom Interdisziplinären Zentrum für Klinische Forschung (IZKF) der Universität Würzburg organisiert.

Sonderforschungsbereiche und Zentren wie das Rudolf-Virchow-Zentrum (RVZ) oder das DZHI bieten den jungen Ärztinnen und Ärzten ein hervorragendes Umfeld für die kardiovaskuläre Forschung. Mit der Einbettung in diese Strukturen und der Integration in ein hochqualifiziertes Mentoren-Team, das sich aus verschiedenen Disziplinen wie zum Beispiel der Psychiatrie, Physiologie, Dermatologie, Experimentellen Biomedizin und Bildgebung zusammensetzt, sind einem Clinician Scientist optimale Voraussetzungen gegeben, um nachhaltige und international angesehene Projekte zu bearbeiten.

Bei Interesse am Clinician Scientist-Programm oder einem der anderen Berufsmodelle im DZHI erhalten Sie weitere Informationen auf unserer Karriereseite.

Interdisziplinäres Zentrum für Klinische Forschung (IZKF)

Der institutionalisierte Forschungsverbund der Medizinischen Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg unterstützt interdisziplinär orientierte Forschungsprojekte im Rahmen der wissenschaftlichen Schwerpunkte der Medizinischen Fakultät Würzburg. Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in der Medizin nimmt dabei eine zentrale Bedeutung ein und wird mit mehreren Nachwuchsförderprogrammen umgesetzt. Gefördert werden sowohl einzelne Forschungsprojekte und Juniorforschergruppen als auch strukturierte Modelle, die Forschungsarbeit mit fachärztlicher Weiterbildung koordinieren.

Alle Förderprogramme erfüllen den Anspruch der Interdisziplinarität, um durch die Verknüpfung von patientenorientierter klinischer Forschung und biomedizinischer Grundlagenforschung die methodischen und intellektuellen Voraussetzungen für moderne Forschung zu schaffen und für beide neue Impulse zu innovativen Ansätzen zu vermitteln.

Weitere wissenschaftliche Netzwerke

Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK)

Das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e. V. (DZHK) ist ein Partner der Deutschen Zentren der Gesundheitsforschung, die der Verbesserung der Vorsorge, Diagnose und Behandlung von Volkskrankheiten verpflichtet sind. Das DZHK wurde im Jahr 2011 auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gegründet. Ziel ist es, Ergebnisse der Grundlagenforschung schneller in die klinische Anwendung zu bringen. Das DZHI ist an verschiedenen basiswissenschaftlichen und klinischen Studien des DZHK als Kooperationspartner beteiligt.

German Ultrahighfield Study Group (GUFI)

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte landesweite Netzwerk verknüpft alle Forschungszentren mit Ultrahochfeld-Magnetresonanztomographen (UHF-MRT) in Deutschland. Ziel von GUFI ist es, in gemeinsamer Kooperation die Forschung voranzutreiben und möglichst vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern den Zugang zur hochkomplexen Technologie von UHF-MRT-Systemen durch eine gute Koordination und Organisation zu erleichtern sowie die Standards zur Qualitätssicherung und Sicherheit zu entwickeln und zu festigen. Das DZHI engagiert sich im GUFI vor allem im Bereich der Qualitätsmessungen.

EUFIND

Da es bisher weltweit nur wenige Forschungszentren mit Ultrahochfeld-MRT-Geräten gibt, existieren noch keine einheitlichen Standards zu deren Verwendung und zur Interpretation von Untersuchungsergebnissen. Um diese zu etablieren, wurde das Europäische Netzwerk für Ultrahochfeld-Bildgebung bei neurodegenerativen Erkrankungen (EUFIND) gründet. In dieser Arbeitsgruppe sind führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 20 Zentren mit Ultrahochfeld-MRT-Geräten in Europa sowie führende internationale Expertinnen und Experten auf dem Gebiet neurodegenerativer Erkrankungen in Kooperation vernetzt.

Das Department Kardiovaskuläre Bildgebung des DZHI mit seinem Lehrstuhl für Zelluläre und Molekulare Bildgebung ist Teil dieses Netzwerks und untersucht dabei die Interaktionen von Herz und Gehirn. Im Rahmen einer EUFIND-Studie vermisst das Bildgebungsteam Probandinnen und Probanden und stellt die hochaufgelösten Bilder der Hirnfunktionen und Strukturen zur Verfügung.

Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten

Öffnungszeiten der Herzinsuffizienz-Ambulanz

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08:00 bis 16:30 Uhr

Freitag
08:00 bis 15:00 Uhr

Telefon

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