• Foto einer Echokardiographie
  • Foto eines Belastungs EKGs
  • Foto eines Lungenfunktiontests

Untersuchungsmethoden bei Herzschwäche

Um eine Herzinsuffizienz sicher diagnostizieren zu können sind einige Basisuntersuchungen erforderlich. Dem DZHI stehen darüber hinaus alle technischen Möglichkeiten und Untersuchungsmethoden zur Verfügung, die eine differenzierte Abklärung von Ursache und Ausmaß der Herzschwäche ermöglichen.

Die typischen Symptome einer Herzinsuffizienz sind: abnehmende körperliche Belastbarkeit, Atemnot bei Anstrengung, vermehrte Wassereinlagerungen in den Beinen oder auch nächtlicher Harndrang. Die Diagnose einer Herzinsuffizienz kann sich verzögern, wenn diese Symptome von Betroffenen über einen längeren Zeitraum nicht ernst genommen werden und dem Alterungsprozess oder Tagesverfassungen zugeschrieben werden. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, diese Symptome durchaus frühzeitig von einem Haus- oder Facharzt abklären zu lassen!

Basisdiagnostik

An erster Stelle zur Diagnose oder zum Ausschluss einer Herzinsuffizienz stehen immer das ärztliche Gespräch, die körperliche Untersuchung sowie die Laboruntersuchung von Blut und Urin. Zum mittlerweile wichtigsten apparativen Verfahren hat sich die Echokardiographie, die Ultraschalluntersuchung des Herzens entwickelt. Mit ihr lässt sich die Größe des Herzens und der Herzkammern, die Pumpleistung sowie die Funktion darstellen. Auch das Elektrokardiogramm (EKG) wird routinemäßig abgeleitet, um die regelrechten elektrischen Aktivitäten der Herzmuskelfasern zu kontrollieren.

Was erwartet mich bei den Untersuchungen?

An die Basisdiagnostik schließt sich eine weiterführende Stufendiagnostik an, die sich an der Symptomatik orientiert oder für eine Therapieplanung erforderlich ist. Am DZHI werden alle hierfür wichtigen Untersuchungsmethoden angeboten oder veranlasst:

Anamnese

In einem ausführlichen Gespräch mit der Patientin oder dem Patienten suchen unsere Ärztinnen und Ärzte Hinweise auf Ursachen und Ausmaß der Herzinsuffizienz, fragen nach den Symptomen und ermitteln die Beeinträchtigung im Alltag. Wichtig ist es zu erfahren, welche Beschwerden vorliegen, wann sie auftreten und wie lange sie andauern. Dabei werden noch viele weitere Fragen gestellt: Gibt es weitere Erkrankungen? Bestehen familiäre Vorbelastungen? Wie ist der persönliche Lebensstil? Außerdem werden Voruntersuchungen und Befunde abgefragt: Gab es bereits ärztliche Vorstellungen zu diesen Beschwerden, auch in anderen Fachbereichen? Wenn ja, mit welchem Ergebnis?

Körperliche Untersuchung

Um einen Eindruck über das Ausmaß der Erkrankungen zu bekommen, wird eine körperliche Untersuchung durchgeführt. Neben Blutdruck und Puls werden zunächst Größe und Gewicht gemessen. Es wird geprüft, ob Wassereinlagerungen, sogenannte Ödeme, in den Beinen, Knöcheln, in der Lunge oder im Bauch vorliegen. Herz und Lunge werden mit dem Stethoskop nach Herz- oder Rasselgeräuschen abgehört. Der Bauch wird abgetastet, der Puls an verschiedenen Stellen des Körpers kontrolliert, Halsvenen werden auf Stauungszeichen geprüft und die Farbe und Wärme der Haut untersucht.

Elektrokardiogramm (EKG)

Zur klassischen Routineuntersuchung des Herzens zählt das Ableiten der Herzstromkurve in Ruhe und unter Belastung. Bei dem als Elektrokardiogramm (EKG) bezeichneten Verfahren werden elektrische Aktivität und Erregungsleitung der einzelnen Herzmuskelfasern aufgezeichnet. Der Verlauf der insgesamt zwölf verschiedenen Kurven gibt Auskunft über Herzrhythmusstörungen, Herzwandverdickung und akuten oder chronischen Sauerstoffmangel infolge einer Minderdurchblutung des Herzmuskels. Diese wird als Ischämie bezeichnet und gilt als Vorstufe zum Herzinfarkt.

Zum Schreiben eines EKGs werden an Armen, Beinen und Brust kleine Klebeelektroden befestigt und diese per Kabel mit dem Aufzeichnungsgerät verbunden. Beim Belastungs-EKG wird die EKG-Stromkurve unter körperlicher Belastung aufgezeichnet. Dies geschieht in der Regel durch Fahrradfahren in sitzender oder halbliegender Position. So lassen sich durch Belastung herbeigeführte Störungen und Krankheitsbilder aufdecken.

Langzeit-EKG

Bei Herzrhythmusstörungen, die nicht ständig vorhanden sind, empfiehlt es sich, ein Langzeit-EKG durchzuführen. Dabei werden die Kabel der Elektroden mit einem tragbaren Aufzeichnungsgerät verbunden. Jeder einzelne Herzschlag kann somit in einem Zeitraum von 24 Stunden und länger aufgezeichnet werden. Moderne Geräte erlauben auch eine Aufzeichnung über sieben Tage oder – mit Hilfe von Akkus – unbegrenzt lange. Das Langzeit-EKG registriert Phasen von Extraschlägen, sporadisch auftretendem Herzrasen, aber auch von zu langem oder zu schnellem Puls sowie Blockaden in der Herzerregung und damit generell von Unregelmäßigkeiten.

Laboruntersuchungen

Zur Diagnose einer Herzschwäche liefern die Untersuchungen von Blut und Urin wichtige Hinweise.

  • Blutbild: In einem Blutbild lässt sich zum Beispiel eine Blutarmut erkennen, die eine Herzschwäche verschlimmern oder sogar verursachen kann.
  • Elektrolyte: Wichtig für einen stabilen Herzrhythmus ist zudem ein ausgeglichenes Verhältnis der Blutsalze. Zu hohe oder zu niedrige Werte vor allem von Kalium können Herzrhythmusstörungen begünstigen.
  • Kreatinin: Die Konzentration des Stoffwechselabbauprodukts Kreatinin im Blut gibt Auskunft über die Nierenfunktion, die bei Herzschwäche eingeschränkt sein kann.
  • Schilddrüsenhormone: Wichtig sind in Bezug auf Rhythmusstörungen auch die Schilddrüsenhormone. Eine Überfunktion der Schilddrüse kann Herzrasen begünstigen.
  • Antikörper: Auch bestimmte Antikörper infolge einer Infektion oder einer Autoimmunerkrankung können zu einer Herzinsuffizienz führen.
  • Darüber hinaus lassen sich typische „Herz-Stress-Werte“ im Blut messen. Hierzu zählen das brain natriuretische Peptid (BNP, NT-proBNP) oder das Herzenzym Troponin. Diese Eiweiße werden bei einem geschwächten und überdehnten Herzen vermehrt aus den Herzmuskelzellen der Vorhöfe freigesetzt.

Echokardiographie

Eine der wichtigsten Untersuchungsmethoden, um Veränderungen am Herzen zu erkennen und die Herzfunktion zu überprüfen, ist die Echokardiographie – die Ultraschalluntersuchung des Herzens. Über einen Schallkopf, der über die Haut des Brustkorbs bewegt wird, lassen sich Bilder vom schlagenden Herzen erzeugen und Aussagen zur Größe der Herzkammern, der Dicke der Herzwand, der Funktion der Herzklappen und der Pumpleistung des Herzmuskels treffen. Diese Untersuchung führen am DZHI spezielle Echo Technicians durch.

Transösophageale Echokardiographie (TEE)

Sind für die Diagnose mehr Details erforderlich als sie eine normale Echokardiographie liefern kann, ist ein „Schluckecho“ sinnvoll. Bei dieser Untersuchung wird der Ultraschallkopf, der in ein fingerdickes, flexibles Endoskop eingebaut ist, über Mundhöhle und Speiseröhre bis zum Mageneingang geschoben. Da Knochenanteile des Brustkorbs und luftgefüllte Lungenanteile bei der Beschallung von hinten wegfallen, lassen sich störungsfreie Aufnahmen vor allem von der Aorta, den Herzklappen oder sogar von kleinen Gerinnseln im linken Vorhofohr erstellen.

Stressecho

Manche Einschränkungen des Herzens wie bei der Auswurfsleistung, Klappenfunktion oder Wandbewegung zeigen sich erst unter Belastung. Zu diesem Zweck muss der Pulsschlag erhöht werden. Dies geschieht entweder unter körperlicher Anstrengung auf einem Fahrradergometer oder unter Verabreichung eines Medikaments. Zur Verbesserung der Bildqualität ist das Fahrradergometer etwa 45 Grad zur linken Seite geneigt. Der Herzrhythmus wird zusätzlich mit einem EKG überwacht. Durchblutungsstörungen des Herzmuskels oder Engstellen an den Herzklappen lassen sich mit einem Stress- oder Belastungsecho genauer und differenzierter beurteilen.

Sechs-Minuten-Gehtest

Zur einfachen, aber effizienten Prüfung der körperlichen Leistungsfähigkeit eignet sich der Sechs-Minuten-Gehtest. Dabei wird die Patientin oder der Patient gebeten, sechs Minuten lang auf einer markierten Strecke im Flur so rasch wie möglich zu gehen. Die zurückgelegte Wegstrecke sowie die subjektiv empfundene Atemnot werden gemessen. Dieser Test zeigt zum Beispiel, ob sich eine Therapie positiv auf die Belastbarkeit des Patienten auswirkt.

Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT)

Bei der Magnet-Resonanz-Tomographie, die auch Kernspintomographie genannt wird, handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, das Schnittbildaufnahmen des Körpers auf der Basis von starken Magnetfeldern liefert und dabei ohne schädliche ionisierende Strahlen, wie etwa beim Röntgen oder der Computertomographie (CT) auskommt. Ein MRT liefert ausgesprochen detaillierte Bilder und Informationen über Herzstruktur, Herzfunktion, Durchblutung und Vitalität des Herzmuskels. Als Ergänzung zur Echokardiographie sowie zur differenzierten Therapieplanung erweist sich das Kardio-MRT deshalb manchmal als wertvolle zusätzliche Hilfe.

Mit dem 7 Tesla-MRT verfügt das DZHI über einen der modernsten Magnet-Resonanz-Tomographen der Welt, der allerdings derzeit nur zu Studienzwecken gebraucht wird. Die Kardio-MRT für den klinischen Alltag wird von den Kolleginnen und Kollegen der Kardiologie im benachbarten Zentrum für Innere Medizin (ZIM) durchgeführt.

SPECT und PET

Die Single-Photon-Emissions-Computertomographie (SPECT) und die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sind zwei spezielle bildgebende Verfahren aus der Nuklearmedizin, welche den Stoffwechsel im Herzmuskel darstellen. Für diese Untersuchungen wird eine winzige Menge einer radioaktiven Substanz in die Blutbahn gespritzt, die sich spezifisch nur im Herzgewebe anlagert. Mit einer speziellen Kamera, welche die radioaktive Strahlung aufnimmt, ergibt sich somit ein Verteilungsmuster.  Auf diese Weise können Versorgungs- und Durchblutungsstörungen erkannt werden. In Verbindung mit einer Computertomographie (CT), die Schichtaufnahmen von der Organstruktur liefert, lassen sich die Stoffwechselvorgänge örtlich exakt zuordnen. Beide Untersuchungen werden von den Kolleginnen und Kollegen der Nuklearmedizin im benachbarten Zentrum für Innere Medizin (ZIM) durchgeführt.

Lungenfunktionstest

Das Verfahren dient zur Prüfung der Lungenfunktion. Die Patientin oder der Patient atmet dabei unter Anleitung über das Mundstück eines speziellen Aufzeichnungsgeräts ein und aus. Die Nase wird durch eine Nasenklemme verschlossen. Bei zunächst normaler Atmung und schließlich maximaler Ein- und Ausatmung misst dieses Spirometer, wie viel Luft in welcher Zeit aufgenommen und wieder abgegeben werden kann. Damit lassen sich Einschränkungen des Gesamtvolumens der Lunge oder gravierende Einengungen der Atemwege feststellen.

Spiroergometrie

Wird die Spirometrie unter körperlicher Belastung durchgeführt, spricht man von einer Spiroergometrie. Während die Patientin oder der Patient auf einem Standfahrrad fährt oder auf einem Laufband geht, werden über eine dicht abschließende Maske die Atemgase gemessen. So lässt sich beurteilen, wie gut der eingeatmete Sauerstoff verwertet werden kann. Je besser dies gelingt, desto leistungsfähiger ist der Organismus. Außerdem lässt sich mit der Spiroergometrie oft klären, ob eine Atemnot tatsächlich auf eine Herzschwäche oder vielmehr auf eine Lungenerkrankung zurückgeht.

Herzkatheter

Um das Ausmaß der Verengung der Herzkranzgefäße zu erkennen, gilt die Herzkatheteruntersuchung nach wie vor als verlässlichste Untersuchungsmethode. Auch zur Beurteilung von Herzmuskelerkrankungen, zur Messung von Druckverhältnissen und Fließgeschwindigkeiten im Herzen oder zur Darstellung der Herzkammern wird der Herzkatheter eingesetzt. Der Vorteil gegenüber bildgebenden Verfahren liegt vor allem in der Möglichkeit, sofort therapeutisch wirksam zu werden. So lassen sich in der gleichen Sitzung etwa Verengungen der Herzkranzgefäße aufweiten und Stents setzen. Der Nachteil liegt im kurzen stationären Aufenthalt. Auch deshalb werden die Untersuchungen mit dem Herzkatheter von den Kolleginnen und Kollegen der Kardiologie durchgeführt.

Röntgen

Der Klassiker unter den Diagnoseverfahren bei Herzinsuffizienz ist nach wie vor die Röntgenaufnahme. Mit der Untersuchungsmethode lassen sich Aussagen über die Größe, Form und Lage des Herzens sowie Wasseransammlungen im Brustkorb treffen und damit Rückschlüsse auf mehrere Herzerkrankungen ziehen. Die Röntgenuntersuchungen werden von den Kolleginnen und Kollegen der Radiologie im benachbarten Zentrum für Operative Medizin (ZIM) durchgeführt.

Da eine Herzinsuffizienz nie als isolierte Erkrankung zu betrachten ist, sind oft noch weitere, fachübergreifende Untersuchungen erforderlich, die sich an der Begleiterkrankung oder -symptomatik orientieren. Die Ergebnisse aus diesen Erhebungen werden im DZHI gebündelt und fließen unter Absprache der jeweiligen Kolleginnen und Kollegen in die Therapieplanung und Betreuung mit ein.

Kontakt, Öffnungszeiten, Sprechzeiten

Öffnungszeiten der Herzinsuffizienz-Ambulanz:

Montag bis Donnerstag von 8:00 bis 16:30 Uhr
Freitag von 8:00 bis 15:00 Uhr

Herzinsuffizienz-Ambulanz:
+49 931 201-46301

Geschäftsstelle:
+49 931 201-46333

E-Mail:

dzhi@ ukw.de


Anschrift:

Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg | Universitätsklinikum Würzburg |
Am Schwarzenberg 15 | Haus A15 | 97078 Würzburg | Deutschland

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